Schnee, Dorf, See, Boot

Bei uns in Athen schneit es nicht, nein, es regnet, schüttet, tropft, und die Temperaturen liegen tagsüber gegenwärtig bei 20 Grad. Doch es kommt vor – und ich hoffe, die Erderwärmung lässt diese Erfahrung auch für die Nachgeborenen zu -, dass wir hier die Freude des Schnees erleben. Wir wohnen in einem nördlichen Vorort, an den Ausläufern des Pendelikons, und wenn es hier richtig schneit, schließen die Schulen, die Autos werden zu weißen Skulpturen, und selbst die Palmen bedecken sich mit himmlichem Weiß. Herrliche Tage der Ruhe sind das, die Menschen treten sacht aus den Häusern, grüßen sich und tauschen fröhlich ihre Ansichten  über den Schnee aus, bis er sich in Matsch verwandelt.

An einem solch seltenen Schneetag habe ich  von einem Dorf im Schnee geträumt. Das Dorf liegt unterhalb von Bergen an einem See, der zugefroren ist.  Solche Dörfer und Seen gibt es im Norden des Landes. Kastoria fällt mir ein: das Dorf, das aus Pelzabfällen ganze Pelze zusammennähte und dadurch reich wurde, bis Pelz aus der Mode kam. Vielleicht schneit es dort gerade jetzt, wo ich dies schreibe.

horismeno horio se limni

Die Bildwirkung ist ein bisschen konservativ. Irgendwie mag ich es trotzdem gern. Vielleicht, weil es mich an meine Kindheit erinnert, an die kleine Stadt Heiligenhafen und an den zugefrorenen Binnensee.

 

horismeno horio se limni c

horismeno horio se limni b

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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14 Antworten zu Schnee, Dorf, See, Boot

  1. Martina Ramsauer schreibt:

    Liebe Gerda, die Ruhe, die dieses Bild austrahlt, tut mir gut. Danke und ich wuensche dir bald einen weissen Wintertag.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke Martina! im Januar oder Februar kann es schon passieren. Einmal blieb hier der Schnee zwei Wochen liegen, und kein Auto rührte sich. In unserem Stadtwald lag der Schnee so hoch, dass man bis zu den Knien versank. So blieb der Schnee lange unversehrt liegen.

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  2. Myriade schreibt:

    KOnservativ vielleicht, mit dem roten Boot genau am richtigen Fleck, aber auch sehr eindrucksvoll. An Griechenland hätte ich dabei nicht gedacht. Eher an Georgien oder Armenien. Aber es hat halt jede/r eine eigene Rezeption.
    Danke für die Vergrößerung, da sieht man gut, wie der Eindruck des Eisigen entsteht !

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    • gkazakou schreibt:

      danke sehr, Myriade! Ja, in den Vergrößerungen sieht man mehr von der Absicht des Malers. Das ist oft so. Ich habe es erstmals bemerkt, als ich Monets Bilder von Nahem sah: dieses lockere Chaos von von Flecken, das sich in der Entfernung als Brücke oder Fassade oder Fels entpuppt – Magie!

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  3. nomadenseele schreibt:

    Mir gefällt es sehr gut.

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  4. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Gerda,
    ein schöner blauer Himmel über dem grauen/weißen Dorf!
    Ich wünsche euch immer mal wieder Schnee und einen schönen Samstag von Susanne

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  5. Nadia Baumgart schreibt:

    Wunderschön, Gerda! Lieben Gruß aus dem (noch sonnigen) Italien, Nadia

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  6. madameflamusse schreibt:

    tolles Bild, finde es gar nicht so konservativ ehrlich gesagt, es hat einen schnen „Strich“ und auch die Farben mag ich, den Stil..

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  7. wholelottarosie schreibt:

    Ich liebe Bilder und Zeichnungen, die Schnee und Winter zum Thema haben.
    Man sieht sie meines Eindruckes nach nicht so häufig, zumeist werden eher Frühlings-oder Sommerszenen dargestellt.
    Ein sehr schönes Bild, vielen Dank fürs Zeigen!
    Sonnige Wintergrüße von Rosie

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