Tagebuch der Lustbarkeiten: Schlaflosigkeit und neurographisches Zeichnen

Gestern fuhren wir von der Mani nach Athen und fanden alles in bester Ordnung vor. Vom Vortag und der Fahrt zerschlagen, ging ich zeitig schlafen, aber der Schlaf wollte nicht kommen. Um halb vier Uhr nachts beschloss ich, aufzustehen und mich in Schlaf zu zeichnen. Wozu lerne ich das neurographische Zeichnen?

Als erstes machte ich eine spontane wirre Zeichnung mit „neurographischer“ Linie, dh einer Linie, die sich weich über das Blatt bewegt. Zwei spitzige Dreiecke – Symbol für Störungen – fuhren da hinein. Dann machte ich mich daran, die sich überschneidenden Linien abzurunden, ließ sie ineinander fließen, geduldig, aufmerksam. Und vergaß den Stress.

Abgebrochene Bewegungen führte ich fort …

Ich ließ mich in ein nachtblaues Ei hineinfallen, färbte auch die Nacht in beruhigende Blau-Violetttöne ein. Ich wurde ruhig, entspannte mich. Doch schien mir das Ganze noch unvollkommen.

Erst als ich rundum Himmelslichter aufgehen ließ, war ich zufrieden und ging zu Bett. Ich belebte und vertiefte das Bild in mir, ließ mich ins Nachtblaue fallen, behütet von den Himmelslichtern, und schlief selig ein.

Neurographische Zeichnungen fertige ich jetzt fast täglich an – manche gefallen mir, andere weniger. Es geht dabei weniger um ästhetische Urteile als um Selbsterkundung, Erkenntnisgewinn und neue Orientierungen auch im Verhalten.

Wenn ich grad kein eigenes Thema habe, ziehe ich eine Tarotkarte, um mich zu üben. Ich lese die Bedeutung der Karte nach und verbinde sie zeichnend mit meiner Lebenssituation. Für die in der Karte angelegten Herausforderungen, Probleme und Einseitigkeiten suche ich nach harmonischen Lösungen.

Vier Beispiele:

Königin der Münzen – Rad des Schicksals – Königin der Schwerter – Zehn Stäbe

 

Cynthia hat mir die Grundlagen vermittelt und berät mich weiterhin.

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Kleine Beobachtungen: άρτος / Brot

Auf dem Weg von unserem Haus nach Kalamata kommt man im Dorf Verga an einer sehr frequentierten Bäckerei vorbei. Der Parkplatz davor ist immer gerammelt voll, denn so ziemlich jeder hält dort an, um Brot und Gebäck zu kaufen. So auch wir.

Heute hielten wir mit vollgepacktem Auto, denn wir waren auf dem Weg nach Athen. Während mein Mann hineinging, um für sich eine Bugatsa (warmes süßes Gebäck mit Puderzucker und Zimt) und für mich eine Spanakopita (Spinatgebäck mit Schafskäse) zu kaufen, fiel mir das Firmenschild ins Auge.

„Brot, Süßes, Kaffee“ werden darauf angepriesen. Artos – das altgriechische Wort für Brot – mag ich besonders, und zwar nicht nur wegen der Lautähnlichkeit mit Art = Kunst, sondern wegen der Gebetszeile Τὸν ἄρτον ἡμῶν τὸν ἐπιούσιον δὸς ἡμῖν σήμερον = Unser tägliches Brot gib uns heute.

Willst du in Griechenland Brot kaufen, so wirst du nach ψωμί (psomi) fragen, aber an dem Geschäft wirst du lesen: αρτοποιείον (artopoieion, Brotbäckerei). Darin hat das alte, sonst ungebräuchlich gewordene Wort artos/Brot überlebt. Und auch das altgriechische Wort ποιειν (poiein, machen, schaffen, komponieren) steckt darin. Poesie hat dieselbe Wortwurzel. Brotbäckerei = Kunst und Poesie….

Aufmerksam geworden, betrachtete ich auch noch das andere Firmenschild. Das wendet sich halbherzig an die internationale Kundschaft. Der griechische Name „Gebrüder B. Sourea“ wird ergänzt durch das Wort „Family bakery“. Und in Großbuchstaben darunter, wieder griechisch: seit 1918

Donnerwetter! Das war mir bisher nicht bewusst, dass diese Bäckerei schon 106 Jahre lang besteht und immer noch von derselben Familie geführt wird! Gebacken wird hier freilich nicht, es ist nur eine der vielen Filialen der Bäckerei, die ihren Sitz in Kalamata hat. (unbezahlte Werbung)

Nun bin ich wieder in Maroussi und habe einen anderen Bäcker, der noch selber in seiner Backstube backt.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Alt-Messene, mit Zeichnen, Paneurhythmietanzen und Tavernenbesuch

Die antike Stadt Messene, eingebettet in eine weite mit Oliven beplanzte Hügellandschaft, gründlich ausgegraben und dokumentiert, habe ich schon oft besucht. Berichtet habe ich zB hier.

