Tagebuch der Lustbarkeiten: grün und blau

Der Pelz aus Gras und Klee, den sich die Erde zugelegt hat, ist zwar noch recht dünn, aber er bedeckt nun alle Blößen. Smaragdgrün leuchtet er zwischen den alten Olivenstämmen und verbreitet Frühlingsfreude (kurz vor elf Uhr aufgenommen).

Die Blick in die Ferne bringt noch meer Blau ins Spiel.

Ich hatte übrigens im Rahmen von Heides Archivbild-Projekt ein älteres Foto mit zwei Collagen von Ulli Gau herausgesucht, doch das Datum passte nicht genau. Nun aber darf es doch noch mal hier erscheinen: eines der „schwebenden Boote“ von Theodora Horafa, das Ulli bei ihrem Besuch in Maroussi  fotografierte, als geheimnisvolles Gefährt in Blau und Grün, ganz wie unsere Wiesen-Himmel-Meer-Farbskala am heutigen Vorfrühlingstag.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Heute am Hafenbecken (Fotografie, Malerei, Zeichnungen)

Ja, auch ich spazierte heute mal wieder am Hafenbecken herum, lieber Joachim (hier).

Und wie immer zogen die Spiegelungen mich in den Bann.

Undinen zeigten sich mir nicht, wohl aber allerlei spukige Gesichter.

Dann aber zog eine am Hafenbecken sitzende junge Frau meine Aufmerksamkeit auf sich. Eine Malerin, vor sich die Palette nebst Ölfarben und das eben beendete Gemälde.

Ihr Gemälde beeindruckte mich, ich schaute und fragte nach dem Woher, bekam auch bereitwillig Antwort: Halina ist aus der zentralen Ukraine, ihre website: galynapopinova.com.

Bei der Gelegenheit suchte ich auch ein paar meiner Zeichnungen und Skizzen derselben Szenerie (andere Blickwinkel) aus dem Archiv:

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Nachlese von gestern

Gestern war ich sehr tätig. Als Erstes habe ich mein Atelier, so weit das möglich war, gesäubert, den Boden geschrubbt. Dann habe ich im Garten gewütet und zwei allzu mächtig zwischen den Oliven wuchernde Yukastauden abgesägt. Nach dem Mittagessen (es gab ein superleckeres Linsengericht) und einer Kurz-Siesta fuhr ich zum Paneurhythmietanzen und erfreute Augen und Seele an einem klaren Sonnenuntergang. Der lokale Kater Silvester kam auch vorbei, um sich Streicheleinheiten abzuholen.

Anschließend trank ich in einem Straßencafe mit Bildern von Skitsofrenis eine Tasse heißen Tee. Das Foto ist von einem früheren Eintrag.

Es folgte die Sitzung in der Zeichenschule, die gegenüber liegt. Ich zeichnete diesmal keinen Gispskopf, sondern nach Modell.

Zu Hause gabs im TV eine interessante Sendung über Johanna van Gogh, Witwe von Theo van Gogh, die zäh und schließlich erfolgreich um die Anerkennung ihres Schwagers Vincent kämpfte. Ihre schlechten Erfahrungen mit dem Kunsthandel brachten die junge Frau dazu, selbst eine große Ausstellung seiner Werke zu organisieren – übrigens die umfangreichste, die jemals stattgefunden hat – und sich zur Marketingexpertin und Frauenrechtlerin zu entwickeln (hier mehr zu dieser bemerkenswerten Frau). Später in der Nacht machte ich noch eine zweite neurografische Zeichnung zum Thema „Mut und Verschwiegenheit“. Das Zeichnen harmonisiert mich und hilft mir, besser zu schlafen.

Heute habe ich bisher bis aufs Frühstücken, Haarewaschen und Bloglesen pausiert. Mal sehen, wie sich der Tag, der schön und sonnig ist, noch entwickelt.

