Zeigt her eure Tassen 15: Eine Tasse mit Gesellschaft

Eine Tasse ist nicht gerne allein.

Viel besser fühlt sie sich zu zwein

Sie mag ihresgleichen, sie mag auch ein lebhaftes Surrounding mit vielen anderen Dingen, die Genuss versprechen.

Hier haben sich zwei Tassen auf einem Tisch in einem Gartenlokal eingefunden, dazu auch ein Zeitung-lesender Mann, Wassergläser, eine Brille und Palmen, Stühle und einen Rucksack gibts auch. Und natürlich auch eine Frau, die all das sieht, zeichnet und genießt.

Und wo findet das Ganze statt? Wenn man genau hinschaut, erkennt man ein paar Eisenbahnwaggons. Und weiß dann: wir befinden uns im kommunalen Cafe des Eisenbahnmuseums in Kalamata.

Dies ist ein weiterer Beitrag zur von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufenen Blogparade „Zeigt her eure Tassen“

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aufgeschüttete Schutzwälle (Mosaikstein Mole 2, Impulswerkstatt)

Zu den Bildern deiner Impulsrunde, liebe Myriade, will mir grad nichts Rechtes einfallen. Also versuche ich es noch einmal mit dem schönen Begriff „Mole“. der mir seit Kindestagen ein warmes Herz macht. Mole – das bedeutet Meer und eine menschengemachte Vorrichtung, um etwas weiter hinauszugelangen oder, sofern man ein Boot hat, es dort festzumachen und vor den heftigen Winden und Wellen zu schützen. Mole bedeutet Freiheit und Schutz zugleich.

Auf vielen Molen hab ich gestanden, an einigen habe ich mein Boot festgemacht. Jetzt, hier in der Mani, sind es vor allem aus mächtigen Felsbrocken aufgeschichtete Schutzwälle gegen das Geröll, das die Winterstürme an Land bringen. Sie sind noch nicht alt. Und viel helfen tun sie auch nicht. Von ihnen will ich diesmal erzählen.

Als sie vor einigen Jahren aufgeschüttet wurden, grollte ich und meinte, sie verschandelten die Küstenlinie, inzwischen aber habe ich mich mit ihnen abgefunden und sogar angefreundet.

Die Steine für die Molen wurden im nahegelegenen Gebirge gebrochen, und so kann es vorkommen, dass ein eingeschlepptes Eichenbäumchen in der Gesteinswüste wurzelt und gedeiht.

Hier sieht man die Sprenglöcher im Gestein. Die rötliche Einfärbung zeigt Bauxit- und/oder Eisenvorkommen an.

Manche dieser Molen sind nicht aus Gebirgssprengungen, sondern aus riesigen glatten Steinen geschichtet, die aus dem Flussbett des Sandova herausgebaggert wurden.

Die sind praktisch, um drauf zu sitzen …

die Küstenorte von der Meeresseite aus zu zeichnen…

seinen eigenen Schatten drauf zu projizieren

oder auch den Katzen zuzuschauen, die die warmen Steine lieben.

Zur Not kann man aber auch auf den zackigen groben Steine sitzend zeichnen.

 

Die eine und andere Mole habe ich auch portraitiert.

 

Dies ist mein zweiter Beitrag zum Mosaikstück „Mole“ in Myriades Impulswerkstatt.

 

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Zeigt her eure Tassen 14: Espresso am Morgen

… vertreibt Schläfrigkeit und Sorgen.

Für die von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufene Blogparade „zeigt her eure Tassen“ greife ich heute zur Espressotasse und wünsche allen hier Mitlesenden eine aufgeweckte frohgelaunte Vorosterwoche!

Und ja: Zucker darf sein, um die Bitterkeit des Espresso zu lindern.

 

 

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Archivbild der Woche: 13.4.2023: Die Saison ist eröffnet

Archivbild der Woche! Heides (Puzzleblume) Aufforderung, uns jeden Sonntag einmal unserem Archiv zuzuwenden und zu sehen, was uns an einem Tag wie diesem in einem früheren Jahr beschäftigt hat, folge ich immer sehr gern. Mein Archiv geht nur zehn Jahre zurück, aber auch so ist es immer eine schwierige Entscheidung, welchen Einfall und welches Bild ich auswählen soll.