Heute begab sich die Paneurhythmiegruppe dorthin, um an einer Führung teilzunehmen und danach an einem abseitigen Platz zu tanzen. Ich hatte keine Lust auf die Führung, da ich die Geschichte des Ortes gut genug kenne. Stattdessen machte ich endlich mal wieder ein paar Zeichnungen.

Fotografiert habe ich natürlich auch.

Zum Tanzplatz ging es durch wildere Natur. Die extreme Trockenheit ist überall zu spüren. Wolken zogen vor die Sonne, aber Regen kam nicht. Später in Kalamata  fielen ein paar Tropfen, kaum genug, um den Staub auf den Straßen zu binden.

Ein Erinnerungsphoto musste natürlich auch gemacht werden. Acht waren wir: ein Mann (der Lehrer) und sieben Frauen. Warum es meist Frauen sind, die sich an solchen Aktivitäten beteiligen? Und wenn es doch mal ein Mann ist, dann eher als Lehrer? Mich kümmerts nicht. Schön war es, stark.

Mit Freundin Wasso war ich dann noch in einer urigen Gaststätte essen. Wasso kennt die Besitzerin. Wen kennt sie eigentlich nicht? Seit zwanzig Jahren auf dem Basar – da ist der Bekanntenkreis riesig. Wir bestellten Schwarzaugenbohnen mit Spinat, geschmorte Auberginen, Backofenkartoffeln und Schafskäse und genossen das Essen und das Beisammensein.

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Kunst hilft: Ausstellung auflösen (zwei Seelenstimmungen)

Gestern löste ich die Ausstellung „Kunst hilft“ auf. Heute vormittag schleppte ich die verbliebenen Bilder hinunter ins Atelier und ordnete sie ein. Es sind immer noch sehr viele, aber eben doch etwa 50 weniger als zu Beginn der Aktion „Kunst hilft“ vor einem Jahr. Der Raumgewinn macht sich noch nicht sehr bemerkbar, zumal ich ja inzwischen auch Neues produziert habe. Aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Eine echte Win-win-Situation: mehr Raum, neue Besitzer, Geld für Hilfen, Zirkulation, Transformation, neue Verbindungen.

Zum Legebild: Zwei Seelenstimmungen

Schön ist das Loslassen und Freigeben. Der Sommerwind fährt hinein und trägt es davon.

Jetzt zu Winterbeginn ist es aber durchaus auch angebracht, anzuhäufen, zu sichten und zu bewahren, was noch nützlich ist, und für den nächsten Frühling vorzubereiten.

zwei Seelenstimmungen (Maries Schnipsel)

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abc-etüde und drabble: Was sonst noch am 6. November geschah (kata-strophische Zeitgeschichte)

abc-etüde: Ehrenamt – enthusiastisch – lesen

Dienstags-Drabble: vorkommen – Mittelalter – verschieden

Ob es wohl geht, einen Text von nur hundert Wörtern zu schreiben, der sowohl die Vorgaben von Christianes abc-etüden als auch die von Heides vorigem Drabble bedienen. Und sieh da: es geht sogar kata-strophisch.

 

Ein bisschen Zeitgeschichte

 

Ich habe heute nachgelesen

Was früher schon mal dagewesen

Am 6ten Tage des November

Und was uns zuruft: hey, remember!

 

Was vorkam, war nicht so verschieden:

Der eine hätt es gern vermieden

Der andre lobt es enthusiastisch

und findet’s outcome ganz fantastisch.

 

Die Briten haben, als er acht

Den Henry Six zum King gemacht*

War diesen Briten denn nicht klar

Dass King kein Ehrenämtchen war?

 

Vom Mittelalter bis nach Wien

Von dorten weiter nach Berlin**

So geht die Reise der Geschichten

Und ist zu Ende noch mitnichten.

 

Ob Lincoln, Eisenhower, Trump**

Der Zirkus pfeift und trötet: Jump!

Applaus!

Und aus.

 

* Henry VI  war König von England (1421 – 1471, mit Unterbrechungen) und König von Frankreich (1422 – 1461), u.a. verantwortlich für die Verbrennung von Jeanne d’Arc. Mit seinen Niederlagen endete der 100jährige Krieg zwischen England und Frankreich.

