Kritzeleien mit Titeln

Meine heutigen Kritzeleien (jeden Tag eine Linie!). Die Titel findest du unter dem  Bild.

IMG_7894

Maler, der versucht, das Anlegen eines großen Schiffes auf seinem kleinen Papier festzuhalten.

IMG_7898

Schlafende, die sich durch anstürmende Insekten nicht schrecken lässt.

IMG_7899

Bergkulisse, über der Quellwolken emporsteigen.

 

IMG_7900a

„Ei ei ei, was ist denn das? Drei Chinesen ….“

IMG_7902

Victorianische Malerin und ihr Modell (ach, Picasso!)

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Commedia dell'Arte, Kunst, Leben, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 24 Kommentare

Ich baue mir ein Klischee

Was ist ein Klischee? Ein Drucker weiß,  was ein cliché ist, wie man es herstellt und wozu es gut ist. Nimm einen Druckblock mit einer lichtempfindlichen Schicht, übertrage darauf dein Motiv via Ätzung oder fotomechanisch, neuerdings auch per Laserstrahl,  spüle alles weg, was nicht zum Motiv gehört – fertig. Nun kannst du stempeln, solange bis das cliché seine Kraft verliert.  Es wird matt und matter, bis du es wegschmeißen kannst.

Geistigen Klischees passiert etwas ganz Ähnliches: sie verlieren die Ausdruckskraft, die sie vielleicht mal hatten, und werden durch häufigen Gebrauch Schrott. Beispiel: die von Fräulein Ich zitierten Blondinen. Da gab es mal eine, die nicht parken konnte, und noch eine, und noch eine … Aber wer mir das heute noch mal unter die Nase reibt, der kann sein Auto zum Schrottplatz schleppen lassen. Da  kenne ich keine Hemmungen („Ich bin eine Blondine“).

Da ich ein gründlicher Mensch bin, schaue ich vorsichtshalber bei Wikipedia nach, ob es nicht womöglich noch einen mir verborgenen Sinn von Klischee gibt. Da lese ich: „Das Klischee existiert als etwas geistig bzw. sprachlich Schablonenhaftes.[1] Es ist dabei charakteristisch, dass die Eigenschaft, welche das Klischee bedeutet, nicht eine der Eigenschaften ist, welche die gleichartigen Einzelelemente zu einer benennbaren Klasse werden lässt, sondern vielmehr eine zusätzliche, davon unabhängige Eigenschaft ist.“

Verstehst du das?? Also ich muss da passen („Blondinen sind dumm“).  Das Klischee bedeutet eine Eigenschaft , die aber nicht eine der Eigenschaften ist, die die gleichartigen Einzelelemente ….??? (Das hat wahrscheinlich ein braungelockter Mann verzapft).

Na gut, ich versuch mal eine Umsetzung. Ein geselliges Zusammensein – ein paar gleichartige Eigenschaften  (weiß, schwarz, bewegt, Figur). Als „zusätzliche, davon unabhängige Eigenschaft“ füge ich den Filter extrude hinzu.

IMG_7638 IMG_7638a

Dann mach noch einen drauf mit den Funktionen Extrude, Umdrehen und Farbintensität

IMG_7638aaa

Ist das nun ein Klischee? „Im Kern“ gibt es ja die „Wahrheit“ einer tatsächlichen Szene – was, wie ich bisweilen lese, für ein Klischee charakteristisch sei….

Vielleicht bin ich aber auch auf dem Holzweg, und beim Klischee geht es vor allem um die einfache Wiederholbarkeit eines Motivs? Schwarze Zypressen – weiße Wolke – dazu weißes Haus und stacheliges Gesträuch – fertig ist das Klischee einer südlichen Landschaft

2. januar f SW copy

Um diese Landschaft als griechische zu kennzeichnen, füge tüchtig Blau hinzu. Wunderbar! Blau-weiß – die griechischen Nationalfarben! Keiner wird zweifeln – das ist Griechenland „wie es im Buche steht“.

2. januar f copy

Nun schneide ich die Einzelbildchen auseinander, klebe sie auf meinen Briefkopf – und mach deine Freundinnen neidisch, weil ich in einem so schönen Haus in einem so schönen blauweißen Land lebe.

Es lebe das Klischee!

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, Fotografie, Leben, Methode | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 21 Kommentare

Montags ist Fototermin: Fundstück

magissa 10.2ohne Worte

Veröffentlicht unter Allgemein, Commedia dell'Arte, Fotografie, Natur, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , | 24 Kommentare

So sind sie, die Griechen (Klischees)

das Wochenthema beim Mitmachblog ist „Klischees“. Hier mein erster Beitrag dazu.

