Welttheater: Vierte Zwischenbilanz (7.-18.2.2023)

Schon wieder sind 12 Tage seit der letzten Zwischenbilanz vergangen. Zeit für eine neue, damit auch Spätkommer und Manchmalleserinnen das Welttheater verfolgen können.

Die erste Zwischenbilanz  schrieb ich am 12. Januar. Dort findest du auch ein Personenverzeichnis und eine Revue, „wie alles begann“: Die „blinde Poetin“ (Domna) wurde Ende 2022 zur wichtigsten Repräsentantin des Jahres 2023 gewählt. Sie ist also der spiritus rector dieses „Welttheaters“.  Mithilfe von Eichendorffs „Wünschelrute“ (Zauberwort) findet Domna das Leitmotiv des Stücks, das im Jahre 2023 aufgeführt wird: „Geben und Nehmen im Ausgleich“. Dieses Motiv wird durch alle folgenden Szenen variiert.

Die zweite Zwischenbilanz vom 24. 1. endet mit dem Einbruch in Wilhelms Lager (Horten vs. unrechtmäßige Aneignung), wo sich die Gesellschaft zum gemeinsamen Frühstück („Symposion“, Austausch) eingefunden hatte.

Die dritte Zwischenbilanz ist vom 6. 1..  Sie endet in der Bucht, wo Domna und Tschinn ihre Sichtweisen über die Gesetze der Natur und der Menschen gegeneinander stellen und Diaphania (Transparenz) erscheint.

Während Tschinn und Domna Diaphania ihre Auffassung erläutern (Gesetz-des-Stärkeren/Fitteren vs Geben-und-Nehmen-im-Ausgleich), überredet Kairos das Kind Clara, sich von ihm zum erstrebten „Taschengeld“ entführen zu lassen. Clara eignet sich die „Taler“ an, die sie freilich nicht in ihrem Tauschwert erkennt, sondern zum unschuldigen Spiel benutzt. Als Jenny auftaucht, will sie ihr die „Taler“ schenken. Jenny aber bezweifelt die Rechtmäßigkeit der Aneignung und stellt Clara die Folgen ihres „Diebstahls“ vor Augen. Clara ist bestürzt, versteht Jenny nicht, da sie keine Ahnung von Eigentum und menschlichen Gesetzen hat. Doch weiß sie, was „Diebstahl“ ist (wenn man ihr wegnimmt, was ihr gehört).

Inzwischen kuriert Danai im Lager den abgestürzten Wilhelm mithilfe hallunizogener Kräuter. Er halluziniert die Weiblichkeit (Hedonie) erst als gebährende und tragende Mütterlichkeit, dann im Liebesakt, der, wenn er gelingt, die höchste Form von Geben-und-Nehmen-im Ausgleich ist. Doch hier bleibt es eine Illusion (Halluzination).

Erwachend will er Hedonie (Isolde) dort finden, wo er sie zuerst traf: in der Bucht. Die Afrikaner Abud und Hawi und Danai schleppen ihn wunschgemäß aus dem Lager und durch den Spinnwebwald. Am Ausgang des Sumpfes streiken Abud und Hawi. Abud, durch frühe Erfahrungen misstrauisch, will wissen, welchen Lohn er erhalten wird. Danai überredet ihn abzuwarten, wie sich Wilhelm ihm gegenüber verhalten wird: grausam und betrügerisch wie die Kolonialherren oder wie ein Freund (gerechter Lohn vs Ausbeutung/Raub)

Die Spirits (Elementargeister), die den Sumpf beleben, erschrecken Hawi. Danai erläutert ihr Wirken: Jedes Element sei für sich zerstörerisch, Leben entstehe und werde erhalten durch Zusammenwirken und gegenseitige Begrenzung (grenzenloser Egoismus vs Selbstverwirklichung durch Kooperation).

Sie machen ein Feuer. Die Elementarwesen Feuer und Wärme/Licht werden wirksam. Der kindliche Hawi erzählt von seinem Herkunftsdorf, wo alle harmonisch zusammen lebten und arbeiteten, bis „Männer“ kamen und alles verbrannten. Er entkam durchs Feuer. Abud hatte ähnliche Erlebnisse, fragt zornig nach den Verantwortlichen und der Strafe: Wer gab die Waffen? Wer den Befehl? Danai ermahnt ihn, seine Wut („Glut“) zu kontrollieren, da sonst die Hölle losbrechen würde (Alleinherrschaft des Feuerelements=Zerstörung).

