In der Zeichenschule 28: Jünglingskopf (Athlet)

Ja, ich war wieder in der Zeichenschule, das dritte Mal in dieser Woche. Es ist grad meine Zuflucht, weil mein Atelier immer noch unbrauchbar ist. Heute habe ich ein bisschen an der am Dienstag begonnenen Zeichnung des Jünglingskopf herumgebessert …

mich dann aber umgesetzt, um denselben Kopf aus einer anderen Perspektive erneut zu studieren. Es ist nämlich etwas Merkwürdiges mit diesen griechisch-antiken Köpfen: man meint, sie seien ebenmäßig und leicht zu erfassen, doch ist das (im Unterschied zu den ägyptischen oder römischen) durchaus nicht der Fall. Dieser Jüngling – ein Athlet – schaut mit seinen blinden Augen sehr konzentriert auf ein fernes Ziel, und sein leicht geneigtes Haupt ist zugleich wie durch den starken Nackenmuskel angehoben. Der Mund spielt zwischen Lächeln und einem leicht verächtlichen Einschätzen des Gegners … Kurzum, ich habe all das versucht, getreulich wiederzugeben, und bin heute tatsächlich einen Schritt weitergekommen.

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In der Zeichenschule 27: Modell (2)

Heute war wieder Zeichnen mit Modell, was ich weit lieber tue als Gipsköpfe abzuzeichnen. Wieder machte ich bei jeder Session von 40 Minuten eine Zeichnung.

1. Sitzung: eine Profilansicht.

2. In der Zeichenschule, Modell. Ich zeichnete im Stehen.

3. Noch mal im Profil

Ich habe auch wieder die besten Zeichnungen anderer Teilnehmer fotografiert:

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Kleine Beobachtungen: Verwelkender Christstern

Kümmerlich ist der kleine Christstern geworden, aber man sollte ihn nicht unterschätzen. Er hat etliche Überraschungen zu bieten. Zum Beispiel diese zwei verwelkten Blätter, die sich hübsch ineinander gerollt haben, um gemeinsam zu sterben. Geradezu vorbildlich…

Der Anblick rührt mich und macht mich auf andere Blätter aufmerksam. Erstaunlich, wie unterschiedlich sie sich beim Verwelken verfärben und verformen! Jedes Blatt scheint sein eigenes Programm zu verfolgen.

ein Ausschnitt:

Wer begreift, wie aus einem glatten roten Blatt diese skurrile rötliche Raupenartige entstehen kann? Eine Art Metamorphose in umgekehrter Richtung scheint da abzulaufen: vom Schmetterling zur Raupe.

Manche Blattspitzen gebärden sich wie Tempeltänzerinnen auf Bali.

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In der Zeichenschule: Kopf, Torso und Vassilopita

Bei heftigem Regen fuhr ich heute nach Kalamata, um den Termin in der Zeichenschule nicht zu verpassen. Andreas, unser junger Lehrer, fand ein Paar Pantoffeln für mich, denn meine Socken waren beim kurzen Spurt vom Auto zur Werkstatt nass geworden, obgleich ich Winterstiefel trug. Die durften neben dem Elektroheizer trocknen, während ich mich mal wieder mit dem Abzeichnen zweier Skulpturen abmühte.

Das Ergebnis war gar nicht so schlecht, aber es gab einige Fehler, es langweilte mich, ich fand es spannungslos und löschte es großflächig aus. Mit der Überarbeitung kam ich dann nicht sehr weit…

denn nun wurde zum „Anschneiden der Vassilopita“ (Basileos- bzw Wasilios-Kuchen) gerufen. Das ist ein Spezialkuchen zum Ersten Januar, dem Tag des Heiligen Wassilios, der den Armen und Kindern Geschenke bringt, vergleichbar dem Nikolaus der Katholiken. In dem Kuchen verbirgt sich ein Münze, und wer sie gewinnt, ist der Glückspilz des Jahres.

Den ganzen Januar über versammeln sich Menschen – Vereine, Clubs, Freundesgruppen -, um diesen Kuchen miteinander zu schneiden (Kopsimo tis Pitas) und zu verspeisen. Es gibt da festliegende Rituale, in welcher Reihenfolge das Schneiden und Verteilen zu erfolgen hat, aber heute in der Zeichenschule wurde es lässig gehandhabt.

Als ich heimfuhr, regnete es nicht mehr, war aber eisig kalt. Und über dem schwarzen Bergmassiv ging der Vollmond auf.