**Berlin: der enge Freund des Kronprinzen und späteren preußischen Königs Friedrich II, Hans-Hermann von Katte, wird vor seinen Augen auf Geheiß seines Vaters, König Friedrich Wilhelm I, am 6.11.1730 erschossen, weil er Friedrich bei der Flucht vor dem Wehrdient geholfen hat.

*** Diese und etliche andere amerikanischen Präsidenten wurden am 6. November gewählt, außer den Genannten zB auch Herbert Hoover 1928, Reagan 2. Amtszeit 1984, Obama 2. Amtszeit.

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Impulswerkstatt: Der Teufel (Mosaikstück)

 „Teufel“ ist ein Mosaikstück deiner Impulswerkstatt, liebe Myriade. Ihm habe ich schon mehrfach Artikel gewidmet –  vor allem im Zusammenhang mit den Tarot-Karten, die ich gestaltete. Und da es immer gut ist zu wissen, wie der Teufel aussieht, habe ich die damaligen Posts wieder hervorgekramt und füge sie hier zu einem aktualisierten Artikel zusammen.

Collage mit Dürers „Ritter. Tod und Teufel“

Der Herr der Fliegen – Inbegriff von Laster, Versuchung, Täuschung, Besessenheit und üblen Begierden – was hat er für eine Gestalt?

Seine geläufigste Erscheinungsweise ist wohl das Feuerteufelchen: Es schürt das Höllenfeuer, damit es die Sünder recht warm haben.

Sehr verbreitet ist auch die Meinung, er gleiche einem Ziegenbock. Aber das möchte ich energisch bestreiten. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Verhöhnung des großen Gottes Pan, der in Arkadien zu Hause war. Pan verkörperte die Natur selbst, denn Pan bedeutet „Alles“. Du kennst es vom „panta rhei“ des Heraklit, oder vom „pan metron ariston“ des Kleovoulos. In Panik verfiel, wer des Gottes Pan plötzlich gewahr wurde.

Hier siehst du ihn in einer schon römisch-griechisch verniedlichten Form zusammen mit Aphrodite und Eros. Ein Wolllüstling ist Pan ja vielleicht, aber ein Teufel?

Pan mit Eros und Aphrodite, Archäologisches Natioalmuseum Athen

Ich neige eher dazu, sein Aussehen aus seinem Namen abzuleiten. „Teufel“ ist eine Verballhornung des Wortes διαβολος/diavolos (siehe auch diabolisch). Wörtlich bedeutet diabolos der „Auseinanderwerfer“ und meint den Verleumder, der die Menschen durch Lügen und üble Nachrede gegeneinander aufbringt und entzweit. Ein Verleumder und Verpetzer ist er, ein Anstifter und Spalter, ein Brandstifter, der den Biedermann spielt. Sein größtes Vergnügen ist es, Menschen zu Feinden zu machen, und er lacht, wenn wir uns hassen.

Da gibt es nun viele Anwärter. Ich habe eine Figur gewählt, die durch ihren Hut mit Doppelspitze auf die übliche Teufelsfigur anspielt. Der Teufel hat zwei Hörner: zwei wie Zwist, Zwiespalt, Zweifel, zwielichtig, zwingen, zwicken und zwacken.

In meinem Spiel ist der Teufel in Rot und in Blau zu haben.

Oder meinetwegen auch in bunt. Er kommt in allen Einfärbungen vor. Hier sieht man ihn in Gemeinschaft mit dem traditionellen Feuerteufelchen.

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Tagebuch (keine Lustbarkeit): Oliven

Es steht nicht gut um die Oliven. Eine kleine Hoffnung besteht noch, dass es ab Mitte der neuen Woche zu Regenfällen kommt, und dass der Regen die schrumpelnden Oliven noch mit Saft füllen wird. Ist der Regen zu heftig, fallen die Früchte zu Boden. Schon jetzt rechnen die hiesigen Olivenbauern mit einem 60%igen Ernteausfall.

Besonders schlimm steht es um die großen schwarzen Kalamon-Oliven.

Die kleinen grünen Oliven halten sich ganz gut, wenngleich sie wenig Öl geben werden. Viele Bauern fragen sich, ob sie angesichts der hohen Kosten für Erntearbeiter und der niedrigen Abnahmepreise des Handels überhaupt ernten sollen.

