Inktober: 24 Chop (hacken, abhacken, kürzen)

#inktober and  #inktober2018.

24 CHOP (abhacken, kürzen)

Auch dies kein angenehmes Wort – besonders, weil es in der saudischen Politik grad ein grausiges come-back hat. Wäre ich Märchenerzählerin wie Agnes, würde ich mich an die abgehackten Hacken und Zehen der Stiefschwestern von Aschenputtel halten. So aber bleibe ich bei den Realien. Tiere werden zerhackt. Und da finden sich unter meinen Arbeiten etliche, die mit solcherweise Abgehacktem zu tun haben:

a. Ziegenkopf.

Im Original handelt es sich um Aquarelle (mit Deckweiß). Oben die Originale, unten digital erzeugte Tuschzeichnungen. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

b. Widderkopf

Den abgehackten Widerkopf fand ich vor Jahren als Schmuck auf einem Zaun. Ich stahl ihn und habe ihn seither oft als Modell genutzt (Original Bleistiftzeichnung und digital erstellte Variante)

Hier die beiden letzten Zeichnungen,  die originale Bleistiftzeichnung oben, eine digital erzeugte Variante darunter.

c. Knochen

gefunden irgendwo beim Spazierengehen, unbekannt, um welches Tier es sich gehandelt hat. Vielleicht ein Rind. Die haltende Hand gibt das Größenmaß. In der Zeichnung habe ich den Knochen vervielfältigt und zu einem Danse macabre angeordnet. Oben das Original, darunter zwei digitale Bearbeitungen.

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inktober: 23 MUDDY (schlammig, trübe, verworren)

#inktober and  #inktober2018.

23 MUDDY (schlammig, trübe, verworren)

Kein schönes Wort, kein guter Zustand. Andererseits: Schlamm ist Erde und Wasser, aus dem das Leben kommt. Und in dem es manchmal auch wieder versinkt.

MUDDY (c) gerda kazakou. Pigente, Kleister auf Japanpapier auf Leinwand.

und eine Bearbeitung.

MUDDY (c) gerda kazakou, digital bearbeitetes Gemälde

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inktober 2018: 22 EXPENSIVE (teuer)

#inktober and  #inktober2018.

22 EXPENSIVE (teuer)

You are not yet rich? Make a Picasso, and sell it.  — Du bist noch nicht reich? Bastel dir einen Picasso, den kannst du dann TEUER verkaufen.

My prices: 500 $ black and white print, 1000 $ colour print, 25 000 $ original drawing. Too expensive? Try to buy a Picasso for these prices! No chance!

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inktober. 21 DRAIN (trockenlegen, entwässern)

#inktober and  #inktober2018.

21 DRAIN (trockenlegen, entwässern)

Trockenlegen, Entwässern einer Landschaft.

…. oder eigentlich umgekehrt. Denn die trockene reliefartige Landschaft (Papiere, Pigmenteund Kleister auf Leinwand) habe ich digital in eine Überschwemmungslandschaft verwandelt.

Die folgende Landschaft ist schon fast vollständig entwässert. Sichtbar sind die Spuren der einstigen Bearbeitung der Felsen durch das strömende Wasser, und am Boden hält sich eine kleine Lache. Auch dies Pigmente und Kleister auf Leinwand, leicht digital verändert.

Das Thema ist unerschöpflich. Hier ein dritter Lösungsvorschlag, der das originale Fließen noch zeigt. Digital bearbeitet wird es zur Erinnerung.

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Ausflug nach Ramnous

Ja, noch einmal war ich in Ramnous, dem Heiligtum der Nemesis und der Dike (des Naturrechts und des gesetzten Rechts), das ich so gern besuche. Schau mal hier! und hier!

Diesmal wollte mein Sohn es sehen, und zusammen mit Hund Tito machten wir uns auf. Der Pfad vom Tempel bis zur Festung aus dem 5. vorschristlichen Jahrhundert ist steinig und abschüssig, aber die Anstrengung lohnt sich schon wegen des Blicks hintunter in die Schlucht, hinüber zu den verlassenen Häusern und in die Ferne, wo ein einsames Fischerboot vorüberzog.

