
Sie stehen ruhig da, gebannt von einem schaurig-schönen Anblick: Rom brennt.
Nein. Das war damals, zu Neros Zeiten. Der Kaiser selbst habe die Stadt angezündet, hieß es, um sich an den Flammen zu delektieren und die Schuld den Christen zuzuschieben. Die alte Welt ging zugrunde, Stück für Stück, Brand für Brand, und es dauerte Jahrhunderte, bis sich eine neue aus der Asche erhob.
Nein. Es ist heute. Rom brennt. Ein Park sei es, der brennt, und der Anblick ist verstörend. Dicker schwarzer Rauch füllt den zartblauen römischen Himmel. Mich schaudert es wie immer, wenn ich Brände sehe. Nun aber gerade in Rom. War ich nicht eben noch dort, unter diesen Bäumen? Sagte ich nicht: solange diese Bäume stehen, diese hochstämmigen Pinien mit den breiten Kronen, diese Alleen mit den Magnolien in voller Blüte, diese hochragenden Zypressen, diese zartnadligen breit ausschwingenden Zedern … ist Rom schön und bewohnbar?
Betrachtet das Paar auf dem Bild den Weltenbrand, dessen Vorboten, wie jetzt auch in Rom, hier und da und überall aufflammen und züngeln?
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Ich weiß, liebe Myriade, dass dein Foto keinen Weltenbrand zeigt und auch kein brennendes Rom. Du hättest es so nicht aufgenommen, und das Paar hätte auch nicht so ruhig einander zugewandt, so liebevoll in der Nacht gestanden und geschaut. Vielmehr wäret ihr alle gerannt, um zu helfen, den Brand zu löschen, bevor er euer Haus verzehrt. Was sich da unten abspielt, dies feurige Inferno, ist nur eine Vorspiegelung, eine Inszenierung, ist Schein. Wir brauchen nicht zu rennen und zu retten. Alles wird gut.

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt.



























