Tagebuch der Lustbarkeiten: Lieblingswetter

Heute habe ich eine Runde am Hafen von Kalamata und am Meer an der weiten Bucht gemacht und in Bildern geschwelgt. Ich habe viele Lieblingswetter, aber wenn der Wind Lichtgefunkel über das stille Wasser des Hafenbeckens treibt, wenn die Takelage der Boote singt und klirrt… dann ist das für mich das schönste aller Lieblingswetter.

Ein paar deutsche Flaggen sah ich auch, sie sahen ein bisschen fremd aus in dem vorherrschenden Blau und Weiß. Aus welchem Teil des vereinten bunten Deutschland sie stammen, brauche ich nicht zu wissen. Mein Wunsch zum Tag der Einheit ist derselbe wie der, den Hoffmann von Fallersleben am 21. August 1841 aussprach: Mögen Einigkeit und Recht und Freiheit in den deutschen Landen blühen!

Am Hafen wars schön, am Meer dann noch mal ein bisschen schöner, denn für mich kommt nichts über einen frischen Wind und den Kontrast zwischen dunklen Wetterwolken und dem gleißenden Meer. Zwei vergessene sommerliche Sesselchen haben sich tief und unverrückbar in den Kiesstrand eingegraben und lassen sich von den Wellen bespülen.

Drüben auf dem ersten Finger der Peloponnes geht ein Schauer nieder, durchstrahlt von der Sonne. So gesehen am 3. Oktober 2025 gegen vier Uhr Sommerzeit.

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Alltägliches Zeichnen mit „herbstzeitlos“ (Juricka), (3): Lilienknospen im Herbstlaub en

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. Ich möchte mich da mit einer Variante anschließen: Was immer mir beim morgendlichen Rundgang auffällt, will ich festhalten und möglichst auch zeichnen. So bringe ich zwei meiner Rubriken in einer zusammen: Jurickas „herbstzeitlos“ und mein „alltägliches Zeichnen“.

Die Knospen der Lilien, die nach dem Regen aus dem Boden sprossen, sind noch ganz unscheinbar. Aber ist das etwa ein Grund, sie und das heruntergefallene Laub vom Granatapfelbaum nicht zu zeichnen? Ich habe es jedenfallst redlich versucht.

Für die Zeichnung nahm ich das gestrige Foto zur Hilfe.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Der Herbst kommt auf leisen Sohlen

Die ganze Nacht über und bis zum Mittag regnete es sanft. Lin und Fritzi haben es sich auf den Sesseln bequem gemacht, die anderen Katzen müssen leider draußen bleiben, wo es einige Unterstände und Häuschen gibt.

Mehr Sessel als die zwei haben wir eh nicht. Der Tag bleibt trübe. Im Garten entdecke ich zwei Lilien, die sich durch den Regen ermuntert sahen, aus der Erde hervorzukommen. Ich weiß, dass es Lilien sind, weil sich hier vor einigen Jahren eine angesiedelt hat und seithier jedes Jahr wieder erscheint. Dieses Jahr hat sie eine zweite mitgebracht.

Wenn sie aufblühen, werde ich sie wieder zeichnen, wie jedes Jahr.

Am Wegrand sprießen die Meerzwiebeln mit ihren schier endlosen, hohlen und blattlosen lila Stängeln aus dem Boden, und peu a peu gehen die Sternenblüten auf.

Gegen Abend zeigt sich der berühmte Silberstreif am Horizont. Heute ist er eher golden und wird schnell breiter.

Wunderbar, wenn der Herbst auf leisen Sohlen kommt, die Luft mit Wohlgerüchen und die Erde mit Feuchtigkeit füllt. Anders als im Norden beginnt nun ein neues sich Regen und Wachsen, das sich in der trockenen Erde vorbereitet hat. Frühling im Herbst.

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Impulswerkstatt und „Kunst hilft“: Mosaikstück „Feld“

Gestern erhielt ich Nachricht von meiner Freundin Ingrid aus Koroni. Sie ist hier in Griechenland in vielerlei Weise engagiert, unter anderem in der Flüchtlingshilfe. Ich habe im Januar 2016 einen ihrer Berichte gepostet (hier), als sich die Lage auf der Insel Lesbos zuspitzte. Vorgestern nun besuchte sie ein Flüchtlingslager bei Korinth, um gespendete Dinge hinzubringen und sich über die dortigen Zustände zu informieren (den ganzen Bericht hänge ich für Interessierte unten an).

