Tägliches Zeichnen, diesmal auf der Turmterrasse

Wenn du heute Vormittag mit mir auf meiner Turmterrasse gesessen hättest – ich glaube, du hättest gar nichts getan, außer vielleicht mal die Augen zuzumachen, um die Sonne zu genießen. Wie die Katzen halt, die, sowie ich meinen Stuhl verlasse, ihn in Besitz nehmen.

Doch was weiß ich schon von deinen Gewohnheiten! Es ist ja gut möglich, dass du ein aktiver Mensch bist, und daher, kaum dass du das verwelkte Blatt des Aprikosenbaums, das der Wind hergeweht hat, erblickst, aufstehst, um es in die Hand zu nehmen. Du wirst die feinen Unregelmäßigkeiten des Verfalls begucken und den Schatten des Baumblattes auf dem Zeichenblatt spielen lassen.  Und wie du dich an diesem sinnlosen Spiel erfreust, den violetten Löchern im Schatten und den Biegungen und  Scharten des goldenen Blatts nachsinnst, könntest du versucht sein, das Ganze auch auf dem Zeichenblock festzuhalten. Zeit hast du ja, und die Sonne wärmt dir die Knochen. Also los, schnapp dir einen Kugelschreiber, von denen du ja einen  Vorrat angelegt hast ähnlich den Eichhörnchen, die Nüsse horten, nimm den mittelgroßen Zeichenblock, der – leider, leider – ein bisschen wellig geworden ist, denn du trugst ihn gestern mitsamt dem nassen Badeanzug im Beutel vom Strand heim, aber nimm ihn ruhig, es macht nichts, die Zeichnung ist ja nicht für die Ewigkeit gedacht, sondern für den schönen Moment. Ja also.

War es das schon? Bisschen leer das Blatt mit dem Blatt, das übrigens auch eine Rückseite hat, die du genausogut noch daneben zeichnen könntest – samt den Schatten, die das Geländer auf die Fliesen wirft.

Eins Skizze der Berg-Oliven-Landschaft, über der sich hohe weiße Wolken türmen, hast du vielleicht auch gemacht, bevor das Aprikosenblatt deine Aufmerksamkeit beanspruchte.

 

 

 

 

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Royusch VIII: Warum liebt man den Herbst (Olivenernte)

„Warum liebt man den Herbst“, fragt Roland im VIII. Kapitel seines Herbst-Photopojekts.

Da dachte ich: Weil nach einem  großen Sommer nun alles wieder zu grünen beginnt. Weil man, ohne zu schwitzen, den Berg hochkommt. Weil sich am Blauhimmel gelegentlich Wolken zeigen. Weil man die Strände und das Meer für sich allein hat.  Weil man abends den Kamin anmachen kann.

All das und noch viel mehr macht den Herbst liebenswert, aber es gilt genauso gut für den Winter und den Frühling. Außerdem ist es vielleicht nur mein privater Blick. „Man“ – das bedeutet aber: so ziemlich jeder. Warum also liebt man hier in der Mani den Herbst? Na, wegen der Olivenernte natürlich! Jetzt gilt es, das köstliche Öl heimzubringen, die Essoliven einzulegen, die Mühe des Jahres in Geld ausgezahlt zu bekommen.

Von November bis Januar steht die Mani im Zeichen der Olivenernte. Hier ein früheres Foto mit unserem goldgrünen duftenden Öl, das gerade  in der Ölmühle gepresst wird. In diesem Jahr sind unsere Erntehelfer noch anderweitig beschäftigt. Wir müssen uns bis Anfang Dezember gedulden.

 

 

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Hand mit Bauer (tägliches Zeichnen)

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt….“ (*Kinderlied)

Im Schachspiel gibt es sie noch beide: die Bauern und die Rösslein. Freilich sind es pro Spieler acht Bauern und nur zwei Pferdchen. Und sie ziehen auch nicht zum Pflügen aufs Feld. Die Pferdchen (Springer) sind mächtiger als die Bäuerlein, sind den Offizieren (Läufern) gleichgestellt. Die Bäuerlein gehen zu Fuß in die Schlacht.

