Zeigt her eure Tassen, 9. Eulenbecher 2

Juzicka-Jess (Amorak) hat diese Blogparade gestartet, um jeden Tag eine Tasse ins rechte Licht zu rücken. Start war 01. April, weiter gehts bis zum 30. April.

Vor der Abreise Richtung Mani betrachtete ich mir noch die Menagerie auf dem Couchtisch, um Abschied zu nehmen: Gefilzter Schwan, Karusselpferdchen, Eulenkissen, hochbeinige Eule …. und ein Eulenbecher, noch warm vom Frühstückskaffee.

Ich stellte ihn im August  vergangenen Jahres vor, als er bei uns einzog – Geschenk einer Freundin. Hier  ist auch nachzulesen, wie es dazu kam.

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Dienstags-Drabble: Geheimschrift der Toten

Das heutige Drabble ist nach Worten zu schreiben, die Heide (Puzzleblume) einem für mich sehr besonderen Büchlein entnommen hat, „Die Gefahren des Lesens“ von Petra Gust-Kazakos. Manche von euch erinnern sich vielleicht an ihren schönen Literatur- und Reise-Blog Philea΄s Blog, der vor vier Jahren geschlossen werden musste.

2025-04-03 Drabble-Einladg. Petra Gust-Kazakos Buch 'Gefahren des Lesens' bearb

Die Wörter sind: Geheimschrift + kennenlernen + endlich.

 

 

Vermögt ihr, Verstorbene, uns eure Gedanken zu schicken?

Eine Geheimschrift vielleicht, in der ihr uns sagt,

was uns erwartet, was wir dann endlich erblicken

und kennenlernen, wonach wir vergebens gefragt?

Wie ist eure Sprache, und wie sind die Zeichen

Die ihr uns, den Lebenden, sendet, von dort?

Sinds Blumen? Sinds Wolken? Oder die bleichen

Gesichter der Menschen, die vernommen das Wort?

Ich fand einst im Staube zehn Schlänglein, erstarrten,

was brachte sie um? Was wars für ein Gift?

Und aus ihren Leibern, den wundervoll zarten

Da formte sich mir eine heilige Schrift.

Darin kann ich lesen

Was wird und gewesen.

 

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Zeigt her eure Tassen 8: Und sie trank aus einem goldenen Becherlein

Juzicka-Jess (Amorak) hat diese Blogparade gestartet, um jeden Tag eine Tasse ins rechte Licht zu rücken. Start war 01. April, weiter gehts bis zum 30. April.

Ich habe keine Ahnung, ob man aus dieser Tasse jemals trank oder ob sie eher als Weihegabe geschaffen wurde. Sie ist aus puren Gold (!) und wirkt etwas fragil, was nicht wundert angesichts ihres hohen Alters: Etwa 5000 Jahre hat sie auf dem Buckel.

Die Tasse ist ein Teil des Goldschatzes von Mykene (Peloponnes).

Fotografiert habe ich sie gestern beim Besuch des Archäologischen Nationalmuseums von Athen.

Wenn dir diese nicht zusagt: es gibt noch ein paar weitere zur Auswahl.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: in den Sammlungen des Archäologischen Nationalmuseums rumschlendern

Das Wetter ist vom gestrigen Superwetter auf Ekelwetter umgeschlagen: grau, windig, kalt und nass. Weiter nördlich soll es in den Bergen sogar noch mal geschneit haben. April eben.

Ich hatte mich mit einer Freundin im Nationalen Archäologischen Museum verabredet, und als wir da ankamen, stellte sich heraus, dass außer uns noch ein paar Hundertschaften das Gleiche gedacht hatten. So viele Menschen habe ich in diesem eher von den Touristenrouten abgelegenen, aber renomierten Museum noch nie gesehen. Vor allem waren viele Schulklassen und Eltern mit Kleinkindern unterwegs.

Etwas enttäuscht war ich, dass das Ausstellungskonzept, das zwischenzeitlich richtig spannend war, nun wieder ins alte Geleise zurückgekehrt ist: Münzen über Münzen, Vase an Vase, Statue neben Statue… Viel, sehr viel, allzu viel für meinen Geschmack. Denn wie kann man sich da noch konzentrieren und etwas hinzulernen?

