Tagebuch der Lustbarkeiten: Es herbstelt

Auch hier im griechischen Süden herbstelt es: Regen kommt, Regen geht – dann erstrahlt Zauberlicht auf dem erfrischt sprießenden funkelnden Grün. Die Bäume stehen noch im fast vollen Laub – der Regensturm hat nur die fallbereiten Blätter zu Boden gefegt. An den Orangenbäumen reifen die neuen Früchte, noch sind sie klein und nur wenig orange, dazwischen hängen ein paar vorjährige. Die Zitronen sind noch vollkommen grün und hart. Die Feigenbäume haben schon lange keine Früchte mehr, aber nur wenige Blätter denken ans Fallen. In den Gebüschen färbt sich gelegentlich ein Blatt rot. Weißlinge tanzen im Licht.

In meinem Gärtchen lassen sich kleine Kohlknollen blicken. Ein paar Tomätchen sitzen an den etwas ramponierten Tomatenpflanzen. Kürbisse und Zucchinis reifen vor sich hin, eine grüne Paprika werde ich heute für den Salat zerschnippeln.

Die Oliven werden geerntet. Heute Nacht rannten wir hinaus, um die schon vollen Säcke mit Planen vor dem Regen zu schützen, der leise niederrauschte. Heute scheint wieder die Sonne, und die Ernte kann weitergehen.

So ist das hier: die Jahreszeiten greifen ineinander, da gibt es kein Ende, keinen Anfang. Es ist ein Kreislauf, der sichtbar bleibt. Und immer bringt die Natur Früchte hervor, um uns mit dem Nötigen zu versorgen.

So geht Frieden.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Klebestreifenbilder und Collagen 11-50

Ich war heute, als ich wieder mal einen Stapel diesmal recht kleiner Bilder durchgesehen und fotografiert hatte, ziemlich unsicher, ob ich in dem eingeschlagenen Tempo weitermachen soll. Einerseits will ich fertig werden, andererseits fürchte ich, euch, meine Leserschaft, zu vergraulen, wenn ich Tag für Tag einen Haufen Bilder poste, viel zu viele, um sich ein vernünftiges Urteil zu bilden.

Dann schrieb mir Gerhard von KopfundGestalt auch noch einen nachdenkenswerten Kommentar: „Ich empfinde, Du mutest dem Betrachter etwas zu viel zu. 😉 Jedes Werk verdient ja einen Kommentar … und zwar hinsichtlich vieler Aspekte wie Technik, Format, Mittel etc“. Danke, Gerhard. Du hast im Prinzip vollkommen recht – aber eben nur im Prinzip. Denn was ich hier versuche, ist eine Übersicht und Gesamtschau mit zwei Zielen: eines ist, mir selbst mein Werk vor Augen zu führen und mir die Frage zu stellen, was von all dem mir nach wie vor wichtig ist. Das könnte ich natürlich auch tun, ohne es zu posten. Doch ist dieser Blog eine Art Tagebuch dessen, was ich tagtäglich tue – und gegenwärtig tue ich eben dies. – Das andere Ziel ist, alle meine Bilder im Internet zu „verewigen“. So kann jederzeit darauf zugegriffen werden. Falls ein Interesse an einem Bild besteht, kann ich die von Gerhard genannten Aspekte (Technik, Format, Mittel etc) nachliefern.

Ich mache also weiter. 

O wei, 40 Bilder! Viele davon sind hinter Glas und gerahmt, womit schon mal bewiesen ist, dass sie mir bedeutsam waren. Einige hingen bis vor wenigen Tagen an der Wand im Atelier, und andere (hier nicht abgebildet) hängen in Athen. Du fragst dich vielleicht, was denn an diesen armseligen Schnipseleien und Klebereien so bedeutsam für mich ist?

Nehmen wir mal das zufälligerweise erste. Es ist eine abstrakte Komposition aus Pigmenten, Ölkreide, Klebeband, Bleistift. Es stellt nichts dar. Aber es hat eine starke aber gebremste Bewegungsenergie, etwas geschieht oder will geschehen. Und dieses Geschehen bewirkt etwas in meinem Inneren, ich muss ihm nachgehen, ich möchte es ergründen.

Und das zweite in der obersten Reihe? Hier sind Blöcke aus bräunlicher Pappe mit Kleber und Klebeband auf dem Untergrund befestigt. Wild bewegte blaue Farbe – wiederum sowohl Pigmente als auch Ölkreide umtosen sie.

