Zeigt her eure Tassen 19: roter Becher und weiße Kugelvase

Auch am Ostersamstag soll die tägliche Tasse nicht fehlen, zu der uns Juzicka-Jess (Amorak) mit ihrer Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ aufgefordert hat.

Diese hier ist in Wirklichkeit knallrot, doch sie hat ein wenig ihrer Farbe an die Umgebung abgegeben.

Frohe Ostern allseits!

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Tagebuch der Lustbarkeiten: am Karfreitag malen

Was kann dabei herauskommen, wenn man am Karfreitag malt? Ich wollte mich gern mit der christlichen Erzählung verbinden, aber es fiel mir schwer, Kontakt herzustellen. Zu vieles geschieht, was dem Christlichen Hohn spricht. Dennoch habe ich es versucht.

Ich bemalte eine Pappe grob mit Kleisterfarben und klebte Formen hinein (Klebestreifen und Gipsband). Rechts steht der „Verkünder“, drei Kreuze gibt es auch, etwas anders als üblich verteilt, der Rest sei eurer Fantasie überlassen.

Ich habe das fotografierte Bild dann farblich hin und hergeschoben, wodurch sich das „Klima“ der Szene jedesmal verändert.

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Impulswerkstatt Bild 3 : Pflaster und andere Reparaturmaßnahmen

Dieses 3. Bild deiner Impulswerkstatt, liebe Myriade, tat mir weh, als ich es sah. Eine geflickte Wand, der Flicken wie ein aufgehängtes Fell. Gerberei, Schinderei, Schindluder und Schlimmeres fiel mir dazu ein. Apoll und Marsyas….An solchen Martyrien will ich mich heute – Karfreitag – lieber nicht versuchen.

Was also?

Ich nehme wie so oft bei meinen eigenen Bildern Zuflucht. Gibt es da Anknüpfungen, Parallelen? Etwa diese verwundete Leinwand?

Oder dieser Bild-Ausschnitt?

„Zeigt her eure Wunden!“ nannte ich ein anderes Bild. Auch das könnte passen.

Doch lieber will ich mich nicht der Wunde, sondern dem Pflaster zuwenden. An Heilung will ich gar nicht denken.

Pflaster also. Ja, davon wimmelt es in meiner Malerei. Ich benutze dafür vor allem Klebestreifen. Damit halte ich fragile Gebilde zusammen, schaffe provisorische Stabilität bei sich auflösenden Strukturen.

Auch gerissene Papiere kommen zum Einsatz.

Oder auch Wellpappe.

Es geht natürlich auch ohne solche unterstreichenden Mittel, um Bilder zu schaffen, die das Gefühl einer notdürftig zusammengeflickten Welt wiedergeben. Gegen dieses Grundgefühl male ich immer wieder an.

Offenbar habe ich kein tiefes Vertrauen in die Wirksamkeit solcher Reparaturmaßnahmen. Und doch sind sie manchmal das einzige, was uns zur Verfügung steht.

 

 

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Zeigt her eure Tassen 18: „Farbe bitte!“

Heute am Karfreitag muss ein bisschen Extra-Farbe her, um dem klagenden Klang der Glocken, der vom Dorf herauftönt, entgegenzuwirken. Und so poste ich für die von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufene Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ eine Skizze aus dem Jahre 2023.

Da nämlich fand die fürs Jahr 2023 zuständige Dora meine farblosen Kugelschreiber-Skizzen total langweilig. Kurzerhand funktionierte sie ihre Latüchte zur Spraydose um und besprühte den Becher mit Gelb – ihrer Lieblingsfarbe.

Seither leuchtet der Becher goldgelb, wie ihr hier sehen könnt.

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Hafenmolen: Mosaikstein „Mole“ zum Dritten (Impulswerkstatt)

Dies ist mein dritter Beitrag zum Mosaikstück „Mole“ in Myriades Impulswerkstatt. Diesmal geht es um Hafenmolen. Die sind fest gemauert und umgeben den Hafen, damit er vor Stürmen geschützt ist. Nur eine Einfahrt für die Schiffe bleibt frei.

Kalamatas Industrie- und Handelshafen hat zwar schon lange kaum zu tun, wurde aber mit einer langen hohen Mole umgeben. Sie verläuft parallel zur Küste und verstellt den Horizont.

Nachts erkennt man sie in der Ferne an den regelmäigen Lichtern.

