Wenn du heute Vormittag mit mir auf meiner Turmterrasse gesessen hättest – ich glaube, du hättest gar nichts getan, außer vielleicht mal die Augen zuzumachen, um die Sonne zu genießen. Wie die Katzen halt, die, sowie ich meinen Stuhl verlasse, ihn in Besitz nehmen.
Doch was weiß ich schon von deinen Gewohnheiten! Es ist ja gut möglich, dass du ein aktiver Mensch bist, und daher, kaum dass du das verwelkte Blatt des Aprikosenbaums, das der Wind hergeweht hat, erblickst, aufstehst, um es in die Hand zu nehmen. Du wirst die feinen Unregelmäßigkeiten des Verfalls begucken und den Schatten des Baumblattes auf dem Zeichenblatt spielen lassen.
Und wie du dich an diesem sinnlosen Spiel erfreust, den violetten Löchern im Schatten und den Biegungen und Scharten des goldenen Blatts nachsinnst, könntest du versucht sein, das Ganze auch auf dem Zeichenblock festzuhalten. Zeit hast du ja, und die Sonne wärmt dir die Knochen. Also los, schnapp dir einen Kugelschreiber, von denen du ja einen Vorrat angelegt hast ähnlich den Eichhörnchen, die Nüsse horten, nimm den mittelgroßen Zeichenblock, der – leider, leider – ein bisschen wellig geworden ist, denn du trugst ihn gestern mitsamt dem nassen Badeanzug im Beutel vom Strand heim, aber nimm ihn ruhig, es macht nichts, die Zeichnung ist ja nicht für die Ewigkeit gedacht, sondern für den schönen Moment. Ja also.
War es das schon? Bisschen leer das Blatt mit dem Blatt, das übrigens auch eine Rückseite hat, die du genausogut noch daneben zeichnen könntest – samt den Schatten, die das Geländer auf die Fliesen wirft.
Eins Skizze der Berg-Oliven-Landschaft, über der sich hohe weiße Wolken türmen, hast du vielleicht auch gemacht, bevor das Aprikosenblatt deine Aufmerksamkeit beanspruchte.



Einen Springer nahm ich kürzlich in die Hand und zeichnete ihn gleich drei Mal (



