Denn bekannt ist das alles ja irgendwie. Die rotschwarzen, die weiß-roten Vasen, die Amphoren mit den runden Griffen, mit den verzierten Henkeln, die Darstellungen der Geschichten, die sich erst die Griechen und dann ganz Europa und schließlich die ganze Welt erzählte von Zeus, der in Schwanengestalt die Leda schwängerte, von Aphrodite, die aus dem Schaum des Göttervaters geboren wurde, von Theseus, der mithilfe von Ariadne den Minotaurus bezwang und sie dann verriet…

Nun gut, nicht jeder kennt heute diese Mythen, ich aber bin mit ihnen aufgewachsen. Und sehe sie wieder und wieder dargestellt.

Wenn ich mich aber auf das eine und andere konzentriere, staune ich doch immer wieder. Nehmen wir zB diese Hochzeitsvase:

Es ist eine in einer Reihe mit vielen ähnlichen. Offenbar war es im 5. vorchristlichen Jahrhundert Sitte, den Neuvermählten solch eine Vase (oder ist es eine Leuchte?) zu schenken. Und nun schau dir die „Nebenzeichnung“ im Ständer einmal genauer an.

Wie tief und lebendig ist dieser Blick der beiden Liebenden, auch jetzt, dreitausend Jahre nach dem „schönsten Moment“ – festgehalten mit wenigen Linien.

Zweitausend Jahre älter als das Hochzeitspaar sind die nächsten Figürchen – und zugleich viel moderner. Denn merkwürdig geht es in der Kunstgeschichte zu: erst wurde die „klassische“ griechische Kunst während der Renaissance wieder entdeckt und belebt, und als man sich an ihr abgearbeitet hatte, wandte man sich den noch viel älteren Ausdrucksformen zu, darunter eben auch den kykladischen Statuetten.

Die viel jüngere Vasenmalerei hat aber auch ihren Beitrag zur Moderne geleistet, und zwar nicht nur durch die Inhalte, zB Minotaurus, der Picasso zu so vielen seiner Zeichnungen und Gemälde inspiriert hat.

Wenn wir nun noch einmal zweitausend Jahre zurück ins dritte vorchristliche Jahrtausend nach Mykene (Peloponnes) abtauchen, treffen wir auf die vortrefflichsten Arbeiten aus purem Gold: Masken, Gehänge, Münzen, Becher… oder auch diese Waage, auf der die Seele nach dem Tode gewogen wird.

Mit der goldenen Waage sind viele goldene Gewichte ausgestellt – mit verschiedenen Mustern. Welches Muster würde dir denn fürs Wägen deiner Seele gefallen?

Dass man sich Gedanken machen sollte, was es mit dem Tod und der Seele auf sich hat, vergisst man vielleicht angesichts der nun aufgedeckten und kunstvoll arrangierten Skelette unserer Vorvorderen.

Der eine starb jung, der andere alt, der eine hatte gute Zähne, dem anderen fehlten sie … na und? Sie sind beide seit sehr langem tot. Und doch erschrecken wir ein wenig. Was das kleine Mädchen wohl denkt und fühlt, wenn es den Schädel eines toten alten Mannes so plötzlich vor sich sieht?

Der kleine Junge auf dem rasenden Pferd – wüsste er eine Antwort auf die unausgesprochene Frage des kleinen Mädchens?

Dass am Ende, angesichts unserer Vergänglichkeit, damals wie heute, nur die Liebe zählt? Und dass die Liebe eine sehr sehr schöne, schwierige und…ernste Angelegenheit ist? (Aphrodite reitet auf dem Schwan)

 

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Zeigt her eure Tassen 7: Der SOS-Kinderdorf-Becher als Buntstiftzeichnung.

Juzicka-Jess (Amorak) hat diese Blogparade gestartet, um jeden Tag eine Tasse ins rechte Licht zu rücken. Start war 01. April, weiter gehts bis zum 30. April.

Den heutige Becher zeigte ich schon als als Foto (hier), inzwischen habe ich ihn auch in mein Skizzenbuch gezeichnet. Ich stellte ihn dafür auf das spiegelnde Glas, das den grünen Filzbelag des Schreibtisches bedeckt.

