Tagebuch der Lustbarkeiten: Ausflug zum Kerameiko mit Schildkröten, Spatzen und Tauben

Einen sehr schönen Sonntagsausflug machten wir heute: unser Ziel war der antike Friedhof am Rande der Athener Altstadt, der Kerameikos. Es ist ein großes Gelände, das wunderbarer Weise nicht von der Stadt überwuchert wurde. Mein Mann, in Athen geboren und aufgewachsen, war noch nie drin gewesen – typisch eigentlich. Die Einheimischen kennen oft die Highlights ihrer Heimat nur vom Hörensagen. Heute aber wollte er diese Wissenslücke schließen, und ich war Feuer und Flamme, denn ich liebe diesen stillen Ort sehr.

Immer freue ich mich auch auf die kleine Tierwelt, die sich in den Ruinen des Kerameiko angesiedelt hat. Da sind vor allem die Landschildkröten. Dieser Bursche hatte es eilig, zu seiner Angebeteten zu kommen.

Sie war wenig interessiert, und so lief er neben ihr und um sie herum, besah sie von vorne und von hinten, klopfte kräftig an, bestieg sie auch. Sie floh, fauchte und verkroch sich in ihren Panzer.  Er aber ließ nicht locker. Was weiter daraus wurde, weiß ich nicht.

Auch Elstern bevölkern dieses Biostop.

Sieht diese nicht aus wie ein Wappenvogel, aufgemalt auf die alten Steine?

Über das schöne Museum habe ich schon früher berichtet (hier oder hier), die neuen Fotos und Einsichten zeige ich vielleicht ein anderes Mal.

Mitnehmen aber möchte ich euch zu unserem nächsten Ziel: dem Museum für islamische Kunst. Das wird renoviert und ist geschlossen, aber im 5. Stock gibts eine Terrasse, von wo man einen weiten Rundblick hat und ein paar einfache Speisen bestellen kann.

Spaß machte mir eine Schar Spatzen, die sich dort in luftiger Höhe angesiedelt haben. Ja, ja, kriegst was ab von meiner Tortilla, kleiner Spatz!

Auch elegante Ringeltauben ließen sich blicken und spazierten über die Balustrade, um zu schauen, ob sich etwas Essbares finde.

Über allem die Akropolis und der blaue attische Himmel. Welch ein schöner Tag!

 

Veröffentlicht unter alte Kulturen, Architektur, ausstellungen, Fotografie, Kunst, Leben, Natur, Tagebuch der Lustbarkeiten, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 12 Kommentare

Zeigt her eure Tassen 6: Espressotasse mit Spatz

Juzicka-Jess (Amorak) hat diese Blogparade gestartet, um jeden Tag eine Tasse ins rechte Licht zu rücken. Start war 01. April, weiter gehts bis zum 30. April.

Als ich heute auf der Terrasse des Museums für Islamische Kunst in Athen meinen Esperesso trank, kamen Spatzen zu Besuch. Neugierig sind sie ja, und immer hungrig sowieso. Ich stellte meine Tasse auf die Balustrade und zückte das Handy, als sich ein zauseliger Spatz die Installation besah.

Der Akropolis-Hügel wird leider vom Hotel davor verdeckt, aber auf der Krone kannst du den Parthenon und andere Teile der Tempelanlagen erkennen.

Veröffentlicht unter alte Kulturen, Architektur, Fotografie, Leben, Natur, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , | 8 Kommentare

Musikalisch-malerische Rundreise mit Babsi und Gerda

Eine wunderbare musikalische Begleitung hat Babsi (Antje Barbara Schnabel, Kunstschaffende) für eine Reihe von frühen Aquarellen gemacht, die ich in Athen und auf Kreta, in Venedig und auf Kos, auf Samotrake und Lesbos malte.

Die Reise beginnt mit dem Athener Hepahaistos-Tempel Thesseion, wo auch meine malerische Reise vor etwa fünfundvierzig Jahren begann. Das ist lange her, doch fühle ich jetzt noch die Aura des Ortes, sehe den rosafarben blühenden Oleander, spüre die Wärme auf der Haut. Die Künstlerin Maria Ziaka gab uns, einer Gruppe von Frauen, dort Malunterricht.

