Tagtägliche Zeichnung: Herbstlaub, Kristalleule

Vom heutigen Spaziergang brachte ich ein paar neue abgefallene Blätter mit. Es sind recht filigrane Geschöpfe. Um ihre kristalline Struktur zu unterstreichen, stellte ich eine Kristalleule dazu und zeichnete einige mit Bleistift in meinen Block 35×50 cm.

Wie immer habe ich ein bisschen mit dem fotoshop rumgespielt und ein paar Varianten geschaffen.

 

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Erstarrte Form.

Joachim Schlichting fragte im Kommentar zur vorgestrigen Zeichnung:  „Warum faszinieren uns vertrocknende Blätter? Gezeichnet noch mehr als fotografiert. Sehen wir darin mehr als es ist: ein Zerfall in anorganische Bestandteile?“

Ich freute mich über diese Frage, denn nun konnte ich doch einmal erklären, was mich an dem Thema grad fasziniert: Die Form, die sie sterbend annehmen. Sie rollen sich ein und erstarren. Das gelbe Blatt rollte sich vollkommen ein, das grüne blieb auf halbem Weg stehen und das rötlich-grüne bog nur die Ränder auf und erstarrte in dieser Gebärde. Die Blätter sind nun Skulpturen, sehr leicht und fest trotz ihrer anscheinenden Fragilität.

Hier eine Bearbeitung, die die Bewegung des Einfaltens verdeutlicht.

Als ich sie gestern Nacht zeichnete, setzte ich eine Muschel dazu, denn mir schien fast, das gelbe Blatt (zwei Mal gezeichnet) ahme eine Muschelform nach. Die Muschel wurde durch das lebende Tier abgeschieden, daher ist ihre Form perfekt. Das Blatt aber stirbt, ihm fehlt die formende Kraft, und so kann es sich nur zusammenziehen und einrollen gemäß den im Leben gebildeten Strukturen.  Ich setzte dann noch einen Zapfen dazu. Die einst perfekte Form, die wie die der Muschel der Fibunacci-Spirale folgt, ist nun aufgebochen und kaum noch erkenntlich. Sie ist im Aufblättern erstarrt und hart geworden.

Hier noch mal zwei Bearbeitungen, die die „Skelette“ der Objekte hervorheben.

 

 

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Tagtägliche Zeichnung: Mit Blättern, Booten und Eule

Heute: die drei vertrockneten Blätter des Feigenbaums, zwei künstliche Rosen, ein aufgebocktes Boot, ein anderes zieht in der Ferne vorbei. Im Zentrum die Eule.

Und zwei Bearbeitungen:

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Red skies over Athens

Um 17 Uhr schaute ich aus dem Fenster und sah, dass das gegenüberliegende Haus von der untergehenden Sonne wie rot angemalt war. Ich eilte auf den Balkon und schaute nach Westen, zurück nach Osten, nach oben…. Es lohnte sich.

 

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Tagtägliche Zeichnung: Vertrocknete Feigenblätter

Verschrumpelt und löchrig sind sie geworden und kaum noch geeignet, Blößen zu bedecken: die Feigenblätter, die ich vor einigen Tagen vom Baum pflückte. Nun habe ich sie gezeichnet.

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Cafe Aman Istanbul: „Von Konstantinopel komme ich her“

Nicht, dass du meinst, ich ginge jeden zweiten Tag in das Megaro Mousikis – nein, durchaus nicht! Aber ich war gestern schon wieder da. Die Szenerie war freilich eine vollkommen andere als am Sonntag. Eine riesige Leinwand bedeckte die Orgel, davor, winzig von meinem Platz in der letzten Reihe des obersten Rangs, die Pulte für acht Musiker eines Rembetika-Ensembles, auch für zwei Sänger. Auf der vorderen Bühne vier Tavernentische und zehn Stühle, auf denen sechs Tänzerinnen und vier Tänzer von der Insel Kos Platz nehmen würden. (Zur Insel Kos findest du hier ein paar Informationen.)  Wenn du das Bild anklickst, kannst du sehen, was ich hier grad beschreibe. Gesponsert wurde die Veranstaltung – und das ist schon bemerkenswert in den heutigen Zeiten – gemeinsam vom Ökumenischen Partriarchat von Konstantinopel, vom Pankosmischen Verband der Konstantinopoliten, von den Turkish Airlines und den Freunden des Megaro Mousikis.

Das Haus mit seinen fast 2000 Sitzplätzen füllte sich wieder bis auf den letzten Platz. Viele waren mit Bussen angereist – die Busse standen nun aufgereiht vor dem imposanten Bau des Megaro, der 1991 seine Tore erstmals öffnete und dessen hervorragende Akkustik dem Österreicher Heinrich Keilholz zu verdanken ist.

