Hund und Katz – Schatz und Schmatz? kata-strophaler Fotoroman zum Valentinstag

Die Katz genießt grad ihre Ruh

da tappst der Hund aus Plüsch dazu.

Sie nimmt es ganz gelassen hin

 „Ich bleibe trotzdem wo ich bin,

und ignoriere, was mich stört.

Mit Hundchen mach ich keinen Flirt.“

„Ach, Liebste, wars dein letztes Wort?

Schickst mich, das Schätzchen, einfach fort?

Ich gehe schon, wirst es bereuen!

Find dir nen anderen Getreuen!“

Die Katz beschließt, kurz aufzustehn

und nach dem Jammernden zu sehn.

Ein Schubs, schon liegt er hilflos da

und wedelt mit dem Schwänzchen, tja.

Der Hund versuchts mit Schmeicheleien

Zu gern möcht er die Katze freien! 

Ein Machtwort spricht Sankt Valentin:

„Versuchs erneut an Halloween!

dann bist du ja vielleicht erwachsen

und unterlässt die Baby-

Faxen.“

 

 

 

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Tägliches Zeichnen: Insekten nach Fotos: Fliege* und Halmfliege

Fasziniert von der Formenvielfalt der Insekten, machte ich im Jahr 2019 eine Reihe Zeichnungen nach den tollen Insektenfotos von Gerhard (zB hier) und von Almuth (zB hier). Das machte mir nicht nur Spaß, sondern war auch lehrreich, denn beim Zeichnen sehe ich mehr, als wenn ich nur so draufschaue. Heute, als ich Lust hatte zu zeichnen, aber nicht wusste, was, fiel es mir wieder ein. Und so ging ich in Gerhards Blog, um eine Vorlage zu finden. Es gibt dort einen unglaublichen Reichtum an hervorragenden Fotos, welches also sollte ich nehmen?

Schließlich nahm ich das nächstbeste, mit der Vornahme, dass es nicht das letzte sein würde. Das Skizzenbuch ist ja noch fast leer, da ist viel Platz für weitere Studien. Dies ist eine Fliege* auf Efeu, im Januar 2024 von Gerhard fotografiert (https://kopfundgestalt.com/2024/02/02/januargeschehen-auf-dem-efeu/).

Nachtrag: Unten war noch viel Platz, also suchte und fand ich ein weiteres Halmfliegenfoto (hier) und zeichnete auch dieses, freilich ohne die imposanten Flügel (die passten nicht mehr drauf). Für mich sehen die beiden Tierchen vollkommen verschieden aus*. Nur an den Teufelshörnchen würde ich sie erkennen. Spannend. Mit bloßem Auge könnte ich sie freilich überhaupt nicht sehen, denn sie sind winzig. Diese hockte auf einer Tuja.

*Gerhard erläutert in seinen Kommentaren unten, dass es sich bei dem ersten Tierchen um eine „echte Fliege“ und beim zweiten um eine „Halmfliege“ handelt. Er nahm die genaue Bestimmung im Jahre 2024 vor. So erklärt sich auch der Unterschied zwischen den beiden Tieren. Herzlichen Dank, Gerhard, dass du deine frisch erworbenen Kenntnisse mit uns teilst.

 

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Neues Skizzenbuch (1)

Nixtun  fällt mir ja doch ziemlich schwer. Also holte ich eben mein neues Skizzenbuch hervor. Da mich leere Seiten ziemlich ängstigen, schrieb ich als erstes ein paar nichtssagende Sätze hinein und konterfeite dann den Plüschhund, der neben mir auf einer gelben bekritzelten Mappe hockt und meine Tipperei bzw Zeichnerei begutachtet. Damit ist das neue Skizzenbuch,     21 x 29,7 cm groß und eigentlich für Aquarelle gedacht, eröffnet.

Die obige Zeichnung habe mit Kuli und Buntstiften angefertigt. Am Berliner Flughafen aber hatte ich Ende November 2024 eine Mappe mit wasserlöslichen Aquarellstiften gekauft und seither nicht geöffnet. Ich denke, dies Skizzenbuch ist mir jetzt in die Hände gefallen, damit ich die Stifte mal ausprobiere. Mut hat auch der kleine Muck!