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Drabble: Schneewittchen, ein Wintermärchen (kata-strophisch)

 

Blässe + aufzählen + fest

das sind die heutigen Drabble-Worte, ausgesucht von Heide (Puzzleblume). 100 Wörter sind drum herum zu spinnen. Ich tats heute in sanft-kata-strophischer Manier. Das erste Legebild entstand aus Schnipseln, die Leela mir schickte, sowie einigen Stücken von Jürgen Küsters schwarzen Schnittresten. Das zweite Bild legte ich aus Material, das mir Ule Rolff schenkte.

„Omalein, wie ging das Märchen

Von dem Chneewitt-Prinzen-Pärchen.

Wenn Mamalein den Finger sticht

Und zum Fingerlein dann spricht:

Ein Kindelein mit schwarzem Haar

Das wäre überwunderbar.

Dann sagt sie noch was von der Blässe

Und etwas, das ich stets vergesse.

Kannst du es mir mal auferzählen?

Und wie sie sich am End vermählen?“

 

„Schwarz das Haar und Rot wie Blut

Auf der weißen Haut wie Glut

Hübsch bist du, mein Herzenskind,

hübsch wie nur die unsern sind.

Gleich morgen sag ich dir den Rest.

Und nun gib Ruh, und schlafe fest!“

 

Die Äuglein schloss Katrinchen gleich

Betrat es das Schneewittchenreich?

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12 von 12. Mein Tag in Bildern (draußen nur Kännchen)

Auf diese Blogaktion wurde ich durch Cynthias Eintrag aufmerksam. Da erzählen BloggerInnen in zwölf Bildern mit kleinen  Zwischentexten, was sie im Tageslauf so getan, gesehen, gehört… haben – ein netter kleiner Einblick ins Alltagsleben. Oder auch, heute, ins Sonntagsleben. Warum nicht mitmachen?

1) Mittags mache ich mein erstes Foto einer neurografischen Zeichnung. Da geht es mir darum, für mich zu klären, welches „Tun“ im Laufe des Jahres zu meinem Glücklichsein beitragen soll. Es handelt sich um die Fortsetzung einer von Cynthia angeleiteten Übung.

2) Nach dem Mittagessen mache ich eine weitere neurografische Zeichnung, diesmal zum Thema, welches „Tun“ zu meiner Gesundheit beitragen könnte.

3) Nach dem Essen gehe ich hinunter in den Heizungsraum, um zu schauen, wie weit der Klempner mit unserem Brenner gediehen ist. O je! Auch das Ersatzrohr ist durchgebrochen, der Ruß häuft sich am Boden. Später wird er wiederkommen, den Rauchabzug nochmal zu säubern versuchen und ein neues Verbindungsstück einsetzen. Sagt er. Und morgen sagt er uns dann, ob wir ein neues Gerät brauchen. Solange er nicht fertig ist, kann ich nicht putzen und mein Atelier nicht benutzen.

4) Ich beschließe, etwas für mein Gemüt und meine Gesundheit zu tun und einen Spaziergang zu machen. Am Himmel tummelt sich weißes und schwarzes Gewölk.

5) Wird schon nicht regnen, denke ich und mach mich auf die Socken, erst die ansteigende Asphaltstraße hinauf mit Blick auf das Vorgebirge des Taygetos

6) dann einen Feldweg hinunter zum Meer, das mir von Ferne Sonnenblicke zuwirft.

7) Meer, Himmel und Wolken haben inzwischen um die Wette(r) gemalt.

8) Zwei Schafe sind die einzigen Menschen, denen ich begegne, aber auch sie beachten mich kaum, sind mit Fressen befasst.

9) Zu Hause setze ich mich an den Computer und sitze seither dort, während sich draußen ein Unwetter entlädt.

10) Da die Zentralheizung nun schon seit zwölf Tagen kaputt ist, steht ein elektrisches Heizgerät neben mir, mich zu wärmen. Hoffentlich fällt der Strom nicht aus, wie meist, wenn es draußen gewittert.

11) Fritzi, die beschlossen hat, eine Hauskatze zu sein, hat den TV-Sessel okkupiert und lässt sich ebenfalls vom Heizkörper bescheinen.

12) Derweil hat mein Mann den Kamin entzündet und schneidet ihn interessierende Artikel aus den Zeitungen aus. Vielleicht spielen wir später eine Runde Schach.