 

In den zahlreichen „Cafe Aman“ von Istanbul trafen sich zur Zeit des Osmanischen Reichs (19. und Anfang des 20. Jahrhunderts) griechische und türkische Musiker, es wurde improvisiert, gesungen, getanzt, Wasserpfeifen und Haschisch wurden herumgereicht, und es entstand eine Tradition, die sich Rembetika nannte, vielleicht nach dem Wort remvaso, tagträumen.

Die Gruppe „Cafe Aman Istanbul“ wurde 2009 von Stelios Berberis (Gesang) und Pelin Suer (Gesang) in Istanbul gegründet. Die Instrumente: Geige (Manolis Kottoros), Bouzouki, Oud und Tsoumpous (Giorgos Marinakis), Akkordeon (Aydin Tsiratskioglu), Gitarre (Bora Tseliker), Schlagzeug (Osan Sakir Uygan und Andreas Papas), Kontrabass (Giorgos Ventouris), Kanonaki oder Psalter (Mert Demirtzioglu). Ziel der Gruppe ist, die einmalige Musikkultur des kleinasiatischen Raums, die sich über lange Zeiträume hin entwickelte, als noch Menschen und Stile vieler Volksgruppen dort gemeinsam existierten und sich gegenseitig befruchteten, zu studieren und weiterzugeben. Lebendig und zugleich schwer nostalgisch der Musikeindruck, auch die Bilder – Postkarten, Daguerrotypien und Gemälde -, die auf die große Leinwand projiziert wurden. Eine untergegangene Welt, aber in den Herzen der Menschen lebendig, wie sich zeigte, als sich aus dem riesigen Rund des Megaro viele Stimmen erhoben, die griechischen und türkischen Texte mitsangen, und sicher am liebsten auf die Füße gesprungen wären, um mitzutanzen.

 

Du fragst dich vielleicht, was die Menschen sich erhofften, dass sie weder Kosten noch Mühe scheuten, um die Guppe aus Istanbul zu erleben? Die meisten stammten wohl durch Eltern und Großeltern aus Kleinasien, aus Konstantinopel und Smyrna (Istanbul und Izmir). 1923 aus Kleinasien vertrieben bzw ausgetauscht, dann durch Progrome auch aus Istanbul vertrieben, bleiben sie ihrer alten Heimat und der griechisch-türkischen Mischkultur der Städte doch eng verbunden.

Mitschneiden konnte ich gestern nicht, leider kann ich also auch nicht die hervorragende Tanzgruppe aus Kos zeigen, die mich begeisterte: wie schon bei den Skulpturen der alten Griechen hat man das Gefühl, dass der Boden nur berührt wird, um abzuheben und in der Luft zu tanzen.  Im Netz gibt es ein paar Einträge mit Veröffentlichungen der Gruppe, zB hier und bei fb.  Wer den Film Zimt und Koreander  gesehen hat,  versteht die Faszination dieser vergangenen Welt ein wenig besser. Im griechischen Original heißt der Film übrigens „Politiki Kouzina“ – ein Wortspiel, denn politiki bedeutet sowohl „politisch“ als auch „aus Konstantinopel“, von der Griechen einfach als „Polis“ – Stadt – sprechen. Auch die umwohnenden Türken und Kurden taten das, denn das Wort Istanbul ist eine Verballhornung von Is-tin-Poli („hinein in die Stadt“). Mich hat die Veranstaltung mit ihrer zutiefst versöhnlichen message glücklich gemacht.

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Im Megaro Mousikis – Athen

Das Megaro Mousikis – das „große Musikhaus“, Philharmonie von Athen – , endlich war ich mal wieder dort und habe ein herrliches Konzert anhören dürfen, vom Nationalorchester Russlands unter Michail Pletniov, mit Nikolai Lugansky als Solist im Klavierkonzert No. 3 von Rachmaninov und zwei Orchestersuiten von Glasunov und Prokofiev. Die Musik kann ich leider nicht mit euch teilen – wie gern täte ich es! Doch die im Netz verfügbaren Aufführungen entsprechen keinesfalls meinem lebendigen Eindruck. (Nachtrag: Ich fand eben ein Video, wo der Pianist Lugansky das 3. Klavierkonzert von Rachmaninov analysiert: https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwiynNTU-ePeAhUO3KQKHU17CzIQwqsBMAJ6BAgEEAQ&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DC6r-OvcNN14&usg=AOvVaw3l3_sA-IabgfKnnVVYfuDi).

