Vögel nach Fotos: Möwe

Am 14.3. veröffentlichte Almuth (NaturaufdemBalkon)  eine Übersicht über „Wintervögel“, und neben Brünelle, Rotkehlchen, Graugänsen, Ringeltaube und Grünfinken war auch eine Möwe zu sehen, die gemütlich auf dem Wasser schaukelte und dabei aussah „wie ein Papierschiffchen“.

Die pickte ich mir heraus, um sie zu zeichnen.

 

bereits
Und nun alle bereits gezeichneten zusammen:

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Hinunter zur Bucht und Eiersegen.

Windig und stark abgekühlt ist es, dabei sonnig und klar, das Meer strahlt in der Ferne so sehr, dass ich nicht hinschauen kann. Während ich durch den Olivenhain hinab steige, halte ich schützend die Hand über die Augen.

Unten an der Straße sehe ich zwei große Schafe im Licht stehen. Sie kommen neugierig näher.

Glückliche Schafe mit einem herrlichen Ausblick aufs Meer.

 

Ein wenig ruhe ich mich aus, bleibe bei einer Asphodelienwiese stehen, steige hinunter in die Bucht.

Ich war länger nicht hier. Schon von Weitem sehe ich, dass sich die Szenerie rund um die Tamariske wieder verändert hat. Vor Jahren gab es hier zwei Tamarisken, wunderbare Schattenspender, dann wurden die gewaltigen Wurzeln durchgesägt und die Bäume starben ab. Doch eine Wurzel blieb erhalten, der eine Baum trieb wieder aus, der andere aber lag als bleichendes Baumskelett am Strand, man hier, mal dorthin geworfen, als Trockenhalter für Badesachen dienend, von „Naturfreunden“ auch zum Teil verbrannt. Heute nun ist das große Skelett nicht mehr da. Nur drei  Stücke liegen da, bizarren Urtieren gleich.

Das große Stück aber haben sich die Besitzer des angrenzenden Grundstücks angeeignet. Wie sie es da rübergeschleppt haben?  Keine Ahnung.

Nun, seis drum. Hauptsache, sie lassen den wieder grünenden Baum in Ruh! Das Haus auf dem Felsen wird kräftig von den Wellen umspült, hält aber stand.

Auf dem Rückweg treffe ich das benachbarte Bäuerlein, das mich mag, seit ich ihn nicht wegen seines bissigen Hundes angezeigt habe. Heute fragt er, ob ich immer das alte Brot am Zaun dalasse. Als ich bejahe, geht er, um Eier zu holen und mir zu schenken. Vierzehn Stück fischt er aus seinen Hosentaschen, und ich lege sie vorsichtig und dankbar in meinen Beutel, um sie zu Hause in eine leere Schachtel umzulagern. Daraus könnte ich am Samstag eine Menge Crepes für meine Gäste backen!

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Bilder restaurieren: „Sterben eines Kaiki“ und „aufgegebenes Haus“

Das langsame Sterben eines Kaiki, Leinwand, mixed media, 120×60 cm

Als „Lustbarkeit“ möchte ich die Wiederherstellung eigener Bilder nicht bezeichnen. Ich komme nur langsam damit voran. Das Wort „Wiederherstellung“ ist nicht ganz wörtlich zu nehmen, denn sowie ich ein früheres Bild unter die Finger bekomme, verändere ich es auch. Allerdings bemühe ich mich zum jetzigen Zeitpunkt, wo ich die Schäden an vielen vom Ruß betroffenen Bildern beheben will, möglichst nah an der Originalfassung zu bleiben.

Heute arbeitete ich an einergroßen Leinwand mit Pigmenten, aufgeklebten Papieren, Klebestreifen und Kohle: ich reinigte helle Partien mit einem Gummi, klebte Papiere fest, verstärkte Kohlelinien und fügte etliche hinzu, um dem Bild mehr Struktur zu geben. „Das langsame Sterben eines Kaiki“ – des traditionellen griechischen Fischkutters – nannte ich es. Um die Überfischung aufzuhalten, wurden die griechischen Fischer von der EU mit Einmalzahlungen gelockt, ihre Boote stillzulegen. Seither sind diese schönen hölzernen Boote rar geworden, und viele zerfallen irgendwo an der Küste.