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Archivbild der Woche (Puzzleblumen-Projekt)

Dies ist ein Beitrag zu Puzzleblumes neuem Projekt:“Archivbild der Woche“.

An einem Tag wie diesem, am 12. Januar 2021, hockte ich auf einem Poller am Hafen von Kalamata und zeichnete per Kugelschreiber die Ecke mit dem großen seit langem leerstehenden Industriegebäude. Architekturzeichnungen mache ich immer gern, und Häfen sind mein liebster Aufenthaltsort.  – Die rote Linie habe ich wohl später zwecks Korrektur gezogen. Ich war halt mal Lehrerin.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Wolkenmalerei

Heute gegen fünf Uhr am Nachmittag machte ich meine Runde. Sie endete wie meist am Meer.

Die Himmelsbilder waren höchst eindrucksvoll, und es fällt mir schwer, eine Auswahl zu treffen. Doch lieber dies?

oder eines von diesen?

Eine allein stehende Zypresse als Himmelspinsel. Ich überlasse ihr ohne zu Zögern das Feld der Malerei und trete bescheiden zurück.

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Impulswerkstatt, Bild No 2 : Schnee und Statt-Schnee

Mit Schnee- und Eiskristallen kann ich nicht punkten, liebe Myriade, denn ich lebe in einer schneefreien Zone Griechenlands. Zwar sieht man die Gipfel des Taygetos-Gebirges in der Ferne weiß leuchten, ..

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und einmal gelang es mir auch, in einem Taygetosdorf ein von Raureif hübsch kristallisiertes Blatt zu fotografieren …

aber hier unten in Meeresnähe muss ich mich mit Statt-Schnee begnügen, mit weißer Bougainvillea etwa (9.12.2022)…

Als Vorstellung bewahre ich mir den Schnee auch in meiner Mani-Welt, und gelegentlich wird sie auch zu Bildern, so wie hier die „Großstadt im Schnee“.

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oder wie die .verschneite Kleinstadt am See“.

horismeno horio se limni

Als Mensch, der als Kind schneereiche Winter kannte, geht mein Herz gleich auf, wenn ich „Schnee“ denke. Echten Schnee zu sehen, zu berühren, die Stille einer schneebedeckten Landschaft zu fühlen, den Schnee unter den Stiefeln knirschen zu hören – danach habe ich im Winter eine starke Sehnsucht.

Manchmal bin ich in Maroussi (nördlicher Vorort von Athen), wenn es dort schneit. In einem Winter blieb der Schnee zwei Wochen liegen, die Palmen trugen Schneemützen, und im Stadtwald versank ich beim Gehen bis über die Knie im unberührten Weiß. 

Lange Schneeperioden sich aber die Ausnahme. Nur die hohen Berge Attikas leuchten im Schnee, wenn unten alles längst weggeschmolzen ist.

Schnee in unserer südlichen Welt – das sind noch mal ganz andere Eindrücke als im hohen Norden. 

Schnee auf Zitronenbäumchen

Schnee auf dem Motorrad, dem Yukkabaum und den Pinien

 

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Gibt es hier auch keinen Schnee, so erträume ich ihn mir doch, wenn sich der Mond rundet und sein Licht herabrieseln lässt auf Mensch und Tier.

Bald ist es wieder so weit. Bald leuchtet der Vollmond der Januarnacht, und ich bade in seinem weißen Statt-Schnee.

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt, Bild 2. Die Fotos habe ich meinem Archiv entnommen.

 

 

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Kleine Beobachtungen: Lichtspiele zwischen Himmel und Meer

Einen Blick auf das Weben des Lichts zwischen Himmel und Meer zu werfen – das ist manchmal genug, um die Batterien für einen ganzen Tag aufzuladen. Heute war es ein graues Licht, das sich in breiten Streifen von der wolkenbedeckten Sonne zum Horizont hinabfächerte und sich in der lichtgrauen Fläche des Meeres spiegelte.

Ein bisschen verwackelt ist der Horizont der Panoramaaufnahme

In zwei Zonen ist das Lichtspiel aufgeteilt: direkt unter der Sonne die eine mehrstufige Bühne und rechts im Bild, befeuert durch einen breiten Strahl, eine Nebenbühne. Auf dem unteren Foto sieht man die Hauptbühne und den weit nach rechts ausgreifenden Strahl besser, aber nur halb.

Hier noch einmal die Nebenbühne in voller Ausdehnung:

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