Montags ist Fototermin: roter Mohn im Licht und im Schatten, Bildausschnitt

Noch ist der Mohn selten, aber gelegentlich findet er sich schon zwischen den roten Anemonen.

Als ich eine Mohnblüte treffe, möchte ich sie gern fotografieren. Aber wie? Im Licht oder im Schatten? Sehr oft schon habe ich die Ergebnisse enttäuschend gefunden, wenn ich eine starke Farbe im Licht fotografierte. Im Schatten gibt es differenziertere Farbtöne und Formenreichtum.  Das volle Licht macht platt, und es bleicht aus. Andererseits … Links in der Sonne, rechts in meinem Schatten.

Ein anderes Thema, das wohl jeden Fotografen gelegentlich plagt, ist der Bildausschnitt. Oben habe ich die Blüte ins Zentrum gesetzt. Im Originalfoto gebe ich dem Stiel, den Blättern und der Wiese mehr Raum. Links ist mein Schatten an den Rand gerückt, rechts fällt er über die Blume. Es handelt sich immer um dieselbe Mohnblüte.

Welchen Bildausschnitt ich wähle, ist hier zum Glück nur ein ästhetisches Problem. Im Zeitgeschehen ist es ein Problem von Krieg und Frieden.

Mehr dazu schrieb ich hier:

Dora zum VierundzwanzigstenZweiten: Mohn und der Krieg

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Dora zum ZwanzigstenDritten: Kloster in den Bergen

Heute waren wir zu Dritt in unserem Zentraldorf in den Bergen, um Nahrungsmittelspenden bei der dortigen Sammelstelle für Ukraineflüchtlinge abzuliefern. Bei der Gelegenheit sah ich auch die Räume des Kulturvereins und war beeindruckt. Freiwillige haben dort eine gut bestellte und geordnete Leihbibliothek aufgebaut, die Bücher müssen in die Hunderte gehen, es gibt auch angenehme Sitzecken zum Dort-Lesen. Dabei ist es wirklich nur ein Bauerndorf fern vom umtriebigen Meer.

Vorher waren wir wandern. Eisig blies es von den Bergen herab, die immer noch verschneit sind. Wir schritten schnell aus, um ein kleines Frauenkloster zu erreichen.

Das Kloster war festlich mit Fähnchen geschmückt. Am Freitag ist sein Feiertag, da werden dann viele Menschen dort vorfahren und an der Liturgie teilnehmen. Vor allem aber werden sie sich treffen wollen, um ein Schwätzchen zu halten, nach den Verwandten zu fragen und das Weltgeschehen zu erörtern.

Dora ist schon da, als wir am Tor ankommen. Das wird nur von einem dicken Strick zusammengehalten,  und so treten wir …

auf den Vorplatz. Weiter kommen wir nicht, denn das eigentliche Kloster ist vergittert und verschlossen. Dora schlüpft durchs Gitter und macht eine Inspektionsrunde. „Niemand hier!“ schreit sie vom Balkon vor den Zellen herunter. „Wollt ihr nicht auch reinkommen?“ Wir würden ja vielleicht wollen, aber für uns ist das Vorhängeschloss am vergitterten Eingang ein ernstes Hindernis.

Stattdessen betrachten wir die Grabplatte der letzten Bewohnerin dieses Klosters. „Kaliniki, Nonne, entschlafen am 24.2.2014“ ist in die marmorne Platte eingraviert. Kaliniki – der gute Sieg. Seither lebt niemand mehr hier.

Als ich mich noch einmal nach dem Kloster umdrehe, sehe ich Dora mit ihrem Lämpchen gegen die wachsende Finsternis anleuchten. Hübsch sieht das aus, auch wenn es nicht viel bringt. Das Leben kann sie dem Kloster nicht zurückgeben.