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Tagebuch der Lustbarkeiten: den Tag vertrödeln

Einen abgebrochenen Zahn hat mir die Zahnärztin gestern aus dem Kiefer herausoperiert, denn Ziehen ging nicht. Die große Wunde hat sie dann vernäht und mir zwei Tage absolute Ruhe verordnet. Also sagte ich ich gestern meine Teilnahme am Paneurhythmietanzen ab. Heute war eigentlich Modellzeichnen dran, auch das sagte ich ab. Und fühle mich wie eine Rekonvaleszentin.

Eingehüllt in eine wärmende Decke, schaue ich aus den Fenstern auf die grau verhüllte Welt, lese auch ein bisschen auf dem neuen Lesegerät im Roman „Projektoren“, lasse die Bilder kommen und gehen. Mittags bekam ich ein wohlschmeckendes Gemüsesüppchen zur Stärkung, machte mir auch einen leicht gesüßten griechischen Kaffee, trödelte herum, schaute in die Mails und Blogs und lasse  diesen Tag vergehen, ohne ihm meinen Stempel aufdrücken zu wollen. Er ist gut so, wie er ist. Bald ist Zeit, den Kamin zu entzünden.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: ins Kaminfeuer schauen.

Die Flammen züngeln, zucken, lecken und spielen rund ums Holz der Olivenäste, immer neue Muster entstehen.

Natürlich kann man das lebendige feurige Element nicht festbannen, aber ein paar Ausschnitte will ich doch fotografieren. Ich beginne unten und steige dann langsam oben.

Als ich Petras feurige Serie „Bunt auf Schwarz“ sah, dachte ich:  wie das Feuer in meinem Kamin.  Schau selbst, schon bei dieser frühen Arbeit von Petra, aber erst recht in ihren letzten Arbeiten finde ich die Ähnlichkeit verblüffend.

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Puzzles Dienstag-Drabble: Nachtvögel (kata-strophisch)

 Die 6. Runde vom Puzzle❀-Drabble ruft! Diesmal sind die Wörter Stiefelschrunden + wissen + unzufrieden sinnvoll in einen 100-Wörter-Text einzubauen.

 

Stiefelschrunden hab ich nicht,

Hab nur Schrunden im Gesicht.

 

Schlief manche Nächte bei den Hunden

Hab endlich einen Job gefunden

Im vor’gen wurd ich arg geschunden

Jetzt hoff ich, langsam zu gesunden.

 

Mach freilich viele Überstunden

 Dreh jede Nacht an hundert Runden

Auch fürcht ich mich vor finstern Kunden

Gibt da paar üble Vagabunden.

 

Doch das fällt jetzt nicht ins Gewicht.

Ich tu getreulich meine Pflicht.

 

Es gibt zum Glück auch die Soliden

So bin ich gar nicht unzufrieden

Auch wenn ich selbstverständlich weiß

Dass selbst bei allergrößtem Fleiß:

 

Am Ende kommt die Stunde

Da geh ich vor die Hunde.

 

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Archivbild der Woche: 9.2.2021 (Figur und Schatten)

Gestern kam ich nicht dazu, also reiche ich das Archivbild für Heides Einladung zum 9.2. heute nach. Ich möchte mich an den Sonntag-Termin halten. 

Ich habe es damals für Myriades Impulswerkstatt mithilfe ihrer Fotovorlage angefertigt. Meiner Bitte um Interpretation des Bildes kamen einige nach (kann man hier nachlesen). Meine eigenen Gedanken dazu? Ich wollte sie aufschreiben, tat es dann aber nicht.
Irgendwie kommt mir das Bild aktueller denn je vor. Wieso bloß?

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Poesie/Musik, Reisen und Ankommen

Gestern abend also hatte meine Freundin und Poetin Eleni Pagoni ihren ersten großen Auftritt. In einer neoklassischen Privatvilla in Maroussi – nördlichem Vorort von Athen – trug sie ihre neuesten Gedichte vor, doch nicht allein und unbegleitet; Ihre freundliche Menschenstimme musste sich gegen wild-archaische Flötentöne des amerikanischen Musikers Joe Tornabene durchsetzen. Das war eine Herausforderung, der sie nicht immergewachsen war. Ich werde die Texte nachlesen müssen. Doch die Grundidee des Wechselgesangs von vernunftbegabter Menschenstimme und wilden Urlauten faszinierte, und die großartige Performance des Musikers schlug mich in den Bann. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Zusammenarbeit weiter entwickeln wird.

