„Was ist typisch für den Herbst?“ (Royusch II)

Was ist typisch für den Herbst, lieber Roland? Nun, da gibt es vieles: die kürzeren Tage, die Abkühlung, die Herbststürme, einige späte Früchte (unsere Weintrauben sind schon längst am Boden oder gegessen), das farbige Laub, die Vogelschwärme … und die Pilze, natürlich.

Du siehst keinen Pilz? Schau, da ganz unten das Kleine Gelbe am Fuß des Stamms eines mächtigen alten Olivenbaums. Schlecht zu erkennen? Dann muss ich wohl mit einem zweiten Foto (Pardon) nachhelfen. Die Bäume selbst verändern ihr Laub nicht im Herbst, sie sind immergrün. Einige Blätter fallen ab, andere wachsen nach – das ganze Jahr über, genauso wie wir Menschen es mit den Haaren machen.

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Mondaufgang über Häusern (Aquarell)

Als ich vorhin nach Bildern zum Zerschneiden guckte, fiel mir auch ein recht kleines Aquarell in die Hand. Das mochte ich mal sehr. Falls jemand von euch interessiert ist: ich verkaufe es für 200 E, samt vorhandener Rahmung und Versand. 

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Herr Herbst und lose Gesellen (neue Schnipsel)

Da von euch bisher keine neuen Schnipsel in Aussicht gestellt wurden …,  habe ich eine frühe Farbskizze auf grauem Karton hervorgeholt, die sich zum Zerschneiden anbot. Die Farbschicht ist durch unachtsame Lagerung ziemlich zerkratzt. Mir gefiel die Idee, farblich interessante Stücke großflächig rauszuschneiden.

Als ich die Stücke in die Hand nehme und probeweise auf einer weißen Unterlage auslege, merke ich, dass es sich um Herbstfarbenschnipsel handelt.

Und so entstehen zwei Konterfeis von Herrn Herbst.  Der ist ein künstlerischer Typ: Pfeife im Mund, Werkzeug in der Hand, produziert er Herbstliches.

Besonders liebt er das Gärtnern. Hier siehst du ihn, eine Federkrone auf dem Kopf, wie er mit dem scharfen Spaten Zwiebeln und Knollen verwelkter Pflanzen vorsichtig aus dem Boden holt. Er wird sie in einen trockenen Keller tragen, damit sie gut über den Winter kommen.

Nicht alle Herbstwesen sind so vorsorgend-fürsorglich wie Herr Herbst. Lass nur einen kleinen Herbststurm kommen, und schon siehst du so manchen losen Herbstgesellen wie welkes Laub durch die Luft wirbeln.

O, Pardon, das sind ja nur Unterleiber!  Wo sind denn die Köpfe und Oberkörper hin?

Na also! Man möchte doch gern wissen, mit wem man es zu tun hat.

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Dora zum ZweitenZehnten: Magie mit Doppelschatten (kleine Beobachtungen)

Es ist Abend. Der Sichelmond steht hoch über dem Meer. In der Ferne geht die Straßenbeleuchtung an, auch gibt es allerlei diffuses Streulicht. Auf dem schwarzen Metalltischchen steht ein Glas mit köstlichem Feigenkaktussaft aus Nenas Produktion, das ich mir täglich gönne (hier).

Um eine Lampe zu holen, öffne ich die Eingangstür zum „Turmzimmer“.  Direkt hinter mir höre ich Dora kichern. „Kuck mal!“ kräht sie, „du bist jetzt doppelt!“ Doppelt? Ich gucke. An der gegenüberliegenden weißen Wand zeichnen sich tatsächlich zwei Schatten ab. Betrunken bin ich nicht. Der Feigenkaktussaft enthält keinen Alkohol. Dennoch sehe ich mich doppelt: einmal direkt gegenüber an der weißen Wand in einem weißen Feld, dann noch einmal leicht versetzt und mit stark verlängertem Rock in blauem Feld. Ich stehe anscheinend an einem Gitter, das in Wirklichkeit drei Meter hinter mir liegt…..

Überrascht drehe ich mich zu Dora um. Veranstaltet sie etwa mit ihrer Latüchte diese Schatten-Zauberei? Nicht? Wie erklärt es sich dann?