 

 

 

 

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Kalamata: Blüten, Stämme und eine Hafenskizze (kleine Beobachtungen)

Unterwegs nach Kalamata machten wir beim Bäcker halt. Ich nutzte die Gelegenheit,  dieses blühende Bäumchen zu betrachten. Seinen Namen verriet es mir leider nicht, aber es spendete mir eine Priese seinen feinen Duftes. Mit mir freuten sich ein paar Bienen, zum Beispiel die auf den nächsten Fotos. Zum Glück wisst ihr ja alle dank besserer Fotografen, wie Bienen aussehen, also macht es nichts, wenn ich sie nicht besonders scharf getroffen habe. Stattdessen kann ich eine ganze Palette von schönen Staubgefäßen samt ihren  Schattenbildern bieten.

Während eines längeren Halts zwecks Einkaufen (was wieder mein Mann erledigte) spazierte ich zum Hafen hinunter. Dabei kommt man durch einen kleinen Park. Ich setzte mich auf eine sonnige Bank, verspeiste meine beim Bäcker erstandene Spanakopitta (Spinatgebäck), trank auch Wasser aus der Plastikflasche dazu … denn ja, ich gehöre immer noch zu den Unbelehrbaren, vor denen man die geimpften Kaffeehausbesucher schützen muss. Die Tauben begrüßten das und kamen mit ihrem flinken Watschelgang und vor-zurück-ruckendem Kopf angerannt. Sie pickten wie wild auch dort, wo ich bei bestem Willen nichts Heruntergekrümeltes sehen konnte. Nun, es sind Tauben, und sie werden schon wissen, wofür das Picken gut ist.

Als nächstes zogen zwei große Bäume meine Aufmerksamkeit auf sich. Der eine ist wohl eine Art Gummibaum, riesengroß und mit dichtem Blattwerk. Zuvor waren mir nie die Bärte aufgefallen, die von den Zweigen herabhängen und sich teilweise auch dicht um die dicken glatten Äste winden.

Gleich neben ihm steht eine gewaltige Palme. Der Aufbau des Palmenstamms von unten nach oben – wie er als mächtiger Elefantenfuß beginnt und sich stufenweise zum Schuppentier wandelt – ist immer wieder sehenswert, finde ich.

Am Hafen setzte ich mich auf ein paar sonnenwarme Steinstufen, die zum Hafenbecken hinabführen, und skizzierte in meinen kleinen Reporterblock das Boot der Hafenpolizei „Ag. Nikolaos“ mitsamt seiner Spiegelung und den Wohnhäusern dahinter. Der heilige Nikolaus ist der Schutzpatron aller Seefahrenden.

 

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Dora zum AchtzehntenDritten: Abstammung mütterlicherseits

Heute überraschte mich Dora wirklich. Sie hat, wer hätte das gedacht, eine Mutter! Du glaubst es nicht? Ich wollte es auch nicht glauben, aber Dora zauberte ein Foto herbei: und das ist ja wohl Beweis genug. Fotos können nicht lügen. Ihre Mutter heißt übrigens Susanne. Ein schöner Name, finde ich.

Das Bild ist aus den Schnipseln gelegt, die mir Susanne Haun einst schenkte.

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Jawas, Jawas? Was ist denn das?

Bei Mondschein gebiert die Nacht allerlei luftige Gestalten, die sich in den Träumen spiegeln.

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Bootsfahrt auf Sand-, Licht- und Meereswogen (für Dora)

Für Klein-Dora habe ich ein Schifflein gebaut, das über Sand-, Licht- und Meereswogen in den Abend segelt. Sie war hocherfreut, dass auch sie mal ein Geschenk bekam. Das Steuer übernahm ein alter Bekannter aus Jürgen Küsters Schnipselset, und auch der Kopf der Bugfigur, ein Teil des Schiffsrumpfs, die große Welle und die Segel sind von ihm. Die bräunlich gemusterten Teile sind Scherben eines bemalten Glasscheibe….

Das Ganze habe ich überblendet mit dem gestrigen Foto vom Abendhimmel.

Schifflein ahoi! Und Gute Nacht, angenehme Träume!

