Skizzen vom Gebirge (tägliches Zeichnen)

Heute habe ich mich vor einem Kirchlein auf einen der dort großzügigerweise gestapelten Plastiksessel gesetzt, mit Blick aufs Gebirge. Man sieht zwei Abschnitte: zum einen die Gipfel des erneut dick beschneiten Hochgebirges (es handelt sich um den Taygetos), zum anderen das teils grüne, teils kahle Vorgebirge, das sich zum Meer hin senkt. Den Ausschnitt mit dem Schneegebirge habe ich schon einmal zu skizzieren versucht. Die Ergebnisse  findest du hier.

Das Schneegebirge ist auch heute mein erstes Motiv.

Dann wende ich mich dem Vorgebirge mit seinen vom Abendlicht beschienenen Hängen zu. Ich zeichne sie zwei Mal. Bei der ersten Skizze nehme ich einen Teil des Vordergrunes mit hinein…

bei der zweiten konzentriere ich mich auf einen kleinen Bereich, wo sich zwei Gipfellinien schneiden und ein dritter Gipfel im Schatten versinkt.

Wie beim letzten Mal habe ich zu Hause ein wenig mit Überblendungen gespielt. Ein Beispiel mag genügen: die obige Gipfelstudie digital bearbeitet und mit dem entsprechenden Fotoausschnitt überblendet.

 

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Dora zum FünfzehntenDritten: Sich etwas vorstellen

Heute las ich bei Stefan Kraus ein Gedicht, das ihm sein noch junger Onkel zum ersten Lebensjahr schenkte, und darin die Zeile: „das eigene Sein in Banden gefangen der Mächte, die selbst du aus Träumen schufst.“ Ich las auch Stefans Gedanken dazu, hörte seine Musik, und mir kam das Gedicht von Konstantin Kavafis „Ithaka“ in den Sinn, darin die Zeilen „Den Laistrygonen und den Zyklopen, / dem wilden Poseidon wirst du nicht begegnen, / wenn du sie nicht in deiner Seele trägst, / wenn deine Seele sie nicht vor dich hinstellt.“ Diese Zeilen haben mich lange beschäftigt und tun es bis heute. Im Jahr 2016 machte ich dazu einen Eintrag, der mir außerordentlich aktuell vorkommt.

Ithaka revisted (Gedankenformen)

Die „Mächte, die ich selbst aus Träumen schuf“ heißen bei Kavafis Laistrygonen und Zyklopen, bei mir „moderne Medizinmänner und Medizinfrauen“….Sie jonglieren mit Welten aus genetischem Material, sie tragen allerlei Bakterienkram in ihrem durchstrahlten Brustraum und Gepäck und produzieren im Nu aus Sperma und Eizelle einen rennenden Homunkulus (weiblich). Wie sie es machen? Na, indem „meine Seele es vor mich hinstellt“.

Tja, aus Gedankenkraft entsteht Wirklichkeit, dachte ich. Und schwupps! war sie da.

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Ich schloss meine damaligen Überlegungen ab mit dem Satz:

Wenn es so leicht ist: warum erschaffe ich, warum erschaffen wir nicht eine Welt des Friedens und der Liebe?

Heute schaute ich diesen Eintrag und die Kommentare dazu an. Ulli Gau schrieb damals: „…weil es einfach ist, weil wir Schöpferinnen und Schöpfer sind, weil jede und jeder kreieren kann und darf und soll – aber ach … eben … alle … herrjeh … das sind sie, die Ritter der Unersättlichkeiten, der Eroberungs- und Unterdrückungswut … nehmen wir ihnen ihre Energie, senden wir unsere – alles, was in die Welt kommt, wird nie mehr vergehen, bereit für den zig-fachen Wandel- füttern wir die Liebe und den Frieden!“

Wie prophetisch war das alles.  Sind wir schuld, weil wir nicht entschlossen genug an einer Welt der Liebe und des Friedens gebaut haben? Nicht einmal in unseren Gedanken? Stattdessen wurde wahr, was ich in wüsten Träumen mir erdachte…

„He!“ schreit Dora. „Was treibst du da gerade? Wenn du eine Welt der Liebe und des Friedens bauen willst, dann fang gefälligst JETZT an! Wie wäre es, wenn du mal positive „Gedankenformen“ in die Welt setzt? Das wäre jedenfalls hilfreicher, als sich mit deinen Schreckgespenstern zu befassen.“

„Und woran hast du gedacht, kleine Dora?“, frage ich zaghaft zurück.

„Na, lass doch deine beiden Gegner – ich meine diese Russen und Ukrainer – mal zusammen friedlich Fußball spielen ….

Und

wenn sie genug gespielt haben, könnten sie sich zusammen in die Frühlingswiese setzen und meinetwegen nach Schmetterlingen haschen.“

 

 

 

 

 

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Impulswerkstatt Bild No 4: Feuer

Dies ist mein dritter Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt.