Ein anderes Bild derselben Serie, aber auf Papier und kleiner (Größe A1) restaurierte ich vor ein paar Tagen:

„aufgegebenes Haus bei Nacht“

Es ist inspiriert durch die zahllosen Häuser älterer Bauart, die in Athen und auch in Kalamata verfallen.  Die Besitzer können sich die aufwendige Restaurierung nicht leisten und warten darauf, dass sie die Erlaubnis zum Abriss und Neubau bekommen.

Etliche Bilder dieser Serie habe ich für die Ausstellung im Atelier ausgesucht. Sie sind natürlich nicht frühlingshaft und kaum dekorativ. Aber ich möchte diesmal nicht nur zeigen, was „gefällt“, sondern was mir wichtig ist.

 

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Tägliches Zeichnen: Straße in Kampos

Es waren die Farben der Häuser, die Kurve mit dem Schatten, die Unterbrechung durch den Lichtmast, die mich reizten. Bisschen gewalttätig, die Zeichnung, für mich aber als Erinnerung brauchbar.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Im Asphodelengrund

Den ganz bösen und ganz guten Seelen ist die Ewigkeit der Qualen und des Genusses zugedacht. Uns anderen aber? Wir werden vergehen. Doch bevor wir ganz vergehen, dürfen wir ein Weilchen auf der Asphodelienwiese wandeln. So erzählt es der griechische Mythos.

Heute, noch unter den Lebenden, wandelte ich entzückt über Asphodelienwiesen und dachte bei mir: kein schlechter Ort, um nach dem Tod noch ein wenig zu verweilen.

Karg und steinig ist die Erde hier, im Frühling aber erblüht sie. Überall Asphodelien, die weiße Affodill.

Natürlich nicht nur sie. Rundum ist der Boden von Blühendem übersät.

An schattigen feuchten Plätzen fand ich sogar noch wilde Iris

und bei einem Gehöft blühenden Boretsch und einen schneeweißen Puter.

Nicht nur auf der Wolfsmilch entdeckte ich kleine Bienen und dicke Hummeln und dies und das, das zu bestimmen ich nicht gelernt habe. Aber sehr viele Insekten gab es auch hier nicht.

Ich war in der Umgebung unseres Hauptdorfes Kampos unterwegs, erreichte ein stillgelegtes Nonnenkloster, aber nicht das kleine Nachbardorf, das ich erwandern wollte, solange Mann und Freund im Cafe das Ihre besprachen. Die Luft war vom Saharasand schwer getrübt, das beschwerte ein wenig den Atem.

Im Kloster sah ich Weidenkätzchen und zurück im Dorf die ersten zarten Blatthändchen der Feigenbäume sprießen. Der Weißdorn war ganz erblüht. Na, und noch dies und das.

Noch ein Blick über ein altes Dach in die Ferne. Der Saharasand hat sich zu hübschen Schäfchen zusammengeballt. Ein schöner Spaziergang!

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Archivbild der Woche: 16.3.2017, Weltzustände

Am 16. März 2017 dachte ich darüber nach, wie man Vorder- und Hintergrund eines Bildes so verschränken kann, dass das Auge sich nicht bei abgegrenzten Objekten ausruht (was es gerne tut), sondern gezwungen ist, ruhelos zwischen Vorder- und Hintergrund hin und her zu tanzen.

Warum  schien mir das erstrebenswert?

„Weil wir meist nur die Gegenstände wahrnehmen, die sich unserem Auge aufdrängen, nicht aber die dahinter wirkenden Kräfte, die sie hervorbringen.“

 „Es wäre gut, wenn wir nicht nur die einzelnen Ereignisse, die uns aus den Medien entgegenschreien, registrieren, sondern einen Zusammenhang herstellen zwischen den Ereignissen und den im Hintergrund wirkenden Kräften.“

Diesen Gedanken aus dem Archiv hervorzuziehen, scheint mir dringlich geboten. Denn wie soll man die Ereignisse der Gegenwart verstehen, wenn man nicht zugleich die im Hintergrund treibenden und gestaltenden geistigen und wirtschaftlichen Kräfte ins Auge fasst?