 

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Sandwellen – Lichtwellen und ein weinfarbenes Meer (kleine Beobachtungen)

Sandwellen – Lichtwellen – und ein fast erstarrtes weinfarbiges oder purpurnes* Meer. Die Farben entfalten sich komplementär: Orange (rotgelb) und Violett (blaurot) – aber stark gedämpft durch den Einfluss des Saharastaubs, der in der Atmosphäre treibt. Die sonst vorhandene Lichtigkeit fehlt, er herrscht Zwielichtigkeit.


*Falls dich interessiert, wie im Altertum die Meerfarben wahrgenommen wurden, schau mal hier.  Ich zitiere daraus:

Um das Ausmaß des Unterschieds in der Wahrnehmung zu verstehen, genügt es, die Farben in Betracht zu ziehen, die die Menschen der Antike dem Meer in den Texten und Bildern verleihen, in denen sie es darstellen. Diese Beobachtung ist besonders auffällig, wenn man sich der archaischen Zeit zuwendet. In den homerischen Epen etwa ist das Meer keineswegs blau. Die große Meeresfläche erscheint farbig wie Wein (οἶνοψ) oder Veilchen (ἰοειδής); seine Fluten sind entweder purpurfarben (πορφύρεος), schwarz oder dunkel (μέλας, κελαινός); das Ufer und die von Schaum bedeckten Wellen werden weiß und dann grau (πολιός). Erst in einem Gedicht des Bakchylides am Ende der archaischen Zeit kommt zu dieser reichen Palette eine Farbe »von dunklem und tiefem blau« hinzu (κυάνεος). Man könnte über ein solches Schillern des Meeres erstaunt sein, und mehr noch über das anfängliche Fehlen der Farbe, die wir unsererseits im ersten Moment mit ihm in Verbindung bringen: das Blau.

 

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Dora zum SiebzehntenDritten: Mit dem Mond

Heute Nacht um halb vier. Die Nacht ist kühl, ein merkwürdiger weicher Dunst liegt in der Atmophäre, die von einem fast vollen Mond durchlichtet wird.  Der Mond ist von einem  rötlich-gelben Hof umgeben, der außen von einem klaren farbigen Ring abgeschlossen wird. Auf dem Foto ist dieser Ring leider viel diffuser, als er sich dem Auge darstellte. Saharasand.

Wie ich so stehe und schaue, bemerke ich ein zweites Licht. Da hockt doch tatsächlich Dora im Gezweig eines Olivenbaums. Ihre Geschenkbox hat sie sich als Kopfkissen unter den Kopf gelegt.  „Was machst du denn da, mitten in der Nacht?“ frage ich verblüfft.  „Bist du denn gar nicht müde?“ –  „Und du? was treibst du dich hier herum, statt im warmen Bett zu liegen?“ kräht sie zurück. „Ich konnte nicht schlafen und dachte, ich werfe noch mal ein Auge in die Nacht“, sage ich in ihre Richtung. „Und ich beleuchte die Nacht, damit dein Auge sich nicht verirrt!“ gibt sie zurück. „Aber wieso denn?“ frage ich. „Das tut doch bereits der Mond!“. „Der Mond, der Mond. Ist auf den Verlass? Heute ist er da, morgen nicht. Da helfe ich eben ein bisschen nach!“, brüstet sich Klein-Dora.  „Ihr Menschen habt es ja gern hell, oder?“

Ach, Dora, ja, wir hätten΄s gern hell, doch dafür brauchst du nicht Wache zu schieben. Das Licht, das wir suchen, ist von anderer Art…. Aber das sage ich lieber nicht laut. Laut sage ich: „Danke, Dora, das ist wirklich lieb von dir. Aber nun wollen wir beide schlafen gehen, ja? Morgen ist ja auch wieder ein Tag.“

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Dora zum SechzehntenDritten: Auf den Spuren des Dr. Faustus

Dora hat noch ein paar Kata-Strophen für Christianes abc-Etüden. gedichtet. Ich habe das Drum und Dran hinzugefügt. Viel Spaß!

abc.etüden 2022 10+11 | 365tageasatzaday

Wie ich heute so wandere und hinaufschaue zum Schneegebirge – vor mir die blühende Landschaft -, kommt mir der Osterspaziergang in den Sinn. Du weißt schon: Dr. Faustus und sein Famulus spazieren vor die Tore der Stadt und erfreuen sich am Anblick des Menschengewimmels. Ich hole tief Luft und deklamiere laut die berühmten Verse:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.