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Erkundung

Ich mag es nicht bei den „Unlustbarkeiten“ der Prozessionsraupen belassen, denn der heutige Tag hat viel wirklich Schönes gebracht. Es reichte, dass wir uns auf die Socken machten, den nahegelegenen Stadtwald aufsuchten, von dort durch Löcher in Umzäunungen stiegen, weite verwilderte Naturlandschaften durchstreiften und schließlich in einer mir unbekannten Wohngegend landeten … Wir: mein zu einem Kurz-Besuch hier weilender Sohn und ich.

Die Mandelbäume stehen in voller Blüte, der Himmel ist knallblau und die beiden von uns aus sichtbaren Gebirge – Pendeli und Parnitha – zeigen Spuren von Schnee.

Im „Syngrou“ (Stadtwald, benannt nach seinem Stifter) wurde tüchtig aufgeräumt: Vertrocknete Bäume wurden beschnitten, verwildertes Unterholz an einigen Strecken, die besonders brandgefährdet sind, beseitigt. Sogar eine Übersichtstafel wurde aufgestellt, damit man sich nicht verirrt. Manchen gefällt dieser Ordnungseifer nicht, es gab Proteste deswegen. Immerhin gibt es nun auch neue, funktionierende Anschlüsse für die Feuerwehr, und ein riesiges Wasserresevoir gibt es auch. Die „Wurzelmännchen“ aka Weinreben sind noch da, ihr Feld stabil eingezäunt.

Wir verlassen das ummauerte Gelände des Syngrou an der entgegengesetzten Seite durch eine Lücke in der Mauer und gelangen in eine elegante Neubaugegend: Die durch Kameras gesicherten Grundstücke mit Häusern, die die Hand bekannter Architekten verraten, haben Sicht auf diesen Wald, was die Grundstückspreise natürlich mächtig beflügelt.

Wenig später hört die Bebauung auf, es gibt nichts mehr als eine leere Erschließungsstraße und einen Drahtzaun vor einem weitläufigen bewaldeten Gelände. Wenn du genau hinschaust, erkennst du in der Ferne die beschneiten Gipfel des Pentelikon.

Natürlich gibt es im Zaun ein Loch, groß genug, um hindurchzusteigen, und auch einen Trampelpfad, der von hier aus ins Waldgelände hinunterführt. Ein Raubvogel kreist darüber, später sehe ich einen zweiten. Unterwegs treffen wir eine Schildkröte, die haarscharf am menschlichen Schuh vorbeimarschiert auf ein uns nicht bekanntes Ziel zu.

In eine Gruppe riesenhafter Pinien hat jemand ein abenteuerliches Baumhaus gezimmert. Das ist die einzige Bebauung weit und breit.

Der Pfad führt an der anderen Seite des Geländes erneut durch ein Loch im Zaun raus auf einen schön gepflasterten und mit Laternen geschmückten Weg. So ist das Leben hier: voller Überraschungen. Ein Weg, der im Nichts beginnt und endet. Niemand scheint diesen Weg zu benutzen, außer den Anrainern, die hier ihre teuren Häuser auf teilweise riesige Grundstücke gestellt haben.

Die Grundstücke sind natürlich durch alle möglichen Schickanen vor Einbrechern gesichert. Müssen sie auch, denn hier riecht es nach viel Geld.

Gleich danach ist wieder Wildnis angesagt, die gelegentlich durch provisorische Erschließungsstraßen zu Häusern führen. Über den Trockenbach führt ein Brückchen.

Und dann ist es nur noch eine Viertelstunde bis nach Hause…. Mein Schrittezähler meint, dass wir 5,5 km zurückgelegt haben.

 

 

 

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Tagebuch der Unlustbarkeiten: Prozessionsraupen

Eine Lustbarkeit ist es wahrscheinlich für die Prozessionsraupen, nicht aber für die betroffenen Bäume und den vorbeiwandernden Betrachter. Im Stadtwald sah ich heute – viel zu früh im Jahr – lange Schlangen, die sich kaum merklich, aber eben doch vorwärtsbewegten. Eine leichte Welle ging durch die Reihen, teilte sich den einzelnen Individuen mit, und weiter gings.

