112 Stufen, 8: Angst (Mascha Kaléko)

Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

 „German Angst (englisch, etwa: „typisch deutsche Zögerlichkeit“) und German assertiveness (etwa: „typisch deutsches Hereinreden“) sind zwei komplementäre Stereotypen, die als charakteristisch empfundene, gesellschaftliche und politische, kollektive Verhaltensweisen der Deutschen bezeichnen.“ (Wikipedia). Mag sein, dass da was dran ist. Schon als kleines Kind wurde mir klar, dass ich die Angst, die ich auch in mir entdeckte, überwinden musste, um meiner Freiheit willen. Ich beschloss daher, mir die Angst abzutrainieren: In finsterer Nacht wanderte ich die unbeleuchtete Straße hinauf in die Felder. Wenn die Angst unerträglich wurde, drehte ich mich um und rannte zurück und rettete mich zur Mutter und in den warmen Lampenschein. Jeden Abend schaffte ich es ein bisschen weiter. Ich jagte die Angst fort. Manchmal kommt sie wieder, aber ich gestatte ihr nicht, mein Verhalten zu bestimmen. 

Als ich gestern über einen geeigneten Text nachdachte, fiel mir in Sandras Blog „Denkzeiten“ das wunderbare Gedicht von Mascha Kaléko ins Auge: „Und halte dich an Wunder! Sie sind lang schon verzeichnet
 im großen Plan.
 Jage die Ängste fort und die Angst vor den Ängsten!“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mascha Kaléko

Jage deine Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im großen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.“

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112 Stufen, 7: Unschuld (Friedrich Nietzsche)

„Schön ist der freie Flug im ätherischen Blau des attischen Himmels, und wenn die Nacht kommt, die Hitze weicht und die Düfte des Jasmin hinaufsteigen in den Himmelsbau, dann schwankt der Sinn fürs Reale, da will der Traum regieren.“ So schrieb ich am 9. Juli 2019 hier im Blog und garnierte dies Lebensgefühl des Südens mit einem Legebild und einem Gedicht von Friedrich Nietzsche.

Friedrich Nietzsche

Im Süden.

So häng’ ich denn auf krummem Aste
Und schaukle meine Müdigkeit.
Ein Vogel lud mich her zu Gaste,
Ein Vogelnest ist’s, drin ich raste.
Wo bin ich doch? Ach, weit! Ach, weit!

Das weisse Meer liegt eingeschlafen,
Und purpurn steht ein Segel drauf.
Fels, Feigenbäume, Thurm und Hafen,
Idylle rings, Geblök von Schafen, –
Unschuld des Südens, nimm mich auf!

Nur Schritt für Schritt – das ist kein Leben,
Stets Bein vor Bein macht deutsch und schwer.
Ich hiess den Wind mich aufwärts heben,
Ich lernte mit den Vögeln schweben, –
Nach Süden flog ich über’s Meer.

Vernunft! Verdriessliches Geschäfte!
Das bringt uns allzubald an’s Ziel!
Im Fliegen lernt’ ich, was mich äffte, –
Schon fühl’ ich Muth und Blut und Säfte
Zu neuem Leben, neuem Spiel …

Einsam zu denken nenn’ ich weise,
Doch einsam singen – wäre dumm!
So hört ein Lied zu eurem Preise
Und setzt euch still um mich im Kreise,
Ihr schlimmen Vögelchen, herum!

So jung, so falsch, so umgetrieben
Scheint ganz ihr mir gemacht zum Lieben
Und jedem schönen Zeitvertreib?
Im Norden – ich gesteh’s mit Zaudern –
Liebt’ ich ein Weibchen, alt zum Schaudern:
„Die Wahrheit“ hiess diess alte Weib  . . .

(Quelle: hier)

Ich stehe nun auf der 8. Stufe der „Holsteiner Treppe„, schaue zurück auf die vorige Stufe  „Heimat“ mit seinen ambivalenten Gefühlen, und singe fröhlich mit den Luftspaziergängern:

Nur Schritt für Schritt – das ist kein Leben,
Stets Bein vor Bein macht deutsch und schwer.
Ich hiess den Wind mich aufwärts heben,
Ich lernte mit den Vögeln schweben, –
Nach Süden flog ich über’s Meer.