 

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In der Zeichenschule 29. Modell (3)

Heute war ich wieder zeichnen, dasselbe Modell, aber in anderer Pose. Ich brauchte die gesamte Zeit (zwei Stunden mit zwei Pausen), um die Zeichnung  fertigzustellen.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Altstadt und Thiassos

Heute hatten wir in Kalamatas Altstadt zu tun. Schön ist Kalamata nicht, zu viel der alten Bausubstanz ging bei dem großen Erdbeben in den 80er Jahren kaputt und wurde durch hässliche und chaotische Neubebauung ersetzt. Aber der Altstadtbezirk hat seinen Charme bewahrt, wenngleich auch dort das kritische Auge viel zu bemängeln hat. So wird eine zentrale Straße, ein hybrides Ding zwischen Autoverkehr und Fußgängerzone, zum x-ten Mal aufgerissen, um neu gepflastert zu werden. Das ist mir im Grund egal. Nicht egal ist mir, dass die wunderbaren hohen Zwitscher-Bäume, in denen sich in Übergangszeiten riesige Vogelschwärme sammeln, grässlich gestutzt wurden. Die neoklassische Häuserzeile unter dem wildbewegten Himmel ist nun freilich besser zu sehen.

Überhaupt das Licht des Südens! In diesem Licht,  im Wechsel zwischen dunklem Gewölk und blendender Helle, wird jeder Ort schön. So genoss ich es denn auch sehr, nach den Erledigungen im „Thiassos“ zu sitzen, dem Lichtspiel zuzuschauen und eine Kleinigkeit zu essen. (Thiassos bedeutet Theatertruppe, Wanderschauspieler – der Film dieses Titels von Theo Angelopoulos hat mich früher tief beeindruckt, siehe hier).

Und als Spiegelung in der Tür zum Innenraum.

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Dienstags-Puzzle-Drabble: Mut und Verschwiegenheit, neurografisch

Zum Dienstag gehört für mich das Drabbeln, zu dem Heides Puzzleblumenblog einlädt. Es gibt so wenige Rituale, auf die man sich verlassen kann, und so nehme ich diese Gelegenheit dankbar an.

Zu verfassen ist ein 100-Wörter-Text, der die Wörter enthält:

Aufgabe – absprechen – mysteriös.

Die Zeichnung wird dir vielleicht mysteriös erscheinen, aber eine gewisse Eleganz ist ihr nicht abzusprechen. Worum geht es dabei? Ich habe mir die Aufgabe gestellt, meine heutige Beziehung zu den Eigenschaften „Mut“ und „Verschwiegenheit“ neurografisch zu überprüfen. Wenn man etwas realisieren will, vor dem man sich fürchtet, redet man zu oft mit seinen Liebsten darüber.

Einmal hielt ich den Mund. Das war, als ich mit 57 beschloss, meinen Führerschein zu machen und vorher nicht darüber zu sprechen. Mein Mann erfuhr es erst, als das Auto vor der Tür stand.  Seither schwöre ich bei wichtigen Entschlüssen auf die Kraft der Verschwiegenheit.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Schafnachwuchs

Zufrieden wirkten die winterblassen Schafe, die ich heute auf der grünen Wiese neben unserer Straße weiden sah. Dazu hatten sie auch jeden Grund, denn nicht nur gab es Gras, Kräuter und die Blätter des Gebüschs zu fressen, sondern auch die lieblichen Kleinen zu bewachen.

Ich selbst war auch zufrieden, denn am Morgen war der Heizungstechniker gekommen und seit ein paar Stunden hatten wir wieder eine funktionstüchtige Heizung. Da ich mich wie in/auf einer Glückssträhne fühlte, fuhr ich wohlgemut nach Kalamata, um einige überfällige Dinge zu erledigen, als da wären: die Autoversicherung bezahlen, eine Strafe für falsches Parken bezahlen, eine Fehlschaltung des ebanking beheben lassen, das Auto dem TÜV vorführen und die Abgaskarte erneuern. Ich fand wundersamerweise überall ein Plätzchen zum Parken und freundliche Sachbearbeiter, und konnte alles zügig erledigen.

Das sind vielleicht keine weltbewegenden Taten, aber ich trage diesen Tag als „gelungen“ in meine Annalen ein.

