Eine „Gute Woche“ mit Trauben!

Καλή εβδομάδα. Gute Woche, wünschen sich die Griechen am Montag. Eine schöne Sitte, finde ich.


Die Trauben hängen dieses Jahr dicht an dicht und schmecken, wenn man sie sonnenwarm erntet, köstlich. Zeit für eine Traubenkur.

Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

….

Die erste Strophe dieses Rilke-Gedichts ist eine Bitte, der ich mich gerne anschließe. Denn noch deutet nichts darauf hin, dass der Sommer ein Ende nehmen will. Kein Wölkchen trübt den blauen Himmel, die Winde sind bestenfalls Windchen, und die Erde ist staubtrocken, brandgefährlich. Schon bei Sonnenaufgang höre ich die Löschflugzeuge gen östliche Mani brummen. Also bitte: Der Sommer war sehr groß. Es ist an der Zeit, ein wenig kühlenden Schatten auf die Sonnenuhren zu legen!

Die Bitte der zweiten Strophe erübrigt sich. Sie ist schon erfüllt. Viele herrliche südliche Tage drängen die Trauben, die Feigen und Granatäpfel auf die Vollendung hin. Die Weinbauern wissen nicht hin mit der Fülle, vieles bleibt ungeerntet, um die Preise nicht zu ruinieren.

Die traurige Feststellung der dritten Strophe („Wer jetzt kein Haus hat….“) wäre ein Vorgriff auf eine Jahreszeit, die sich noch nicht blicken lässt.  Also lasse ich sie hier mal weg. Du kennst sie ja ohnehin, lieber Freund, liebe Freundin der Poesie.

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Mehr Meer und mehr.

An diesen heißen Sommertagen ist das Meer die Rettung. Schon früh bin ich am Wasser. Die Felsen werfen angenehm kühlenden Schatten.

Nur wenige Schwimmer um diese Zeit.

Zwölf Stunden später wird wieder ein glühender Tag zu Ende gehen. Trügerisch die Wolken. Kein Regen in Aussicht.

 

 

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Drei mit Postkarte!

Drei was?

Heute kamen zwei Frauen zu Besuch. Die eine, Gertuida de Velt, Malerin aus Holland, wohnhaft in Koroni-Südpeloponnes, brachte mir drei Postkarten mit – drei Abbildungen ihrer Gemälde.

Auf einer Karte sind drei Frauen abgebildet.

Gertruida de Velt: Drei Frauen

Sofort kam die Idee auf, diese drei Grazien nachzustellen. Waren wir nicht auch drei tolle Frauen? Gesagt, getan. Dreimal geknipst, neunmal gelacht. In der Mitte die Künstlerin mit der Karte.

Natürlich maskenfrei. Lachen stärkt das Immunsystem. Lachen und Kunst sind Therapie.

 

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Die Zähmung einer Motte (kleine Beobachtungen 3)

Wer kennt nicht die berühmte Passage im „Kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint-Exupéry:

  • »Nein«, sagte der kleine Prinz. »Ich suche Freunde. Was bedeutet ›zähmen‹?«
  • »Das wird oft ganz vernachlässigt«, sagte der Fuchs. »Es bedeutet ›sich vertraut miteinander machen‹.«
  • »Vertraut machen?«
  • »Natürlich«, sagte der Fuchs. »Du bist für mich nur ein kleiner Junge, ein kleiner Junge wie hunderttausend andere auch. Ich brauche dich nicht. Und du brauchst mich auch nicht. Ich bin für dich ein Fuchs unter Hundertausenden von Füchsen. Aber wenn du mich zähmst, dann werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzigartig sein. Und ich werde für dich einzigartig sein in der ganzen Welt …«

Vorgestern Nacht zähmte ich eine Motto – oder war es umgekehrt? Sie war in meinem Weinglas gelandet, trieb hilflos auf der roten Flüssigkit. Ich fischte sie vorsichtig heraus und setzte sie auf dem Fuß meiner Tischlampe ab.  Da wird sie schnell trocknen, dachte ich. Aber sie zappelte grässlich mit ihren Füßen, kam nicht los von der glatten Fläche, an der ihre Flügel wie festgeklebt waren. Also half ich mit der Spitze eines Kulis nach, und so landete sie glücklich auf dem Tischtuch. Oder eigentlich doch nicht glücklich. Sie schien sich zu quälen. Einer ihrer Fühler war, wie ich im Zoom meines iphones sehen konnte, eingerollt wir die Tentakeln zB von „kunstsinnigen Gurken“, die keinen Halt finden.

Lange betrachtete ich sie, ermunterte sie auch mit Sprüchen, in denen ich ihre Schönheit pries, das Perlmutt ihrer Flügel … und je länger ich mich mit ihr befasste, desto wertvoller wurde sie mir. Ich begann zu bangen: „Wirst du es schaffen, Kleinchen?“, begann auch mit erzieherischen Maßnahmen: „Hast zu viel gesoffen, es mag dir eine Lehre sein.“ Schließlich beruhigte sie sich, und auch ich ging schlafen. Am nächsten Morgen schaute ich, ob sie noch da war. Nein. Sie war wohl davongeflogen.