Werde ich es die noch vor mir liegenden 106 Stufen hinaufschaffen? Ich bleibe stehen und blicke hinab zu den Stufen, die ich nun schon hinaufgestiegen bin: zur sechsten, der „Heimat“-Stufe, zur fünften (Liebkosen), vierten (Wärmen), dritten (Mutter), zweiten (Streicheln) und zur allerersten (Glück). Schritt für Schritt… deutsch und schwer bin ich die Holsteiner Treppe hochgestiegen, wie es das von Reiner initiierte Mitmachdings vorsieht. So bin ich nun mal. Fliegen kann ich immer noch nicht. Also atme ich noch einmal tief durch und steuere die nächste Stufe an, die da lautet: „Angst“. Ein Wort, das mit dem Deutschsein ja international konnotiert ist als „German Angst“.

 

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Das verkannte Genie (abc-etüden, kata-strophisch)

 

Die Juni-Runde von Christianes abc-Etüden ist angelaufen. Myriade hat diesmal die Wörter gespendet. Sie lauten Begeisterung – lauwarm – greifen. Ich habe dazu ein paar Kata-Strophen über die Qualen eines verkannten Genies zusammengereimt.

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 Das verkannte Genie

Er kam heut gar nicht recht in Schwung

Ihm fehlte die Begeisterung

Die er sonst immer gleich gespürt

Sobald den Pinsel er berührt.

 

Was saß ihm quer? Was war heut los?

War es ne schlechte Phase bloß?

Er seufzte schwer

Er fühlt’ sich leer

 

Da war nichts in ihm, das raus wollte

Wars, weil die Margaret ihm grollte?

War es, weil Freund Iwan ihm neulich

Was sagte, was sehr unerfreulich?

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Wars, weil das Lob, das er so hörte

Recht lauwarm klang, was ihn doch störte

Wenngleich er stets vor sich beteuert

Dass fremdes Lob ihn nicht befeuert

 

Dass er als Maler radikal

Und die Kritik ihm scheißegal

Und hirnverbrannt und abgeschmackt

Die meisten sind ja eh beknackt.

 

Er nahm den dicken Pinsel her

Und strich die Farbe kreuz und quer

Und schmiss mit Wucht paar Tropfen drauf

Beobachtete den Farbverlauf

Und atmet’ schwer und keuchte heftig

Und schrie auch Wörter, die warn deftig

 

Dann nahm er Abstand und besah

Was ohne jeden Plan geschah

Auf seiner Leinwand: Hach, wie wild

Und leidenschaftlich war das Bild!

 

Auch wenn er selbst es nicht begriffen

Es würde alle Welt verblüffen

Schon morgen würd der Rubel rollen

Und Margaret würde nicht mehr grollen.

 

Und Iwan würd vor Neid vergehn

Das würde ihm ganz recht geschehn.

Und alle riefen: Schaut, Magie!

das ist nicht Kunst, das ist Genie!

 

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Die beiden digital bearbeiteten Legebilder stammen aus der Geschichte von „John der Maler“, die ich auf Anregung durch Juttas Geschichtengenerator schrieb und illustrierte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: 5 mal Sch…

Nein, nicht was du womöglich denkst! Sondern Schwimmen, Schauen, Schmausen, Schwelgen, Schmökern war mein heutiges Programm. Schwatzen wäre auch nett gewesen, aber ich war allein zum Schwimmen gefahren und speiste danach allein in einer Taverne namens βραχος (Felsen). Als Lektüre hatte ich die „Anna Karenina“ auf dem Lesegerät dabei, und so befand ich mich abwechselnd im umtriebigen St. Petersburg und im leeren Felsen-Lokal in meinem Mani-Dorf.

Als Appetitanreger gab es drei Tomatenscheiben, ein Schälchen mit Olivenöl und frisches Bauernbrot.

