Zeigt her eure Tassen 13. Espressotasse im Glas (Spiegeltrick)

Für die von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufene Blogparade „zeigt her eure Tassen“ kann ich heute mit einer besonderen Nummer aufwarten:

Können Espressotassen

in Wassergläser passen?

Die Antwort ist:  Ein bisschen gequetscht und deformiert zwar, aber hallo!

Eigentlich hatte ich es auf die Spiegelungen der Tischsets im Glas abgesehen, dann erst bemerkte ich die Espressotasse im Glas.

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Zwiebel-Wuschelkopf (Impulswerkstatt, Bild 2)

Liebe Myriade, hier ist nun endlich auch der Zwiebel-Wuschelkopf, den ich dem Knoblauch-Gesellen und deinem Foto 2 der laufenden Runde der Impulswerkstatt zur Seite stellen möchte.

Die Zwiebelblüte sieht, wenn sie noch nicht ganz aufgegangen ist, mit ihrem Kopftuch ein wenig wie eine brave Hausfrau aus.

Und ein bisschen ist sie ja auch die brave Hausfrau unter den Zwiebelpflanzen: unerlässlich, brauchbar, manchmal zum Heulen.

Dass man an ihr auch das Wachstum messen kann, wurde mir erst durch Dora klar. „Ich bin schon wieder geschrumpft“, hörte ich sie jammern (hier).

Sie hatte sich als Messlatte ausgerechnet den schnell wachsenden Trieb einer Zwiebel ausgesucht, und meine Versuche, ihr zu erklären, dass die Zwiebel wuchs, während sie selbst gleich groß blieb und nicht schrumpfte, hatten nichts gefruchtet.

Später erwischte ich dann Dora, wie sie der Zwiebel beim Blühen helfen wollte.

„Was hast du vor?“ rief ich. „Lass die Zwiebelblüte in Ruh!“ – „Ich helfe ihr beim Öffnen!“ schrie Dora zurück. „Du siehst doch selbst, dass sie Probleme hat. Die dünne Haut will nicht abgehen!“

„Ganz von allein, liebe Dora, wird sich dies Zwiebelköpfchen öffnen“, belehrte ich sie. „Es braucht keine Nachhilfe. Wenn es so weit ist, gucken wir beide zu, wie diese vielen Blütenknospen sich auseinanderfalten, um die Himmelskugel mit all ihren Sternen nachzubilden.“

Und so geschah es dann auch.

All das ist schon furchtbar lange her – fast drei Jahre nämlich. Aber da Dora eine ganz spezielle und allseits beliebte Jahreshelferin war, habe ich sie noch mal aus dem Weltall zu uns zurückgeholt.

600px-Mixed_onionsNun aber möchte ich doch noch etwas Literarisches und Historisches zur Zwiebel berichten und greife dafür erneut auf den griechischen Sprach-Blogger Sarant zurück. Was uns die Tränen in die Augen treibt, so lautet sein Eintrag vom 11.2.2014. Als erstes zu Wort kommt die Lysistrata des Aristophanes (hallo gerlintpetrazamonesh!), die im antiken Athen einen Sexstreik organisierte, um die Männer vom Kriegführen abzuhalten. „Ich will dich küssen“ – verlangt ein Alter, und Lysistrata antwortet: „Wenn du es wagst, wirst du keine Zwiebeln brauchen“, m.a.W.: sie wird ihn so verprügeln, dass er weinen wird, ohne dafür Zwiebeln schneiden zu müssen.