Auf den Fotos sprang mir ein Wort ins Auge: field! Warum wohl? Na, weil du, liebe Myriade, Feld als „Mosaikstück“ für die laufende Episode der Impulswerkstatt gewählt hast und ich drüber nachdachte. Kein „auf dem Feld der Ehre gefallen“ und kein „wir ziehen ins Feld“, kein „feldgrau“ und auch nicht „Feldzug“, „Feldwebel“ oder „Feldpost“ wollte ich assoziieren, und für die Feldlerche fehlt mir, seit ich meine Heimat an der Ostsee verließ, wo sie mich besonders im Juni mit ihrem sich in den Himmel schraubenden Gesang und Gejubel beglückte, jegliche neue Erfahrung. Natürlich gäbe es noch viele viele weitere Assoziationen, wie Vier-Felder-Wirtschaft oder „drei Felder vorrücken“ undzig andere. Allein in meinem Blog habe ich zehn weitere gefunden. Es wird also eine Fortsetzung geben …

Heute aber dieses „field“, ein Feld bei Korinth, noch weitgehend unbeackert und unbepflanzt, aber vielleicht reimt sich dieses in besserer Art auf Held. Held der Arbeit, der kleinen Erfolge im Überlebenskampf.

Und so erkundigte ich mich, was es mit diesem Feld auf sich habe.

Ingrid schreibt: Im Aufbau begriffen ist ein Gemeinschaftsgarten * der von Kindern mitgestaltet wird * Das Land dafür wurde von Freunden überlassen * 
Wir konnten sehen wie ein Gemüsegarten angelegt und eingezäunt wurde * In einem kleinen * bemalten Container werden Werkzeuge und Materialien aufgehoben * einige Sitzgelegenheiten gibt es auch schon * Die Stadt Korinth hat 2 Wassertanks zur Verfügung gestellt * 
Überall arbeiten Volontärinnen und Volontäre * geflüchtete Menschen und andere Freiwillige aus Korinth zusammen * 

Obstbäumchen fehlen noch, erfuhr ich. Zum Glück gibt es noch etwas unverplantes Geld aus der letzten Aktion „Kunst hilft“, und so kann ich 100 E für etwa zehn nicht zu kleine Bäumchen überweisen. Falls sich noch jemand beteiligen will: Ingrid verwaltet ein Spendenkonto bei der

Santander Bank: IBAN DE12500333002711033100 (korrigiert!), BIC SCFBDE33xxx, Kontoinhaber Ingrid und Hermann Spieker, Verwendungszweck Spende Flüchtlingslager Korinth, Bäumchen.

Die Fotos und Nachrichten machten mich froh. Dass Helfen Freude macht – den Helfern nicht weniger als den Geholfenen – hat sich wieder mal bestätigt.

Ingrids Bericht:

Hallo * Kalimera *
Gestern brachten Christiane und ich als Mitglieder unserer kleinen Hilfsgruppe in und um Koroni * gemeinsam mit unserer Vertrauensperson Justyna Idzik * Sachspenden wie z. B. Decken * Kleidung * Pflegemittel * Spielzeug …. in das Flüchtlingslager in Korinth * All diese Dinge und auch Nahrungsmittel werden weiterhin dringend benötigt * Vor allem warme Herrenkleidung und Schuhe * Ausdrücklich sollen wir den herzlichen Dank der Empfänger weitergeben *
Wir knüpften zudem Kontakt zu der NGO            Vassilika Moon in Korinth * die partnerschaftlich mit
Aletheia RCS, One Bridge to Idomeni und MVI zusammenarbeitet *
Überzeugen konnten wir uns von einer gut strukturierten Leitung mit Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit *
Ihr vielfältiges Begegnunszentrum in einem großen Haus befindet sich in der Nähe des Lagers und wird von großen und kleinen Flüchtlingen aus verschiedenen Nationen rege genutzt *
Zusammen mit dem Projektleiter schauten wir uns alle Projekte an * Dazu gehören:  Begegnungszentrum mit vielen Betätigungsmöglichkeiten * eine kleine SprachSchule und Bibliothek * das Lagerhaus für Sachspenden mit Ausgabestelle * Räumlichkeiten für ärztliche Behandlung und Beratungsgespräche *
Im Aufbau begriffen ist ein Gemeinschaftsgarten * der von Kindern mitgestaltet wird * Das Land dafür wurde von Freunden überlassen *
Wir konnten sehen wie ein Gemüsegarten angelegt und eingezäunt wurde * In einem kleinen * bemalten Container werden Werkzeuge und Materialien aufgehoben * einige Sitzgelegenheiten gibt es auch schon * Die Stadt Korinth hat 2 Wassertanks zur Verfügung gestellt *
Überall arbeiten Volontärinnen und Volontäre * geflüchtete Menschen und andere Freiwillige aus Korinth zusammen *
Bisher ist das weitere Grundstück unbearbeitet * unbepflanzt und nicht beschattet * In der Planung ist die Verbesserung der Erde * Mutterboden * Pflanzung verschiedener Obstbäume und Kletterpflanzen am Zaun entlang * Dafür fehlt dem Projekt das Geld *
Wir möchten sehr gerne zur Begrünung und Bereicherung des Gartens * einer Oase in der Stadt * einer weiteren Begegnungsstätte für Klein&Groß beitragen * Aber uns fehlt auch der schnöde Mamon *
So wenden wir uns an euch um etwas finanzielle Unterstützung *
Sollte jemand bereit sein für den Garten oder für dringend notwendige Hilfsgüter zu spenden * teilen wir gerne auf Anfrage eine Kontonummer mit * Tel. 00306973379542
Wir werden zukünftig mit Justyna * als auch mit Vassilika Moon zusammenarbeiten *
Kleine Sendungen bitte an Justyna:
Kontakte:
Justyna Idzik
Odos Solomou 11,
20100 Galataki
00306907700717
justynadudziak@gmail.com
Größere Sendungen
an
Vassilika Moon zum Sachspendenmagazin
z. B. Zusammenstellen einer Palette für die Spedition über Ingrid
Gruß von Ingrid
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Alltägliches Zeichnen mit „herbstzeitlos“ (Juricka): (2) Bücherstapel