Dann kam frisch zubereiteter Tintenfisch mit einem fein gewürzten Linsenbrei. Ein kühler Weißwein dazu – perfekt.


Das Lokal ist relativ neu. Früher war hier ein Cafe, das eine Freundin betrieb. Ich habe dort schöne Abende verbracht und im großen Saal gelegentlich Aufstellungen gemacht. Sie zog dann in eine Gegend westlich von Messene und betreibt dort eine therapeutische Pferdefarm. Auch daran dachte ich, und dass es Zeit wäre, sie einmal zu besuchen….

 

 

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112 Stufen, 6: Heimat (Theodor Fontane)

Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

Als ich das Wort „Heimat“ las, fiel mir sofort die Ballade von Theodor Fontane „Archibald Douglas“ ein, die ich in meiner Schulzeit vor ca 70 Jahren auswendig lernte. Sie gehörte zum“Bildungskanon“ der Gymnasien, und wie all diese auswendig zu lernenden Balladen hatten wir Spaß an ihnen und Spott für sie übrig. Wir änderten den Titel in „Das Hemd“ und trugen kichernd und in tragischem Tonfall vor: „Ich hab es getragen sieben Jahr und ich kann es nicht tragen mehr…..“

Damals waren wir uns unserer „Heimat“ sicher. Selbst die, die als Flüchtlinge zu uns kamen (und das war die überwiegende Zahl meiner Mitschüler), litten kaum unter Heimatverlust. Dafür waren sie zu klein.  Inzwischen aber hat sich mir der Assoziationshof des Wortes  „Heimat“ doch stark gewandelt.

Foto: Johanna Benseler-Reid.

Theodor Fontane

Archibald Douglas

»Ich hab‘ es getragen sieben Jahr,
und ich kann es nicht tragen mehr,
wo immer die Welt am schönsten war,
da war sie öd‘ und leer.

Ich will hintreten vor sein Gesicht
in dieser Knechtsgestalt,
er kann meine Bitte versagen nicht,
ich bin ja worden alt,

Und trüg‘ er noch den alten Groll,
frisch wie am ersten Tag,
so komme, was da kommen soll,
und komme, was da mag.«

Graf Douglas sprichts. Am Weg ein Stein
lud ihn zu harter Ruh‘,
er sah in Wald und Feld hinein,
die Augen fielen ihm zu.

Er trug einen Harnisch, rostig und schwer,
darüber ein Pilgerkleid, –
da horch, vom Waldrand scholl es her
wie von Hörnern und Jagdgeleit.

Und Kies und Staub aufwirbelte dicht,
herjagte Meut‘ und Mann,
und ehe der Graf sich aufgericht’t,
waren Roß und Reiter heran.

König Jakob saß auf hohem Roß,
Graf Douglas grüßte tief,
dem König das Blut in die Wange schoß,
der Douglas aber rief:

»König Jakob, schaue mich gnädig an
und höre mich in Geduld,
was meine Brüder dir angetan,
es war nicht meine Schuld.

Denk nicht an den alten Douglas-Neid,
der trotzig dich bekriegt,
denk lieber an deine Kinderzeit,
wo ich dich auf den Knieen gewiegt.

Denk lieber zurück an Stirling-Schloß,
wo ich Spielzeug dir geschnitzt,
dich gehoben auf deines Vaters Roß
und Pfeile dir zugespitzt.

Denk lieber zurück an Linlithgow,
an den See und den Vogelherd,
wo ich dich fischen und jagen froh
und schwimmen und springen gelehrt.

O denk an alles, was einsten war,
und sänftige deinen Sinn,
ich hab‘ es gebüßet sieben Jahr,
daß ich ein Douglas bin.«

»Ich seh‘ dich nicht, Graf Archibald,
ich hör‘ deine Stimme nicht,
mir ist, als ob ein Rauschen im Wald
von alten Zeiten spricht.

Mir klingt das Rauschen süß und traut,
ich lausch‘ ihm immer noch,
dazwischen aber klingt es laut:
Er ist ein Douglas doch.