Zum Abschied gabs noch einen kleinen Fototermin: zweite von links Eleni Pagoni, ganz rechts Joe Tornabene, daneben die Inhaberin und Veranstalterin dieses Kulturraums. Insgesamt waren 12-14 Menschen der Einladung gefolgt.

Heute nun verließen wir Maroussi, um in unsere andere Heimat, die Mani, zurückzukehren. Die hohen arkadischen Berggipfel waren leicht verschneit, aber die neu erworbenen Schneeketten brauchte ich nicht. Wir machten Halt in einem  kleinen Gasthaus, um etwas zu essen und arkadische Spezialitäten (Joghurt, Käse, Äpfel, Brot) zu kaufen. Da es kalt war, setzten wir uns in die Gaststube. Für mich gabs geschmorten Blumenkohl mit Kartoffeln und einen doppelten griechischen Kaffee, leicht gesüßt. Draußen waren Handwerker dabei, den Außenraum neu zu gestalten.

Ein arkadischer Schäfer mit schön geschnitzem Hirtenstab schaute den Arbeitern zu.

Zu Hause erwarteten uns die Katzen und auch der fremde Kater, den ich immer verscheuche. Nun ist längst Nacht. Die Zentralheizung funktioniert, Fritzi liegt auf ihrem Lieblingssessel und im Kamin brennt ein Feuerchen….

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: zwischen Stoa und Epikur

In Griechenland isst man nicht gern allein. Die Vorteile des gemeinsamen Mahls hat schon Epikur (341 v. Chr. auf Samos; † 271/270 v. Chr. in Athen) zu recht gerühmt. Und so trafen wir uns heute mit einem befreundeten Paar und ihrem zehnjährigen Sohn Demokritos in einem Restaurant, um gemeinsam zu tafeln. Der Freund bekannte sich freilich zur Stoa, die damals mit den Epikureern konkurrierte, und zitierte gespächsweise den römischen Stoiker Marc Aurel („Alles, was wir hören, ist eine Meinung, keine Tatsache. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, keine Wahrheit“). 

Stoisch zu sein – d.h.Freud und Leid gleich gelassen zu begegnen – ist natürlich eine erstrebenswerte Tugend, doch heute lag uns Epikur näher, der seine Schüler mit folgender Inschrift in seinem Garten empfing: „Tritt ein, Fremder! Ein freundlicher Gastgeber wartet dir auf mit Brot und mit Wasser im Überfluss. Hier werden deine Begierden nicht gereizt, sondern gestillt.“ 

Bei dem kalten Nieselwetter war allerdings kein Garten, sondern ein Restaurant das Ziel unserer Begierden. Der große weiße Raum mit weiß gedeckten Tischen war fast leer, als wir ankamen, füllte sich dann aber bis zum letzten Platz. Zuerst kamen tatsächlich Wasser und Brot, dann die Bestellung…

Als erster Gang erschien eine Platte mit gekochtem Gemüse  …

gefolgt von allerlei kleineren Speisen, zB Kichererbsenbrei mit Zwiebeln (unteres Foto), Oktapusklöschen, bunter Salat, Käse- und Spinatgebäcke, für den Sohn natürlich Hackfleischklöße und Pommes, und das Ganze gekrönt durch einen gebratenen Fisch. Den Abschluss bildete eine kleine Auswahl feinster kleinasiatischer Süßspeisen. Prost, Nancy, war schön mit euch! Bis bald mal wieder!

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8sammeln: Rundgang durch unsere Wohnung

Der Vormittagsspaziergang ist längst vorbei, vorbei auch das Mittagessen, das heute nur aus dem Frühstücks-Joghurt bestand, da wir heute abend bei den „drei Schwestern“, unseren liebenswerten Nachbarinnen, zum Essen eingeladen sind – da erinnert mich Cynthias Eintrag daran, dass heute Susannes 8sammeln ansteht. 