Neben den Industriehafen wurde vor einigen Jahren eine Marina für Segelbote gebaut – und auch sie musste natürlich durch eine Mole geschützt werden. Die ist aber nicht aus Beton, sondern aus grobem Felsgestein.

Hier sieht man das Ende der Mole, und das heißt: die Aus- und Einfahrt der Boote.

Die Mole des Handelshafens ist quasi zweistöckig begehbar, auf der Krone und auf einem Fußweg darunter auf der Hafenseite. Die beiden Ebenen sind durch Treppen verbunden. Wie groß das Bauwerk ist, wird durch die kleine Silhouette eines Spaziergängers auf der Krone deutlich.

 

Sicher, diese Mole ist potthässlich.Doch das wird kompensiert durch das Vergnügen, dass  man auf ihr spazierengehen und einen Vergleich zwischen dem Wasser des Meeres und des Hafens anstellen kann.

Die Mole der Marina ist fürs Begehen weniger gut geeignet. Ich aber mag sie lieber. Jeder der großen Steine hat ein besonderes Gesicht.

Nun verlasse ich Kalamata und mache einen Sprung hinüber nach Koroni, wo wir zu Ostern sein werden. Die dortige Hafenmole ist nicht so gewaltig und sehr brauchbar, um dort zu sitzen und ein wenig zu zeichnen.

Hier am Hafen der Insel Angistri ahnt man, wozu Molen gut sein können.

Kann man die den Hafen von Piräus gliedernden und umschließenden Mauern noch Molen nennen?

Ich denke schon, sofern es sich nicht am Kais handelt.

Molen gibt es überall, wo es Häfen gibt, die ohne solche vom Meer verschlungen würden, also auch in Kamariotissa, dem Hafen der oft sturmgepeitschten Insel Samothrake. Hier beobachtete ich den Zugang zur Mole von einem netten Cafe aus.

Molen sind auch gut geeignet, um darauf ein Theaterstück zu inszenieren. Die Figuren dazu hat meine Großnichte beigesteuert. Die Mole gehört zum Fischerhafen Kitries in der Mani.

Und wenn grad keine Mole zur Hand ist, kann man sich an eine erinnern. Und die ist dann nicht fest gemauert oder aus Beton gegossen, sondern nicht mehr als eine Aufschüttung gegen die Stürme der Zeit.

remembering a little harbour

Schutz und Behagen. Gut, um sie  nachts zu erträumen.

aus demselben Holz

Das wars erstmal mit den Molen. Natürlich hätte ich noch etliches dazu zu erzählen, denn sie begleiten mein Leben von Anfang an.

 

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Zeigt her eure Tassen 17: Urformen der Tasse

In meinem heutigen Beitrag zur von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufenen Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ möchte ich euch mal wieder in der Zeit zurückführen:  Diese Tassen, die man als Urform unserer heutigen Trinkgefäße ansehen könnte, stammen aus den Kykladen, und sind somit älter als 4000 Jahre.

Die nächste Tasse, die ich im Kerameiko (antiker Friedhof von Athen) aufnahm, stammt aus dem 8. Jahrhundert v.Chr. und ist, wie viele andere Trinkgeräte aus dieser Zeit, mit dem Swastika-Symbol verziert. Nicht zufällig ist das Sonnenrad hier rückläufig gezeichnet: schließlich ist es einem Toten beigegeben worden.

Etwa in derselben Zeit dürfte dieses hohe Trinkgefäß mit dem durchbrochenen Fuß gefertigt worden sein – eine überdimensionale Tasse.

Und wiederum gehen wir 500 Jahre in den Zeiten zurück in die mykenische Zeit, als man in der Handwerkskunst schon bedeutend weiter war als im späteren 8.Jh., und erstklassige Tassen aus reinem Gold fertigte. Diese Epoche ging nicht wie die kykladische durch eine Naturkatastrophe zugrunde, sondern durch die bei Homer beschriebenen Kriegsfolgen. Der Sieg der Griechen (bei Homer oft Danaer genannt) über Troja war ein typischer „Danaer-Sieg“, wo der Sieger alles verlor.

Ja ja, es stimmt schon: nicht alles ist Gold, was glänzt – aber manches eben doch!

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Gartenrunde

Als ich heute vormittag in den Garten ging, um die Katzen zu füttern, lag ein besonders liebliches Licht über allem, War es noch die Nachwirkung des Mondlichtes, oder lag es an dem Wüstensand inder Atmosphäre?