Damit ihr nicht auf dumme Gedanken kommt: die Zimmertür ist aus solidem Holz, kein Glas nirgendwo, um irgendetwas zu spiegeln. Fotografiert habe ich ohne Blitz mit automatisch eingestellter Belichtungszeit.

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Impulswerkstatt: 4 x Bild 2, vier Collagen

Einladung zur Impulswerkstatt September-Oktober 2022

Vier weitere Collagen – vier weitere Interpretationen des Bildes No 2 aus Myriades Impulswerkstatt. Mit den vorgeschlagenen Text-Rahmen.

a) Christentum: Das Leben ist nichts als Mühsal. Lasst uns auf das himmlische Leben hoffen. Oder auch: „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt“. (Joh-Ev 3:8).

mit Skulpturen einer Ausstellung in Athen (Künstler nicht notiert)

b) Antike: „Glücklich die Lebenden! Besser ein Bettler auf Erden als ein König in der Unterwelt“. Die Schattengestalten lauschten auf eine Musik, die, so schien ihnen, von weitem kam. Orpheus spielte.

mit Skulpturrengruppe (Athen, Künstlername nicht notiert)

c) Orpheus: Sing ihnen ein Lied, wenn sie gehen.  „……. die Musik hörte man von weitem“

mit Buzuki-Spieler (eigene Zeichnung)

d) Oktober-Blues:  Der Wind weht, wie er will. Mal kommt er von vorn, dann wieder treibt er uns vor sich her wie welkes Laub:

Legebild mit Brunis Schnipseln

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Impulswerkstatt Bild 2: Oktoberblues (mit Dora)

Einladung zur Impulswerkstatt September-Oktober 2022

Dies Bild, liebe Myriade, so eindrucksvoll es ist, wollte sich mir lange nicht erschließen. Wo befindet sich die Frau mit dem Kind? Sie scheint sich, tiefgebeugt gegen einen unsichtbaren Wind, voranzukämpfen.  Sie bewegt sich weit oben rechts in einem ungewissen Gelände, das von roten Markierungen und mageren Strickleitern als senkrecht abfallend charakterisiert ist. Fast keine räumliche Tiefe. Keine Wege oder Einbuchtungen, um dieses Gelände sicher zu durchwandern.

Doch jetzt, auf dem letzten Wegstück, hat sich eine rote Linie quergelegt, als sagte sie: Hier entlang! Nun könnt ihr sicheren Schrittes voranschreiten, das Ziel werdet ihr nicht mehr verfehlen.

Doch welches ist das Ziel?

Heute ist der Erste Oktober. Weit ist das Jahr aufgestiegen und vorangeschritten. Es kämpft sich auf dem letzten Drittel seiner Existenz tief gebeugt und sorgenvoll voran : Wir haben die Ziellinie schon betreten. Schritt vor Schritt, tief bebeugt gegen die Widrigkeiten der Zeit ankämpfend, gilt es, den vorgesehenen Weg bis zum Ende zu schreiten.

„Liebe Frau“,  murmele ich, „du bist tapfer, weil du tapfer sein musst. Denn mit dir geht ein Kind. Das mag in den Abgrund schauen, das mag sich fürchten – du darfst es nicht. Du musst den Weg gehen, als wüsstest du, wo er hinführt.“

„Ach was!“ höre ich Dora krähen. „Hör nicht auf Gerda, gute Frau! Wer sich immer nur um die täglichen Sorgen kümmert, verkümmert! Richte dich auf, schau dich um! Waren es nicht wunderbare Tage und Nächte, die du durchwandert hast?  Ich leuchte dir gern auf dem Rest des Weges, damit du die Blumen siehst und die lieben Tiere und deinem Kind alles schön erklärst, damit es nicht dumm bleibst!“

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Abendprogramm mit „Zündler“, täglichem Zeichnen und Sichelmond

Heute hörte ich die neuesten Nachrichten samt Kommentaren im Atelier. Nebenher griff ich in einen Kasten mit Schnipseln. Und so entstand ein neues Legebild. Der Titel „Zündler“ stellte sich von selbst ein.

Und da die Nachrichten samt Kommentaren immer weitergingen, zeichnete ich auch noch mit schwarzem Kugelschreiber eine fast schwarze leere Weinflasche auf dem schwarzen Eisentisch.