Seither sind mir alle ihre Verwandten lieb, die mich bei der nächtlichen Lampe besuchen kommen, und ich frag sie: Hast du die Schöne gesehen? Geht es ihr gut?

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Eine Gottesanbeterin zu Besuch (kleine Beobachtungen 2)

Manche Bilder bekommt man geschenkt, findet Ule. Und zeigt uns eine herzallerliebste Besucher-Grille auf ihrem Computerscreen.  Ich bekomme fast alle meine Bilder geschenkt,  denn ich suche keine Motive,  sondern knipse, was mir vor Augen kommt. So auch die nächtlichen Besucher, die, angelockt vom Kunstlicht,  auf der Tischdecke, dem Buch oder der leuchtenden Fläche des Computers herumspazieren, schreckhaft auffliegen, sich wieder niederlassen, desorientiert und, so scheint mir, hilfsbedürftig (frühere Beispiele: https://gerdakazakou.com/2018/06/23/naechtlicher-grillen-besuch-im-chobe-nationalpark/ oder https://gerdakazakou.com/2019/09/10/gruener-schildbuerger-und-brauner-gentleman-2-dreifarbige-zeichnungen-von-insekten/).

Gestern Nacht wars eine Gottesanbeterin, die auf den Seiten meines Buches Halt suchte. Ich war froh über diese Unterbrechung, denn die Lektüre war deprimierend und ich konnte eine Pause gut gebrauchen. (Am liebsten würde ich das Buch in die Ecke feuern, aber ich hab grad nix Gescheites zu lesen, auch möchte ich wissen, ob diese zusammengeflickten Romanfiguren am Ende doch noch so was wie einen Charakter offenbaren*).

Fasziniert verfolgte ich den Bewegungsablauf meiner Besucherin mit dem iphone. Das hat eine Zoom-Funktion, die mir half, das Tierchen quasi mit der Lupe zu beobachten und zuzuschauen, wie es seine Vorderbeine zur Gebetshaltung zusammenfaltete und sich umschaute.

*Bei meiner Lektüre handelt es sich um einen Roman von Peter Henning, „Die Ängstlichen“, Aufbau Verlag, 2009. 

 

 

 

 

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Flaute (Legebild, bunte Mischung)

„Schiffchen ahoi!“ rufen sie, aber das Schiffchen rührt sich nicht vom Fleck. Zwar spritzen die Wellen um Bug und Heck, zwar stoßen die Schornsteine dunkle Rauchwolken aus, die sich am Himmel klumpen und die Sonne verdecken, aber die Fahne hängt schlaff und das Kind, das den Arm hebt, um den Wind zu messen, kann keine Bewegung feststellen.

Was ist nur los mit dem Wetter? Oder ist gar nicht das Wetter schuld, sondern das Schiff? Der Kapitän? Die Mannschaft? Wir? Wenn die Dinge nicht so vorangehen, wie wir möchten? Wo liegt der Fehler?

 

 

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„Die Glocke Glocke tönt nicht mehr“ (Kleine Beobachtungen 1)

Eine neue Kategorie möchte ich hiermit einführen: „Kleine Beobachtungen“ vornehmlich über Natur im menschlichen Umfeld. Also in meinem Umfeld.

Diese Ziegenglocke, deren Schatten du links siehst, hängte ich vor Jahren an einen Olivenbaum. Sie rostete dort still vor sich hin. Manchmal ließ ich im Vorbeigehen ihren Klöppel schwingen.

Eines Tages bemerkte ich, dass der Klöppel unbeweglich war, und schaute nach. Gestern fotografierte ich, was ich dabei entdeckte:


Die Erbauer und Bewohner dieses vielräumigen Hauses waren längst ausgezogen. Wie sie es überhaupt in diesem im Sommer sehr heißen Eisengehäuse aushielten, ist mir ein Rätsel.

Und zur Abrundung das kleine Goethe-Gedicht des Titels:




Die wandelnde Glocke



Es war ein Kind, das wollte nie

Zur Kirche sich bequemen,

Und sonntags fand es stets ein Wie,

Den Weg ins Feld zu nehmen.

          

Die Mutter sprach: »Die Glocke tönt,

Und so ist dir’s befohlen,

Und hast du dich nicht hingewöhnt,

Sie kommt und wird dich holen.«

          

Das Kind, es denkt: Die Glocke hängt

Da droben auf dem Stuhle.

Schon hat’s den Weg ins Feld gelenkt,

Als lief‘ es aus der Schule.




Die Mutter hat gefackelt.

Doch welch ein Schrecken hinterher!

Die Glocke kommt gewackelt.

        

Sie wackelt schnell, man glaubt es kaum;

Das arme Kind im Schrecken,

Es lauft, es kommt als wie im Traum:

Die Glocke wird es decken.