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Archivbild der Woche: 6.4.2020. Raffaels Todestag und meine Collagen

Das Projekt von Heide (Puzzleblume) gefällt mir: Jeden Sonntag gilt es, ins Archiv hinabzusteigen und zu schauen, was mich an einem Tag wie heute beschäftigte. Vor fünf Jahren, am 6.4.2020, gedachte ich des 500. Todestages eines begnadeten Malers: Raffael. Er starb am 6. April 1520, da war er erst 37 Jahre alt, hinterließ aber ein gewaltiges Werk, und „ganz Europa weinte um ihn“.

Aus diesem Anlass fertigte ich vor fünf Jahren eine Reihe von Collagen, indem ich in eigene Gemälde, Zeichnungen und Fotos die Sixtinische Madonna einfügte.  Mit leichtem Schritt trägt sie das Kind durch Krieg und Gefahren – eine Hoffnungsträgerin bis heute.

„Madonna“ von Raffael und „Meinem Großvater gewidmet, der ein Fischer war“, Bildausschnitt)

Die starke Wirkung dieser Madonna erweist sich auch, wenn sie winzig ins Bild gesetzt wird. („Orientalische Fassade“, Gemälde auf Leinwand, Raffaels „Madonna“ und Dürers „Melancolia“, von mir gezeichnet und digital bearbeitet)

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2020/04/arabische-fassade-x-e1586192732795.jpg

Als lichtvolle Gestalt steigt sie herab ins Irdische, wo die „Eremitin“ (von mir gestaltete Tarotkarte) sie erwartet.

 

Den damaligen Eintrag mit allen Bildern kannst du hier sehen.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Ausflug zum Kerameiko mit Schildkröten, Spatzen und Tauben

Einen sehr schönen Sonntagsausflug machten wir heute: unser Ziel war der antike Friedhof am Rande der Athener Altstadt, der Kerameikos. Es ist ein großes Gelände, das wunderbarer Weise nicht von der Stadt überwuchert wurde. Mein Mann, in Athen geboren und aufgewachsen, war noch nie drin gewesen – typisch eigentlich. Die Einheimischen kennen oft die Highlights ihrer Heimat nur vom Hörensagen. Heute aber wollte er diese Wissenslücke schließen, und ich war Feuer und Flamme, denn ich liebe diesen stillen Ort sehr.

Immer freue ich mich auch auf die kleine Tierwelt, die sich in den Ruinen des Kerameiko angesiedelt hat. Da sind vor allem die Landschildkröten. Dieser Bursche hatte es eilig, zu seiner Angebeteten zu kommen.

Sie war wenig interessiert, und so lief er neben ihr und um sie herum, besah sie von vorne und von hinten, klopfte kräftig an, bestieg sie auch. Sie floh, fauchte und verkroch sich in ihren Panzer.  Er aber ließ nicht locker. Was weiter daraus wurde, weiß ich nicht.

Auch Elstern bevölkern dieses Biostop.

Sieht diese nicht aus wie ein Wappenvogel, aufgemalt auf die alten Steine?

Über das schöne Museum habe ich schon früher berichtet (hier oder hier), die neuen Fotos und Einsichten zeige ich vielleicht ein anderes Mal.

Mitnehmen aber möchte ich euch zu unserem nächsten Ziel: dem Museum für islamische Kunst. Das wird renoviert und ist geschlossen, aber im 5. Stock gibts eine Terrasse, von wo man einen weiten Rundblick hat und ein paar einfache Speisen bestellen kann.

Spaß machte mir eine Schar Spatzen, die sich dort in luftiger Höhe angesiedelt haben. Ja, ja, kriegst was ab von meiner Tortilla, kleiner Spatz!

Auch elegante Ringeltauben ließen sich blicken und spazierten über die Balustrade, um zu schauen, ob sich etwas Essbares finde.

Über allem die Akropolis und der blaue attische Himmel. Welch ein schöner Tag!

 

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Zeigt her eure Tassen 6: Espressotasse mit Spatz

Juzicka-Jess (Amorak) hat diese Blogparade gestartet, um jeden Tag eine Tasse ins rechte Licht zu rücken. Start war 01. April, weiter gehts bis zum 30. April.