Über die Pinienprozessionsspinner, um die es sich hier handelt, habe ich schon berichtet (hier und hier). Warum sie manchmal die Orientierung zu verlieren scheinen, so dass sich die Schlange verknäuelt und nicht mehr vorankommt, weiß ich nicht.

Die Raupen sind, so las ich, nachtaktiv, aber manchmal sind sie eben auch am Tage unterwegs. Sie steigen dann von ihrem Wirtsbaum herab, wo sie in eine Art Nester eingewoben sind, und suchen andere Bäume auf, die sie abfressen können. Das Ergebnis ihrer Fresssucht ist leider nicht sehr hübsch: die Bäume sterben bei starkem Befall ab. Dieses noch junge Bäumchen hat keine besonders guten Aussichten, außer, ihm wird durch Menschenhand geholfen.

Im April oder Mai werden sie sich verpuppen (vielleicht nun auch schon früher?). Dafür graben sie sich in die Erde ein, kollektive braune Nester bildend. Einen kurzen Sommer nur leben die Ende Juni schlüpfenden Motten-ähnlichen Falter, Zeit genug, um pro Weibchen 250 bis 350 Eier zu produzieren und in die Kronen der Pinien einzuweben.

Wozu sind sie gut? Als Nahrungsquelle für andere Lebewesen taugen sie wenig, denn sie sind mit giftigen Härchen bewehrt. Neugierige Hunde können durch Beschnüffeln zugrunde gehen. Ein paar Feinde haben sie aber trotz ihrer Nessel-Behaarung: einige Wespen-, Raupenfliegen- und Wollschweber-Arten haben sich auf ihre Eier spezialisiert (Parasitoide). Und einige Vögel wie Meisen, Kuckuck und Wiedehopf mögen sie sogar fressen. Mir solls recht sein, denn ehrlich: ich mag sie nicht besonders. Sie gehören nicht zu meinen Freunden.

 

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Tägliches Zeichnen: Hand mit Zypressenzapfen (Nr 4)

Noch einmal das kleine zerklüftete Ebenbild der Weltkugel – der weibliche Zapfen der Zypresse – in meiner Hand. Diesmal habe ich langsamer gezeichnet.

Die drei vorigen zumVergleich:

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Welttheater: 4. Akt, 14. Szene: Feuer

Was zuletzt geschah: Danai beruhigt den noch kindlichen Hawi hinsichtlich der „Geister“. Jedes Element für sich allein sei zerstörerisch. Die Spirits, erklärt sie, sorgen dafür, dass alle Elemente zusammenwirken und sich gegenseitig begrenzen, wodurch Leben möglich wird.

Feuer allein versengt und verbrennt

Wasser allein überschwemmt und ertränkt

Licht allein blendet, erblindet

Luft allein stürmet und windet

Erde zerfällt zu Staub und Stein

Gemeinsam ist Leben, Tod ist allein.

Das eine des anderen Wesen begrenzt.

im gemeinsamen Spiele das Leben erglänzt.

Danai:

Schau, wie schön das heilge Feuer brennt!

wie es leuchtet, wärmt und erquickt!

Wer die Gesetze der Natur gut kennt

wird durchs Feurige immer beglückt.

 

Wenn Fa das Feuer zu stark entfacht

dass es die Grenzen überschreitet

ruft Ho den Wa und dieser macht

dass sich das Feuer nicht ausbreitet.

So wie die kleinen Geister hier

im Geben und Nehmen das Leben erhalten

so sollen auch Menschen begrenzen die Gier

und gemeinsam das Schicksal der Erde gestalten.

 

Ein jeder hat Rechte, ein jeder darf leben

wie seine Sehnsucht es ihm bestimmt

doch niemals soll er sich überheben

indem er den anderen dieses Recht nimmt.

Hawi:

Bei uns im Dorfe war es so

drum waren alle Leute froh.

Ein jeder half dem andern aus

wenn einer bauen wollt ein Haus

 

und auch, wenn es ans Ernten ging

und auch wenn wer ein Wildschwein fing.