Später gehts mit dem Schiff nach West-Kreta, zum Kloster Gonia in Kolumbari, da ist raues Wetter und ich balanciere auf den spitzen Felsen auf der Rückseite des Klosters, um einen Platz zum Malen zu finden. Über dem Kloster zieht ein Unwetter auf, aber es reicht für zwei Aquarelle. –

Eine andere Schiffsreise bringt uns von der Insel Kos hinüber zur türkischen Küste. Das hübsch weiß und blau gestrichene Boot schaukelt nur leicht bei der Überfahrt, die Fähnchen flattern im Wind, und ich genieße es sehr. –

Ein andermal geht es nach Venedig, auch da fahren wir mit der Fähre ein, die von Patras über die Adria nach Venedig schippert. Es ist November und neblig, die Stufen an den Kanälen sind nass, aber ich will meine Aquarellfarben ausprobieren und finde einen Platz, um mehrmals die „Ponte dei Greci“, die Griechenbrücke zu malen. –

Und immer wieder geht es nach Samothrake. Die drei wiederaufgerichteten Säulen des Haupttempels mit dem Querbalken sind eine Art Symbol der Insel, ich male sie als Erinnerung an diesen besonderen Ort, an dem wir zwanzig Jahre lang jeden Sommer verbrachten.

Auch in meinem Atelier male ich weiter: Zeit für eine kleine Fantasie mit rötlichen Segelbooten, Dieses Bild fällt stilistisch aus dem Rahmen, es ist etliche Jahre später entstanden.

Auf Lesbos, so meine ich mich zu erinnern, entstand das kleine Aquarell einer Bucht. Es könnte auch an hundert anderen Buchten entstanden sein.

Von dieser Rundreise brachte ich eine Austernschale mit. Auf großem Bogen malte ich sie mitsamt einer Reihe von Perlen – Erinnerungen an so manche Bitternisse, die zu Schönheit sich rundeten.

Danke, Babsi, für die wunderbare Belebung durch deine Musik, die mir direkt ins Herz geht.

Am besten siehst du die Bilder, wenn du das Video auf volle Oberfläche stellst.

 

 

Veröffentlicht unter Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst, Musik, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | 12 Kommentare

„Zeigt her eure Tassen“ 5: Weinbecher

Juzicka-Jess (Amorak) hat diese Blogparade gestartet, um jeden Tag eine Tasse ins rechte Licht zu rücken. Start war 01. April, weiter gehts bis zum 30. April.

Da mache ich gern mit.

Die Tasse, die der Mann auf der Zeichnung hebt, ist ein goldfarbener Metallbecher für Wein. Ich zeichnete diese Szene nach einem Foto, das ich bei einer Familienfeier machte, und fügte die Farben mittels digitaler Bearbeitung hinzu.

Prost! Auf eure Gesundheit!

Veröffentlicht unter Feiern, Leben, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , | 4 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Balkon-Visite

„Dafür, daß noch nicht so viel los ist, ist irgendwie doch schon einiges los“, schreibt Almuth heute in ihrem so schönen Blog „Natur auf dem Balkon„. Löwenmäulchen gibts auch auf meinem Balkon, denke ich und mache mich auf, eines zu fotografieren.

Da ich schon mal draußen bin – barfuß und in Pyjama -, gucke ich nach, was sich sonst so tut. Besonders gepflegt ist mein Balkon ja nicht, da wir nur sporadisch in Athen sind und alles wächst, wie es mag und kann, sofern die Gießanlage funktioniert.

Die gelbe Rose, die ich vor Jahren mal bei Lidl kaufte, hat alle Zumutungen überstanden und hat kräftig zugelegt. Ja, sie blüht sogar.

Unverwüstlich ist auch die Sukkulente mit den hübschen gelben Blütenrispen. Bricht eine ab, steckt man sie einfach wieder in die Erde – sie wird weiterwachsen.

Eine Pflanze mit fast künstlich wirkenden weiß-violetten Blüten hat eine Freundin einst gebracht. Sie mag es auf unserem Balkon und blüht und gedeiht

Auch die Duftnelken gedeihen prächtig. Sie scheinen sich bei den Bienen großer Beliebtheit zu erfreuen. Ich hielt mein Händy in ihre Richtung in der Hoffnung, eine der Bienen zu erwischen. Und tatsächlich, oben links im zweiten Bild ist eine bei der Arbeit zu sehen (zu erahnen).

Mein Liebling, die weiße Margarite, deren vertrocknete Blüten ich beim letzten Besuch abpflückte, ist wieder voll erblüht.

Und sonst noch? Aha, der Oleander! Der blüht jetzt zwar nicht, hat aber sehenswerte Samenkapseln. Solch eine Kapsel ist gewaltig groß. wenn man sie mit einem auf der Straße vorbeispazierenden Menschlein vergleicht….