Immerhin habe ich schon ein Foto gemacht: ein geruhsamer Moment am Vormittag, der Mann hinter der Morgenzeitung, die wir vorher holten.

Und jetzt? Vor mir steht der Computer, in den ich diesen Beitrag tippen will, aber die Fotos fehlen noch. Ich lasse den Blick nach links schweifen, da fällt mein Blick auf allerlei Krimskrams und die Giesskanne, mit der ich vorhin die verbliebene Grünpflanze begoss.

Ich lasse den Blick nach rechts schweifen, da fällt er auf den grünen Lampenschirm und alles dahinter. Der Pinocchio aus Sizilien hängt mitten im Raum an der Lampe…

So gehts nicht. Ich muss wohl aufstehen. Aha, ja, da ist er ja wieder, der Pinocchio, ich habe ihn auf die Rückseite eines Wahlzettels gezeichnet und an die Wand neben der Tür geklebt. Ich finde, das ist ein guter Platz für diesen netten Kerl mit der spitzen Lügennase. 

Drei Schritte weiter, und ich stehe im Flur vor einem Druck, den Freund Thomas Bayrle uns vor vielen Jahren schenkte, als er noch nicht Professor am Städele und berühmt war. Es zeigt sehr viele emsige Spinnerinnen, die alle zusammen die Große Spinnerin bilden. Auch einen Druck mit vielen kleinen Arbeitern, die den Großen Steuermann Mao bilden, und einen anderen, wo die Arbeiter den Kapitalisten Agnelli aus ihren Leibern zusammensetzen, hat Thomas uns damals, zu Kinderladenzeiten in Frankfurt, geschenkt.

Erinnerungen allüberall. Die merkwürdige Eisenskulptur rechts zum Beispiel erstand ich im Athener Cabaret Voltaire, als ich dort eine Ausstellung machte. Das Bild hinter der persisch anmutenden Kanne (woher stammt die eigentlich?) zeichnete ein kubanischer Künstler. Unten, das sind wohl die ersten Suren des Koran, mitgebracht aus Jordanien (?), daneben eine Ikone auf ein Stück Holz fein gemalt und mit Gold unterlegt. Und dies und das.

Wo ich schon mal dabei bin, schaue ich hinüber zur anderen Wand des Vorraums. Eine große Bücherwand – o weh, nein, der will ich mich jetzt lieber nicht nähern. Es reicht ja völlig, dem dort hängenden Bild, das ich vor Jahren malte und das dort Platz fand und vergessen wurde, ein bisschen Aufmerksamkeit zu schenken…

und weiterzugehen in die Küche. Bevor ich da lande, komme ich an einem meiner geschätztesten Legebilder vorbei: Don Quichote kämpft mit den Windmühlenflügeln. Ach, immer und immer wieder! Und Sancho Panza macht mit, egal was es ihn kostet. Dabei teilt er die Ideale seines Meisters überhaupt nicht. Warum tut er das? Das verstehe ein anderer.

Ich zähle mal durch: Acht! Halt! Schluss! Acht Achtsamkeits-Momente sollen wir sammeln, nicht mehr und nicht weniger. Aber es wird doch erlaubt sein, noch einen Blick in die Küche zu werfen, in der der Ölkanister wartet, den wir heute Abend zu den Nachbarinnen bringen werden? Das gibt mir die Gelegenheit, auch die aus Simbabwe mitgebrachten eleganten Holzfigürchen mit meiner Aufmerksamkeit zu beehren. Und ja, die Obstschale dahinter, die ist von Freundin Andrea, ich tauschte sie einst mit ihr gegen eines meiner Bilder.

Auf dem Küchentisch aber herrscht Gegenwart pur: Da steht eine Rotweinflasche, die mir heute vormittag mein Mann, und eine Rose, die mir vor zwei Tagen meine befreundete Roma-Mama Sofia verehrte. Ich bin gerührt. Danke, lieber Mann, danke, liebe Roma-Mama samt Tochter und Enkelin, danke Thomas, danke all euch anderen, die ihr hier eure Spuren hinterlassen habt, danke Alma, die du all dies geputzt hast, als wir nicht da waren, danke Susanne für die Anregung, diese meine Umwelt mit Achtsamkeit und Dankbarkeit zu betrachten!

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