Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.
Die Zeit der sogenannten „Studentenbewegung“ der 68er Jahre war ein Anfang a la Hesse (siehe hier), dem ein Zauber innewohnte. Die „bleiernen Jahre“ der Nachkriegsjahre waren vorbei, und die ideologischen Grundlagen der Wirtschaftswunderjahre, die die Bundesrepublik in die Spitzengruppe der Industrienationen katapultiert hatten, wurden nun heftig in Frage gestellt. Militarismus, Neokolonialismus und Imperialismus mit ihren verheerenden Folgen für Afrika, Asien und Südamerika rückten ins Zentrum der Kritik, die Befreiungsbewegungen ins Zentrum der Hoffnung. Schluss mit den Kriegen und der Ausplünderung der sogenannten „Dritten Welt“. Hồ Chí Minh, Che Guevara, Mao Tse-tung waren die neuen Helden.
Das gesellschaftlich vorgegebene „gut und böse“, „erlaubt und verboten“ wurde massiv hinterfragt, als verlogen und scheinheilig verworfen. Neue Lebenskonzepte, neue Formen des Zusammenlebens und des Lernens wurden ausprobiert.
Es war die große Zeit der politischen Barden. Einer der bekanntesten war Franz Joseph Degenhardt. Auch in unserer Kinderladenwelt war er ein Star, „Rumpelstielzchen“ oder „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ oder „Wenn der Senator erzählt“ waren hits.
Seine „Befragung eines Kriegsdienstverweigerers“ von 1972 habe ich in einem Fache meines Gedächtnisses gefunden und hervorgeholt. Es klingt immer noch frisch und neu und aktueller denn je.
Dies ist eine life-Aufzeichnung von 2018.






Dieses bildet das Ewigkeitszeichen nach.










Als ich mich 1967 der Sozialpädagogik zuwandte, war Cooper, radikaler Kritiker der psychiatrischen Institutionen, in antiautoritären, „revolutionären“ Kreisen up-to-date. In jenem Jahr erschien sein Buch Psychiatry and Anti-Psychiatry und wurde von unserer Generation mit begeisterter Zustimmung aufgenommen. 1967 organisierten er und seine Mitstreiter auch den inzwischen legendären Kongress Dialectics of Liberation in London. Na, kennst du die damaligen Vordenker einer vom Kapitalismus und seinen Plagen befreiten Welt noch? 