Dafür, daß noch nicht so viel los ist, ist irgendwie doch schon einiges los.

 

Veröffentlicht unter Fotografie, Leben, Natur, Tagebuch der Lustbarkeiten, Umwelt | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 6 Kommentare

Vögel nach Fotos: Spatz

Bei Ralph Butler (Blütensthaub) sah ich vorgestern das Foto von einem Spatzen (hier), das mich sogleich bezauberte. Ich habe es nach bestem Vermögen abgezeichnet.

 

Und so sind nun neun Vögel zusammengekommen: vier Wasservögel, vier Singvögel unf ein Spatz.

Veröffentlicht unter Meine Kunst, Natur, Tiere, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , | 5 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Regen rund ums Haus. Akathistos Hymnos

Heute reichte es grade mal für die nötigsten Besorgungen, dann rauschte der Regen aus dem Himmel und sperrte uns ein. Ich hörte dem Regen ein Weilchen vom Balkon aus zu, genoss die Frische. Denn zuvor war die Sonne arg stechend gewesen.

Zur Straße hin:

Nach hinten raus, mit Blick auf Attika, das heute im Regen versank. Die Berge wurden unsichtbar.

Ein Selfie im spiegelnden Glas.

Während ich hier tippe, läuft im Radio der letzte „Akathistos Hymnos“ („im Stehen zu singen“) der vorösterlichen Zeit – eine schier endlose Begrüßung, Anbetung, Rühmung der Gottesgebärerin und Jungfrau Maria, die die Gläubighen um Hilfe anflehen und der man dankt, dass sie, die Speerspitze des orthodoxen Christentums, die Stadt (Konstantinopel) noch einmal gerettet hat vor ihren Feinden – seien es die römisch-katholischen oder die moslemischen.

Kondakion 1
V: Unbesiegbare Heerführerin, dir gelten die Lieder des Sieges! Aus der Gefahr befreit, bringt deine Stadt, Gottesgebärerin, dir Hymnen des Dankes entgegen. Du, von unwiderstehlicher Macht, befreie mich von jeder Gefahr, damit ich dir zurufen kann:

A: Sei gegrüßt, du jungfräuliche Mutter!

Unabhängig vom Inhalt, liebe ich diese Gesänge, die so ganz aus der Gegenwart gefallen zu sein scheinen und tief im Vorchristlichen wurzeln, als die Große Göttin, unter welchem Namen auch immer, Inbegriff der Hoffnung auf Schutz und Rettung vor Unbill war.

Eine ausführliche Info über die Entstehung und Bedeutung diesen Hymnos samt Text findest du bei Wiki (hier).

 

Veröffentlicht unter Feiern, Fotografie, Musik, Psyche, Tagebuch der Lustbarkeiten | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 9 Kommentare

„Zeigt her eure Tassen“ 4 : SOS-Kinderdorf-Tasse

Juzicka-Jess (Amorak) hat diese Blogparade gestartet, um Tassen mit viel Fantasie ins rechte Licht zu rücken. Start war 01. April, weiter gehts bis zum 30. April.

Da mache ich nun mit. Ob ich für jeden Tag eine fotografierte oder gezeichnete Tasse präsentieren kann? Es ist eine Herausaforderung

Die heutige Tasse kaufte ich gestern auf einem Basar von „SOS Kinderdorf“ in der Metrostation „Verfassungsplatz“ in Athen. Ich stellte sie zum Fotografieren vor die mitgelieferte Tragetasche aufs Küchenbord. Dahinter hängt passender Weise eine Karte von Südamerika. Denn woher soll der Kaffee kommen, wenn nicht von dort? Die Eule möchte als SOS-Kinderdorfmama eingestellt werden.

Du möchtest das Design besser erkennen können? Bitte sehr. Happy Easter!

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie | Verschlagwortet mit , , , , , , | 10 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Ans andere Ende von Athen reisen

Über zwei Stunden dauerte die Reise von uns bis zum Büro eines Freundes, den wir besuchen wollten. Ich fand die Reise sehr erfreulich. Ich mag es einfach, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, die in Athen gut und billig sind, herumzureisen, Häuser zu begucken. Menschengesichter zu studieren, und irgendwohin zu kommen, wo ich noch nie war. Wenn es gar ans Meer geht, bin ich begeistert.