Teilen aber kann ich ein paar Bilder vom Raum und vom Dekor.
Hier erst mal Teil-Ansichten vom Inneren: Anordnung der Ränge, Orgel und Akkustik.

 

Die gewaltige Orgel ist ein Werk von Johannes Klais Orgelbau, Bonn. Mit dem Bau wurde 1990 begonnen. Dann, im Sommer 1993, wurde sie in dreimonatiger Arbeit von einer Gruppe deutscher Spezialisten an ihrem heutigen Platz eingebaut und die bisher nicht aufführbaren großen Orgelwerke dem griechischen Publikum zugänglich gemacht. Das Einweihungskonzert fand am 23. Dezember 1993 statt. Die Orgel hat, bitte schön, eine Breite von 4.93 m und verfügt über 6.080 Orgelpfeifen! (Technische Einzelheiten im obigen link).

In der Eingangshalle des Megaro ist dieser Tage ein Extra-Haus für Karagiosis zu sehen: Karagiosis ist die unsterbliche Hauptfigur des Schattentheaters, das aus dem Osmanischen Reich stammt und bis heute Kinder (und mich!) in seinen Bann zieht. Ganz passend dazu dann im ersten Stock ein riesenhaftes Wandgemälde, von dem ich hier ein paar Ausschnitte zeige. Es erinnert stark an Chagall – doch von wem ist es? Ich weiß es leider nicht.  Anklicken = Vergrößern.

 

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Tagtägliche Zeichnung: Geschirr-Ensemble

Da sind sie nun wieder, zwei der Kannen, das Kännchen Max, auch die Gläser und die Duftlampe, nun aber nicht mehr als Individuen, sondern als Ensemble und Schnittgrößen. Und um ihren Verlust an Individualität zu kompensieren, habe ich sie gleich mehrfach abgekupfert, mal von rechts, mal von links und auch von vorn. Das sollte sie wohl trösten.

Hier habe ich ein paar der Schnittmengen und Leerräume schraffiert.

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Griechische Kunst am Sonntag: Weiße Lekythen

Im Nationalen Archäologischen Museum läuft eine kleine Ausstellung, die ich mir ansehen möchte: der Kunstprofessor Giorgos Kefallinos und seine Studenten Louisa Montesantou, Giorgos Varlamos und Nikos Damianakis haben 1953 mehrere Monate damit verbracht, die Bilder von zehn weißen Lekythen abzumalen. Diese Zeichnungen wurden nun in einem Kunstband veröffentlicht und können in einer Ausstellung im Nationalmuseum betrachtet werden.

Was hat es mit den weißen Lekythen auf sich? Ich zitiere aus der Ankündigung des Museums (meine Übersetzung):

Eine besondere Kategorie der Totengefäße, die durch ihre ätherischen Darstellungen  auffallen, sind die attischen weißen Lekythen. Sie tauchen um 470 v. Chr. herum auf und werden nach 400 v. Chr. nicht mehr hergestellt. Die Maler der weißen Lekythen wenden die Errungenschaften der großen Malerei  an und schaffen dadurch Bilder einmaliger Schönheit und Szenen von suggestiver Kraft.

Oben siehst du ein Beispiel, das ich im Museum des antiken Friedhofs Kerameikos fotografiert habe. Außerdem habe ich kürzlich zwei Aufnahmen im Nationalmuseum gemacht, die einen kleinen Eindruck von dieser besonderen Malerei geben können.

Wenn du mehr und professionell Fotografiertes sehen möchtest: folge dem Link des  Nationalen Archäologischen Museums, das exquisite Darstellungen der weißen Lekythen unter dem Titel „Über dem Bild schwebt der Abschied“ zeigt.

ΠΑΝΩ ΑΠΟ ΤΗΝ ΕΙΚΟΝΑ ΠΛΑΝΙΕΤΑΙ Ο ΧΩΡΙΣΜΟΣ: ΛΕΥΚΕΣ ΛΗΚΥΘΟΙ ΣΤΟ ΕΘΝΙΚΟ ΑΡΧΑΙΟΛΟΓΙΚΟ ΜΟΥΣΕΙΟ

Ich wünsche einen geruhsamen Sonntag! Vielleicht schneit es heute bei uns. Noch nieselt es aus grauem Himmel und ich habe mich eingeigelt. Von der Ausstellung werde ich berichten, sobald ich sie gesehen habe.

 

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Slow motion: Schilf

Ein wenig Geduld! Am Anfang läuft das Video normal, dann verlangsamt sich die Bewegung.

 

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Dieses Video existiert nicht
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