Dieses mal blieb ich an einem Bild hängen, das aus einer mit einem Foto überblendeten Zeichnung im Nachbardorf an der Küste entstand. Denn genau so eine Szene sah ich heute, und ich dachte: „Die Saison ist eröffnet“. Man erkennt es an den aufgespannten Sonnenschirmen.

Es ist noch sehr kühl, aber da Ostern dieses Mal mit dem westkirchlichen Ostern zusammenfällt, bereitet sich die Geschäftswelt eifrig auf die Osterurlauber vor. Heute, am letzten Sonntag vor Ostern, war unsere Taverne schon sehr gut besucht.

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Zeigt her eure Tassen 13. Espressotasse im Glas (Spiegeltrick)

Für die von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufene Blogparade „zeigt her eure Tassen“ kann ich heute mit einer besonderen Nummer aufwarten:

Können Espressotassen

in Wassergläser passen?

Die Antwort ist:  Ein bisschen gequetscht und deformiert zwar, aber hallo!

Eigentlich hatte ich es auf die Spiegelungen der Tischsets im Glas abgesehen, dann erst bemerkte ich die Espressotasse im Glas.

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Zwiebel-Wuschelkopf (Impulswerkstatt, Bild 2)

Liebe Myriade, hier ist nun endlich auch der Zwiebel-Wuschelkopf, den ich dem Knoblauch-Gesellen und deinem Foto 2 der laufenden Runde der Impulswerkstatt zur Seite stellen möchte.

Die Zwiebelblüte sieht, wenn sie noch nicht ganz aufgegangen ist, mit ihrem Kopftuch ein wenig wie eine brave Hausfrau aus.

Und ein bisschen ist sie ja auch die brave Hausfrau unter den Zwiebelpflanzen: unerlässlich, brauchbar, manchmal zum Heulen.

Dass man an ihr auch das Wachstum messen kann, wurde mir erst durch Dora klar. „Ich bin schon wieder geschrumpft“, hörte ich sie jammern (hier).

Sie hatte sich als Messlatte ausgerechnet den schnell wachsenden Trieb einer Zwiebel ausgesucht, und meine Versuche, ihr zu erklären, dass die Zwiebel wuchs, während sie selbst gleich groß blieb und nicht schrumpfte, hatten nichts gefruchtet.

Später erwischte ich dann Dora, wie sie der Zwiebel beim Blühen helfen wollte.

„Was hast du vor?“ rief ich. „Lass die Zwiebelblüte in Ruh!“ – „Ich helfe ihr beim Öffnen!“ schrie Dora zurück. „Du siehst doch selbst, dass sie Probleme hat. Die dünne Haut will nicht abgehen!“

„Ganz von allein, liebe Dora, wird sich dies Zwiebelköpfchen öffnen“, belehrte ich sie. „Es braucht keine Nachhilfe. Wenn es so weit ist, gucken wir beide zu, wie diese vielen Blütenknospen sich auseinanderfalten, um die Himmelskugel mit all ihren Sternen nachzubilden.“

Und so geschah es dann auch.

All das ist schon furchtbar lange her – fast drei Jahre nämlich. Aber da Dora eine ganz spezielle und allseits beliebte Jahreshelferin war, habe ich sie noch mal aus dem Weltall zu uns zurückgeholt.

600px-Mixed_onionsNun aber möchte ich doch noch etwas Literarisches und Historisches zur Zwiebel berichten und greife dafür erneut auf den griechischen Sprach-Blogger Sarant zurück. Was uns die Tränen in die Augen treibt, so lautet sein Eintrag vom 11.2.2014. Als erstes zu Wort kommt die Lysistrata des Aristophanes (hallo gerlintpetrazamonesh!), die im antiken Athen einen Sexstreik organisierte, um die Männer vom Kriegführen abzuhalten. „Ich will dich küssen“ – verlangt ein Alter, und Lysistrata antwortet: „Wenn du es wagst, wirst du keine Zwiebeln brauchen“, m.a.W.: sie wird ihn so verprügeln, dass er weinen wird, ohne dafür Zwiebeln schneiden zu müssen.