 

Doch dann sind Männer angekommen

die haben uns das Land genommen.

 

Das Feuer kam, es brannte loh!

und niemand in dem Dorf war froh.

Sie haben unser Haus verbrannt

und alle sind schnell weggerannt.

 

Ich musste durch das Feuer rennen

und mich von meiner Mutter trennen.

Weiß nicht, was mit ihr noch geschah.

ich war ja später nicht mehr da.

 

Ich fuhr dann mit dem Boot durchs Meer

und fürchtete mich wieder sehr.

Ich kam hier an und fand Abud

Er ist ein Freund, und er hat Mut.

 

Abud

Das stimmt, Hawi, ich habe Mut

doch noch viel größer ist die Wut

die in mir brennt wie eine Glut

und immer rächen will das Blut

 

der Meinen, die getötet worden.

Wer gab die Waffen diesen Horden?

Wer gab Befehl zu diesem Morden?

Wer hilft, dies Morden zu beenden?

 

Und wer straft die, die Frauen schänden?

Wer holt zurück aus ihren Händen

was sie geraubt und uns entrissen?

Wer appelliert an ihr Gewissen?

 

Du sprichst, Danai, von Harmonie!

Doch Harmonie, die gab es nie!

Noch keinem half das Weh und Klagen!

Ein jeder muss für sich erjagen

 

was er im Leben haben muss.

Das sag ich dir, und damit Schluss!

Danai:

Die Glut in dir, Abud, sie wird entfachen

noch größres Feuer, das noch größre Schrecken

der Erde bringen wird. Du musst bewachen

den Zorn in dir, du musst ihn gut verstecken!

 

Versöhne dich mit dem, was schon geschah!

Sonst bricht die Hölle los, sie ist schon nah.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Marens „Vibrationen“

Im Dezember 2022 postete die geschätzte Bloggerin Maren Sydow („Ich lache mich gesund“) einen Text mit dem Titel „Vibrationen“.

Etwas verspätet möchte ich Marens ausdrücklichem Wunsch folgen, auf ihren Text aufmerksam zu machen, um so zur Verbreitung beizutragen. Du findest den  Text, der die Form eines „autobiografischen“ Romans hat, wenn du auf den obigen link gehst. Angenehme Lektüre!

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Alltägliches Zeichnen: Zypressenzapfen

Die silbrigen weiblichen Zypressenzapfen sind für mich kleine Weltkugeln. Als ich heute einen seit langem vertrockneten und samenlosen Zapfen in die Hand nahm, dachte ich freilich mehr an unsere arme Erde und ihre Plattentektonik, deren immer noch nicht ganz erloschene Dynamik uns dieser Tage so dramatisch vor Augen geführt wurde. Ich nehme an, auch du hast den tiefen Spalt gesehen, der ein wohl bestelltes Olivenland im türkisch-syrischen Grenzgebiet auseinandergerissen hat. Was der Türkei jetzt geschah, ereignete sich 2001 in Tibet, dessen Platte nach Osten abdriftete. Auch in Kalifornien und in vielen anderen Weltgegenden kann man die Wirkung der sich gegeneinander verschiebenden Erdplatten betrachten.

Ich nahm die holzige leere Kugel zwischen die Finger, um sie mitsamt der haltenden Hand zu zeichnen (Schreibmaschinenpapier DIN A4, Tintenstift).

Übrigens bleibt der weibliche Zapfen oft Regel viele Jahre lang geschlossen und öffnet sich unter Feuereinwirkung, um dann, quasi in höchster Not, seine Samen auszustreuen. 

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Alltägliches Zeichnen: Krokodilgott

Alltägliches Zeichnen – ich habe es nun wieder aufgenommen. Diesmal besah ich mir ein Holz, das einem ägyptischen Krokodilgott ähnelt.  Als solcher hat schon im manchem Stillleben mitgespielt, zB hier oder hier. 

Die heutige Skizze habe ich auf einfachem Schreibmaschinenpapier mit Tintenstift gemacht.

Ich finde den nervösen Strich übrigens für dieses Holz durchaus passend.