Literarisch erwähnt wird die Zwiebel erstmals bei Homer, in der Rapsodie L der Eliada (Trojanischer Krieg), wo sie als Snack zum Wein gereicht wird. Zwiebeln gehörten zur Speise der Athleten, wie Herodot erzählt: sie verspeisten je eine am Morgen und am Abend. So jedenfalls weiß ein griechischer Gelehrter namens Kavroulakis in seinem Buch „Die Sprache des Geschmacks“ zu berichten. Ein anderer behauptet in seinem Buch „Militärleben in Griechenland“, dass frisch Eingezogenen eine Zwiebel an die eine und ein Knoblauch an die andere Hand gebunden wurde, damit sie lernten, rechts und links zu unterscheiden. Der Befehl „Kopf rechts!“ wurde zum Befehl „zur Zwiebelseite!“ und „Kopf links“ „zur Knoblauchseite“. Bis heute ruft man, wenn jemand rechts und links nicht unterscheiden kann: „Skordo-kremmidi“ (Knoblauch-Zwiebel). Ja, ja, zu diesen Leute gehöre ich auch: kann rechts und links nicht unterscheiden. Die Knospen und Blüten der beiden zu unterscheiden – auch das fällt mir immer noch schwer.

Sind das nun Zwiebeln? Oder Knobläuche? Na?

 

 

 

 

 

 

 

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Zeigt her eure Tassen 12. Hybride Spielereien

Im Rahmen der von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufenen Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ zeige ich euch heute hybride Spielereien – eine Mischung aus Handzeichnung und digitaler Fotografie.

Ich machte eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Stilllebens mit Eulenbecher, Orange und Kugelvase mit weißer Rose. Dann machte ich ein Foto derselben Szene, entfärbte es, schnitt die Objekte aus und kopierte sie auf die Zeichnung. Die Orange beließ ich orange. So entstand ein interessanter Effekt: Die fotografierten Teile wirken dreidimensional auf der zweidimensionalen Zeichnung, man möchte den Becher und die Orange in die Hand nehmen oder die Nase in die weiße Rose stecken. Und ist doch alles nur Schein.

Dieselbe Zeichnung habe ich auch noch in umgekehrter Logik bearbeitet:

Auf das Schwarz-Weiß-Foto, auf dem man die Spiegelungen der Objekte, ein Fenster und ein Bücherregal erkennt, habe ich diesmal die entsprechenden Teile der Zeichnung kopiert. Der gezeichnete Becher hat hier ein anderes Gesicht, ist breiter und lacht – womit er das Eulenfenster imHintergrund nachahmt. Das Foto umfasst einen großene Bildausschnitt, drum ist der Henkel des Bechers nun zu sehen, der im ersten Bild fehlt.

Zeichnung und Fotoausschnitt im Vergleich.

 

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Von Ameisen und Menschen (abc-etüde, kata-strophisch)

Ameise
unmenschlich
quellen.

Das sind die Wörter, die „Schreibenblog“ für Christianes abc-etüden spendete. Sie sind in einem Text von höchsten 300 Wörtern unterzubringen. Ich habe schon einmal eine abc-etüde zu Ameisen geschrieben. Auf sie beziehe ich mich in den Anfangszeilen (hier)

Die erste Illustration ist eine Collage: das Bild entstand als Kommentar zum ground zero (9/11), eine Ameise habe ich gezeichnet und digital geklont.  Die zweite Illustration ist ein Schnipselbild, das ich im Jahr 2015 zm Text „Nun trommeln sie wieder“ legte.

 

„Ameisen finde ich ambivalent

Was jeder versteht, der Ameisen kennt“

 

 

So dichtet’ ich einst am zwölften September

Inzwischen verging schon so mancher November

Und immer noch leben die Ameisen fort

Mal krabbeln sie hier, mal krabbeln sie dort.

 

Wir Menschen sind auch noch vorhanden, gewiss,

und lernen grad wieder, wie’s ist beim Kommiss.

Wir kleiden uns grünlich und bräunlich dazu

Auch Kaki ist fesch und am Arm ein Tattoo.

 

Schon stehn wir bereit, um den Feind zu bekriegen

Sinds Menschen, sinds Teufel, wen solln wir besiegen?

Schon stehen wir stramm, wenn die Trommel ertönt

Denn das sind wir Menschen seit Urzeit gewöhnt.

