Inktober: 24 Chop (hacken, abhacken, kürzen)

#inktober and  #inktober2018.

24 CHOP (abhacken, kürzen)

Auch dies kein angenehmes Wort – besonders, weil es in der saudischen Politik grad ein grausiges come-back hat. Wäre ich Märchenerzählerin wie Agnes, würde ich mich an die abgehackten Hacken und Zehen der Stiefschwestern von Aschenputtel halten. So aber bleibe ich bei den Realien. Tiere werden zerhackt. Und da finden sich unter meinen Arbeiten etliche, die mit solcherweise Abgehacktem zu tun haben:

a. Ziegenkopf.

Im Original handelt es sich um Aquarelle (mit Deckweiß). Oben die Originale, unten digital erzeugte Tuschzeichnungen. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

b. Widderkopf

Den abgehackten Widerkopf fand ich vor Jahren als Schmuck auf einem Zaun. Ich stahl ihn und habe ihn seither oft als Modell genutzt (Original Bleistiftzeichnung und digital erstellte Variante)

Hier die beiden letzten Zeichnungen,  die originale Bleistiftzeichnung oben, eine digital erzeugte Variante darunter.

c. Knochen

gefunden irgendwo beim Spazierengehen, unbekannt, um welches Tier es sich gehandelt hat. Vielleicht ein Rind. Die haltende Hand gibt das Größenmaß. In der Zeichnung habe ich den Knochen vervielfältigt und zu einem Danse macabre angeordnet. Oben das Original, darunter zwei digitale Bearbeitungen.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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17 Antworten zu Inktober: 24 Chop (hacken, abhacken, kürzen)

  1. juergenkuester schreibt:

    Liebe Gerda, eindrucksvoll!
    Und darüber, welche unterschiedlichen Wege man gehen kann, um sich die Dinge dieser Welt, die einen anspringen und die auch ganz schrecklich sein können, wie man sich das aneignen kann, darüber denke ich noch ein wenig nach,
    Liebe Grüße
    Juergen

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  2. vro jongliert schreibt:

    Wow! Beeindruckende Bilder hast du da.
    chop/hacken ist wirklich kein angenehmer Begriff.
    Liebe Grüße,
    Veronika

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  3. Ulli schreibt:

    Liebe Gerda,
    bei dem Wort „hacken“ denke ich spontan ans Holz, weniger an abgehackte Tierköpfe, aber du hast natürlich Recht, beim Schlachten werden die Köpfe abgetrennt. Eine eindrückliche Serie zeigst du uns. Nun denke ich noch darüber nach, ob der aufgespießte Ziegenkopf auf dem Zaun vielleicht als Schutz gedacht war?
    Als ich in Lappland gewesen bin fand ich ein wunderbares Rentiergeweih an einen Baum gelehnt, der nahe einem Häuschen stand, und nahm es mit. Erst später überlegte ich, ob es dort vielleicht absichtlich hingestellt wurde …
    herzliche Grüße
    Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Ulli, das Wort „chop“ hat bei mir andere Assoziationen ausgelöst als das Wort hacken. Aber du hast recht, Holz hacken ist auch im Englischen chop – ich habs eben nachgesehen. Vielleicht ist es der Wortklang, dies „Tschopp“, Kopp app mit einem zischendem Laut wie mit einem Schwerthieb, der mich weniger an Holz als an einen Hals denken ließ. Und es sind eben auch die Nachrichten, die mich beschäftigen: der Tod des Journalisten Kasogghi, und die Köpfungen in Saudi Arabien und durch den IS. Ich habe das Grauen darüber auf das bereits Tote aus dem Tierreich abgeleitet.