Und dieses? Der Grund ist aus Klebeband und grauer, rötlicher etc Farbe gebildet, darauf ist scharze Tinte mit breitem Pinsel, teils auch gegossen aufgetragen. Links steht eine hohe Figur, zu ihren Füßen sitzen andere Gestalten,vielleicht auch Tiere … Nun, der Zauber besteht gerade darin, dass jeder sehen kann, was er mag, wie beim Rohrschachtest.

Und nun eines der beiden Hochformate. Dieselben Materialien. Eine offene architektonische Struktur, im Innern vorn ein geheimnisvolles Leuchten.

Ich greife noch eins willkürlich heraus. Hier kommen zu den anderen Malmitteln Ausrisse aus einer Zeitschrift hinzu. Eine alte Frau mit einem schwarzen Tuch um den Kopf, in den Händen hält sie etwas. Sie schaut mich an. In dem schwärzlichen spinnenwebartigen Lineament über ihr kann man, wenn man will, nun auch ein Gesicht erkennen, sehr viel größer als ihres und aus einer anderen Dimension in Erscheinung tretend. Dann gibt es noch einen rätselhaften Text links oben, ein Brief? eine alte Handschrift, an deren Rand ein Kind etwas gezeichnet hat? Das Bild öffnet sich und erzählt viele Geschichten.

Und noch eins. Hm, dies ist keine Collage, sondern ein Zeichnung mit Ölkreide, wohl auch  teilweiser Übermalung mit wässriger Farbe. Sie wirkt ein wenig wie die Erinnerung an einen Gebäudekomplex, der nicht mehr steht, von oben gesehen.

und dies?


jenes?

oder vielleicht das Hellfarbige, in dem kleine Elemente in eine kreisende Bewegung geraten sind – eine Bewegung, die nicht glatt verläuft, sondern immer wieder gehemmt wird…

Warum also sind mir diese kleinen Arbeiten so wichtig? Warum habe ich sie alle aufgehoben und sogar hinter Glas gebracht?

Wenn du magst, schau dir die ganze Sammlung durch, du brauchst nur auf die kleinen Ikonen zu tippen, und schon gehen sie auf.

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Palimpseste, Klebestreifenbilder und Collagen 1-10

Eine große Gruppe mittelgroßer und kleiner Bilder habe ich noch gar nicht in Angriff genommen. Wie soll ich sie bezeichnen? Schön im herkömmlichen Sinne sind sie nicht. Sie sind durchdrungen vom Gefühl einer heranrückenden oder bereits stattfindenden Katastrophe, einem Zerreißen, Zerfallen, Übertünchen, künstlichem Zusammenhalten und Flicken von Weltzuständen.

Palimpste nenne ich Bilder, bei denen ich eine Schicht so über die andere gearbeitet habe, dass sie Überschreibungen ähneln, wie sie die Mönche anfertigten, wenn sie alte Pergamente auskratzten und neu beschrieben.  Es handelt sich um kleine Blätter. Benutzt habe ich Gouche und Ölkreiden.

Eine umgekehrte Wirkung haben die Klebestreibenbilder, bei denen ich Gemaltes überdecke und zum Verschwinden bringe. Auch dies eine kleinformatige Arbeit.

Mit Klebestreifen, die mir Struktur liefern, und minimaler Farbe arbeitete ich eine Zeitlang kleinformatig wie hier (auf einem Stück Pappe) …

oder hier, wo die Klebestreifen die Struktur des Tempels bilden, der unter der Wucht der Kriege zerbricht und in Flammen aufgeht (Titel „Knossos“)

aber auch in Großformaten, dort allerdings mehr als sichtbares Hilfsmittel, um andere Papiere zu fixieren. Einige zeigte ich gleich zu Beginn dieser Bilderschau.

Zerbrechlichkeit und Flickschusterei – das war es, was ich wiedergeben wollte, und die Klebestreifen waren mir das passende Ausdrucksmittel.

In ähnlicher Absicht machte ich eine Vielzahl von Collagen aus Papierfetzen, zunächst noch anspielend auf reale Ereignisse und Szenerien…

dann aber zunehmend vollkommen abstrakt.

Die meisten dieser abstrakten Collagen habe ich gerahmt und hinter Glas gebracht, etliche hängen in meinem Raum in Athen, aber auch im Atelier fand ich eine große Zahl. Die  werde ich morgen fotografieren und hier zeigen.

Eine Collage, die ich digital entfärbt habe (im Original ist sie farbig), zeigte ich 2015 unter dem Titel zerbombt und schrieb dazu: „Es gibt Tage, da mag ich nicht reden, weil die Dinge, die um mich herum geschehen, unaussprechlich sind“.