 

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19.1.2015: Archivbild der Woche

Dies ist ein Beitrag zu Puzzles Archivbild-Projekt. Es gilt, ins Archiv hinabzusteigen und ein Bild heraufzubefördern, dass an einem Tag wie heute entstand.
Am 19.1. 2015 legte und fotografierte ich ein Bild, das den Mischwesen gewidmet ist. Ihr kennt sie alle aus der Mythologie: den Minotaurus, der, halb Mensch halb Stier, die Athener das Fürchten lehrte, bis Held Theseus ihm den Garaus machte – mithilfe einer Frau, die sich in ihn verliebte, natürlich. Auch die Kentauren werden euch bekannt sein: Sie sind halb Mensch, halb Pferd.

Worin aber besteht der wesenliche Unterschied? Nun, entscheidend ist, welcher Teil dem tierischen, welcher dem menschlichen Reich angehört.

Ist der Kopf unbeherrscht, wütend und wild, der Körper aber menschlich zart gegliedert, dann …

Ist der Körper von tierhaften Kräften gestaltet, der Kopf aber geschwind und klug wie bei den Menschen, dann …

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Möchtest du mehr über meine Gedanken zu diesen Mischwesen erfahren, dann findest du einiges hier im Blog. Als Thema sind sie in der bildenden Kunst sehr verbreitet. Ein Biespiel hier.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Meer, Sonne, Tanzen

Die Sonne ist wieder da, nach Tagen mit Regen und Gewölk, und so verabredeten wir uns zum Paneurhythmietanzen am Strand vor einem jetzt geschlossenen Großhotel Kalamatas. Ich war etwas früher da, zog mir drei der vier Hüllen aus und sonnte mich, watete auch ein bisschen im Meer, in dem einige Unentwegte schwammen.

Als die Sonne mit Glanz und Glorie unterging, endete auch unser Tanz, der in gewisser Weise den Gang der Erde um die Sonne nachbildet (die Sonne ist durch den gelegten Kreis angedeutet).

Schön wars. Vielleicht nehme ich das nächste Mal wieder Badezeug mit.

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Wiederannäherung ans Malen – neurografisch

Mein Atelier ist weiterhin unbrauchbar*, aber ich versuche, mich dem Malen trotzdem vorsichtig wieder anzunähern. Und so machte ich es zu einem Thema meiner neurografischen Übungen.

Ich stelle mich (der Kreis links) vor eine Leinwand (Viereck rechts) und lasse Wellenlinien hinüber zur Leinwand laufen, verbinde, runde ab, färbe ein, wie es die Methode vorsieht. All das, ohne viel zu denken. Ob es hilft, die kreativen Kräfte ins Fließen zu bringen? Egal, dies Zeichnen entspannt mich, und farbig ist es auch. Fast wie malen.

*17 Tage ist mein Atelier schon wegen einer Verrußung durch die defekte Heizung blockiert. Am Montag kommt ein Heizungstechniker und schaut sich unsere Heizung an. Der nette Handwerker aus dem Nachbardorf bemühte sich zwar redlich, aber war wohl doch überfordert, denn die Heizung läuft jetzt zwar, aber immer nur kurz, und schaltet sich dann selbsttätig aus. 

Nächste Woche entscheidet sich, ob eine Reparatur noch möglich ist oder ein neuer Brenner her muss. Das neue Energiegesetz hat zwar den 1.1.2025 – den Tag, als unser Brenner kaputt ging – , als Tag bestimmt, ab dem kein Brenner für Ölheizungen mehr verkauft werden darf, aber eine Anwendungsverordnung gibt noch zwei Jahre drauf. Und so dürfen wir hoffen, doch irgendwann wieder im Warmen zu sitzen. Dann kann ich auch das Untergeschoss mit dem Atelier gründlich reinigen oder reinigen lassen. Und wieder mit dem Malen beginnen. Oder mit anderen Aktivitäten, die jetzt leider nicht möglich sind. Kommt Zeit, kommt Rat.

 

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