Was wurde aus dem „König der Kelche“? Neurografischer Januarrückblick.

Ich habe mich, wie vielleicht der eine und die andere erinnert, im vergangenen Dezember der Raunacht-Tradition angeschlossen. Zu diesem Zweck zog ich jede Mitternacht eine Tarotkarte, die mir für den entsprechenden Monat des kommenden Jahres einen Leitgedanken mitgeben sollte. Die erste Karte war der „König der Kelche“. Daraus entnahm ich folgende Mahnung: „Der König der Kelche steht für die Beherrschung des Wassers bzw der oft chaotischen Gefühlswelt. Was sagt mir das? Im Januar tue ich gut daran, meine häufigen Stimmungsschwankungen unter Kontrolle zu bringen und aufzupassen, dass mich das, was mir aus dem Unterbewussten oder gar aus dem kollektiven Unbewussten ins Tagesbewusstsein schwappt, nicht verstört und aus den Gleisen wirft. Immer gut das Steuer halten!“

Zur Unterstützung machte ich eine neurografische Zeichnung.

Januar: König der Kelche

Bei allen Ups und Downs des vergangenen Monats stand mir diese Karte zur Seite. Sie half mir, meine Reaktion auf die kaputte Heizung und das verrußte Atelier zu mäßigen, die Fehler des Klempners gelassen hinzunehmen, schnell getroffene Entscheidungen zu überdenken, mich bei persönlichen Spannungen zurückzunehmen … Immer, wenn Emotionen in mir hochkochen wollten oder ich mich in schwarze Gedanken zu verlieren drohte, wenn enttäuschte Erwartungen mich pisackten und sich dunkles Gewölk am Horizont sammelte, erinnerte ich mich, richtete mich auf, hob die Schultern und nahm Zepter und Kelch selbstbewusst in die Hand.

Zwei Mal zeichnete ich die Karte neu: am 6. Januar (Heiligung der Gewässer, Taufe) und am 17.1., als ich in einer Phase guten inneren Gleichgewichts war. 

Gestern Nacht machte ich eine weitere Zeichnung, in der ich die Emotionen des vergangenen Monats noch mal Revue passieren ließ, und verabschiede mich damit vom „König der Kelche“ und vom Januar.

Ab morgen soll mir das „Ass der Münzen“ zur Seite stehen.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Wanderung zum Dorf Megali Mantinia

Nach heftigem Regen gestern und milderen Güssen in der Nacht war der Morgen noch verhangen, lichtete sich dann aber zusehends. Als wir (besuchender Sohn und ich) zu einer kleinen Wanderung aufbrachen, hatte sich der Tag vollends aufgeheitert. Kühl und durchsonnt – ideale Bedingungen zum Wandern.

Ein paar Fotos habe ich mitgebracht aus dem Bergdorf, dessen alte Bausubstanz allmählich restauriert wird. Sehr hübsch ist es, wenn man sich ihm von oben her nähert.

Klassisch schön die einfachen Kuben der Häuser im Durchblick zwischen zwei Kirchen.

Die Hauptkirche. Daneben gibt es eine Menge kleinerer Kirchen und Kapellen.

Ein altes Tor zu einem Gehöft, das nicht mehr existiert. 1842, wenige Jahre nach der Gründung des neuen griechischen Staates.

Erste Mandelblüte, ein Kirchlein mit zwei Zypressen im Gegenlicht, ein Esel auf einer neuen Umfassungsmauer (Briten).

Ein unverstellter Blick aufs Meer, dem wir nun zuwandern.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Ciao Chow Chow!

Seinen Vater kannte ich sehr gut, denn jedesmal, wenn ich mit Tito am Kramladen Halt machte, um etwas einzukaufen, kam er an, kam sehr nah an meinen Hund heran, der vergebens versuchte, unsichtbar zu sein.

Dies ist nun ein Nachwuchs. Ihn empfinde ich als weniger bedrohlich, zumal ich jetzt hundelos vorbeikomme. Aber ganz geheuer ist er mir auch nicht. Dennoch freue ich mich, ihn zu sehen, und ich warte, wie weit er sich mir zu nähern geruht. Doch doch, er kommt, er schnuppert an meinen Hosen. Mag er meine Katzen? Er verzieht keine Miene. Wendet sich ab. Stellt sich noch mal in Fotopositur. Ist ein schöner Kerl!

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In der Zeichenschule (30): Drei antike Mannsbilder

Diese Zeichnung habe ich schon gestern gemacht, dann aber offenbar vergessen zu posten. Der zentrale Kopf ist neu, habe ihn zum ersten Mal gezeichnet.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Windwolken mit Drachenflieger und Tanz

Hell, kalt und windig war es heute am Meer. Ein Drachenflieger versuchte vergebens, den Drachen zu bändigen. Ich sah den Mann tänzeln, um das Biest zu zähmen, doch sank es zu Boden, und wurde schließlich eingesammelt.

Unsere Tanzgruppe hatte sich dort zum Paneurhythmie-Tanz verabredet. Heute waren wir zu siebt. Nach dem tanz machten wir das obligatorische Erinnerungsfoto (die Fotografin fehlt auf dem Foto).

Vielleicht ist dir die Wolkenformation im Hintergrund aufgefallen. Ich fand sie merkwürdig genug, um sie in alle Richtungen zu fotografieren. Ich weiß nicht, was ich von ihrem zerhackten Rhythmus halten soll. Übrigens verschwanden sie später, und am klaren Himmel grüßten mich die schönen Sterne.