 

Aber es gibt dann auch wieder Tage, wo ich reden mag, obgleich die Dinge ebenso unaussprechlich und noch viel schlimmer sind, und wo ich dennoch versuche, Bilder zu malen und zu zeichnen, die die Harmonie und Schönheit der Menschen und der Natur widerspiegeln.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Rotlicht

Der Tag ist düster. Düster war auch der gestrige. Ich beklage mich nicht, denn den Regen wünschte ich von Herzen herbei. Dass sich unsere für heute geplante Olivenernte deshalb verschiebt. lässt sich nicht ändern.

Im Garten strahlte mir in einer Regenpause ein mit Wasserperlen besetztes Rotlicht entgegen: der Hibiskus gibt das Blühen nicht auf.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Feder, Feder-Aquarell, Pinsel, Schere (1-17)

Als kleine Insel im Fluss ohne Ufer der Malereien und Zeichnungen habe ich vier Sonderentwicklungen und Unikate versammelt, die in meinem Werk keine oder kaum Fortsetzung fanden: Federzeichnungen, Aquarelle mit Feder, Pinselzeichnungen, Scherenschnitte.

Da gibt es die Federzeichnungen. Sicher finde ich noch ein paar, aber systematisch habe ich mich nicht damit befasst.

Die erste kleine Zeichnung mit dem Sukkulententopf machte ich bei einer Frauengruppe in Athen, die sich zum gemeinsamen Zeichnen traf. Ich war damals begierig, meine Fertigkeit im Zeichnen weiter auszubilden und suchte nach Gleichgesinnten. Also ging ich hin und zeichnete. Das Ergebnis war, dass die anderen fanden, dass ich schon zu weit fortgeschritten war, um in die Gruppe zu passen. Dabei hatte ich noch kaum Übung im Zeichnen. Was ich allerdings hatte: Mein Leben lang betrachtete ich die Kunst anderer, und so wusste ich einiges über Bildaufbau, Techniken des Schraffierens etc.

(Bildausschnitt)

Die zweite Zeichnung ist nach einer Darstellung von Don Quichote und Sancho Panza des großen Kupferstechers des 19. Jahrhunderts, Gustave Dore, entstanden.

(Bildausschnitt)

Und das dritte Blatt zeigt schnelle Skizzen einer deutschen Freundin, damals auch meine Nachbarin. Sie zeigen einen nun schon freien Umgang mit dem Medium.

Die Feder kam dann immer mal wieder zum Einsatz als Begleiterin des Aquarells. An diese „Siesta“-Studien, die ich jetzt wieder hervorkramte,  dürften sich manche von euch erinnern.

Statt der Feder benutzte ich gelegentlich auch den Pinsel, zB für diese fünf kleinen und doch sehr ausdrucksstarken Pinselzeichnungen, die ich wieder ausgrub. Aus welchem Jahr sie stammen, weiß ich nicht, aber sie sind wohl jüngeren Datums.

Auch die gemischte Form – Pinsel und Feder – kommt vor, so bei dieser Zeichnung eines Heiligen, den ich nach einer fotografischen Vorlage zeichnete, ich glaube aus Barcelona …

oder diese wilden Stämme von Olivenbäumen (auch jüngeren Datums).

Eine vierte Gruppe bilden die seltenen Scherenschnitte. Als Kinder hatten wir die schwarzen Deckel unserer Schulhefte dafür benutzt, und das tat ich auch bei dieser Wiedergabe einer Szene nach Piero della Francescas „Auffindung des Heiligen Kreuzes“. Ich nahm die Pappe und ein scharfes Messer (mit Scheren kann ich wegen meiner Linkshängigkeit nicht gut umgehen) und schnitt ohne Vorzeichnung.

Als ich es später wiederfand, war ich selbst von meiner frühen Kunstfertigkeit beeindruckt.  Ebenso erging es mir hinsichtlich eines Portraits, das nebenher mit dem Schneidemesser entstand. Ich achtete darauf, dass alle stehenbleibenden Teile miteinander verbunden blieben, also nichts geklebt werden musste.

 

 

 

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Bleistiftzeichnungen 20-35

Die großen Bleistiftzeichnungen meiner Atelierumwelt, die ich vorgestern zeigte (hier), machte ich viele Jahre nach den Bleistiftzeichnungen, die ich heute zeigen werde. Es sind, wenn ich mich nicht verrechnet habe 33 Jahre., die dazwischen liegen. Die heute gezeigten entstanden 1984, als ich, noch neu in Griechenland und ohne Sprache, mich ernsthaft mit der Malerei zu beschäftigen begann. Tagsüber arbeitete ich, in der Nacht zeichnete ich. Ich war 42 und hatte enorme Energie, aber die Zeichnungen sind von großer Zartheit. Auch das Papier ist zart und schon ein wenig verfärbt. Ich fühlte, als ich die Blätter heute in die Hand nahm, wie wichtig mir damals diese neue Welt des Zeichnens war. Wie ernst ich sie nahm.

