Nicht noch einmal möchte ich die von Christiane so liebevoll betreuten Etüden verpassen! Aber nach richtigen Kata-Strophen stand mir nicht der Sinn – in der letzten Zeit gab es zu viele in echt. Außerdem möchte ich die Weihnachtszeit als fröhliche Zeit ehren. Also spann ich eine Himmelsbogen-Etüde für euch zusammen und präsentiere sie zusammen mit einem neuen Legebild, bei dem ich Schnipsel meiner Künstler-MitbloggerInnen Ulli Gau, Jürgen alias Buchalov und Susanne Haun sowie ein paar eigene verwendete.

Der Engel mit dem Bogen
Wenn finstre Wolken dir das Licht
der schönen Sonne fast verdecken
Wenn trüb dein Auge und du nicht
Mehr aufrecht gehst, willst dich verstecken
Vor all dem Unheil, das dein Haus
In letzter Zeit betroffen hat
Und wenn du schon, als wie die Maus
Den Kater um das Ende bat,
dein blutend Herz legst in die Hand
der Göttin, seufzend: „Bitte nimm mich!
Nimm fort mich, fort von diesem Land
Von dieser Stadt und dieser Erde!
Vielleicht dass ich, wenn schon nicht hier
Im Himmelsreiche glücklich werde.“
Wenn das so ist, erschein ich dir!
Ich komme mit meinem Bogen
Auf transparenten Wogen
Heiter zu dir geflogen.
Spinne den Regenbogen.
Hab ein Knäuel lichter Farben
lass ihn gleiten durch die Hand
sieben zarte Fäden zieh ich
Dass sie Mensch und Tier entzücke
spinne sie wie goldne Garben
spanne sie wie eine Brücke
die dein Himmelsstück umspannt.
Bin der Engel dieser Brücke
Der dein Herz, das schon in Stücke
Fast zerbrochen war,
heilet ganz und gar.
Meinen Bogen spann ich selig
Wo die dunklen Wolken dräuten
Angst und Bange ward den Leuten
Doch du siehst mich und wirst fröhlich
Hast vergessen alle Schmerzen
Die dich marterten im Herzen.
„O“, so rufst du, „es gibt Hoffen
Alle Wege stehn mir offen!
Überm Haus, ach, welches Glück
Steht ein Bogen wie ne Brück!
Ist ein Bogen, der das Licht
bunt in allen Farben bricht!
Welche Freude, welch Genuss
Mit der Trübsal ist jetzt Schluss“