IMG_7422aEinen Springer nahm ich kürzlich in die Hand und zeichnete ihn gleich drei Mal (hier). Heute ist das Bäuerlein dran, für das ich viel Sympathie habe – und das nicht nur wegen des runden Kopfes, der es den Fingerkuppen ähnlich macht. Nein, meine Sympathie gilt den Bauern, weil sie voran ins feindliche Feld ziehen und sich dabei gegenseitig schützen müssen, denn keiner der Großen wird sich seinetwegen opfern. Obgleich als Einzelne schwach, können sie im Verein mit anderen und aus günstigen Positionen heraus sehr viel Kraft entwickeln, ja sie können sogar, wenn alles schon verloren scheint, als Königin fröhliche Auferstehung feiern und den Sieg herbeiführen. Solche Verwandlung ist ihnen zwar selten vergönnt, aber sie sind auch die einzigen, die es überhaupt zustandebringen können. Alle anderen Figuren sind zwar großmächtiger, aber sterbend sich in etwas Größeres verwandeln – nein, das können sie nicht. 

Den Bauern will ich feiern – den weißen und den schwarzen. Er sollte, wenn es nach mir ginge, sein Rösslein einspannen, pflügen, säen und ernten, anstatt in den Schlachten der Großen sein Leben aufs Spiel zu setzen.

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*Kinderlied

Im Märzen der BauerDie Rößlein einspannt

Er pflanzt und er schneidetDie Bäume im Land

Er ackert, er eggetEr pflüget und sät

Und regt seine HändeGar früh und noch spät

Den Rechen, den Spaten,Den nimmt er zur Hand

Und ebnet die ÄckerUnd Wiesen im Land

Auch pflegt er die BäumeMit edlerem Reis

Und spart weder ArbeitNoch Mühe noch Fleiß

Und ist dann der FrühlingUnd Sommer vorbei

Dann füllt sich die ScheuneIm Herbst wieder neu

Es füllt sich der Keller,Der Stall und das Haus

Da gibt es, wenn’s kalt wirdGar fröhlichen Schmaus

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Grünblattleuchten (Montags ist Fototermin)

Dieses schöne Wort hat uns heute Finbar geschenkt:  Grünblattleuchten. Ich lasse es mir auf der Zunge zergehen.

Ich liebe deine Wortschöpfungen, Lu, mit denen du deine bezaubernden und mich immer von Neuem überraschenden Natur-Fotografien begleitest. Doch heute hatte ich einen Einwand.  Mir fiel nämlich etwas ein…, eine Brombeerranke. Die trat mir dieser Tage in den Weg und sprach zu mir: „Fotogafiere mich! Ich bin das Grünblattleuchten!“

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Montags ist Fototermin: Gold und Grün (mit Dora)

Hat eine Farbe eigentlich durch seine Schwingung einen emotionalen Wert unabhängig vom Objekt, das diese Farbe trägt? frage ich mich, versonnen den kleinen Kater und das Aprikosenblatt betrachtend. „Beide sind golden. Der eine ist jung und will erst wachsen, das andere hat ausgedient und liegt besiegt am Boden….“

„Fragen stellst du!“ kräht Dora. „Gold ist Gold! Gold ist immer toll, egal wer es trägt. Ich mag Gold!“ – Klar, Dora mag Gold, ihr ganzes Wesen ist irgendwie golden. Trotzdem bin ich nicht überzeugt. Ich denke an Myriades Hündchen (das vergoldete Opfer) und an so manche andere deplatzierte Goldfarbe. Das sage ich dann auch, und füge hinzu: „Vielleicht wäre es passender, der kleine Kater wäre grün, um seine Jugendlichkeit zu zeigen. „

Dora lacht. „Ein grünes Katerchen?“ prustet sie los. „Und der wird dann, wenn er alt ist, golden?“ Sie kringelt sich vor Lachen. „Ja“, antworte ich grinsend, denn Doras Lachen steckt an, „wie die grünen Jungs und Mädchen, wenn sie viel gelernt haben. Grün ist Jugend, Gold ist Reife.“ – „Ich bin also reif?“ kräht Dora und stellt sich in Positur.

