Als ich heute beim Mittagstisch aus dem Fenster sah, sprang mir ein Stück „konkrete Kunst“ ins Auge. Ich könnte auch sagen: ein vom Licht auf den angestrichenen Betonvorsprung gemaltes Dreieck.
Ich sprang auf und fotografierte es. Mein Mann wunderte sich nur: was siehst du da? Was ist daran so besonders?
Ich weiß es nicht. Als Foto gibt es ja nicht viel her. Viel besser ist das, was ich eben bei Lichtzeichen sah. Meins ist im selben Geist aufgenommen, aber eben nicht so eindrucksvoll.
Es ist die Faszination der Geometrie, die auch die „konkrete Kunst“ auszeichnet. Reine klare Formen, die das Gefühl auf andere Art berühren als die Bilder, die uns durch ihren Inhalt bestürzen. Wie etwa das Foto des Nachbar-Baumes, der gleich hinter dieser Wand steht und nur noch ein gräßlich zusammengesägter himmelhoher Stamm mit ein paar Astfransen ist.
Da tut mir das Herz weh, und ich wende mich dem Lichtdreieck zu. Wäre da nicht der Riss im Anstrich und die etwas verwitterte untere Kante, könnte ich mich ganz von der kruden „Wirklichkeit“ ins Reich des reinen Geistes der Geometrie verabschieden, die mich heiter stimmt. Dieses Dreieck meinte ich:
Nach Tisch legte ich mich aufs Sofa und ließ meinen Blick über ein anderes „konkretes“ Werk wandern:
Es ist ein Stückchen Gardine mit einer geometrischen Musterung, durch die die Außenwelt sanft hindurchschimmert.













