Die Natur ist hier wie vor Tausenden von Jahren, kaum verändert. Wir rätselten, was das wohl für Bäume sein mochten? Sie hatten nadelige weiche Blätter, und der eine hatte Früchte ähnlich dem Wacholder.

Zwischen den Steinen blühten die ersten Herbstzeitlosen (oder Krokus?). Ich glaube, ich fand auch Exemplare der blühenden „Krakenarme“, die ich schon einmal an einem Wegrand entdeckt hatte (hier) und seither umsonst suchte.

Zur Feier des Tages dann ein Fischessen am Meer. Es war eine sehr fein schmeckende „gestreifte Meerbarbe“, die ein Angestellter der Taverne draußen zwischen den felsigen Inseln harpuniert hatte. Hier der filettierte Fisch „vorher“ und „nachher“.

Auf dem Rückweg dann ein Besuch beim „deutschen Soldatenfriedhof“, der streng und schön eingebettet im Penteli-Gebirge liegt. Mehr als 7000 Namen, eingemeißelt in Platten am Boden – die meisten von jungen Männern, viele grad mal 20 Jahre alt, oder auch 30 -, ein paar Frauennamen. Kaum hatten sie zu leben begonnen.

Ich berichtete schon mal ausführlicher davon (hier).

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Ausflug nach Faliron

Ich habe Besuch von meinem Sohn, und so fuhren wir heute ans Delta von Faliron im Süden von Athen, um uns das Kulturzentrum der Stavros-Niarchos-Stiftung anzusehen. Ich war schon einmal im Fühjahr dort und schrieb über das erstaunliche Werk, das dort entstanden ist, wo früher wilde wüste Verwahrlosung herrschte.  Gestern berichtete auch Julia vom Athenmosaik. Dort kannst du alles Wissenswerte nachlesen.

Heute also streiften wir erneut über das Gelände, tranken in einem Gartencafe frisch gepressten Orangensaft und wanderten über das Gelände, das sich vom schrägen Dach des Zentrums bis weit in die Ebene ausdehnt, bepflanzt mit hunderten alter Olivenbäume und mittelmeerischen Pflanzen.

Neu für mich war eine Skulpturengruppe der griechischen Künstlerin Sofia Vari, die den künstlichen Kanal begleitet, auf dem Kinder mit Paddelbooten unterwegs waren.

Neu war auch die breite, mit Bäumen bepflanzte Fußgängerbrücke, die jetzt einen einfachen Zugang zum Hafen erlaubt. Bei weniger diesigem Wetter kann man hinübersehen zu den Inseln Ägina, Angistri und Salamis und zu den Bergen der Peloponnes.

Ein Fotoshooting mit einem Hochzeitspaar konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Zum Schluss noch eine kleine Rätselfragen: Was ist das? Eine Einhilfe gibt es oben im Text.

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Inktober 20 Breakable (zerbrechlich)

#inktober and  #inktober2018.

20 BREAKABLE (zerbrechlich)

Alles, scheint mir, ist zerbrechlich. Aber manches zeigt uns seine Zerbrechlichkeit deutlicher als seine robusteren Zeitgenossen.

Nehmen wir dies Bild: die runde Vase mit dem Stechapfel – wie zart und zerbrechlich  wirkt sie angesichts der kräftigen Borke und der noch kräftigeren Palmstammschuppe.

Hier ist die Zeichnung gleich noch einmal in der originalen Fassung als Bleistiftzeichnung zu sehen, darunter der Nilgeist, zu dessen  Füßen ein vertrocknetes Feigenkaktusblatt eine Fuhre höchst zerbrechlicher Muschel- und Schneckenschalen transportiert. Oder ist das filigrane Stück Borke auf der dritten Zeichnung etwa doch noch zerbrechlicher?

Am Ende ist es eine Frage der Behandlung: auch das Zarteste kann lange und sicher bestehen, während das anscheinend Robuste, wenn man unachtsam mit ihm umgeht, in Stücke springen kann.