Unser Ziel war  der Vorort „Vlisvos“, östlich von Piräus. Am Verfassungsplatz stiegen wir aus der Metro, um mit der Tram weiterzufahren, doch wegen Gleisarbeiten verkehrte sie auf dieser Strecke nicht. Also stiegen wir erneut in die Metro und fuhren bis „Fix“, der alten ehemals bayrischen Bierfabrik, heute Museum für Zeitgenössische Kunst (EMST). Von dort gings mit der Tram durch engbebaute Wohngebiete bis hinunter an die südliche Küste, dann mit einer anderen Tram und zu Fuß an der Küste entlang zu unserem Ziel: links die Anlagen mit hohen Palmen, einer Statue des letzten byzantinischen Herrschers und vielen Tauben, rechts die Häuserfront, die hoch und höher wächst, da ein Appartment mit Blick aufs Meer höhere Preise verspricht.

Das geräumige Büro des Freundes ist im dritten Stock eines Bürokomplexes untergebracht. Die Menschen, die hier, drei Parallelstraßen von der Küste entfernt, wohnen, scheinen eher den unteren und mittleren Einkommenschichten anzugehören, im Gegensatz zu den wirklich teuren Wohngebieten direkt am Meer.

Auf dem Rückweg zur Tram zogen sich die Wolken zusammen und es begann zu nieseln.  Ich wanderte glückselig im feuchten Wind, wollte mich gar nicht vom Meer trennen.

Zwei Stunden später – diesmal nahmen wir erst die bequeme Tram, dann den über und über mit Graffiti besprayten Elektriko und schließlich die schicke saubere Metro – waren wir wieder daheim im Norden von Athen. Kaum angekommen, öffnete sich der Himmel und entließ seine Wassermassen.

 

Veröffentlicht unter Architektur, Fotografie, Leben, Natur, Psyche, Reisen, Vom Meere, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 8 Kommentare

Knoblauch-Wuschelkopf (Impulswerkstatt, Bild 2)

Liebe Myriade, durch deinen heutigen Eintrag erinnerst du mich mal wieder daran, dass ich die laufende Runde der Impulswerkstatt noch nicht bedient habe. Zu viel anderes stand an. Aber nun herrscht erstmal Ruhe im Karton, und ich schaue mir erneut deine Fotos an.

Da ist als erstes das „Wuschelköpfchen“ (Bild 2), das ich um eine Knoblauchblüte bereichern möchte.

Hübsch, nicht wahr? Da schmeckt der Knoblauch doch gleich doppelt lecker. Aber der Atem stinkt nach seinem Verzehr leider immer noch. Außer man kaut danach Petersilie. Das hilft meistens.

Ein sehr interessanter griechischer Sprach-Blog (Sarant) weiß vieles dazu zu sagen.  „Knoblauch ist Allium sativuma, Chromion skorodon – und obwohl er in Zentralasien beheimatet ist, gibt es ihn schon seit langem, denn wenn man Herodot glauben darf, hatten die Arbeiter, die die Cheops-Pyramide bauten, Zwiebeln, Knoblauch und Radieschen in ihrer Ration. (Den ersten dokumentierten Streik der Geschichte der Menschheit machten eben diese Arbeiter, finde ich in einigen Quellen, aber nicht bei Herodot …und es ist auch unbekannt, ob sie mehr Knoblauch oder statt Knoblauch etwas Freundlicheres essen wollten). 

Aber auch im Alten Testament vermissten die Juden, als sie durch die Wüste wanderten und ungeduldig wurden, nachdem sie vierzig Jahre lang genug vom Manna gegessen hatten, die Lebensmittel Ägyptens, darunter „den Lauch, die Oliven und den Knoblauch“ (Numeri 11,5).

Aber auch im antiken Griechenland war Knoblauch sehr weit verbreitet, wie aus seiner Präsenz in den Komödien des Aristophanes hervorgeht – die Knoblauche von Megara waren für ihre Größe berühmt und in den Acharnai, die während des Peloponnesischen Krieges geschrieben wurden, beschwert sich Megarite bei Dikiopolis darüber, dass die Athener sie bei ihren Raubzügen entwurzelt hätten.“ (google-Übersetzer)

Früh entdeckte man, dass dieses bei den Armen sehr beliebte Nahrungsmittel viele therapeutische Eigenschaften hatte, als da wären: Darmprobleme, Entzündungen, Schlangenbisse…

Nun, der Artikel geht noch lange so weiter  …. Ein anderes Mal. Ich muss jetzt weg.


 

Veröffentlicht unter Fotografie, Impulswerkstatt, Natur, Therapie | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 10 Kommentare