Ich seh dich nicht, ich höre dich nicht,
das ist alles, was ich kann,
ein Douglas vor meinem Angesicht
wär‘ ein verlorener Mann.«

König Jakob gab seinem Roß den Sporn,
bergan ging jetzt sein Ritt,
Graf Douglas faßte den Zügel vorn
und hielt mit dem Könige Schritt.

Der Weg war steil, und die Sonne stach,
und sein Panzerhemd war schwer;
doch ob er schier zusammenbrach,
er lief doch nebenher.

»König Jakob, ich war dein Seneschall,
ich will es nicht fürder sein,
ich will nur warten dein Roß im Stall
und ihm schütten die Körner ein.

Ich will ihm selber machen die Streu
und es tränken mit eigner Hand,
nur laß mich atmen wieder aufs neu
die Luft im Vaterland.

Und willst du nicht, so hab‘ einen Mut,
und ich will es danken dir,
und zieh dein Schwert und triff mich gut
und laß mich sterben hier.«

König Jakob sprang herab vom Pferd,
hell leuchtete sein Gesicht,
aus der Scheide zog er sein breites Schwert,
aber fallen ließ er es nicht.

»Nimm’s hin, nimm’s hin und trag es neu,
und bewache mir meine Ruh‘,
der ist in tiefster Seele treu,
wer die Heimat liebt wie du.

Zu Roß, wir reiten nach Linlithgow,
und du reitest an meiner Seit‘,
da wollen wir fischen und jagen froh
als wie in alter Zeit.«

Foto: Johanna Benseler-Reid

Diese und andere Fotos von meiner alten Heimat fand ich heute im Blog von Gisela Benseler.

 

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112 Stufen, 5: Liebkosen, 2. Anlauf (Aischilos)

Kaum hatte ich den heutigen Beitrag zu Reiners „Mitmachding“ 112 Stufen veröffentlicht, fiel mir ein, woher mir das Wort „liebkosen“ so vertraut ist und ich doch nichts in meinem Gedächtnis finden konnte.  Ich hatte bei den Romantikern gesucht anstatt bei …. mir selbst.

Ein zentrales Zitat meines Roman-Projekts „Schwanenwege“, das ich der alten „Mutter Io“ in den Mund lege, enthält dieses altertümlich klingende Wort.  Es stammt aus Aischilos‘ Drama „Der gefesselte Prometheus“.

Aus Kapitel 4 meines Roman-Fragments „Schwanenwege“ (hier):

Io stammt vom Inachos, den sie ihren Vater nennt. Der Inachos ist ein Fluss bei der griechischen Stadt Argos. Auf den Wiesen von Lerna weidet sie ihres Vaters Kühe. Wenn man ihr zuhört, kann man glauben, sie spreche vom Beginn aller Zeiten…

In jenen Zeiten gibt es nur Vater Inachos und einen schönen ruhigen See. Halkyonisch ist der See, glatt und friedlich und abgrundtief. An seinen steilen Ufern nisten Halkyone, Eisvögel, die eigentlich verzauberte Liebende sind.

Vielleicht sind es diese Zaubervögel, die in Io die Liebes-Sehnsucht wecken? Jedenfalls beginnt sie zu träumen.

„Nächtige Traumgestalten schwebten still in meine Kammer herein und liebkosten mich mit leisen Worten, erzählt Io, die Alte. ‘O du glückseliges Mädchen’, flüsterten die Stimmen, ‚was bleibst du jetzt noch Jungfrau, da dich die höchste Brautschaft erwartet? Zeus erglüht in Liebe zu dir’.

 

Legebild zu Io bei Prometheus, Bildausschnitt

Die Textstelle ist dem Dialog von Io und dem Chor bei Prometheus im Drama von Aischilos (525– 456 v. Chr.) entnommen. Io, von Hera in die Gestalt einer Kuh gebannt und von einer Bremse verfolgt, ist bis zum Kaukasus geflohen, wo sie Prometheus trifft, der von Zeus an einen Felsen geschmiedet wurde.