Zur Vertiefung noch ein Gedicht, das uns im Französischunterricht nahe gebracht wurde:

Le vase brisé

René-François Sully Prudhomme

Le vase où meurt cette verveine
D’un coup d’éventail fut fêlé ;
Le coup dut effleurer à peine :
Aucun bruit ne l’a révélé.

Mais la légère meurtrissure,
Mordant le cristal chaque jour,
D’une marche invisible et sûre
En a fait lentement le tour.

Son eau fraîche a fui goutte à goutte,
Le suc des fleurs s’est épuisé ;
Personne encore ne s’en doute ;
N’y touchez pas, il est brisé.

Souvent aussi la main qu’on aime,
Effleurant le coeur, le meurtrit ;
Puis le coeur se fend de lui-même,
La fleur de son amour périt ;

Toujours intact aux yeux du monde,
Il sent croître et pleurer tout bas
Sa blessure fine et profonde ;
Il est brisé, n’y touchez pas.

Meine etwas holprige Übersetzung:

Die angebrochene Vase
Die Vase, in der dies Eisenkraut welkt,
wurde durch den Schlag eines Fächers verletzt,
der Fächer hat sie kaum berührt:
kein Laut hat den Riss begleitet.
Doch die leichte Wunde,
die jeden Tag am Kristall nagt,
hat in unsichtbarem, sicherem Gang
seine Runde gemacht.
Ihr frisches Wasser ist Tropfen um Tropfen herausgesickert
der Saft der Blumen hat sich erschöpft,
noch ahnt es niemand:
sie ist zerbrochen, berührt sie nicht.
Oft ist es auch die Hand, die man liebt,
die das Herz streift und es verletzt,
wie von selbst entsteht im Herzen ein Riss,
die Blüte seiner Liebe welkt.
Intakt für das Auge der Welt,
fühlt es tief in sich die feine tiefe
Wunde wachsen und weinen.
Es ist zerbrochen, berührt es nicht.
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inctober, 19 SCORCHED (verbrannt, versengt)

#inktober and  #inktober2018.

19 SCORCHED (verbrannt, versengt)

Wir hatten schon roasted (gebraten), und nun scorched (verbrannt)? Das ist wohl eine Stufe mehr. Wenn das Lebendige durch Feuer zu poröser schwarzer Form wird, die zerfällt. Zu Kohle. Etwa so:

Hier handelt es sich um kleine Pinselzeichnungen mit Tusche, Aquarell und Einsprengseln anderer Malmittel wie Gouache und Ölpastell).

Ein Thema, das leider immer wieder aktuell ist, sind auch die angesengten oder ganz verbrannten Bäume. Einmal kam das Feuer sehr weit herunter zu uns und erreichte die großen Eichen beim Kloster Penteli (bei Athen).

Der verbrannte Berg lässt sich freilich auch farblich darstellen, wie hier in einem Bild, in dem ich Farbpigmente und allerlei Materialien benutzt habe: „Penteli verbrannt“ (das ganze Bild und Details. Bitte anklicken).

 

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inktober: BOTTLE (Flasche) – Nachtrag

#inktober and  #inktober2018.

Zum heutigen möchte ich gern noch ein Flaschenbild nachtragen – eine Tuschzeichnung, wie sie mir selten gelingt. Du siehst keine Flaschen? Dann denk an Tintenfässchen, die in der Seitenansicht fast quadratisch wirken…

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inktober: 18 BOTTLE (Flasche)

#inktober and  #inktober2018.

18 BOTTLE (Flasche)

Flaschen? O, oft und gern habe ich sie gezeichnet – ich täts auch gern

wieder,  sei es nun eine schlichte Plastikflasche wie auf den obigen Bleistiftzeichnungen, sei es eine ganze Ansammlung von Flaschen, wie auf den Kohlezeichnungen mit dem kubistischen Touch.

Gelegentlich habe ich die Kohlezeichnung mit Farbpigmenten und Kleister  weiterbearbeitet

oder mit Pastellkreiden auf Papier gezeichnet. (Das Bild ist gerahmt hinter Glas, daher die Spiegelungen im Foto)

Stillleben mit Flaschen und Obst. Pastell (c) Gerda Kazakou

 

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