Laterne, ohne Blitzllicht

Danach machten wir zu zweit einen Spaziergang. Der Sichelmond stand tief über dem Meer.

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Dora zum DreißigstenNeunten: Bitte um neue Schnipsel

Heute vor zwei Jahren kamen Lyrifants Schnipsel aus diversen Papiersorten und mit Buchstaben bedruckt hier an und verhalfen mir zu einer spannenden Legebild-Erfahrung

Heute vor einem Jahr kamen Maries weiße Schnipsel hier an, die eine ganz andere Legebildreihe impulsierten und, nachdem ich sie auf einer Seite eingefärbt hatte, schöne Spiele mit Kindern ermöglichten.

Diese beiden Schnipselsets kamen jeweils Ende September/Anfang Oktober an.  Und so dachte ich mir heute, am letzten Tag des September: Frag doch mal rum!

Wie wäre es, wenn Du oder Du oder Du mir ein neues Set schicken würdest?

Natürlich kann ich eigene Bilder zerschnipseln, habe es ja lange auch getan. Doch wie viel spannender ist es, mit euren ganz und gar unterschiedlichen Schnipselspenden zu arbeiten! Wie viele Spenderinnen und Spender haben sich an diesem schönen Austausch inzwischen beteiligt!  Und alle, alle waren total verschieden!

Als erste spendete mir Susanne Haun eine Tüte mit Schnipseln in leuchtenden Orangetönen. Das war am 28. Dezember 2017. Daraus ist auch Dora, die Repräsentantin des Jahres 2022 hervorgegangen.

„Wie bitte?“ höre ich Doras Stimmchen. –  „Ach, das wusstest du nicht, liebe Dora? Ja, kurz vor dem Jahreswechsel 2017-18 habe ich dich empfangen. Du warst von Anfang an, als du dich aus der Spirale der Artistin entwickeltest, etwas Besonderes. Aber ich  ahnte damals nicht, welche große Rolle du einmal übernehmen würdest. Drei Viertel des Jahres beschenkst du mich schon mit deinen Geschenken! Mit Sorge blicke ich auf den Tag, an dem du dich zurückziehen wirst.“

Dora guckt ein wenig betreten. „Ich werde mich zurückziehen? Wohin denn? Und wer kommt nach mir?“ – Ich seufze. „Dass du dich zurückziehen wirst, das ist gewiss, kleine Dora. Schon jetzt machst du dich ja rarer. Drei Monate noch – und Schluss. Wohin? Ich weiß es nicht. Wer danach kommt? Auch das weiß ich nicht. Wir können ja mal gemeinsam darüber nachdenken.  Wenn uns jemand neue Schnipsel schenkt,  schaffen wir uns ein neues Wesen für 2023 als deinen Nachfolger.“ – „Und wenn niemand neue Schnipsel schickt?“ fragt Dora. „Kann ich dann weiter bleiben?“ – Ich schüttele stumm den Kopf. „Wenn niemand uns neue Schnipsel schenkt, werden wir mit dem alten Material eine neue Figur erschaffen müssen. Oder ich zerreiße ein Bild. Oder sonstwas.“

Schreib, liebe Leserin, lieber Leser, falls du uns eine Tüte mit Schnipseln zukommen lassen möchtest, bitte eine Mail an gkazakou@yahoo.de. Danke!

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Wenn die Vernunft schläft…

Der Schlaf (oder der Traum?) der Vernunft gebiert Ungeheuer, befand Goya (1746–1828) und schuf ein höchst eindrucksvolles Werk (1799), um diesen Gedanken zu illustrieren. Die Gravour zeigt Goya „schlafend an einer Art Tisch, umgeben von unheimlichen nächtlichen Wesen… Ein größeres der eulenähnlichen Wesen hat mit seinen Krallen eine der Schreibfedern ergriffen, scheint sie ihm reichen zu wollen und ihn anzusprechen“ (Wikipedia)

Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer – Wikipedia

Goya, Der Schlaf der Vernunft gebiert Monster. Quelle: Wikipedia

Schreib! krächzt das Eulenwesen. Schreib auf, was du siehst!