 

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Einladung zum Frühlingsfest

In einer Woche ist die Frühlings-Tag- und -Nachtgleiche, für mich eine Gelegenheit, die Freunde in meinem neu gestrichenen Atelier und im Garten zu einem Frühlingsfest zusammenzurufen. Das „Programm“ steht: Wir beginnen mit dem Sammeln von Kräutern unter sachkundiger Anleitung. Die Kräuter werden dann gewaschen und gekocht und zu einem Reinigungstrunk und einer Suppe verarbeitet. Dann kommt ein befreundeter professioneller Märchenerzähler, der uns die Geschichte der Persephone erzählen wird. Ihr kennt sie wohl: Persephone, die Tochter der Göttin Demeter, erfreut sich des Frühlings, sammelt Blumen – da kommt Hades und raubt sie. Frühling und Tod und Auferstehung sind ein uraltes Frühlingsmotiv.

Nach dem Märchen gibt es die Möglichkeit, ein gemeinsames Bild auf einer langen ausgerollen Leinwand zu malen. Oder eine Collage zu machen. dafür werde ich eine ausgehängte Tür aufbocken. Kann auch sein, dass sich die Besucher lieber über das Büffet hermachen, trinken und reden wollen.. Oder eine Runde Paneurythmie tanzen.

So gegen halb neun erwarte ich eine Freundin mit ihrem 13jährigen Sohn. Die beiden musizieren zusammen, singen auch. Sie sind echte Profis.

Und natürlich besteht die Möglichkeit, im Atelier Bilder anzuschauen und, wenn gewünscht, gegen eine kleine Spende zu erwerben.

Es wird genug zu tun sein. Ich bin gespannt, was draus wird. Wenn du zufällig hier in der Gegend bist: komm vorbei!

Heute habe ich eine Einladungskarte gezeichnet, absichtlich ein wenig schief und krumm, um dem Ganzen den Stempel des Provisoriums aufzudrücken. Denn perfekt wird nichts sein. Ich werde zwar alles bereit stellen, von dem ich glaube, dass es nötig oder nützlich sei, doch werden die Besucher helfen müssen, um die Szenerie je nach Bedarf auf- und umzubauen.

 

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Blaues Haus, blauer Himmel (Ausmalbild)

Heute setzte ich mich in ein Cafe nahe am Hafen, trank einen Espresso und zeichnete auf die Schnelle das gegenüberliegende blaue Haus. Ein schönes Haus, finde ich, mit sehr hübschen Details. Ich verhedderte mich daher beim Zeichnen von Balkons, Fensterrahmungen, Jalousien und so war die 20-minütige Pause rum, bevor ich die Buntstifte ausgepackt hatte.

Das „Ausmalen“ holte ich dann zu Hause nach. So ungefähr hats ausgesehen, auch wenn ich mich beim Ausmalen der Türrahmungen manchmal vertan habe.

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Gläser mit Stiften, Lautsprecherbox und mehr (tägliches Zeichnung)

Auf meiner Seite des großen Klostertisches, den wir zu zweit als Schreibtisch benutzen, stehen drei Gläser gefüllt mit Stiften aller Art. Auf der Seite meines Mannes steht eine Lautsprecherbox mit dem Rücken zu mir. Kann man so etwas zeichnen? Klar, alles lässt sich zeichnen, irgendwie. Eine weibliche Rückenansicht ist natürlich etwas  aufregender als die Rückseite einer Lautsprecherbox, die zudem im knappen Lampenlicht zu einer einheitlichen schwarzen Form zusammenschmilzt – aber sie hat ja auch ihren Wert. Also zeichne ich sie.

Na also! Geht doch!

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Vögel nach Fotos: die Trottellumme

Vorhin las ich eine Reportage von Werner (Vogelknipser), über einen Vogel, von dem ich noch nie etwas gehört hatte: die Trottellumme. Zugleich tieftraurig und liebevoll ist sein Bericht über diesen Vogel, der im vergangenen September unerwarteter Weise auf der Insel Texel an Land gegangen war und sich dort eifrig putzte. Was hatte ihn in diese Gegend gebracht? War es der Hunger, der so viele seiner Artgenossen umbringt, seit die Heringsschwärme ausbleiben?

Ich konnte nicht anders, ich musste ihn zeichnen.

 

 

Da es erwartbar noch mehr Vogelzeichnungen geben wird, habe ich denvier bisher entstandenen eine eigene Rubrik innerhalb der Serie „Tiere nach Fotos“ eingeräumt.

 

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