Dabei war der Fruchtansatz sehr vielversprechend. Die Bäume hängen voller kleiner Früchte. Und wir werden ernten, auf jeden Fall, egal was es kostet und was es bringt. Nicht ein Tropfen des kostbaren Öls soll verloren gehen!

Noch hoffen wir auf regenreiche Tage. Daher werden wir dieses Jahr nicht schon im November, sondern erst im Dezember ernten.

 

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abc-etüde: Kunst hilft – auch den streunenden Katzen (ein Sachtext)

Ehrenamt
enthusiastisch
lesen.

Das sind die drei Wörter, um die herum wir einen Text von höchsten 300 Wörtern bauen sollen. Anna-Lena von „Meine literarische Visitenkarte“ hat die Wörter spendiert. Die abc-etüden werden, wie jedermann und jede Frau weiß, von Christiane betreut.

Kunst hilft – auch den streunenden Katzen

In Kalamata gibt es einen Mann – von Beruf Computerfachmann -, der sich um die streunenden Katzen kümmert. Er tut es mit Leidenschaft und seit Jahren. Viele Hunderte hat er vor dem Tod gerettet, zur OP gebracht, sterilisieren lassen, und täglich dreht er seine Runden, um die Katzen zu füttern. Auch heute Nacht ist er unterwegs, macht erst gegen halb zwei Uhr Schluss.

Ich lernte ihn heute kennen.

Wir haben nämlich beschlossen, einen Teil der Einnahmen aus dem Projekt Kunst-gegen-Spenden abzuzweigen und für den Tierschutz zu nutzen. Der erste Gedanke war, dem hiesigen Tierschutzverein eine Spende zukommen zu lassen, denn auch der leidet unter Geldmangel. Doch dann machte eine unserer Freundinnen uns auf Takis aufmerksam. Er hat kein Ehrenamt in irgendeinem Verein, hält keine Reden, und in keinem Lokalblättchen wirst du etwas über ihn lesen. Ganz aus eigenem Entschluss und ausschließlich mit Eigenmitteln geht er nachts durch die Straßen, um die streunenden Katzen dieser Stadt zu suchen, zu füttern, notfalls auch einzufangen, um sie zum Tierarzt zu bringen. Viele geheilte und sterilisierte Tiere hat er an Privatleute vermitteln können, die anderen sind auf Fütterung angewiesen.

Dem Katzenfreund konnte ich heute fünf 50E-Banknoten überreichen. Das ist eine kleine Geste der Anerkennung seines unermüdlichen enthusiastischen Engagements für die hilflosesten unserer Mitgeschöpfe. Nun will er mir helfen, auch meine scheue Katzenmama Prinkipessa einzufangen und zu sterilisieren. Mir ist das bisher nicht gelungen.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Mittagessen auf der Turmterrasse

Es ist immer noch sehr warm und trocken bei uns. Und da es so ist und Jammern den Olivenbäumen auch nicht hilft, sagte ich mir: Genieße das Wetter. Das war ein kluger Entschluss, denn das Meer war köstlich (ich hatte es für mich allein), das Haar trocknete im Nu, und Zuhause gab es fantastische Kichererbsensuppe und griechischen Salat. Umringt von der Katzenbande, trugen wir die Speisen die Treppe hinauf auf die Turmterrasse, platzierten die Suppen- und Salatschüsselchen auf dem runden Tischchen und das Tablett mit dem Obst-Nachtisch auf den Eisenbetten, die noch vom Sommer dastehen.

Fritzi fand die Kiwi ganz gut geeignet, um sie ein bisschen rumzukollern, aber so richtig begeistert war sie nicht.

 

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Dienstags-Drabble: Zeit und Gegenwart

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Ein Foto, das ich 2016 im St. Annen-Museum in Lübeck aufgenommen habe, zeigt zwei Frauengestalten, die sich überlagern und durchdringen. Die eine ist gemalt und lebte im Mittelalter, die andere hat sich im spiegelnden Glas des Gemäldes fotografiert und lebt heute.

Es will mir vorkommen, als seien wir beide so verschieden nicht, auch wenn die Zeiten uns trennen. Es fällt mir leicht, mir vorzustellen, wie die gemalte Frau aus dem Rahmen tritt und mir den Apfel reicht. Und ich reiche ihr das Apple-iphone. „Du musst nur hier drücken“, würde ich sagen, sie würde nicken. Und klick! verschwände ich in ihrem Rahmen.


Dies ist ein Drabble (d.h. ein Text aus hundert Wörtern) mit drei Wörtern, die Heide von Blog Puzzleblume ausgewählt hat: Mittelalter – vorkommen – verschieden. 

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