Ist es gefährlich, wenn die Vernunft schläft? Oder ist die Vernunft (raison, ratio) gefährlich, wenn sie sich selbst absolut setzt, und dann träumend Ungeheuerliches hervorbringt?

Ein Streit entbrannte unter den Interpreten, was mit dem Satz El sueño de la razón produce monstruos gemeint sei.

Im Zeitalter der Aufklärung, in dem das Werk entstand. wurde die erste Interpretation wie selbstverständlich akzeptiert, und sie ist bis heute die vorherrschende geblieben: Die Vernunft (raison) beschützt uns vor den fantastischen Ungeheuern.

Freilich: Die Zeit der Aufklärung endete im Terrorregime der französischen Revolution, in der Herrschaft der Guillotine, dieser rationalen Hinrichtungsmaschine, erfunden, um die Masse der zu Tötenden bewältigen zu können. Wir wissen inzwischen, dass der Erfindungsgeist in dieser Hinsicht noch einmal mit den Gaskammern übertroffen wurde. Adorno/Horkheimer beschrieben diese Doppelgesichtigkeit der Ratio als „Dialektik der Aufklärung“ (1944): „…so verstrickt Aufklärung mit jedem ihrer Schritte tiefer sich in Mythologie“,  in eine Mythologie, die im Positivismus des Faktischen kulminiert, welcher die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse als notwendige darstellt und „die den Einzelnen […] gegenüber den ökonomischen Mächten vollends annulliert“ (zitiert nach Wikipedia)

Zum Glück leben wir heute in einer aufgeklärten friedlichen Welt, in der die Ratio wacht und die Ungeheuer uns nichts anhaben können. Oder… vielleicht … könnte es sein, dass unsere so wunderbar aufgeklärte Menschheit gerade dabei ist, die ungeheuersten aller Verbrechen auszubrüten?

Ich sah auf meinem Regal die Eulen, die Goya noch plagten, lieb und schlafselig geborgen unter einem sanften Spinnennetz. Spinnen am Abend…. Die Eulenuhr tickt schon lange nicht mehr. Sie ist stehengeblieben.

 

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Blühende Yucca aka Palmlilie (Fotografie)

Seit ein paar Tagen blüht die große Yucca im Garten. Palmlilie wird sie genannt. Ich bin kein Fan dieser Pflanze, die so gar nicht in  unsere Olivenwelt passt. In ihrer mittelamerikanischen Heimat würde ich sie höher schätzen. Zu mir kamen zwei Ableger, als mein Garten noch ziemlich leer war. Eine Nachbarin schenkte sie mir, und ich pflanzte sie ein, nicht ahnend, dass ich sie nun nie mehr loswerden würde. Sie wachsen unbekümmert um rigoroses Zurückschneiden und sogar Abholzen. Beweis? Aus einem Stamm, der liegenblieb, hat sich ein Ableger  hervorgearbeitet, der wächst und wächst. Der Stamm dient ihr als Mutterboden und Wurzelersatz.

Egal: Wenn die Palmlilie blüht, mag ich sie doch. Sogar sehr. Dann macht sie auch ihrem Namen alle Ehre. Wie überdimensionierte Maiglöckchen sehen die Blüten aus, die sich erst bilden, wenn die Pflanze mehrere Jahre auf dem Buckel hat. Ich freue mich, dass meine nun schon zum wiederholten Mal ihren schönen rispenartigen Blütenstand hervortreibt. Der Stamm ist inzwischen sehr hoch, und ich müsste auf die Mauer steigen, um sie von Nahem zu betrachten und zu fotografieren. Das traute ich mir heute nicht zu. Vielleicht hole ich mir morgen eine Leiter. Für heute  bitte ich um Entschuldigung für die wenig attraktiven Fotos. Als Ersatz fürs Mauersteigen habe ich die Blüte herangezoomt – mit dem handy, was nicht viel bringt. Deine Fantasie ist daher gefragt, um dir die schönen Blüten vorzustellen.

 

 

 

ps. Eben sehe ich, dass ich vor zwei Jahren auf die Mauer gestiegen bin und weit bessere Fotos gemacht habe. Schau mal hier: https://gerdakazakou.com/2020/10/06/auch-das-bluht-im-garten/

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