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Dienstags-Drabble: Nacht im Bioskop

Dies ist ein Text zu Puzzleblumes Drabble-Einladung. Die zu bedienenden Wörter sind Konservendose + beginnen + verschachtelt. Das kursiv gesetzte Zitat stammt aus Clemens Meyer, Die Projektoren. Das Buch nimmt mich mit. In jeder Hinsicht. Ich kann kaum anderes denken. Also habe ich das Drabble um eine Szene und ein Zitat aus dem Kapitel „Nacht im Bioskop“ und eine aktuelle Nachricht gebaut (Demonstrationen in Serbien wegen des Einsturzes des Bahnhofsvordaches in Novi Sad). Die Szene mit den Konservendosen stehen sinnbildlich für kindliche Unschuld in einer Welt des Grauens. Wer das Buch gelesen hat, wird verstehen, was ich meine. Die anderen bitte ich um Vergebung für das Unverständliche des Textes.

Bei den Illustrationen handelt es sich um digital bearbeitete Gemälde von mir.

Nacht im Bioskop

Ich weiß nicht, wo beginnen. Da ist ein Wort, Konservendose, es springt mich an, löst sich aus der kunstvoll verschachtelten Erzählung, nimmt ein Eigenleben an. Novi Sad, Januar 1942. Draußen treiben die Toten unter dem Eis. Eine blonde Frau auf dem Bahnhofsvorplatz, eben dort, wo im Dezember 2024 das Vordach zusammenbricht und fünfzehn Menschen unter sich begräbt. Aber die Mädchen in jenem fernen Winter haben es doch gut? Was tun sie? „Sie spannten dünne Fäden, bohrten Löcher in leere Konservendosen, verbanden so die Linien ihrer Gespräche. ‘Kinder, was macht ihr?’ – ‘Wir telefonieren, weil der Vater seit Tagen nichts mehr sagt’.“

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: vieles und eine Schafherde

Ein wunderschöner Tag, in jeder Hinsicht, und bis oben vollgestopft: Sohnesbesuch, gemeinsames Essen, Gespräche, Spazieren, Sonnenschein und feiner Wind. Als Mitbringsel des Tages habe ich nur eine Schafherde mit Lämmern vorzuweisen, die von heftig kläffenden Hunden bewacht wurde.

Bis Ostern sind es zum Glück noch drei Monate Lebensfreude für die Kleinen Süßen.

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Archivbild der Woche 26/1: Hybride

 

Mein Beitrag zu Heides „Archivbild der Woche“ 26/1:

An einem Tag wie diesem – am 26/1 des  Jahres 2020 – zeichnete ich meine kleine weiße Kugelvase mit einer weißen Rose,dazu auch eine kleine Orange und einen Kaffeebecher mit Eulenmotiv. Diese Zeichnung und eine Fotografie desselben Motivs brachte ich dann in eine Art Zwiesprache. Die Ergebnisse nannte ich „Hybride“.

Ein solches Hybrid rief ich mir im Rahmen von Heides Projekt in Erinnerung. Becher, Orange, Vase und Rose habe ich aus dem Foto elektronisch ausgeschnitten und in die Zeichnung hineinmontiert.

Auch umgekehrt wird ein Schuh draus: in das SW-Foto montierte ich die gezeichneten Vase-Rose-Orange-Becher hinein.

Welche Lösung gefällt dir besser?

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: mit einer Rose als Stütze

Auf meinem mittäglichen Rundgang fand ich diese zärtliche Rose in einem Vorgarten.

Am Abend ein Abschiedsblick aufs Meer, über dem schwarzes Gewölk aufzog.

Dazwischen gab es viele schöne Momente, denn unser Sohn kam für ein paar Tage zu Besuch und wir machten zusammen eine recht große Wanderung. 

In „unserer“ Taverne überreichte man mir eingegangene Post: zwei Weihnachtspostkarten (!), die eine kunstvoll gestaltet von Almuth (Blog naturaufdembalkon) mit zwei Füchslein. Die Füchslein halten Abstand vom Hintergrund und wirken deshalb besonders plastisch. Ich habe mich ganz doll gefreut, zumal ich schon befürchtet hatte, dass die Karte verloren gegangen war.

Auch ich hatte Almuth eine Zeichnung geschickt, die gestern bei ihr ankam. Almuth hatte den Kartenaustausch in ihrem Blog vorgestellt, und ich hatte gleich laut „ich auch!“ geschrieen. Danke, Almuth! Danke auch der Schneckenpost, die am Ende immer noch geliefert hat.

Bleibt noch, unseren Lin zu zeigen, der immer vor der Haustüre sitzt und wartet, um sich Streicheleinheiten und vielleicht auch ein Leckerli abzuholen.

Sein Bruder Lan ist leider seit langem nicht mehr aufgetaucht. Ich hoffe, der Grund ist ein freundlicher neuer Fütterer. Sterilisiert hatte ich sie beide.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: grün und blau

Der Pelz aus Gras und Klee, den sich die Erde zugelegt hat, ist zwar noch recht dünn, aber er bedeckt nun alle Blößen. Smaragdgrün leuchtet er zwischen den alten Olivenstämmen und verbreitet Frühlingsfreude (kurz vor elf Uhr aufgenommen).

Die Blick in die Ferne bringt noch meer Blau ins Spiel.

Ich hatte übrigens im Rahmen von Heides Archivbild-Projekt ein älteres Foto mit zwei Collagen von Ulli Gau herausgesucht, doch das Datum passte nicht genau. Nun aber darf es doch noch mal hier erscheinen: eines der „schwebenden Boote“ von Theodora Horafa, das Ulli bei ihrem Besuch in Maroussi  fotografierte, als geheimnisvolles Gefährt in Blau und Grün, ganz wie unsere Wiesen-Himmel-Meer-Farbskala am heutigen Vorfrühlingstag.

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