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      • Ulli schreibt:

        Ja, es ist ein Grauen in der Welt, immer wieder! Mir ist vieles so fremd, so unverständlich. Ich kann deine Assoziationskette gut nachvollziehen!
        Da ich nun aber fast täglich wieder Anmachholz spalte, damit die Stube wohlig warm wird, hatte ich gleich die Holzhackerei im Kopf.
        ich grüße dich von Herzen, liebe Gerda, Ulli

        Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Eine gute Assoziation. Bei Holzhacken denke ich hingegen an den Hackklotz zu Hause, auf dem der Hahn geköpft wurde, um uns als Speise zu dienen. Dafür wurde der Nachbar gerufen, und wir Kinder versteckten uns im Zimmer und hielten uns die Ohren zu, um den Protest des Tieres nicht zu hören. Schlimmer noch war natürlich das Schlachten der Kaninchen. Der Hackklotz war ein Baumstumpf, auf dem auch das Holz gehackt wurde.

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      • Ulli schreibt:

        Mein Onkel schlachtete die Kaninchen und Hühner auch immer so, dass wir Kinder nichts mitbekamen. Wir aßen die Tiere somit gerne am Sonntag! Mein Bruder hingegen kann bis heute kein Huhn essen, weil er einmal eins ohne Kopf über den Hof flattern sah.
        Wie nah uns doch noch Leben und Sterben gewesen ist, so anders als heute, wo die Hühner in Plastik verschweißt in den Kühltruhen lagern … die ich nun wiederum nicht esse.
        Solch einen Baumstumpf habe ich auch als Hackklotz, den hat mir der Liebste vorbeigebracht, weil der vorhandene definitiv zu hoch für mich gewesen ist. Aber eben, hier wird nur Holz gehackt …

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    • www.wortbehagen.de schreibt:

      und ih esse bis heute kein Kaninchen…
      Ich glaube, ich habe es mal geschrieben, keine gute Erinnerung

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      • Ulli schreibt:

        ich habe schon ewig kein Kaninchen mehr gegessen, würde es aber sofort wieder tun, daran habe ich keine schlechten Erinnerungen. Beim Schlachten kommt es ja auch immer darauf an wer es macht und in welcher Haltung.

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      • www.wortbehagen.de schreibt:

        ich hatte einen kleinen Freund, er hieß Kasimir, er wurde geschlachtet, weil er halt schlachtreif geworden war in den Augen meines Opas und ich sah nur noch ein totes, geschlachtetes Tier am Draht zum Ausbluten. Sein Fellkleid hing daneben…
        Ich schloß mich für Stunden im Keller ein und immer wenn ich daran denke, auch heute noch, beginne ich zu weinen…

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  4. Raffa´s Welt schreibt:

    Danke Gerda,
    insbesondere deine hier gezeigten Knochen haben für mich eine besondere Essenz,
    welche mich tief abgeholt hat. Vielleicht kann ich sagen, daß sie mich ins Mark getroffen haben…
    Obwohl ich diese Essenz derzeit gar nicht mit Worten beschreiben kann.

    Danke für deinen Blick samt der Essenz,
    Raffa.

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  5. kowkla123 schreibt:

    zu Hause ist es doch auch schön, ich mache es mir gemütlich.

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  6. Sehr kreativ und fantasievoll!

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  7. www.wortbehagen.de schreibt:

    ich dachte spontan an *einen Kopf kürzer machen*, was ja nichts anderes heißt, als jemanden köpfen zu wollen, wobei es heute bei uns GottseiDank nur noch eine Redensart ist (hoffe ich wenigstens sehr) aus einer fernen Zeit, wobei diese Zeiten wohl doch nicht so fern liegen, wie ich es gerne hätte…
    Dein Ziegenbock sieht gruselig aus, liebe Gerda, doch wenn man am Ende der Bearbeitung genau hinsieht, ist da ein dunkler Engel im lichten Ziegenschädel
    Der Widderkopf dagegen ist für mich einfach wunderschön und Deine Knochenzeichnung ist immer noch so wundervoll, wie ich sie in Erinnerung hatte

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  8. gkazakou schreibt:

    Herzlichen Dank für deine Worte, liebe Bruni.

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