 

Die Ameis marschiert, das macht ihr Vergnügen

 Und wenn sie auch hundert von ihnen erschlügen

So kämen statt ihrer noch tausende mehr

Und füllten mit Helden das Ameisenheer.

 

Und schließt du ein Loch, schon quelln sie hervor

Aus anderen Löchern und singen im Chor:

„Wir ziehn in den Kampf, egal gegen wen

Wen kümmert’s ob gegen Berlin od’ Athen!“

 

Von Ameisen red ich, die machen das so

Das ist, was sie lieben, der Kampf macht sie froh.

 

Unmenschlich jedoch ist’s, wenn Menschen marschieren

Sie gleichen dann, sagt man, den wildesten Tieren

Die ohne Verstand in die Schlachten sich schmeißen

Und mit Zähnen und Klauen die Opfer zerreißen.

 

Herrje, was ist menschlich? Sind Tiere denn so?

Macht wirklich das Kämpfen die Ameisen froh?

Mir scheint fast, dass Töten und Kriegesgeschrei

Das Markenzeichen des Menschlichen sei.

 

Auch wenn am End’ in Insektengestalt

Die Roboter kämpfen, bleibt’s Menschengewalt.

Der Mensch nur, so klag ich, ist zum Kriegführn imstande

Sie nennen es Ehre, ich nenne es Schande.

 

Von Menschen red ich, die machen das so.

Die Ameisen sind mit nem Zuckerbrot froh.

 

the descent of the drummers

„Jetzt trommeln sie wieder“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zeigt her eure Tassen 11: Der Parthenon-Becher nebst einigen Gedanken zu Geldgeschäften

Im Rahmen der von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufenen Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ zeige ich euch heute einen schlanken hohen weißen Kaffebecher mit dem Grundriss des Parthenon. Er steht neben mir, gefüllt mit frischem Kaffee.

Den Kaffee genießend, denke ich nach. Wann erwarb ich den Becher? Im Dezember 2022 jedenfalls zeichnete ich ihn bereits, zusammen mit einem Haufen anderer Dinge, die sich auf dem Couchtisch herumtrieben.

 

Auf einer Zeichnung vom Oktober 2022 halte ich diesen Becher in der Hand:

Der Tempelgrundriss war es, der mich zum Kauf des Bechers inspirierte. In vereinfachter Form findet er sich auf einem viel früheren Gemälde, das jetzt in Kassel hängt:  Tempel oder Schatzhaus, zusammengeflickt und einsturzgefährdet, gemalt 2008 (hier).

Tempel

Die heutigen Geldtempel nennt man Börsen. Das Wort „Börse“ kommt von griechisch: βύρσα ‘abgezogene Haut, Fell’. Woher denn auch der Ausdruck: jemandem das Fell über die Ohren ziehen.

 www.redensarten-index.de/: „Nun werden Staaten ja nicht von Überziehungskrediten und Kreditkarten zum gedankenlosen Ausgeben verführt, sind nicht dumme, arme Leute, denen ein reicher Abzocker die Haut über die Ohren zieht, sondern sind voller bester Wirtschaftsfachleute und Experten“; „Lasst Euch nicht das Fell über die Ohren ziehen! Wehrt Euch!“; „Demokratie ist die Kunst, dem Volk im Namen des Volkes feierlich das Fell über die Ohren zu ziehen.“

Als ich 2008 das obige Tempelbild zeichnete, dachte ich an das Finanzsystem und dass es zusammenbrechen wird. Diese Vorahnung wurde fast zur Gewissheit, als im Jahr drauf Lehman Brothers pleite gingen und die sogenannten Märkte schwankten. Seither hat man tüchtig geflickt, gestützt und Rettungsschirme aufgespannt. Aber so richtig harmonisch wirkt das Gebilde nicht mehr. Man kann kein Vertrauen haben. Es wird zusammenstürzen. Schließlich sind viel großartigere Tempel eingestürzt.