Da sind die klassischen Studien an geometrischen weißen Gegenständen. Wie kann man sie perspektivisch korrekt wiedergeben? Wie fällt der Schatten?

Genauso auch andere Gegenstände: Kugeln, Nüsse, Früchte.

Man kann sie in die Hand nehmen und dort zeichnen.

Man baut Stillleben auf und gibt sich jede erdenkliche Mühe, auch noch die letzte Falte im aufgespannten Tuch korrekt wiederzugeben.

Dann können auch andere Themen gezeichnet werden:  eine Vase mit Astern …

eine blühender Zweig …

und immer wieder Äpfel …

bis endlich auch die Aktstudien beginnen.

All diese Bemühungen gelten ja als Vorbereitung für die „eigentliche“ künstlerische Arbeit, aber manchmal frage ich mich, ob da nicht ein Missverständnis vorliegt. Denn sicher, es sind Studien, denen keine andere Absicht zugrundeliegt, als abzubilden, was zu sehen ist. Aber ist das wenig?

Die Früchte zeigen sich dann in späteren Zeichnungen – oder sie zeigen sich auch nicht.

Falls du Interesse an einer der Zeichnungen hast, kannst du sie gegen eine Spende und Porto erhalten.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Malerei auf Pappe und Papier 56-58

Drei bemalte Pappen steckten im Dossier mit den Bleistiftzeichnungen. Die erste, eine Landschaft, passt sehr schön zu dem, was vorhin um unser Haus herum tobte. Grau und schwer war der Himmel schon am Morgen, vollgesogen mit Sand. Mittags platzte der Himmel und entließ unter Blitzen und Donnern und heftigsten Sturmböen seine Wassermassen. Die Bäume im Garten ächzten. Ich war froh, dass unser Haus nicht aus Wellpappe, sondern ein fest aus Stein gefügter Turm ist. Jetzt ist der Spuk schon vorbei, doch immer noch ist es duster.

Das zweite Bild ist schwer zuzuordnen. Vom Typus her ist es ein Stillleben – doch still ist das Leben ja nicht gerade, das sich da zwischen Tisch und Fenster abspielt.

Das dritte Bild, wieder ein Stillleben, löst die Gegenstände in ein ungewisses Spiel von Licht und Schatten auf. Eine hohe Vase – oder ist es die Öllampe? – , eine Dose, ein Glas mit Pinseln, ein Horn des Widders – sie sind es und sind es auch nicht.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Bleistiftzeichnungen 1-19

Nach der Überschwemmung meines Ateliers im Oktober 2017 habe ich lange Zeit nicht gemalt. Dafür aber entdeckte ich das Zeichnen wieder für mich. Ich kaufte weiße Zeichenkartons im Format 70×100 und auch hellgelbe im Format 60×100 sowie weiche Bleistifte. Menschliche Modelle standen mir nicht zur Verfügung, also zeichnete ich sorgfältig alles, was sich in meinem Umkreis befanden.

Die Schilfwurzeln, die ich vom Strand mitbrachte, hatten es mir besonders angetan.

Oder auch Mme Kolokytha, die sich als Opernsängerin versuchte, während ihr die Schilfwurzelmännchen zu Füßen lagen und den tragischen Chor bildeten.

Nun, es sind viele Zeichnungen. Ich fand sie heute schön versammelt in einem großen Dossier. Alle kann ich hier nicht zeigen und schon gar nicht ihre Geschichte erzählen. Aber an ein paar will ich erinnern.

Die Schilfwurzelmännchen als Einzelportraits.

Dann die diversen Latüchten: Eine Öllampe, eine alte Bahnhofslampe, zwei dicke Kerzen. Das variierte Thema: Leuchten oder beleuchtet werden?

Ganz wichtig der Sonnengong, vor dem sich die Dinge präsentieren: ein Plastiksegelboot mit dem schönen Namen „Eutychia“, was Glückseligkeit bedeutet, zwei hölzerne Bötchen und eins aus Keramik, eine Holzeule und eine aus Keramik, eine Knochenvase, eine Sanduhr, Apfel und Mandarine, zwei Kerzen, ein Glöckchenvogel aus Holz, verholzte Efeuäste, ein verknotetes Seil, eine Puppe mit gelbem Haar und blauem Gesicht, eine Glasscheibe, in der sich alles spiegelt … sicher habe ich das eine und andere vergessen.