Gleich werde ich den Kamin anzünden wie jeden Winterabend. Dann sitze ich davor und betrachte die Flammen, ihr unruhiges flackerndes Spiel. Die Wärme tut mir gut, sie ist anders als die der Zentralheizung. Auch wirkt das Feuer als estia (Herd, Punkt, um den sich Menschen und Ereignisse konzentrieren): sind mehrere Menschen im Raum, zieht es sie zum Feuer.

Die Hestia war den Griechen eine der zwölf Olympischen Gottheiten. In Rom hieß sie Vesta. Das Feuer durfte nicht ausgehen, denn es war schwer, es wieder zu entfachen. In den Kirchen, aber auch an den häuslichen Altären brennt bis heute ein Öllämpchen, das nicht ausgehen darf. Die „ewige Flamme“ hält die Erinnerung wach, stellt ein gefährdetes Kontinuum her zwischen jetzt und früher. Das Osterlicht wird jährlich aus Jerusalems Grabkirche herangebracht, um die erloschenen Kerzen der Christenheit erneut zu entzünden.

Heute ist es leicht, Feuer zu machen. Ich benutze nicht nur Späne, Piniennadeln und alte Zeitungen, sondern auch Streichhölzer und Anmachhelfer : weiße Kunststoffkuben, mit leicht entzündlichem Sprit durchtränkt.  Im Nu habe ich eine ausreichende „estia“, auf die ich dann gröbere Holzstücke legen kann.

Da sitze ich also und starre in die Flammen. Und denke: ist Feuer ein Element wie die anderen? Wie Wasser, Erde, Luft und vielleicht auch Holz? Es ist so anders! So unfassbar! Es besteht nur im Prozess der Umwandlung, nicht für sich selbst. Es wandelt Holz und Wachs oder andere brennbare Substanzen um in Licht und Wärme. Und während es das tut, existiert es als Flamme, als züngelnde, flackernde Erscheinung, die verzehrt, was als brennbare Substanz in ihre Reichweite kommt, und dann …. erlischt.  Sie hört auf zu sein. Bis sie wieder entfacht wird.

Licht und Wärme bringt mir das Feuer des Kamins, und damit eben das, was mir die Sonne bei Tage bringt. Und doch ist es ganz anders, fühlt sich anders an. Rötlich, violett, bläulich, gelb je nach Art des Verbrannten ist die ruhelose flackernde Flamme,  die so gar nicht dem vertrauten hellen Sonnenlicht gleicht. Schatten huschen über die Wände, über die  Gesichter der Menschen, hier glänzt ein Auge auf, dort sinkt ein Gesicht ins Dunkel. Die Menschen sprechen leise, sie erzählen Geschichten. Pausen treten ein, die niemand unterbricht, es drängt ja nicht. Man hat Zeit. Das Feuer brennt, es züngeln die Flammen, sie reden – oder spricht das Holz, das verbrennt? Ab und an legt man ein Stück Holz nach, schiebt die glühenden Stücke mit der Zange zusammen, klopft Funken aus dem Holz, wenn die Flammen erlöschen wollen. Und schaut zu, wie sie immer neu entstehen, indem sie das Holz fressen.

Und merkwürdig: Die unruhige flackernde Flamme beruhigt mein Inneres, ich entspanne mich. Mein Denken wir langsamer, geht mehr in die Tiefe, anstatt  wie wenn ich dem elektrischen Licht ausgesetzt bin, an der Oberfläche hinzuflackern.

 

 

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Dora zum VierzehntenDritten: Wetteraufhellung

Am Hafen von Kalamata. Ich schaue nach Westen, von wo sich Regensäulen bedenklich nähern.

„Ich werde das Wetter mal ein bisschen aufhellen!“ schreit Dora, springt auf den Bugsprit eines Seglers und lässt ihre Latüchte leuchten.

 

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Themenwort bei Wortman: Zauber (Zitronen im Schnee)

Zauberhaftes bei Wortman

Zitronen im Schnee – verzauberte Welt.

Meine anderen Zauberbilder sind Zeichnungen und Legearbeiten. Wer Lust hat zu schauen, hier ein paar Beispiele:

Zeichnungen: Zaubertricks, Zauberhand

Legearbeiten: Feuerzauber,  zauberhaft

und der Teufel, der im Olivenbaum festgezaubert istund nicht mehr rauskann:

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Dora zum DreizehntenDritten: Fresie

Heute ging ich fröstelnd im Garten herum. Kalt ist es geworden, und wenn die Sonne von Wolken bedeckt ist, ziemlich ungemütlich. Ich kam auch an Titos Grab vorbei. Es gibt dort ein paar Blumentöpfe mit Alpenveilchen, allerlei  Kraut … und eine Fresie. Sie hat sich selbst auf dem Grab angesiedelt und verbreitet nun ihren Wohlgeruch.

„Die sieht ganz verfroren aus,“ befand Dora. „Ich glaub, ich muss sie ein bisschen wärmen!“ Und schon stand sie auf meinem kleinen Finger und hielt ihre Latüchte ins rosa Geblühe. Tüchtige liebenswerte dumme Dora! Immer will sie schenken! Sie glaubt, ohne sie geht es nicht. Dabei kann die Fresie ganz gut auch ohne ihre Fürsorge auskommen.