Die ganze Nacht über hat es gewittert, und auch jetzt regnet es noch. Also war ich noch gar nicht draußen im Garten. Das erste, was ich heute sah, war auch das letzte der vergangenen Nacht: der Bücherstapel auf dem Schreibtisch. Ich zeichnete ihn in der Nacht beim Schein der Tischlampe, mit Kugelschreiber auf Zeichenkarton.

Die Zeichnung gefiel mir recht gut, doch hatte ich wieder Lust auf Farbe, und so nahm ich meine Buntstifte, um zu kollorieren.

Dann dachte ich an die Schreibtisch-Serie,  die ich im September begann, und nahm den dicken schwarzen Filzstift, um damit die Konturen und Kontraste zu verstärken. Um zwei Uhr nachts war ich fertig.

Die dritte Variante passt nun zur Serie, die weiterhin auf eine Geschichte über das stille nächtliche Leben der Dinge wartet. Welche nur?

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Alltägliches Zeichnen mit „herbstzeitlos“ (Juricka): (1) Aprikosenblatt

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist da erlaubt. Ich möchte mich da mit einer Variante anschließen. Die Idee kam mir am Morgen, als ich meinen Rundgang im Garten machte und ein leuchtend gelbes Aprikosenblatt auf dem Boden liegen sah. Aha, es herbstelt auch bei uns! dachte ich, hob es auf und trug es ins Haus, um es später zu zeichnen.

Ich zeichnete es am Nachmittag zuerst mit blauem Kuli. Weiter kam ich nicht, denn ich wollte noch vor Sonnenuntergang eine Runde schwimmen.

Kaum war ich zurück, begann ich, die Zeichnung mit Buntstiften zu kolorieren.

Dabei dachte ich nach und kam zu einem Entschluss: Was immer mir beim morgendlichen Rundgang auffällt, will ich festhalten und möglichst auch zeichnen. So bringe ich zwei meiner Rubriken in einer zusammen: Jurickas „herbstzeitlos“ und mein „alltägliches Zeichnen“. Mal sehen, ob mir das gelingt.

 

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Der Oktober und „Der Eremit (auf dem Kopf stehend)“

Nun der Oktober begonnen hat, wende ich mich der 10. Raunacht am 4. Januar zu, um zu erfahren, womit ich mich in diesem Monat schwerpunktmäßig befassen soll bzw will. Und finde den „Eremiten auf dem Kopf stehend„. Damals, vor zehn Monaten, schrieb ich dazu:

Der Eremit „gilt als Sucher nach der inneren Wahrheit. Wer bin ich, weshalb bin ich in der Welt, woran glaube ich – derlei Fragen verlangen nach Antwort, und so mancher denkt: ich müsste diese Fragen mal bündeln, mich zurückziehen, von der Bühne verschwinden, nur mit mir selbst sein und alle äußeren Impulse abschalten. Dann fände ich endlich die Antworten. – Ja, auch ich denke oft an Rückzug. Und tu es doch nicht. Denn ich misstraue dem Konzept der Eremitentums. Drum freue ich mich, den Eremiten auf dem Kopf stehend gezogen zu haben. Für mich ist das Heilmittel „Eremit“ eine „Kopfgeburt“: die bequeme Vorstellung, dass es die Umwelteinflüsse seien, die mich hindern, zu mir selbst zu kommen.“

Ich machte eine neurografische Zeichnung, die die sensorische Verarmung solchen Eremitentums wiederspiegelt:

Und fuhr in meinen Betrachtungen fort: Natürlich brauche ich Pausen, Rückzug, Meditation. Die aber sollen sich in den Tageslauf eingliedern und nicht an seine Stelle treten. In den normalen Tätigkeiten und Menschenbegegnungen liegt der Stoff, an dem ich reife. Wer sich isoliert, bleibt in sich versponnen und verworren. Und was die Laterne angeht: Nein, sie kann durchaus nicht leisten, was die liebe Sonne uns tagtäglich spendet: strahlend helles Licht!

Meine damalige Schlussfolgerung:

Und so nehme ich gerne die Herausforderung des auf dem Kopf stehenden Eremiten für den Oktober an: Nimm deine Fragen an dich selbst ernst, ja! Aber hole dir die Antworten aus der Mitwelt, von den Menschen und der Natur. Schau, wie die Früchte im Oktober reifen! Sie ziehen alle Kräfte der Sonne nach Innen, um sie zu verwandeln und als Saft und Farbe, als Nahrung und Kern für neues Wachstum zurückzugeben an die Welt.

Und so ergänzte ich die obige neurografische Zeichnung voller Zuversicht:

Mein Monatsschwerpunkt lautet daher: Geh in Beziehung zu den Menschen, um von ihnen zu lernen, zu reifen und ihnen das Deine zu geben. Schau in dich selbst und prüfe dein Weshalb und Wozu. Einsicht möge sich finden im Licht der alles erwärmenden, erhellenden und zur Reife bringenden Sonne!

„Die Sonne“ – Entwurf für eine Tarotkarte. Legebild-Zeichnung-Collage

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Der September, der „Stern auf dem Kopf stehend“ und was daraus wurde.

Am 1. September machte ich einen Eintrag (hier), in dem ich beschrieb, wofür die in der neunten Raunacht, am 3. Januar gezogene Tarot-Karte „Der Stern, auf dem Kopf stehend“ für mich stehen sollte. Nicht als Profezeiung zog ich ja in jeder Raunacht eine Karte, sondern als Vornahme, eine bestimmte Lebensfrage besonders im Auge zu behalten. Und das war eben für den September der „Stern, auf dem Kopf stehend“.

„Wie unten so oben, sagen die Weisen, und ob wir nun das Wasser aus der Tiefe heraufpumpen oder es uns von oben herabströmt – es ist immer dasselbe Wasser, seit dem Beginn aller Tage.“ So schrieb ich am 3. Januar und blickte voll Zuversicht hin auf den noch weit vor mir liegenden Monat September, und zeichnete neurografisch:

 

Ich selbst bin in diesem Monat die letzten Stufen der „Holsteiner Treppe“ emporgestiegen und habe zurückgeschaut auf den sich schlängelnden Weg unserer abendländische Kultur und der deutschen Geschichte, habe auch herauszufinden versucht, wo und wie ich selbst mich darin befinde (hier). Ich habe mich an den Farben des Septembers erfreut (hier), unser Sohn kam zu Besuch, wir haben zusammen im Meer geschwommen und zusammengesessen, damit ich ihn zeichne, wir machten einen Ausflug nach Kardamilie und fuhren zusammen nach Athen. Es waren wundervolle Tage, ganz wie der umgekehrte Stern, der aus der Tiefe leuchtet, während ich oben im Blauen schwimme und mich tragen lasse.

***

Mitte September war mir, als würde sich die Karte langsam umdrehen und der Stern mir bald von oben leuchten:

Ich fühlte neue Energie, machte einen Ausflug nach Koroni, um ein Konzert zu besuchen, und nahm das „tägliche Zeichnen“ wieder auf (hier). Es kamen Frauen in mein Atelier, um Lebensprobleme zu besprechen, und ich konnte nicht nur durch Aufstellen, sondern auch mit dem frisch erlernten neurographischen Zeichnen weiterhelfen.