All diese Dinge und viele andere habe ich auf diesen großen Blättern in manchmal dramatischen Szenen auftreten lassen und verewigt.

Nichts konnte sich meinem Zeichendrang entziehen, auch die kaputten Ziegelsteine nicht, die ich benutze, um darauf Bretter zu legen, damit bei einer hoffentlich nie eintretenden zweiten Überschwemmung die Bilder nicht auf dem Boden stehen, sondern ein wenig darüber.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Kohlezeichnungen 1-39

Es wird mir kaum möglich sein, alle Zeichnungen hier vorzustellen und zu katalogisieren. Aber manche möchte ich doch zeigen. Ich beginne mit denen, die entweder im Atelier standen, hingen oder in dem großen roten Dossier steckten. Sie sind zwischen 70×100 und 50×70 cm groß.

 

Dieses Portrait dürfte vielen bekannt sein, denn es hing an prominenter Stelle an der Wand. Modell saß dieselbe junge Frau wie bei einem zuvor gezeigten.

Gut die Zeiten überstanden hat auch diese hinter Glas gesicherte Zeichnung, die zu meinen „Klassikern“ gehört.

Andere haben trotz Rahmung gelitten, das Glas ist zerbrochen, das billige Papier (Meterware) verfärbt. Dennoch haben sie für mich nichts von ihrem Charme verloren.

Der Kopf der Hygeia (Gesundheits-Göttin), auch zusammen mit dem der Athene (1. Bild) oder als Teil eines Stilllebens (2. Bild) ist ein Standardmotiv bei der Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung zur Kunstakademie. Das erste Blatt ist ziemlich zerfallen und ähnelt umso mehr einer Antike.

Der alte Olivenbaum vor meinem jetzigen Atelier und Madame Kolokytha vorm Fenster haben später oft Modell gestanden.

Das Atelier selbst natürlich auch.

und immer wieder der Widderschädel, den ich einst aus Samothrake heranschleppte, wo er auf einem Weidezasun steckte.

Oder ein altes Fenster mit Spiegelungen und zerbrochenen Scheiben.

Aus meiner Fantasie geborene Szenerien und Landschaften sind vielfach vertreten.

Manchmal lasse ich die Kohle allein den Ausdruck finden (auch diese sind auf 70×100-Bögen gezeichnet)

Dann wieder kombiniere ich den Kohlestrich mit anderen Medien, wie hier mit Wellpappe.

Eine Zeitlang versuchte ich mich auch als Illustratorin noch zu schreibender Kinderbücher.

Die Ausdrucksmöglichkeiten der Kohle habe ich sehr geliebt und tue es bis heute.

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Bilder bewerten und ausrangieren. Malerei auf Pappe und Papier 41-55

Noch einen Karton muss ich durchsehen, die Bilder fotografieren und einordnen – dann ist auch dieser Teil meines Programms erledigt. Mal sehen, was wir hier haben:

Aha, es sind Malereien und Zeichnungen älteren und neueren Datums. Einige Formate sind wieder sehr groß (70×100), die meisten aber kleiner. Stilistisch ist es ein Kunterbunt, viel Experimentelles.

Ich freute mich besonders übers Wiedersehen mit den Kohlezeichnungen, in die ich gelbe Klebestreifen hineingearbeitet habe.

Ein vielversprechendes Experiment, das durch die Überflutungskatastrophe meines Ateliers unterbrochen wurde (hier). Gerade der aktuellsten Arbeiten gingen damals kaputt. Erhalten blieben die hoch eingestapelten älteren Bilder.

Danach stand ich unter ziemlichem Schock. Als ich wieder begann, wurde es eine äußerst zarte Zeichnung.

Es folgten weitere farbige Zeichenversuche, wie ich bei mir selbst nachlese (10.10.2017):

Zeichnen hilft

Nun aber zurück zur obigen Galerie: die finstere Stadtkulisse – mittelgroß, auf Pappe – ist ein öfter wieder kehrendes Motiv in meiner Malerei.

zB dieses, das ich gestern zeigte.

Das folgende Bild, auf dicker Pappe (70×50), sieht auf dem Foto aus wie eine Collage, ist aber gemalt.

Das geometrisch abstrahierende Portrait, auf Pappe (50×70 cm), gehört ebenfalls zu den kleineren Formaten

Wer Genaueres wissen will, möge mich fragen. Wie alle Bilder, so gebe ich auch diese ab gegen Postgebüren und eine Spende für unsere Helfergruppe.

 

 

 

 

 

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