Auch weiß ich nicht, warum ich euch es weigern soll;
In klaren Worten sollt ihr alles, was ihr wünscht,
Vernehmen. Freilich auch zu sagen schäm ich mich,
Von wannen dieses gottverhängte Wetter mir,
Der einstgen Schönheit grauser Tausch mir Armen kam.

Denn immer schwebten nächtige Traumgestalten still
Herein in meine Kammer und liebkosten mich
Mit leisen Worten: „O du vielglückselge Maid,
Was bleibst du jetzt noch Mädchen, da dir werden kann
Die höchste Brautschaft? Zeus erglüht in Liebe dir
Vom Pfeil der Sehnsucht; nach der Kypris süßem Kampf
Verlangt’s ihn; du, Kind, weise von dir nicht den Kuß
Kronions; geh nun nach der tiefen Wiesenau,
Gen Lerna, nach des Vaters Herden und Gehöft,
Daß seiner Sehnsucht ruhn des Gottes Auge mag.“

Und solche Träume kamen mir Vieltraurigen
In allen Nächten, bis dem Vater ich zuletzt
Zu sagen wagte meine Träume, meinen Gram.
Der sandte nun gen Pytho, gen Dodonas Wald
Vielfache Frage, zu erkunden, was er tun,
Was sagen müßte, das die Götter gerne sähn.
Bald kamen seine Boten mit vieldeutigen,
Mit unerklärlich rätselhaften Sprüchen heim;
Dann aber endlich kam an Inachos ein Spruch,
Der unverkennbar uns gebot und anbefahl,
Mich auszustoßen aus dem Haus, dem Vaterland,
Verstoßen fern zu schweifen bis zum Saum der Welt;
Und wollt er nicht, glutzückend fahre dann des Zeus
Blitzstrahl herab, all sein Geschlecht hinwegzutun.
Von diesen Sprüchen so belehrt des Loxias,
Stieß er mich von sich, schloß des Vaterhauses Tor
Mir Zögernden zögernd; doch es zwang allmächtig ja
Ihn wider Willen Zeus‘ Gebot zu solchem Tun.
Und alsobald war Leib und Seele mir verkehrt;
Die Stirn, ihr seht es, stiergehörnt, endlos gequält
Vom Stich der Bremse, irren Sprungs, wahnsinnverwirrt,
So floh ich rastlos gen Kechreias klarem Quell,
Zum Hügel Lerna. Und ein Riesenhirte kam,
Der erdgeborne, wilde Argos hinter mir,
Zahllosen Auges spähend, hütend meine Spur;
Doch unerwartet, eines schnellen Todes Raub
Sank hin der Leib des Riesen. Wahnsinnaufgepeitscht
Jagt nun der Göttin Geißel mich von Land zu Land. –
Du hast vernommen, wie’s geschehn; doch so du weißt,
Was mein noch wartet, sag es mir, versüße nicht
Mitleidig mir mit falschem Wort, was doch mich trifft.
Denn kluggewandte Worte sind das schlimmste Gift.

Hervorhebung von mir. Zitiert nach der Veröffentlichung im Projekt Gutenberg, vermutlich in der Übersetzung von Johann Gustav Droysen (1808-1884)

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112 Stufen, 5: Liebkosen (Tolstoi)

Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

Altertümlich klingt das Wort „liebkosen“, und so suchte ich in meiner Erinnerung nach einem Gedicht der Romantiker, sei es Heine, sei es Eichendorff oder Möricke. Aber mir wollte keins einfallen. Etwas frustriert griff ich zu meiner aktuellen Lektüre „Anna Karenina“ von Leonid Tolstoi, das in den Jahren 1873 bis 1878 entstand. Und schon auf der zweiten Seite sprang mir das Wort entgegen. Und es scheint mir passend, um das Altertümliche dieses Wortes besonders zu unterstreichen.