 

 

 

 

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Dreimal Meer (Malerei)

Bald wird das Meer wieder im Zentrum des Lebens stehen. Und da ich eine Benefiz-Ausstellung im Hauptort Kardamili ins Auge fasse, freute ich mich, als mein Mann in Athen drei Meeres-Bilder hinter einem Schrank hervorzog, die ich ganz vergessen hatte. Es handelt sich um Leinwände verschiedener Größe, gerahmt, da schon mal auf Ausstellungen gezeigt.-Malmittel: Pigmente mit Leim und Wasser.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Lavendel ist der Favorit

In meinem Garten ist Lavendel der Favorit der Bienen. Sie umschwirren in erfreulicher Zahl die Blütenstände, so dass es sogar mir gelang, einige im Beweisbild festzuhalten.

Das bedeutet nun nicht, dass die anderen Blüher verschmäht würden. Sie bekommen auch den einen und anderen Besuch.

Bei den verregneten Aprikosenblüten konnte ich keine Bienen entdecken, leider.

Das Innenleben der nun erblühten weißen Garteniris ist zwar sehr sehenswert, scheint aber für Bienen ohne Interesse zu sein.

 

 

 

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Zeigt her eure Tassen: Massenware Pötte

Wegen der von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufenen Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ wimmelt es grad in Bloghausen von hübschen und/oder originellen Tassen und Bechern. Warum nicht auch mal der hässlichen Massenware einen Platz einräumen? Diese fand ich in der Autobahn-Raststätte, wo wir vorgestern auf dem Weg von Athen in die Mani Halt machten. Wer, um Himmels willen, wird im arkadischen Bergland einen chinesischen Pott mit der Aufschrift „Best Dad ever“ oder „Thank you Mom“ erstehen? Und für wen? Für das Kind, damit es täglich an seine Liebespflicht zu Mom and Dad erinnert wird? Für sich selbst? Für die alt gewordenen Erzeuger?

Offenbar niemand. Oder standen die Becher anfangs doppelreihig und haben sich nun gelichtet?

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In der Zeichenschule 36: Stillleben und Modell, in Kohle und Buntstiften

Heute, nach fast einem Monat, schaffte ich es in die Zeichenschule und nahme gleich an zwei Terminen teil. Während des ersten Termins zeichnet man Gipsköpfe, Stillleben oder was sonst man gerade im Sinn hat. Ich nahm mir eine etwas verrückte Ecke mit allerhand bunten Gegenständen vor: Flasche, Krüge, Signalkegel, Bälle, Telefon, Schale mit Kohleabfällen – und das alles noch mal gespiegelt.

Ich begann mit einer klassischen Kohlezeichnung, doch am Ende bekam ich Lust auf Farbe und überging die Zeichnung mit Buntstiften.

Dann kam das Modell,und ich machte drei große Zeichnungen,wofür jeweils 30 Minuten Zeit war. Die beiden ersten Zeichnungen machte ich in Kohle…

die dritte mit Buntstiften in zwei Rottönen. Erstmals habe ich eine großformatige freie Buntstiftzeichnung gemacht und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Übersicht über meine bisherigen Zeichnungen dieses Modells, von Januar 2025 bis heute (zum größer Sehen anklicken):

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: vom Kleinsten

Gerhard (KopfundGestalt) beeindruckt immer wieder mit Fotos und Geschichten von Kleinstinsekten, so auch heute wieder mit der Briggs Fleckenflügeligen Staublaus.

Als ein (für mich namenloser) Winzling auf der Kante meines Computers spazierengeht,

will ich es Gerhard gleichtun, Ich schnappe mir mein Handy, um ihn zu knipsen. Das gelingt auch – doch beim Zweitfoto schwirrt er schon davon.

Besser gehts mit dem Handy nicht. Und so wird er wohl namenlos bleiben.

 

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