Als ich heute auf der Terrasse des Museums für Islamische Kunst in Athen meinen Esperesso trank, kamen Spatzen zu Besuch. Neugierig sind sie ja, und immer hungrig sowieso. Ich stellte meine Tasse auf die Balustrade und zückte das Handy, als sich ein zauseliger Spatz die Installation besah.

Der Akropolis-Hügel wird leider vom Hotel davor verdeckt, aber auf der Krone kannst du den Parthenon und andere Teile der Tempelanlagen erkennen.

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Musikalisch-malerische Rundreise mit Babsi und Gerda

Eine wunderbare musikalische Begleitung hat Babsi (Antje Barbara Schnabel, Kunstschaffende) für eine Reihe von frühen Aquarellen gemacht, die ich in Athen und auf Kreta, in Venedig und auf Kos, auf Samotrake und Lesbos malte.

Die Reise beginnt mit dem Athener Hepahaistos-Tempel Thesseion, wo auch meine malerische Reise vor etwa fünfundvierzig Jahren begann. Das ist lange her, doch fühle ich jetzt noch die Aura des Ortes, sehe den rosafarben blühenden Oleander, spüre die Wärme auf der Haut. Die Künstlerin Maria Ziaka gab uns, einer Gruppe von Frauen, dort Malunterricht.

Später gehts mit dem Schiff nach West-Kreta, zum Kloster Gonia in Kolumbari, da ist raues Wetter und ich balanciere auf den spitzen Felsen auf der Rückseite des Klosters, um einen Platz zum Malen zu finden. Über dem Kloster zieht ein Unwetter auf, aber es reicht für zwei Aquarelle. –

Eine andere Schiffsreise bringt uns von der Insel Kos hinüber zur türkischen Küste. Das hübsch weiß und blau gestrichene Boot schaukelt nur leicht bei der Überfahrt, die Fähnchen flattern im Wind, und ich genieße es sehr. –

Ein andermal geht es nach Venedig, auch da fahren wir mit der Fähre ein, die von Patras über die Adria nach Venedig schippert. Es ist November und neblig, die Stufen an den Kanälen sind nass, aber ich will meine Aquarellfarben ausprobieren und finde einen Platz, um mehrmals die „Ponte dei Greci“, die Griechenbrücke zu malen. –

Und immer wieder geht es nach Samothrake. Die drei wiederaufgerichteten Säulen des Haupttempels mit dem Querbalken sind eine Art Symbol der Insel, ich male sie als Erinnerung an diesen besonderen Ort, an dem wir zwanzig Jahre lang jeden Sommer verbrachten.

Auch in meinem Atelier male ich weiter: Zeit für eine kleine Fantasie mit rötlichen Segelbooten, Dieses Bild fällt stilistisch aus dem Rahmen, es ist etliche Jahre später entstanden.

Auf Lesbos, so meine ich mich zu erinnern, entstand das kleine Aquarell einer Bucht. Es könnte auch an hundert anderen Buchten entstanden sein.

Von dieser Rundreise brachte ich eine Austernschale mit. Auf großem Bogen malte ich sie mitsamt einer Reihe von Perlen – Erinnerungen an so manche Bitternisse, die zu Schönheit sich rundeten.

Danke, Babsi, für die wunderbare Belebung durch deine Musik, die mir direkt ins Herz geht.

Am besten siehst du die Bilder, wenn du das Video auf volle Oberfläche stellst.

 

 

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„Zeigt her eure Tassen“ 5: Weinbecher

Juzicka-Jess (Amorak) hat diese Blogparade gestartet, um jeden Tag eine Tasse ins rechte Licht zu rücken. Start war 01. April, weiter gehts bis zum 30. April.

Da mache ich gern mit.

Die Tasse, die der Mann auf der Zeichnung hebt, ist ein goldfarbener Metallbecher für Wein. Ich zeichnete diese Szene nach einem Foto, das ich bei einer Familienfeier machte, und fügte die Farben mittels digitaler Bearbeitung hinzu.

Prost! Auf eure Gesundheit!

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