Tolstois „Gesammelte Werke“ habe ich für knapp 3 E für mein Lesegerät erworben. Wer der Übersetzer ist, verrät mir die Ausgabe nicht, und auch nicht, von wann sie stammt. Aber einige Eigentümlichkeiten der Wortwahl und Orthographie lassen mich auf Ende 19. Jahrhundert tippen. Sicher gibt es inzwischen bessere Übersetzungen. Und ob das Wort „liebkosen“ in deiner Übersetzung vorkommt, kann ich nicht wissen. Es passt dem Gefühl nach aber auch zu vielen anderen Passagen. Falls du das Buch nicht kennst: Schau doch mal in diese sehr schöne Besprechung hinein: https://youtu.be/85WnHRuc-Ks

Das große Haus mit den altertümlichen Familienmeubles; keine geschniegeltenoder unsauberen, sondern ehrerbietige alte Diener, offenbarnoch aus der Zeit der ehemaligen Leibeigenschaft stammend, die ihren Herrn nicht geändert hatten; eine wohlbeleibte, ;gutmütige Hausfrau im Häubchen mit Spitzen und einem türkischen Spitzenshawl, welches ihr liebes Enkelchen, die Tochter ihrer Tochter liebkoste;  ein jugendlicher Sohn, Gymnasiast der sechsten Klasse, welcher von der Schule gekommen war und den Vater begrüßte, indem er ihm die große Hand küsste;  die ermahnenden freundlichen Reden und Gebährden des Hausherrn;  alles dies hatte in Lewin gestern unwillkürlich Hochachtung und Sympathie erweckt. Jetzt schien ihm dieser alte Herr rührend und beklagenswert und er wünschte, ihm einige angenehme Worte zu sagen.

„Ihr werdet vielleicht wieder unser Vorsteher werden“, sprach er. 

„Kaum“, versetzte jener, erschreckt aufblickend, „ich bin abgespannt, schon alt;  es giebt würdigere und jüngere als ich, mögen die nun dienen“, und der Vorsteher verschwandt durch eine Seitentür.

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Baustellen

Die ökonomische Lage der Griechen hat sich etwas verbessert. Und das bedeutet vor allem: die Bautätigkeit boomt. Überall entstehen neue Gebäude oder werden alte erweitert und renoviert. Dabei handelt es sich vor allem um Quartiere, die an Urlauber vermietet werden sollen.

Auch unsere bisher weitgehend intakte Olivenlandschaft weist nun ein paar Löcher auf. Ich verfolge sie mit Argwohn. Natürlich habe ich kein gutes Argument, da wir ja selbst inmitten der Oliven gebaut haben. Aber nun, was man sich selbst gestattet, mag man ja anderen nicht so gern zugestehen.

Unterhalb unseres Hauses ist man schon mit dem Mauern recht weit gekommen. Ich schaue jetzt, wenn ich auf der Turmterrasse sitze, angestrengt an dieser Baustelle vorbei, die mir den freien Blick aufs Meer behindert.

An der engen kurvenreichen Asphaltstraße, die ins Bergdorf führt, haben sich gleich drei Löcher in der Landschaft aufgetan. Ich verstehe sehr wohl, dass die Bauern einen Teil ihres Olivenlandes gewinnbringend verkaufen wollen, ich verstehe auch die, die mit herrlicher Aussicht aufs Meer ein Haus errichten, aber nun …. es ist halt so, dass man das Paradies gern allein bewohnt. Und je mehr Menschen sich das Paradies teilen wollen, desto weniger gleicht es

einem Paradies…. Die Zersiedelung ist ein großes Problem in Griechenland.

 

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Im Junilicht

Das Junilicht hat das lebhafte farbsatte Maienlicht abgelöst. Die Erde ist ausgedörrt, das Blau intensiver, die Landschaft ist ockrig eingefärbt, und es ist mir nicht mehr möglich, in der Sonne spazierenzugehen. Die Katzen suchen träge den Halbschatten.

Diesen steil zum Meer abfallenden Weg ging ich oft mit meinem geliebten Hund Tito.