Ich weiß nicht. Golden sind sie ja alle drei, aber reif? Reif ist der Kürbis.

Am besten, ich halte es mit Mephisto, der Fausts pedantischen Schüler Wagner folgendermaßen belehrt:

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldner Baum.

 

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Kunst am Sonntag: Drachenwelt (Fortsetzung zu „Kraft der Grenzen“)

Als ich bei meinem letzten Athen-Besuch in die Galerie Zoumboulaki eintrete, starrt mich ein riesiges schwarzes Viech aus gelben Augen an. Es handelt sich zweifellos um einen Drachen, also um eines jener Wesen, die die menschliche Fantasie in hohem Grad beschäftigt haben. Und da ich mich heute mit der „Kraft der Grenzen“ beschäftigte, ist es vielleicht passend, diesem Drachen des griechischen Künstlers Thomas Diotis ein wenig hinterherzudenken.

Gemacht ist er aus schwarzen oder schwarz eingesprühten Elementen, schwer zu sagen welcher Provenienz. Sind es eingeschmolzene Plastikstühle, Autokarosserien? Auf jeden Fall sind es industriell produzierte Artefakte, die sich wüst und höchst kunstreich zur Gestalt des Drachen verschränkt und verklammert haben.

Die Kuratorin der Ausstellung Angeliki Bara fragt sich in ihrem Begleittext: „Handelt es sich um eine ausgestorbene mythische Kreatur oder um einen Protagonisten der digitalen Ära? Der Drachen spielt ja in jedem Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Gleichgewicht und Ungleichgewicht und zwischen anderen entgegengesetzten Kräften des Weltgeschehens eine zentrale Rolle.“ 

So ist es. Ihre Frage kann ich nicht beantworten, wohl aber zum weiteren Nachdenken anbieten: Wie steht es gerade mit den „entgegengesetzten Kräften des Weltgeschehens“, die, so scheint mir, dabei sind, sich zu verabsolutieren und zum großen Vernichtungskampf gegeneinander anzutreten, anstatt zusammenzuwirken und die Entwicklung unserer Welt harmonisch voranzutreiben? 

In dem vorhin beschriebenen Buch sagt Gyorgy Doczi, das Wachstum folge oft dem Rhythmus zweier Spiralen, die in die entgegengesetzte Richtung streben (S.15). Das Zusammenwirken der beiden gegensätzliche Kräften nennt er „Dinergie“ von griechisch dia-durch und energia-Wirksamkeit. In der Natur wirken die entgegengesetzten Kräfte zusammen (sie sind nicht gleich stark, sondern stehen zueinander im Verhältnis des Goldenen Schnitts, d.h. das Verhältnis des kleineren Teils zum größeren ist gleich dem Verhältnis des größeren zum Ganzen). So, in diesem Mit- und Gegeneinander treiben sie den Wachstumsprozess und bestimmen die Grenzen des Wachstums. In der Menschenwelt müssen wir wohl selbst dafür sorgen.

Ist der Drachen (der technologische Fortschritt oder auch die „digitale Ära“) Glücksbringer oder Bösewicht? Weder das eine noch das andere, denke ich, sondern beides, abhängig davon, ob seine inhärenten in entgegengesetzte Richtungen strebenden Kräfte im Gleichgewicht gehalten werden können.

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Die Kraft der Grenzen: Über harmonische Proportionen in der Natur und Menschenwelt.

„Die Kraft der Grenzen“ des Architekten  György Doczi ist ein durch und durch schönes Buch. Ich besitze es seit langem, hole es ab und zu aus dem Regal hervor, um es zu betrachten. Mein Exemplar gehört zur 4. Auflage, verlegt 1987 bei Engel & Co, Stuttgart. Das amerikanische Original erschien 1981 unter dem Titel „The Power of Limits“.