Oder vielleicht doch nicht?

 

 

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Ljuba und Andriy: ein ukrainisches Märchen (abc-etüde)

Dieses Märchen fiel mir heute morgen beim Aufwachen ein.  Es ist mein vierter Beitrag zu Christianes abc-Etüden.

Interpretationshilfe: Ljuba = Donbas, Andriy = West-Ukraine

abc.etüden 2022 10+11 | 365tageasatzaday

Ljuba war ein nettes kleines Mädchen, das gern auf den blühenden Wiesen ihrer Heimat spielte. Es war genügsam und fleißig. Als ihr Vater starb, wurde sie mit Andriy, einem entfernten Vetter, verheiratet. Man führte sie an einen Altar und ließ sie schwören „Bis dass der Tod uns scheidet“.

Für Ljuba begann eine harte Zeit. Andriy schlug sie bei jeder Gelegenheit, demütigte und vernachlässigte sie. Sie musste in der Fabrik arbeiten und ihren Lohn bei Andriy abliefern. Für sie selbst blieb nur das Kraut im Garten und ab und zu ein Ei von der Henne.

Den Andriy, der ein rauer ungehobelter Geselle war, verlangte es nach Höherem. Er suchte die Gesellschaft der Herren, die mit Frack und Zylinder in feinen Kaleschen vor den städtischen Clubs vorfuhren. Andriy schmiss sich an sie ran und erbot sich zu allerlei Dienstleistungen. Doch es nagte ihm eine Wut an der Leber, denn er fühlte, dass sie ihn für einen Lakaien und nicht für Ihresgleichen hielten. Kam er betrunken nach Haus, beschimpfte er Ljuba und zwang sie, die Beine breit zu machen, damit er sich Entlastung verschaffte.

Ljuba litt. Sie wollte heim zu ihrer Mutter. „Ehe ich dich gehen lasse, schlage ich dich tot!“ schrie Andriy. „Aber warum? Du liebst mich nicht, hast mich nie geliebt. Lass mich gehen!“ flehte Ljuba. Doch nichts half. Sie war sein Besitz, basta. Er konnte mit ihr tun, was er wollte.

Da schrieb sie an ihre Verwandten: „Kommt, holt mich hier raus!“ Und sie kamen und forderten, Ljuba freizugeben. Doch Andriy holte seine neuen Freunde aus den Clubs. Die stellten sich breitbeinig hin und drohten: „Wenn ihr Ljuba mitnehmt, bekommt ihr es mit uns zu tun. Ljuba gehört dem Andriy. Bis dass der Tod sie scheidet“. Und  ihr Mund unter ihren Zylindern verzog sich zu einem feinen bösen Lächeln.

298 Wörter

 

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Steinwüste und Abendmeer (mit Dora)

Dora quengelt, wenn ich zu faul bin, um rauszugehen. Sie ist da durchaus einem Hund zu vergleichen. Tito kannte auch kein Erbarmen. Es ist ein Glück, solche Quengler zu haben. Denn egal wie das Wetter ist: Strand, Himmel und Meer bringen mich immer zurück zu mir selbst.

Die Strubbelköpfe der Tamarisken vor der Umzäunung eines Stradcafes gleichen meinen eigenen Strubbelkopf, und meine Stimmung hebt sich, wenn ich Dora auf dem höchsten Gipfelpunkt des Baumes herumtanzen sehe, als wäre es eine Flachlandwiese.

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Erweiterung des Debattenraums: Eugen Drewermann zu Krieg und Frieden, Corona, Aus- und Abgrenzung, Angst und Selbstbestimmung, Tierleid, Strafrecht u.a.

Unter den vielen Stimmen, die sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu den drängenden Gegenwartsthemen  äußern, ist der Theologe, Pazifist und Psychotherapeut Eugen Drewermann ein Leuchtturm. Ihn anzuhören tut mir einfach nur gut, denn aus ihm sprechen Vernunft, Maß und ein zutiefst christliches Menschenbild. Hier äußert er sich ausführlich und faktenreich zu den harten Vorwürfen, die gegen ihn vorgebracht wurden.

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Dora zum ZwölftenDritten: Kuscheln mit Katzen

Kalt und ungemütlich ist es. Selbst Dora drängt nicht auf größere Spaziergänge. Ihr reicht es, wenn wir ein bisschen im Garten rumschlendern und zu den Bergen hinüberschauen, deren beschneite Gipfel zwischen dem Grau der Wolken auftauchen. Dann tauchen auch Prinkipessa und Nabucco auf, im Doppelpack oder allein, und schauen uns mit großen Augen an.  In der Regel haben sie damit Erfolg. Wir eilen, sie zu bedienen.

Mich beäugt Nabucco immer noch sehr misstrauisch, aber Prinkipessa kümmert sich nicht um mich, sofern ich gebürlichen Abstand halte. Dora ist von beiden akzeptiert, zumal sie ihnen nicht nur Wärme und Licht, sondern auch einen Extrahappen aus ihrer goldenen Geschenkschachtel spendiert.

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