Doch nimmt es richtig seinen Husch,

Und mit gewandter Schnelle

Eilt es durch Anger, Feld und Busch

Zur Kirche, zur Kapelle.

        

Und jeden Sonn- und Feiertag

Gedenkt es an den Schaden,

Läßt durch den ersten Glockenschlag,

Nicht in Person sich laden.

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Wenn andere arbeiten (tägliches Zeichnen, kleiner Skizzenblock 4)

Wenn andere arbeiten, während ich faulenze, kann ich sie ja jedenfalls zu zeichnen versuchen, dachte ich.

Draußen vor der hinteren Eulengittertür wuselte Giorgos herum. Er ist ein Schneller. Den Efeu hatte er bereits zurückgeschnitten, die kaputten Fliesen herausgenommen, neue Abflüsse für das Regenwasser gelegt, eine Umrandung gemauert …, nun fegte er und reinigte den Hof mit dem Schlauch. Seine Bewegungen waren so schnell, dass ich keine Chance hatte, eine Position zu studieren. Aber einen Eindruck von seiner flinken, leicht gedrungenen kräftigen Gestalt vermittelt die Skizze doch.

Hier noch mal als (digitale) Kohlezeichnung, um die Hauptllinien und Flächen zu betonen.


Ruhiger verhielt sich der Koch des heutigen Mittagsmenüs (Artischocken, Kartoffeln und Erbsen in Dillsoße) – jedenfalls, solange er müde am bereits gedeckten Tisch saß und darauf wartete, dass das Gemüse gar wurde. Sein Kopf passte leider nur halb auf den handgroßen Zeichenblock.

Diese zweite Zeichnung habe ich erst zu  einem Holzschnitt, dann zu einer etwas lockereren Gravour umgearbeitet. Mir scheint, dass der Rhythmus der Zeichnung in diesen Bearbeitungen deutlicher hervortritt.

 

 

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Skizzieren bei Babis (tägliches Zeichnen, kleiner Skizzenblock 3)

Den kaum mehr als handtellergroßen Skizzenblock habe ich nun meist bei mir. Ich kann ihn unauffällig im Schoß halten und etwas hineinkritzeln, während ich aufs Essen warte oder wenn ich, nach genossenem Mahl, meinen kleinen griechischen Kaffee trinke. Genaue Zeichnungen sind so natürlich nicht zu erwarten, aber mir gefällt es, die Stimmung festzuhalten.

Hier habe ich jede der kleinen Skizzen mit einer bearbeiteten Variante gekoppelt. Man kann die Bilder zum Vergrößern anklicken.

Paar am Tisch vor Meer, Baum und Windspiel, imVordergrund unser Tisch mit Wasserkaraffe und Gläsern.

Durch die Stämme der schattenden Bäume gesehene Gäste der Taverne

Badegäste vor den gewundenen Baumstämmen

Mann mit Hut und Brille. Licht-Schattenspiele des Laubs

Nach dem Essen: Gläser und Kaffeetasse

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Den Debattenraum erweitern (6). Interview mit Professor Sucharit Bhagdi

Der Rotstift geht um. Statt die Debatte zu erweitern, wird sie zunehmend verengt, dazu auch hässlicher, feindseliger. Nach FB und Twitter greift nun auch Youtube zum Mittel der Sperrung. Ist es der Virus, der die Gedankenfreiheit abtötet? Der es geboten erscheinen lässt, Fakten und Überlegungen zu zensieren, selbst wenn sie von einem erstklassigen Wissenschaftler wie Professor Bhagdi kommen? Gilt nurmehr das Wort eines ausgewiesenen Pharma-Lobbyisten? Oder die Meinung eines Virologen, der nach dem Scheitern der Schweinegrippe-Offensive eine neue Chance für Weltruhm witterte?

Das Buch Corona Fehlalarm?, das Sucharit Bhagdi zusammen mit seiner Frau Karin Reiss  im Goldegg Verlag veröffentlicht hat, steht immerhin bei der Spiegel-Bestsellerliste für Sachbücher seit acht Wochen auf Platz 1. Totschweigen kann man seine Ansichten nicht mehr. Warum sperrt man dann das Interview und überlässt es nicht den Bürgern, welche Schlüsse sie ziehen? Ist der Mann vielleicht einfach zu sympathisch, wirkt er zu glaubwürdig? Welche Interessen vertritt Youtube?

Ich selbst habe das Buch noch nicht gelesen. Ich hoffe, ich muss das auch nicht mehr tun, weil sich das Covid19-Thema von selbst erledigt hat. Wie zuvor das der Schweinegrippe.

Willst du dir selbst ein Bild von dem Mann machen, bevor du das Buch kaufst?  Hier das gesperrte Interview Reitschuster-Bhagdi.

https://www.reitschuster.de/post/zensur-youtube-zensiert-mein-bhakdi-interview-%C3%BCber-corona

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