Ich sage: „Ich betrachte es“, denn der Zauber liegt in den Illustrationen. Einige siehst du schon auf dem Deckblatt. Aber um zu verstehen, worum es geht, ist es schon auch gut, den Text aufzunehmen. Der Autor spürt den „harmonischen Proportionen“ des Goldenen Schnitts und der von ihm so genannten Dinergie nach, die er in allem findet, beginnend mit dem Gänseblümchen und endend bei der Utopie friedvollen menschlichen Miteinanders.

„Dies Buch“, so der Autor im Vorwort, „will die grundmusterbildenden Prozesse untersuchen, durch welche innerhalb streng einzuhaltender Grenzen eine schier unendliche Vielfalt von Formen entsteht.“ Er fragt sich, „warum die Harmonie, die in der Natur so deutlich zutage tritt, nicht auch in unserem Leben eine wesentlichere Rolle spielt. Vielleicht, weil wir so fasziniert sind von unserer Macht,…, dass wir die Kraft der Grenzen aus den Augen verloren haben.“

Bekanntlich ist die „Grenzenlosigkeit“ menschlicher Überheblichkeit seither nicht geringer geworden, ganz im Gegenteil.  Und sicher kann das Buch nicht dazu beitragen, ihre Folgen im Rahmen politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen zu beseitigen. Es kann aber die Schönheit der Muster und die Wohltat dinergetischer Prozesse ins Bewusstsein heben, die die gesamte Schöpfung durchwalten und den Menschen in seinem Schaffen schon immer inspiriert haben.

„Wenn wir die Grenzen unseres Nachbarn bewusst als die eigenen verstehen“, so schließt der Autor seine Betrachtungen ab (S. 161), „können wir lernen, uns gegenseitig in unsereren Beschränkungen zu ergänzen. Dadurch schaffen wir eine Harmonie des täglichen Lebens, die der Harmonie der Musik, des Tanzes, der bildenden Kunst und der Architektur vergleichbar ist. Diese Art zu leben ist uns nicht so fern, wie man zunächst meinen könnte, denn die goldenen Proportionen der Natur leben auch in uns, in unserem Körper und in unserem Denken…“

Schöne Worte. Und vielleicht ein Maßstab, den es zu verinnerlichen gilt, um allzu große Abweichungen vom harmonischen Ideal zu erkennen und, jedenfalls im persönlichen Zusammenleben, zu korrigieren.

(Da die Reproduktion der Bilder ausdrücklich verboten ist, habe ich mich mit diesen wenigen schlechten  Abfotografierungen beholfen, um  einen kleinen Eindruck zu vermitteln)

 

 

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Dora zum ZwölftenElften: Theater (Impulswerkstatt Bild No 3)

Ein geschlossener Vorhang reicht, um die Fantasie anzuregen. Wenn zudem unter dem Vorhang  geheimnisvolles Licht hervorquillt, wie in deinem Foto No 3, liebe Myriade, beginnt der im Kopf eingebaute Theaterdirektor, einen Haufen Szenarien vorzuschlagen.

Spannend muss es sein, sagt der Theaterdirektor. Blut muss fließen.

Ähäm. Muss? Etwa so?

„Och nö!“ meint Dora. „Da gibt es Besseres! Schick deinen Theaterdirektor in Pension und lass mich machen.“

Und wahrhaftig: Der Vorhang geht auf …

und auf der Bühne erscheinen heftig gestikulierend ein paar Figuren aus meinem geliebten Karagiosi-Theater!

Gern würde ich euch ja die ganze Geschichte präsentieren – aber leider, leider will WP mir keinen weiteren Speicherplatz genehmigen. Für den Rest müsst ihr also eure eigene Fantasie in Betrieb setzen.

Viel Vergnügen und ein fröhliches Rest-Wochenende! wünschen Dora und ich.

Und hier noch der unvergleichliche Dionysios Savvopoulos mit seinem Lied: „Das was mich quält, das was mich rettet, ist, dass ich wie der Karagiosis träume“. Ich nenne es  gern die heimliche Nationalhymne der Griechen.