Dann aber hapert es. Wie geht es nur weiter? Ach ja:

Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sich mit Farben beleben.

Eine Doppelzeile fällt mir noch ein

Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Dann ist es aus. Ich stottere und seufze. Dora bemerkt mein Grübeln. „Ich weiß, wie’s weitergeht!“ kräht sie vergnügt und beginnt nun ihrerseits zu deklamieren:

Was blüht da nicht alles in weiß und in blau

Auch Gelbes ist da, und Rotes, ja schau!

Das sind keine Blumen? Das ist nur Klimbim?

Na wenn schon, ich finde das gar nicht so schlimm.

*

Die Leute brauchen jetzt Farbe und Licht

Denn allzu lange hatten sie΄s nicht.

Sie strömen hinaus in die Berge, ans Meer

Ein jeder ist heiter,  das gönn ich ihm sehr.

*

Ob Kleidchen, ob Hose und Hemd oder Jacke

Es rötet, es blaut und es glänzet vom Lacke

Der Schuh und das Haar, der Rock und der Hut

Wer jung ist, dem steht es auf jeden Fall gut.

*

Und bist du schon älter,  dein Haar ist arg dünn

So glaub mir, kein Mensch weist drum auf dich hin.

Nur den Zylinder, den lass man zu Haus

Sonst nimmt ihn ein Wind und die Geschichte ist aus.

Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein

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Jacques Baud : Wie ist Frieden möglich? (Erweiterung des Debattenraums)

Eben wurde ich durch einen befreundeten Blogger aufmerksam gemacht auf einen Artikel im Schweizer Magazin „Zeitgeschehen im Fokus“  mit dem Titel  Die Politik der USA war es immer, zu verhindern, dass Deutschland und Russland enger zusammenarbeiten»

Ich denke, die genannten Qualifikationen und Erfahrungen machen Herrn Baud zu einem ausgezeichneten Zeitzeugen. Falls du das Interview lesen möchtest, einfach anklicken:

Die Politik der USA war es immer, zu verhindern, dass Deutschland und Russland enger zusammenarbeiten»

«Die Politik der USA war es immer, zu verhindern, dass Deutschland und Russland enger zusammenarbeiten»

Historische, politische und wirtschaftliche Hintergründe des Ukraine-Kriegs

Interview mit Jacques Baud*

Jacques Baud (Bild zvg)
Jacques Baud (Bild zvg)

*Jacques Baud hat einen Master in Ökonometrie und ein Nachdiplomstudium in internationaler Sicherheit am Hochschulinstitut für internationale Beziehungen in Genf absolviert und war Oberst der Schweizer Armee. Er arbeitete für den Schweizerischen Strategischen Nachrichtendienst und war Berater für die Sicherheit der Flüchtlingslager in Ost-Zaire während des Ruanda-Krieges (UNHCR-Zaire/Kongo, 1995-1996). Er arbeitete für das DPKO (Departement of Peacekeeping Operations) der Vereinten Nationen in New York (1997-99), gründete das Internationale Zentrum für Humanitäre Minenräumung in Genf (CIGHD) und das Informationsmanagementsystem für Minenräumung (IMSMA). Er trug zur Einführung des Konzepts der nachrichtendienstlichen Aufklärung in Uno-Friedenseinsätzen bei und leitete das erste integrierte UN Joint Mission Analysis Centre (JMAC) im Sudan (2005-06). Er war Leiter der Abteilung «Friedenspolitik und Doktrin» des Uno-Departements für friedenserhaltende Operationen in New York (2009-11) und der Uno-Expertengruppe für die Reform des Sicherheitssektors und die Rechtsstaatlichkeit, arbeitete in der Nato und ist Autor mehrerer Bücher über Nachrichtendienste, asymmetrische Kriegsführung, Terrorismus und Desinformation.