Literarisch erwähnt wird die Zwiebel erstmals bei Homer, in der Rapsodie L der Eliada (Trojanischer Krieg), wo sie als Snack zum Wein gereicht wird. Zwiebeln gehörten zur Speise der Athleten, wie Herodot erzählt: sie verspeisten je eine am Morgen und am Abend. So jedenfalls weiß ein griechischer Gelehrter namens Kavroulakis in seinem Buch „Die Sprache des Geschmacks“ zu berichten. Ein anderer behauptet in seinem Buch „Militärleben in Griechenland“, dass frisch Eingezogenen eine Zwiebel an die eine und ein Knoblauch an die andere Hand gebunden wurde, damit sie lernten, rechts und links zu unterscheiden. Der Befehl „Kopf rechts!“ wurde zum Befehl „zur Zwiebelseite!“ und „Kopf links“ „zur Knoblauchseite“. Bis heute ruft man, wenn jemand rechts und links nicht unterscheiden kann: „Skordo-kremmidi“ (Knoblauch-Zwiebel). Ja, ja, zu diesen Leute gehöre ich auch: kann rechts und links nicht unterscheiden. Die Knospen und Blüten der beiden zu unterscheiden – auch das fällt mir immer noch schwer.

Sind das nun Zwiebeln? Oder Knobläuche? Na?

 

 

 

 

 

 

 

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Zeigt her eure Tassen 12. Hybride Spielereien

Im Rahmen der von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufenen Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ zeige ich euch heute hybride Spielereien – eine Mischung aus Handzeichnung und digitaler Fotografie.

Ich machte eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Stilllebens mit Eulenbecher, Orange und Kugelvase mit weißer Rose. Dann machte ich ein Foto derselben Szene, entfärbte es, schnitt die Objekte aus und kopierte sie auf die Zeichnung. Die Orange beließ ich orange. So entstand ein interessanter Effekt: Die fotografierten Teile wirken dreidimensional auf der zweidimensionalen Zeichnung, man möchte den Becher und die Orange in die Hand nehmen oder die Nase in die weiße Rose stecken. Und ist doch alles nur Schein.

Dieselbe Zeichnung habe ich auch noch in umgekehrter Logik bearbeitet:

Auf das Schwarz-Weiß-Foto, auf dem man die Spiegelungen der Objekte, ein Fenster und ein Bücherregal erkennt, habe ich diesmal die entsprechenden Teile der Zeichnung kopiert. Der gezeichnete Becher hat hier ein anderes Gesicht, ist breiter und lacht – womit er das Eulenfenster imHintergrund nachahmt. Das Foto umfasst einen großene Bildausschnitt, drum ist der Henkel des Bechers nun zu sehen, der im ersten Bild fehlt.

Zeichnung und Fotoausschnitt im Vergleich.

 

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Von Ameisen und Menschen (abc-etüde, kata-strophisch)

Ameise
unmenschlich
quellen.

Das sind die Wörter, die „Schreibenblog“ für Christianes abc-etüden spendete. Sie sind in einem Text von höchsten 300 Wörtern unterzubringen. Ich habe schon einmal eine abc-etüde zu Ameisen geschrieben. Auf sie beziehe ich mich in den Anfangszeilen (hier)

Die erste Illustration ist eine Collage: das Bild entstand als Kommentar zum ground zero (9/11), eine Ameise habe ich gezeichnet und digital geklont.  Die zweite Illustration ist ein Schnipselbild, das ich im Jahr 2015 zm Text „Nun trommeln sie wieder“ legte.

 

„Ameisen finde ich ambivalent

Was jeder versteht, der Ameisen kennt“

 

 

So dichtet’ ich einst am zwölften September

Inzwischen verging schon so mancher November

Und immer noch leben die Ameisen fort

Mal krabbeln sie hier, mal krabbeln sie dort.

 

Wir Menschen sind auch noch vorhanden, gewiss,

und lernen grad wieder, wie’s ist beim Kommiss.

Wir kleiden uns grünlich und bräunlich dazu

Auch Kaki ist fesch und am Arm ein Tattoo.

 

Schon stehn wir bereit, um den Feind zu bekriegen

Sinds Menschen, sinds Teufel, wen solln wir besiegen?

Schon stehen wir stramm, wenn die Trommel ertönt

Denn das sind wir Menschen seit Urzeit gewöhnt.

 

Die Ameis marschiert, das macht ihr Vergnügen

 Und wenn sie auch hundert von ihnen erschlügen

So kämen statt ihrer noch tausende mehr

Und füllten mit Helden das Ameisenheer.