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Frage-Marathon mit Susi und Dora

Susi übt für den Frage-Marathon. Das ist ein spezieller Marathon für Kinder. Wer kann am schnellsten 42 Fragen hintereinander stellen, auf die die Befragten keine Antwort wissen? Zweck dieser neuen Sportart ist es, die Kinder klug zu machen (wer nicht fragt, bleibt dumm) und die Erwachsenen zur Verzweiflung zu treiben. Denn ehrlich, gibt es nicht ohnehin genügend Kinderfragen, auf die wir keine Antwort wissen?

Susi ist am Anfang ihres Trainings, und daher ist ihre Fragetechnik noch recht primitiv. Hier ein paar Beispiele, fein mit Legebildern illustriert:

Susi: „Können Männer Kinder kriegen?“ Mann: „-“ (1 Punkt für Susi)

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Susi: „Schmecken Raupen und Würmer gut?“ –  Vogelmutter: „-„.  (Sie antwortet nicht, da ihr sonst der Wurm aus dem Schnabel fallen würde. Die Kleinen schimpfen: „Halt den Schnabel, Susi! Mutter hat zu tun!“ ) 1/2 Punkt für Susi.

*

Susi: „Warum sitzt du auf dem Baum?“ – Katze: „Warum sollte ich nicht auf dem Baum sitzen?“ (Das ist eine trickreiche Antwort, die man bei Katzen leicht kassieren kann. Also frag besser keine Katzen, wenn du im Frage-Marathon-gewinnen willst.)  Für Susi kein Punkt.

*

Susi: „Warum wolltest du so hoch hinaus?“ –  Dame: „Wer hat dir erlaubt, mich zu duzen?“  (Das ist keine erlaubte Antwort. Die Dame benutzt die Technik der Katze, doch ohne die entsprechende Logik.) 1 Punkt für Susi.

*

Susi: „Bist du ein Zugvogel?“  – Vogel: „Ja.“  Kein Punkt für Susi.

Susi: „Bist du ein Zwerg?“ – Zwerg: „Ja, meine Kleine, ich bin ein Zwerg. Und als Zwerg, der ich bin, gebe ich immer gern ausführliche Antworten allen Kindern, die Fragen stellen. Also stell mir ruhig deine Fragen.“ (Susi ist gerührt, aber zugleich frustriert. Sie soll ja Fragen stellen, auf die die Befragten keine Antwort wissen. Der Zwerg ist da offenbar die falsche Adresse.) Kein Punkt für Susi.

Hier mischt sich Dora ein: „Susi“, belehrt Dora die Susi, „du musst deine Fragen modernisieren. Im internet wimmelt es von unbeantwortbaren Fragen. Hier, hör dir mal die an: Warum sind Faktoren, die mit dem Bewusstsein in Verbindung stehen, auf der Quantenskala direkt mit der physischen Materie verwoben?  Gut, nich? Ich wette, mit solchen Fragen gewinnst du jedes Marathon.“

Ich hätte ja einen Haufen weit drängenderer Fragen, auf die ich keine Antwort weiß. Aber lass man, die wären für so ein Marathon wohl kaum geeignet.

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Mondhelle. 10.11.22, 11 Uhr nachts

Die Nacht ist warm und hell. Der Mond, fast noch voll, wird vom rötlichen Mars begleitet, im Zenith steht der hell strahlende Jupiter.  Durch das Mondlicht und die Rückstrahlung der städtischen Beleuchtung am flusiges Gewölk ist die Straße, auf der ich deen nächtlichen Bummel mache, fast taghell.

In der Ferne die Stadt, das Meer. Ein Strommast stört das Bild: er verbindet eine kleine Fotovotaik-Anlage linkerhand mit dem Stromnetz.

Der weiße Rosenstrauch im Garten ist erneut voll erblüht, dahinter die riesige dunkle Pinie. Schön sieht das aus im Licht des Mondes.

Fotografiert habe ich ohne Blitzlicht. Die Belichtungszeit stellt sich beim iphone automatisch ein. Selbstverständlich entsprechen die Fotos nicht voll der Wirklichkeit.

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