Zum Vergleich: 2022, eine sorgfältige Zeichnung.

und 2018. Der Krokodilgeist als Erschaffer,  großformatige Bleistift-Studie.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Balkons

Immer wenn ich Almuths schöne Balkonberichte lese und anschaue, denke ich: Schade, auf meinem ist so wenig los. Dafür habe ich natürlich eine gute Ausrede: Ich bin selten hier, in der Athener Wohnung. Außerdem: Es gibt genug Grün rundherum, Bienen und andere Insekten haben also reichlich Nahrung. Also kümmere ich mich nur so weit um die Balkonpflanzen, dass sie von der Gießanlage am Leben erhalten werden, solange ich weg bin. Und kaufe ein paar neue Blumen fürs Auge, wenn ich komme.

Wie anders ist Christinas lebendiger Balkon, den ich vorgestern besuchte! Es ist ein schmaler Umlaufbalkon an einem hässlichen Mehrfamilienhaus, der sich als grünes Band um zwei Seiten zieht. Es gibt Blumen, ja, aber vor allem grüne Pflänzchen in allen Größen vom Keimen bis zur großblättrigen Entwicklung. „Unkräuter“ wie wie die hoch geschätzten Brennesseln gehören selbstverständlich dazu.  Alles ist essbar oder findet Verwendung in den zahlreichen Tinkturen, Salben und Tees, die Christina mit großer Sachkenntnis herstellt (ich erzählte schon davon). Wenn ich dort bin, fühle ich mich ruhig und gesund wie ihre Pflanzen und vergesse Hektik und städtischen Lärm.

Natürlich fehlt auch nicht der Hexenbesen. Ich entdeckte ihn in einer Ecke des Balkons. Wie sonst ließe sich dies üppige Wachstum der Grünoase erklären? Sie ist eine Hexe!

 

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Welttheater, 4. Akt, 13. Szene: Im Sumpf mit Spirits

Was zuletzt geschah: Hawi und Abud möchten am liebsten abhauen, aber Danai überredet sie, Wilhelm weiterhin zu helfen. Dabei geht es auch um die Frage: Was wird Wilhelm als Ausgleich für die geleistete Hilfe geben? Das ist wichtig vor dem Hintergrund der Erfahrungen der beiden Afrikaner mit der Kolonialherrschaft der Weißen.

Abud:

Ich kann diesem Mann hier nicht wirklich vertrauen

Ganz ehrlich, ich möchte am liebsten abhauen.

Danai:

Ich dank dir, Abud, wenn ihr wollt, könnt ihr gehen

Ich könnte das ohne weitres verstehen.

Hawi:

Ich traue mich nicht, es ist schon so dunkel

und nicht geheuer ist das Gefunkel

da zwischen den Büschen, es glitzert im Sumpf

es gluckert und zischelt um jeden Baumstumpf

ich glaub da sind Wesen die sind nicht geheuer

am besten wir machen ein Lagerfeuer

Sie kommen heran und müssen verbrennen

dann sind wir sicher und können wegrennen

Danai:

Hab keine Angst, die kleinen Elfen

und Trolle tuen niemand weh.

Im Gegenteil, sie wollen helfen

und haben mancherlei Idee.

 

Der rote dort ist Feuergeist

der könnte uns gleich nützen

hol etwas Holz und etwas Stroh,

das wird er dann erhitzen

und bald schon brennt es lichterloh.

 

Die Gelbe ist die kleine Lu

die sorgt für Wärme und für Licht

auch dort, wo Menschen so wie du

sich fürchten. Hawi, fürcht dich nicht!

 

Das blaue Kerlchen, Wa genannt,

den brauchen wir, denn ohne diesen

wär unsre ganze Welt verbrannt

er sorgt fürs Feuchte auf den Wiesen.

 

Zusammen halten sie die Waage

der Elemente, die für sich

nichts wären als ne Höllenplage

und in der Wirkung fürchterlich.

 

Feuer allein versengt und verbrennt

Wasser allein überschwemmt und ertränkt

Licht allein blendet, erblindet

Luft allein stürmet und windet

Erde zerfällt zu Staub und Stein

Gemeinsam ist Leben, Tod ist allein.

Das eine des anderen Wesen begrenzt.

im gemeinsamen Spiele das Leben erglänzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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