Das Beste aber war: ich nahm Kontakt mit der Stiftung in Koroni auf, die schöne Ausstellungsräume betreibt, und habe einen Termin für eine Herbstausstellung festgemacht (24.10.-2.11.). Zeitnah suchte ich auch den „Verein der Freunde AMEA“ (AMEA=“Menschen mit besonderen Notwendigkeiten“ aka „Behinderte“) in Kalamata auf, um ihnen die Spendengelder anzubieten, die ich durch die Ausstellung in Kardamili (August) erhalten hatte. Ich wurde sehr freundlich eingeladen, mich auch persönlich in die kreative Arbeit mit den von ihnen betreuten Menschen einzubringen. Angeboten werden Aktivitäten jeder Art: Malen, Keramik, Tanz, Theater, Musik, Erkundungen in der Stadt, kleine Ausflüge. In der nächsten Woche laufen die Kurse an, und ich werde hingehen und sehen, woran es evtl. fehlt. Gewünscht wird besonders meine Unterstützung bei der Weiterbildung der freiwilligen Helfer.

Eine besondere Freude war es für mich, dass die beiden Leiter des Vereins den tieferen Sinn meines Konzepts, Bilder gegen Spenden anzubieten („Kunst hilft“), sofort verstanden: Es geht mir ja darum, dass nicht nur Geld, sondern zugleich auch die Freude am Geben und Nehmen und am kreativen Tun zirkuliert zwischen mir als Malerin – meinen Bildern – den Liebhabern der Bilder, den Spendern – den Beschenkten – deren kreativem Tun … und dass sich dieser kleine Kreislauf mit anderen Kreisläufen zusammenschließt und immer mehr anreichert (Blume des Lebens, hier der erste Same).

Blume des Lebens, erster Same, 15.11.2021

Sie verstanden es, weil sie selbst in gleicher Weise motiviert sind, denn sie setzen sich für die ihnen Anvertrauten mit viel Herz und Verstand und ohne eigene Bezahlung ein. Ihr Kreis ist so viel fundierter als meiner! Und so fühle auch ich mich wunderbar gestärkt, indem ich meins mit ihrem zusammenschließe.

Dank dir, September, für alle deine Gaben! Möge nun der Oktober kommen!

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Dienstagsdrabble: Drachenbrut – kata-strophisch

Es ist Dienstag und Drabble-Time! Diesmal hat Heidi (Puzzleblume) die drei Wörter Drachen – ernennen – älteste(r) vorgegeben, damit wir darum herum einen Text von genau 100 Wörtern zu schreiben.  Ich schrieb den Text im kata-strophischen Stil und illustrierte ihn mit einem Legebild von mir und dem Foto einer Skulptur von Thomas Diotis.

 

Drachenbrut – Drachenwut

 

Es  krochen aus dem Drachenei

Drei Brüder namens Ei-Wei-Wei.

 

Und wo sie zogen durchs Gelände

entstanden Streit und Krieg und Brände

 

Doch auch die Drei entzweiten sich

und hassten sich bald fürchterlich.

 

Warum? Sie stammten alle drei

Doch aus demselben Drachenei?

 

Der ält’ste Bruder fordert’ harsch:

Ich bin der Kopf und ihr der Arsch!

 

Mir müsst ihr folgen, mich ernennen

Zum Führer, euch zu mir bekennen!

 

Die jüng’ren pupsten wütend Feuer

Das qualmt’ und stank ganz ungeheuer.

 

Sie schrien erbost und wild entschlossen

„Ab heute wird zurückgeschossen!“

 

Der Drache ist halt auch ein Tier

Nicht mehr, nicht weniger als wir.

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Alle „Farben im September“ im Überblick und Abschied

Juzickas (Amorak Blog)-Challange half mir, einmal ganz bewusst nach den Farben des Septembers zu schauen. Drei Farben überwiegen in der hiesigen Natur alle anderen: Blau, Grün und okriges Gelb. Wiederholen wollte ich mich aber möglichst nicht und suchte für jeden Tag eine andere Farbe zu finden.

Ich begann den Monat in Maroussi (Attika) und kehrte dann in die Mani und nach Kalamata zurück. Oft zeigte ich mehrere Bilder, doch hier in der Übersicht beschränke ich mich auf je eins pro Tag. Bezeichnung und Datum stehen unter jedem Bild.

Adieu, du wunderbarer farbenreicher September! Ich hatte große Freude an dir. Ob ich dir wohl auch im nächsten Jahr noch einmal begegne? Schön wärs!

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