In vielen früheren Landschaftsaquarellen, so scheint mir, habe ich diese Farben eingefangen – nicht hier, sondern auf Samothrake, wo wir die Sommer verbrachten. Ich schaue also nach und finde dieses Aquarell am ähnlichsten. Das Licht ist auf der nordöstlich gelegenen Ägäis-Insel allerdings auch im Hochsommer heller, lebhafter und nicht so ockrig wie hier auf der südlichen Peloponnes.

Den abschüssigen, gerölligen Feldweg benutze ich jetzt kaum noch, stattdessen die asphaltierte Straße hinunter ans Meer.

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112 Stufen, 4: Wärmen (Wolfgang Borchert)

Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

 

Beim Wort „Wärmen“ fallen mir spontan Kälte und Frieren ein, in realem und übertragenem Sinne. Und meine Gedanken wandern in die schwere Nachkriegszeit, und zu Wolfgang Borchert, der mir in meinen frühen Jahren viel Trost gab. Denn die tiefe Menschlichkeit dieses jungen Dichters (er starb 1947 mit nur 24 Jahren) wärmte mir das Herz. Und so suche ich eine seiner Erzählungen raus, die an das Mutter-Motiv der dritten Stufe anschließt.

Wolfgang Borchert

Die Küchenuhr.

Sie sahen ihn schon von weitem auf sich zukommen, denn er fiel auf. Er hatte ein ganz altes Gesicht, aber wie er ging, daran sah man, daß er erst zwanzig war. Er setzte sich mit seinem alten Gesicht zu ihnen auf die Bank. Und dann zeigte er ihnen, was er in der Hand trug.

Das war unsere Küchenuhr, sagte er und sah sie alle der Reihe nach an, die auf der Bank in der Sonne saßen. Ja, ich habe sie noch gefunden. Sie ist übriggeblieben.

Er hielt eine runde tellerweiße Küchenuhr vor sich hin und tupfte mit dem Finger die blaugemalten Zahlen ab.

Sie hat weiter keinen Wert, meinte er entschuldigend, das weiß ich auch. Und sie ist auch nicht so besonders schön. Sie ist nur wie ein Teller, so mit weißem Lack. Aber die blauen Zahlen sehen doch ganz hübsch aus, finde ich. Die Zeiger sind natürlich nur aus Blech. Und nun gehen sie auch nicht mehr. Nein. Innerlich ist sie kaputt, das steht fest. Aber sie sieht noch aus wie immer. Auch wenn sie jetzt nicht mehr geht.

Er machte mit der Fingerspitze einen vorsichtigen Kreis auf dem Rand der Telleruhr entlang. Und er sagte leise: Und sie ist übriggeblieben.

Die auf der Bank in der Sonne saßen, sahen ihn nicht an. Einer sah auf seine Schuhe und die Frau sah in ihren Kinderwagen. Dann sagte jemand:

Sie haben wohl alles verloren?

Ja, ja, sagte er freudig, denken Sie, aber auch alles! Nur sie hier, sie ist übrig. Und er hob die Uhr wieder hoch, als ob die anderen sie noch nicht kannten.

Aber sie geht doch nicht mehr, sagte die Frau.

Nein, nein, das nicht. Kaputt ist sie, das weiß ich wohl. Aber sonst ist sie doch noch ganz wie immer: weiß und blau. Und wieder zeigte er ihnen seine Uhr. Und was das Schönste ist, fuhr er aufgeregt fort, das habe ich Ihnen ja noch überhaupt nicht erzählt. Das Schönste kommt nämlich noch: Denken Sie mal, sie ist um halb drei stehengeblieben. Ausgerechnet um halb drei, denken Sie mal.

Dann wurde Ihr Haus sicher um halb drei getroffen, sagte der Mann und schob wichtig die Unterlippe vor. Das habe ich schon oft gehört. Wenn die Bombe runtergeht, bleiben die Uhren stehen. Das kommt von dem Druck.