Ob man auf den Fotos die Magie des Augenblicks sehen bzw fühlen kann?

Weitblick zum Meer – erste blaue Iris – junge Weinreben – erste Granatapfelblüte – rotes Geißblatt – roter Hibiskus – Samenkapseln – Käfer auf Zistrose – Falter auf Grashalm – futternde Katzen – Wildblumenallerlei mit winzigen Insekten – Weitblick über Zisterne.

 

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Zeigt her eure Tassen 16: Gelbe Tasse mit zwei Kumpels

Mein heutiger Beitrag zur von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufenen Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ zeigt einen gelben mit Kaffee gefüllten Becher in Begleitung von zwei Typen, die ich Kumpels nenne. Sind sie aber Kumpels? Oder ist der eine Plantagenarbeiter und der andere Kaffeegenießer? Denn so ist die Welt meistens: zweigeteilt in die, die arbeiten und produzieren, und jene, die konsumieren und genießen.

Wie dem auch sei: Trinken wir den Kaffee, bevor er kalt wird!

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Vom Katzen-Parcour bis zum Segelbötchen

Heute machte ich mir im Atelier zu schaffen. Als ich die Tür aufmachte, marschierte die ganze Katzen-Manschaft hinein und drehte eine Besichtigungsrunde. Den Kater Lin und die schwangere Mamsell bekam ich aufs Foto.

Arbeitsplätze an der Staffelei und dem Zeichentisch bereitete ich vor für den Fall, dass mir was einfällt. Mir fiel aber nichts ein. Also las ich im erstbesten Buch, das mir in die Hände fiel: Stefan Zweig: „Die Welt von gestern“, posthum erschienen, Erinnerungen an die k.u.k.-Gesellschaft vor dem 1. Weltkrieg. (Zweig starb 1943 in Brasilien). Die Leinwand darf noch weiß bleiben.

Die Lämpchen mit Sonnenbatterie, die ich fürs Fest besorgt hatte, beleuchten immer noch den Vorplatz des Ateliers. In der Ferne Kalamata.

Auch der Treppenaufgang vom Atelier zur Haustür ist mit solchen Lämpchen bestückt – sehr erfreulich, denn ohne sie wäre es dort stockdunkel.

Im Wohnraum brannte der Kamin, und ich holte mir das Buch, das ich sonst grad lese: Ludwig Marcuse, „Heinrich Heine“, Erstveröffentlichung 1932. Vieles Interessante gibt es da über die Situation der Juden zu Beginn der „Judenemanzipation“ in den 20er Jahre des 19. Jahrhunderts  zu lesen. Ab und zu pausierte ich und schaute sinnend ins Feuer oder aufs Bild darüber. Da fiel mir das kleine Segelschiffchen ins Auge, über das das Licht hinspielte.

Auch ich lebe in der „Welt von gestern“. Im Unterschied zu Stefan Zweig, dessen Generation noch arglos war, habe ich Kenntnis von den Abgründen, die unter der friedlichen Oberfläche lauern.

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Dienstags-Drabble: Erben und Renovieren

 

Genau hundert Wörter – nicht mehr und nicht weniger – soll der Text eines Drabbles umfassen. Die Wörter, die Heide diesmal für das Drabbeln ausgewählt hat, sind

Gebäude – chaotisch – bekommen.

Mit ihrer Hilfe habe ich heute einen kaum kata-strophischen Text gebastelt.

 

Wer mag schon Gebäude

Die außen von Räude

und innen von Motten

zerfressen, verrotten?

 

Doch Reiner erbot sisch

War selber chaotisch

Das Haus zu erwerben,

Um‘s dem Sohn zu vererben.

 

Der Ralf, der’s bekommen

Besah es beklommen.

Die Decken, die Wände,

Wo fänd er die Hände

 

Um das Chaos zu lichten

Die Fenster zu dichten

die Balken zu richten

die Mauern zu schichten?

 

Doch Ralf hat Geschick

Dazu auch noch Glück

Er spuckt in die Hände

Er spachtelt die Wände

 

Erneuern von Balken

Und Löcher verschalken

Kann besser Freund Klaus

Der hilft ihm gern aus.

 

Sind sie erstmal fertig

Ist das Häuschen neuwertig.

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