 

Und schließt du ein Loch, schon quelln sie hervor

Aus anderen Löchern und singen im Chor:

„Wir ziehn in den Kampf, egal gegen wen

Wen kümmert’s ob gegen Berlin od’ Athen!“

 

Von Ameisen red ich, die machen das so

Das ist, was sie lieben, der Kampf macht sie froh.

 

Unmenschlich jedoch ist’s, wenn Menschen marschieren

Sie gleichen dann, sagt man, den wildesten Tieren

Die ohne Verstand in die Schlachten sich schmeißen

Und mit Zähnen und Klauen die Opfer zerreißen.

 

Herrje, was ist menschlich? Sind Tiere denn so?

Macht wirklich das Kämpfen die Ameisen froh?

Mir scheint fast, dass Töten und Kriegesgeschrei

Das Markenzeichen des Menschlichen sei.

 

Auch wenn am End’ in Insektengestalt

Die Roboter kämpfen, bleibt’s Menschengewalt.

Der Mensch nur, so klag ich, ist zum Kriegführn imstande

Sie nennen es Ehre, ich nenne es Schande.

 

Von Menschen red ich, die machen das so.

Die Ameisen sind mit nem Zuckerbrot froh.

 

the descent of the drummers

„Jetzt trommeln sie wieder“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zeigt her eure Tassen 11: Der Parthenon-Becher nebst einigen Gedanken zu Geldgeschäften

Im Rahmen der von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufenen Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ zeige ich euch heute einen schlanken hohen weißen Kaffebecher mit dem Grundriss des Parthenon. Er steht neben mir, gefüllt mit frischem Kaffee.

Den Kaffee genießend, denke ich nach. Wann erwarb ich den Becher? Im Dezember 2022 jedenfalls zeichnete ich ihn bereits, zusammen mit einem Haufen anderer Dinge, die sich auf dem Couchtisch herumtrieben.

 

Auf einer Zeichnung vom Oktober 2022 halte ich diesen Becher in der Hand:

Der Tempelgrundriss war es, der mich zum Kauf des Bechers inspirierte. In vereinfachter Form findet er sich auf einem viel früheren Gemälde, das jetzt in Kassel hängt:  Tempel oder Schatzhaus, zusammengeflickt und einsturzgefährdet, gemalt 2008 (hier).

Tempel

Die heutigen Geldtempel nennt man Börsen. Das Wort „Börse“ kommt von griechisch: βύρσα ‘abgezogene Haut, Fell’. Woher denn auch der Ausdruck: jemandem das Fell über die Ohren ziehen.

 www.redensarten-index.de/: „Nun werden Staaten ja nicht von Überziehungskrediten und Kreditkarten zum gedankenlosen Ausgeben verführt, sind nicht dumme, arme Leute, denen ein reicher Abzocker die Haut über die Ohren zieht, sondern sind voller bester Wirtschaftsfachleute und Experten“; „Lasst Euch nicht das Fell über die Ohren ziehen! Wehrt Euch!“; „Demokratie ist die Kunst, dem Volk im Namen des Volkes feierlich das Fell über die Ohren zu ziehen.“

Als ich 2008 das obige Tempelbild zeichnete, dachte ich an das Finanzsystem und dass es zusammenbrechen wird. Diese Vorahnung wurde fast zur Gewissheit, als im Jahr drauf Lehman Brothers pleite gingen und die sogenannten Märkte schwankten. Seither hat man tüchtig geflickt, gestützt und Rettungsschirme aufgespannt. Aber so richtig harmonisch wirkt das Gebilde nicht mehr. Man kann kein Vertrauen haben. Es wird zusammenstürzen. Schließlich sind viel großartigere Tempel eingestürzt.

 

 

 

 

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Dreimal Meer (Malerei)

Bald wird das Meer wieder im Zentrum des Lebens stehen. Und da ich eine Benefiz-Ausstellung im Hauptort Kardamili ins Auge fasse, freute ich mich, als mein Mann in Athen drei Meeres-Bilder hinter einem Schrank hervorzog, die ich ganz vergessen hatte. Es handelt sich um Leinwände verschiedener Größe, gerahmt, da schon mal auf Ausstellungen gezeigt.-Malmittel: Pigmente mit Leim und Wasser.

 

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