Zeitgeschehen im Fokus Herr Baud, Sie kennen die Region, in der im Moment Krieg herrscht. Welche Schlüsse haben Sie aus den letzten Tagen gezogen, und wie konnte es so weit kommen?

Jacques Baud Ich kenne die Region, um die es jetzt geht, sehr gut. Ich war beim EDA [Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten] und in dessen Auftrag fünf Jahre abkommandiert zur Nato im Kampf gegen die Proliferation von Kleinwaffen. Ich habe Projekte in der Ukraine nach 2014 betreut. Das heisst, ich kenne Russland auf Grund meiner ehemaligen nachrichtendienstlichen Tätigkeit, die Nato, die Ukraine und das dazugehörige Umfeld sehr gut. Ich spreche russisch und habe Zugang zu Dokumenten, die nur wenige Menschen im Westen anschauen.

Sie sind ein Kenner der Situation in und um die Ukraine. Ihre berufliche Tätigkeit brachte Sie in die aktuelle Krisenregion. Wie nehmen Sie das Geschehen wahr?

Es ist verrückt, man kann sagen, es herrscht eine regelrechte Hysterie. Was mir auffällt und was mich sehr stört, ist, dass niemand die Frage stellt, warum die Russen einmarschiert sind. Niemand wird einen Krieg befürworten, ich sicher auch nicht. Aber als ehemaliger Chef der «Friedenspolitik und Doktrin» des Uno-Departements für friedenserhaltende Operationen in New York während zwei Jahren stelle ich mir immer die Frage: Wie ist man zu diesem Punkt gekommen, Krieg zu führen?

Was war Ihre Aufgabe dort?

Es ging darum zu erforschen, wie es zu Kriegen kommt, welche Elemente zu Frieden führen, und was man tun kann, um Opfer zu vermeiden bzw. wie man einen Krieg verhindern kann. Wenn man nicht versteht, wie ein Krieg entsteht, dann kann man keine Lösung finden. Wir sind genau in dieser Situation. Jedes Land erlässt seine eigenen Sanktionen gegen Russland, und man weiss genau, das führt nirgends hin. Was mich dabei besonders schockiert hat, ist die Äusserung des Wirtschaftsministers in Frankreich, man wolle die Wirtschaft Russlands zerstören mit dem Ziel, die russische Bevölkerung leiden zu lassen. Das ist eine Aussage, die mich äusserst empört.

Zitat Ende

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Meine Ansicht:

Das Interview, dessen Anfang du eben gelesen hast, ist gesteckt voll mit Fakten, die selbst jemand, der sich um Information von allen Seiten bemüht, in dieser Fülle nicht leicht zusammentragen kann. Oder kennst du die Hintergründe des Machtwechsels in der Ukraine 2014? Wusstest du, dass die Krim  „sich für unabhängig erklärt hat, bevor die Ukraine unabhängig wurde“?  nämlich im Januar 1991, also noch während der Zeit der Sowjetunion. Die Ukraine selbst hat erst 6 Monate danach, im August 1991, ein Referendum durchgeführt – ohne die Krim. Hast du die Gründe verstanden, warum Putin sich für den Einmarsch entschied, obgleich ihm klar war, wie der Westen darauf reagieren würde? Was hat es mit der „Entnazifizierung“ auf sich? Was mit der Atomwaffendrohung? Welchen Vertragswert hat Minsk II? Und vieles vieles mehr.

Ich kann nur empfehlen, dieses Interview zu lesen und gründlich nachzudenken, was für Deutschland und Europa die richtige Politik wäre gegenüber der Ukraine und Russland und wie man vielleicht doch noch zu einem Frieden kommen könnte… Denn nur darum handelt es sich für mich: WIE IST FRIEDEN MÖGLICH?

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