Er sah seine Uhr an und schüttelte überlegen den Kopf. Nein, lieber Herr, nein, da irren Sie sich. Das hat mit den Bomben nichts zu tun. Sie müssen nicht immer von den Bomben reden. Nein. Um halb drei war ganz etwas anderes, das wissen Sie nur nicht. Das ist nämlich der Witz, daß sie gerade um halb drei stehengeblieben ist. Und nicht um viertel nach vier oder um sieben. Um halb drei kam ich nämlich immer nach Hause. Nachts, meine ich. Fast immer um halb drei. Das ist ja gerade der Witz.

Er sah die anderen an, aber die hatten ihre Augen von ihm weggenommen. Er fand sie nicht. Da nickte er seiner Uhr zu: Dann hatte ich natürlich Hunger, nicht wahr? Und ich ging immer gleich in die Küche. Da war es dann fast immer halb drei. Und dann, dann kam nämlich meine Mutter. Ich konnte noch so leise die Tür aufmachen, sie hat mich immer gehört. Und wenn ich in der dunklen Küche etwas zu essen suchte, ging plötzlich das Licht an. Dann stand sie da in ihrer Wolljacke und mit einem roten Schal um. Und barfuß. Immer barfuß. Und dabei war unsere Küche gekachelt. Und sie machte ihre Augen ganz klein, weil ihr das Licht so hell war. Denn sie hatte ja schon geschlafen. Es war ja Nacht.

So spät wieder, sagte sie dann. Mehr sagte sie nie. Nur: So spät wieder. Und dann machte sie mir das Abendbrot warm und sah zu, wie ich aß. Dabei scheuerte sie immer die Füße aneinander, weil die Kacheln so kalt waren. Schuhe zog sie nachts nie an. Und sie saß so lange bei mir, bis ich satt war. Und dann hörte ich sie noch die Teller wegsetzen, wenn ich in meinem Zimmer schon das Licht ausgemacht hatte. Jede Nacht war es so. Und meistens immer um halb drei. Das war ganz selbstverständlich, fand ich, daß sie mir nachts um halb drei in der Küche das Essen machte. Ich fand das ganz selbstverständlich. Sie tat das ja immer. Und sie hat nie mehr gesagt als: So spät wieder. Aber das sagte sie jedesmal. Und ich dachte, das könnte nie aufhören. Es war mir so selbstverständlich. Das alles war doch immer so gewesen.

Einen Atemzug lang war es ganz still auf der Bank. Dann sagte er leise: Und jetzt? Er sah die anderen an. Aber er fand sie nicht. Da sagte er der Uhr leise ins weißblaue runde Gesicht: Jetzt, jetzt weiß ich, daß es das Paradies war. Das richtige Paradies.

Auf der Bank war es ganz still. Dann fragte die Frau: Und Ihre Familie?

Er lächelte sie verlegen an: Ach, Sie meinen meine Eltern? Ja, die sind auch mit weg. Alles ist weg. Alles, stellen Sie sich vor. Alles weg.

Er lächelte verlegen von einem zum anderen. Aber sie sahen ihn nicht an.

Da hob er wieder die Uhr hoch und er lachte. Er lachte: Nur sie hier. Sie ist übrig. Und das Schönste ist ja, daß sie ausgerechnet um halb drei stehengeblieben ist. Ausgerechnet um halb drei.

Dann sagte er nichts mehr. Aber er hatte ein ganz altes Gesicht. Und der Mann, der neben ihm saß, sah auf seine Schuhe. Aber er sah seine Schuhe nicht. Er dachte immerzu an das Wort Paradies.

Nun stehe ich auf der vierten Stufe und schaue zurück auf die dritte, die „Mutter“, und auf die zweite, das „Streicheln“. Ja, der junge Mann mit dem uralten Gesicht streichelt die Uhr: er „tupfte mit dem Finger die blaugemalten Zahlen ab“, er „machte mit der Fingerspitze einen vorsichtigen Kreis auf dem Rand der Telleruhr entlang“. Auch die erste Stufe, das „Glück“, erkenne ich von hier aus wieder, nun abgewandelt im Lächeln und Lachen und im Wort „Paradies“.

 

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