Veröffentlicht unter Allgemein, Legearbeiten | 14 Kommentare

Das Ding: Die Geschichte zum Bild

Veröffentlicht unter Allgemein, Zeichnung | 11 Kommentare

Kein Tag ohne Linie III

Es ist gar nicht so leicht, solche Schwüre zu halten – schrieb ich am 11. Mai. https://gerdakazakou.com/2016/05/11/kein-tag-ohne-linie-ii/

Seither sind drei Monate ins Land gegangen, und ich habe zwar nicht an jedem, aber an so manchem Tag meine Linien gezogen. Letzthin sind sie verspielter geworden. Keine Ahnung, ob ihnen das zugute kommt.  Im Ausdruck ähneln sie sich, trotz der anderen Technik und obgleich sie ganz abstrakt bleiben, ein wenig meinen Legebildern an – so finde ich. Vielleicht wegen ihres ein wenig obskuren Witzes. Ich stelle hier ein paar der vorletzten Kohlezeichnungen rein, ohne Titel. Was du siehst – es fällt in deine Verantwortung, nicht in meine.

IMG_7818

IMG_7826  IMG_7820

              IMG_7823                     IMG_7825

IMG_7819

Veröffentlicht unter Allgemein, Kunst, Leben, Methode, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 12 Kommentare

Die Wunde

….Mit einer schönen Wunde kam ich auf die Welt; das war meine ganze Ausstattung.« »Junger Freund«, sage ich, »dein Fehler ist: du hast keinen Überblick. Ich, der ich schon in allen Krankenstuben, weit und breit, gewesen bin, sage dir: deine Wunde ist so übel nicht. Im spitzen Winkel mit zwei Hieben der Hacke geschaffen. Viele bieten ihre Seite an und hören kaum die Hacke im Forst, geschweige denn, daß sie ihnen näher kommt.« (aus: Franz Kafka, Ein Landarzt)

Diese Geschichte „Ein Landarzt“ wieder und wieder zu lesen – ich kann es nur empfehlen. Die ganze Geschichte. Unbedingt die ganze. Man findet sie, falls man sie nicht zu Hause unter seinen Büchern hat, als Text im Gutenberg-Projekt.

Von Wunden und Spaltungen in unserer Welt las ich zuletzt bei Ulli (Reisenotiz – 5 – Spaltung), kommentierte auch bei mir (Damit wir Leben haben), und fühlte mich müde angesichts der vielen Worte, die so wenig greifen. Da fiel mir diese Erzählung von Kafka ein. Und ein Bild, das ich in meinem Atelier an der Wand hängen habe. Es ist vor einigen Jahren entstanden, als ich viel mit Ölkreide und Klebestreifen auf Papier experimentierte. Ich nannte es „Die Wunde“.  Ein wenig großspurig für das kleine Bild. Aber sei’s drum.

IMG_7857

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Dichtung, Leben, Malerei, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 17 Kommentare

Damit wir Leben haben

„Es gibt so viele Wege und mir scheint, viele münden dort, wo sich Gedanken und Gefühle treffen, die sich miteinander verbunden fühlen“, schrieb Bruni8Wortbehagen in einem Kommentar zu Ulli (Reisenotizen 4, In der Blase).

Es gibt so viele Wege – wahrhaftig.

Heute führte mich mein Weg in ein Dorf. Ich kannte zuvor weder das Dorf noch den Weg noch seine Geschichte. Der Weg führt von Alt Messene unter dem „Arkadischen Tor“ hindurch (vorbei an dem herabgestürzten Torbalken) und hinab in eine liebliche Landschaft.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Arkadisches Tor, aufgenommen am 1.Okt.2008

Eigentlich fuhr ich dies Sträßchen nur entlang, um der Hitze zu entkommen, die mir beim Übersteigen der Befestigungsanlagen von Alt-Messene fast den Verstand geraubt hatten.

IMG_7839 Dass ich bei der mörderischen August-Hitze überhaupt in Alt-Messene war, lag an einer Verabredung, die mein Mann mit Athener Freunden getroffen hatte. Sie wollten das Ausgrabungsgelände sehen, das ich zur Genüge kenne, auch hatte ich den Hund dabei,  der nicht mit hinein darf, also machte ich mich selbständig und fuhr zur Außenummauerung.

IMG_7842Ich kletterte ein bisschen dort herum (auch Tito, den ihr aus dem Gemäuer herausschauen seht),

IMG_7840 stieg dann ins Auto und nahm dieses verlockende Sträßchen hinab ins Tal. Immer schon wollte ich es erkunden. Nach einigen Kilometern erschien ein Dorf, und ein Kafeneion lag im Schatten riesiger Platanen. Einige Männer saßen dort, wie sie halt in den traditionellen Cafes sitzen: nebeneinander an der Wand entlang und an den Rändern des Platzes, nippten an ihrem Getränk, ließen ihr Goboloi in der Hand kreisen oder stützten sich auf ihren Hirtenstab, warfen sich ihre Bemerkungen zu. Ich wurde nach meinem Woher befragt und bekam meinen leicht gesüßten griechischen Kaffee, und, da ich hungrig war, brachte mir die Wirtin, eine schwere freundliche Frau mit unangezündeter Zigarette im Mundwinkel, Brot und wohlschmeckenden gelben Käse. Einen Euro wollte sie als Bezahlung.

Gegenüber lag eine kleine Taverne. Vielleicht wäre es nett, mit unseren Freunden dort zu essen? Ich ging rüber und fragte, was sie hätten. Omelette, Schnitzel und Bakaliaros (Hechtdorsch) könnten sie anbieten. Erst am Abend würde der Grill in Gang gesetzt.

Zurück in Alt-Messene traf ich meinen Mann und das befreundete Paar samt kleinem und großem Sohn. Wir beratschlagten, wo wir essen wollten. Ich erwähnte das Lokal, und mein Vorschlag wurde angenommen.

„… viele Wege münden dort, wo sich Gedanken und Gefühle treffen, die sich miteinander verbunden fühlen“ – so zitierte ich Bruni.  Und ja, so ist es.  In dem Dorf, das ich zufällig oder vielleicht auch nicht zufällig, sondern einer Stimme des Herzens folgend, entdeckt hatte, stand das Vaterhaus eben der Freundin, die jetzt mit uns war. Sie wusste das natürlich. Aber den Vorschlag, dort hin zu fahren, den machte sie nicht. Wielange sie wohl schon nicht mehr dort gewesen war, und warum nicht? Ich weiß es nicht. Ich weiß überhaupt nichts von ihrer Lebensgeschichte. (Freundin sage ich und empfinde ich, wenngleich wir uns nur gelegentlich bei geselligen Anlässen treffen). Bruchstücke der Geschichte erfuhr ich nun heute. Denn das leerstehende Steinhaus, vor dem wir unsere Autos abstellten, war das Geburtshaus ihres Vaters.

Die Wirtsleute sind aus einem anderen Dorf. Sie haben 37 Jahre lang in Deutschland gearbeitet, beziehen ihre Rente von dort. „Deutschland hat sich anständig zu uns verhalten“, sagt der Mann. Im Innenraum ist eine Wand von oben bis unten mit gerahmten Schwarz-Weiß-Fotos bedeckt. Auf einem sind drei Männer abgebildet, mit Tüten in der Hand. Sie gehen nach Belgien, um Arbeit zu finden. Der eine der drei ist der Vater der Freundin.

IMG_7847

Und die Straße? Der Weg, den wir eben vom Arkadischen Tor hierher gefahren sind? Den haben Frauen des Dorfes in „freiwilliger Arbeit“ gebaut, damals, als die Männer in die Ferne zogen.

IMG_7854Wie stolz sie da stehen mit ihren Hacken und manche mit nackten Füßen! Auf dem Weg, den sie gebaut haben,  „wo sich Gedanken und Gefühle treffen“, sind wir gekommen.

Der kleine Sohn der Freundin, noch keine zwei Jahre alt ist er. Er spielte vergnügt in dem Sandkasten des Lokals, nicht wissend, dass eben hier, an dieser Stelle wohl auch sein Großvater gespielt hat, den er nie kennenlernen wird. Die Fotos von dem Kind will ich nicht zeigen (tue ich nie) –  das Omelett, das ich verspeiste,  muss euch als Ersatz dienen.

IMG_7852aVon dem Tavernenhof blickt man aus dem Schatten der Bäume hinaus auf das sonnenheiße Land. Ich schaute lange hinab und hinein in die Landschaft, mit bewegtem Herzen und mit Gedanken, die vieles miteinander verbanden: All die Geschichten vom antiken Messenien bis heute, immer wieder Vertreibung, Auswanderung und Neubeginn, immer wieder den Boden bearbeiten, die Herden über die Berge treiben, die Felder bestellen, die Ernten einbringen.  Egal was sonst geschieht – dies muss immer geschehen, damit wir Leben haben.

IMG_7851

Veröffentlicht unter Allgemein, Commedia dell'Arte, events, Fotografie, Krieg, Leben, Mythologie, Natur, Psyche, Reisen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | 30 Kommentare

Rilkes Dinge – und die Menschenwelt

Veröffentlicht unter Allgemein, Legearbeiten | 33 Kommentare

Erziehung reblogged

Erziehung

Hausaufgaben

Mützenfalterin hat ein Mütterprojekt ins Leben gerufen, der erste Beitrag ist eben erschienen https://tausendmutterbilder.wordpress.com/2016/08/15/22/.

Sehr gern möchte ich mich an dem Projekt beteiligen. Doch wie? Ein Bild der Mutter – o weh, da gerate ich sicher gleich in ein Klischee. Also fühle ich mal vor und reblogge einen meiner Beiträge, den fast niemand von euch gesehen hat. Denn im Mai 2015 stand mein Blog grad in den Startlöchern.

Die Mutter als Erzieherin – wohl oder übel und oft genug im Widerstreit mit den hedonistischen Impulsen der Youngsters. Dazu auch die Oma, die als Über- oder Großmutter gelegentlich Ansprüche im Quadrat erhebt. Mama muss das würdigen, auch wenn es ihr manchmal lästig ist. Abwesend-anwesend ist der Papa-Ehemann, dem die Mama eine frisch frisierte und fröhliche Gefährtin sein möchte. Denn sonst ist sie bald eine „Alleinerziehende Mutter“.

Dies also mein erster Versuch, mich dem „Mutter“-Thema zu nähern. Geh einfach auf den link und schon bist du im Chaos der Gefühle, die eine Mutter zu ordnen hat.

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Erziehung, events, Legearbeiten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 13 Kommentare