Bilder bewerten und ausrangieren: Malerei auf Pappe und Papieren 16-40

Nimmt es denn nie ein Ende? Doch, sicher, aber noch nicht. Noch gilt es, die Dossiers und Kartons zu durchforsten und auch die Bilder von den Wänden zu hängen, um die Übersicht zu vervollständigen.

Die Unterscheidung zwischen Malerei oder Zeichnung ist nicht immer leicht, also habe ich mich entschlossen, nur die Schwarz-Weiß-Zeichnungen (Kohle, Bleistift, Pinsel) als Zeichnungen einzuordnen und alles als „Malerei“ durchgehen zu lassen, wo der Zeichnung Farbe hinzugefügt wurde. 

So hatte ich den Raum gestern abend zurückgelassen, so fand ich ihn am Morgen vor.

Dann hängte ich die noch an den Wänden verbliebenen Bilder ab und fotografierte sie.

Alsdann sammelte ich herumstehende Pappen ein und fotografierte sie.

Danach schleppte ich einen voll gestopften Dossier herbei. Er ist 70×100 cm groß und ich habe ihn trotz der Wasserschäden durch eine Überschwemmung des Ateliers behalten, um darin die großen Blätter aufzubewahren. Man sieht die Wasserspuren. Sie machen ein ganz hübsches Muster, finde ich.

Dann gings ans Sortieren und Fotografieren des Inhalts, soweit es „Malereien“ sind (die Zeichnungen kommen extra). Das Format ist 70×100 cm.

Danach war ich total durchgeschwitzt und musste erstmal schwimmen gehen. Das Meer ist immer noch fast sommerlich warm, das Schwimmen nach getaner Arbeit Hochgenuss.

Muss ich zu diesen Malereien etwas sagen?  Falls ihr etwas zu Materialien etc wissen möchtet, fragt bitte. Alle Bilder – die zuvor gezeigten und diese hier – sind gegen Porto und eine Spende für unsere Helfergruppe zu haben (sofern die Post sie annimmt). Im übrigen freue ich mich über eure Bewertungen, da ich eine Auswahl für Atelier-Ausstellungen treffen will.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Schlangenschrift

Bei meiner Atelier-Aufräumerei fand ich nicht nur einige fast vergessene Werke, sondern auch vier weitere eingetrocknete starre Schlänglein, die nun mein Schlangen-Alphabet ergänzen. Die ersten drei hatte ich hier schon vorgestellt.

Ich vermute, eine Schlange hatte mein Atelier geeignet gefunden, hier ihre Brut zur Welt zu bringen. Doch dann geschah etwas. Entweder die Mama Schlange wurde überfahren, wie diese, die ich vorgestern auf der Straße fand. Mein Mann ließ nicht zu, dass ich sie berührte, nur fotografieren durfte ich sie aus der Entfernung (warum haben die meisten Menschen nur so viel Angst vor Schlangen?), dann schob er sie mit dem Stock an den Straßenrand, wo nun ihre Oberseite zu sehen ist. Vielleicht eine Sandviper, die hier in Griechenland überall vorkommt und giftig ist. Aber was heißt giftig? Eine tote Schlange beißt nicht mehr.

Wahrscheinlicher ist, dass Fenster und Türen zublieben, weil wir längere Zeit weg waren, und die Kleinen verdursteten bzw verhungerten. Eigentlich brauchen Jungschlangen keine mütterliche Fürsorge, sie sind gleich autark – aber wie sollten sie in meinem Atelier Jungmäuse oder ähnliches Getier finden? Sie fanden nur Staub („Staub soll er fressen, und mit Lust, Wie meine Muhme, die beruͤhmte Schlange“,  brüstet sich Mephisto im Vorspiel im Himmel gegenüber dem Herrn. „Er“ ist Faust).

Ich fusselte den Staub von ihren Mäulchen und reihte sie auf einem weißen Stück Papier zu einer Schriftzeile auf. Sind sie nicht schön?

Ich finde, sie haben eine gewisse Ähnlichkeit mit arabischen Schriftzeichen. Ein Beispiel kalligrafischer arabischer Schriftzeichen fand ich hier. Was da steht, weiß ich leider genauso wenig, als stünde da Schlangenschrift. 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Malerei auf Pappe und Papier 1-15

Die Leinwände bin ich nun alle durchgegangen, es folgen  Bilder, die ich auf Pappe oder auch dickes Papier gemalt habe. Pappe als Malgrund ist viel billiger, hat aber den Nachteil, dass man das Ergebnis rahmen und hinter Glas bringen muss, um es zu schützen und präsentabel zu machen. In Großstädten sind Verglasungen natürlich ein Vorteil, die Verschmutzungen lassen sich leicht entfernen. 

Die folgenden meist gerahmten Bilder steckten zwischen den Leinwänden, und ich freute mich, sie wieder begrüßen zu können.

 

Das erste gehört zu einer Serie, in der ich zwei Puppen als Modell benutzte – eine südostasiatische und einen Clown. Ich nannte es „Unterrichtsstunde“: der schnurrbärtige ernsthafte Herr hält seinen belehrenden Vortrag, der Clown hockt davor und lächelt distanziert und wissend. Das Bild hatte lange einen Ehrenplatz in den diversen Büros meines Mannes.

Das einzige Portrait gehört eigentlich nicht hierher, da es eine reine Zeichnung auf grauer Papierrolle ist. Es ist sehr groß und Zwilling einer Kohlezeichnung desselben Modells, die im Atelier an der Wand hängt.

Zwei abstrakte Landschaften auf Pappe fanden sich, die ich wohl ausrangieren werde ….

und vier weitere Landschaften auf Papier, die ich hinter breiten weißen Rahmen sicherte und nicht nur mehrfach ausstellte, sondern auch bei mir zu Hause an den Wänden aufhängte. Sie gehören zu meinen liebsten Arbeiten.

„Rote Sonne“

„Ungewisses zwischen Wasser und Land“

„Meinem Großvater, dem Fischer, gewidmet“ ist teils auf aufgeklebten Papieren entstanden …

und eine nächtliche Szene mit aufgeklebtem Chinapapier. Das Glas ist zerbrochen.

Dann fand ich eine dicke Pappe, die ich den Architekturen zuordne.

Es gibt auch eine sehr große Arbeit neueren Datums auf Papier mit aufgeklebter Wellpappe, die zu den Architekturen zu rechnen wäre.

Vier Stillleben fanden sich: das eine ist eine riesige Buntstift-Zeichnung auf Billig-Papier am laufenden Meter

Die anderen drei zeigen ein Motiv, das ich wieder und wieder gemalt habe: Stillleben mit Ziegenschädel.

Es gibt noch mehr davon: das vierte ist auf Leinwand gemalt (ich zeigte es bereits) und das fünfte, wieder auf Pappe, hängt bei einer Freundin-Kollegin an einer Wand in Athen, wo ich es 2018 schlecht fotografierte (hier).

Den Ziegenkopf habe ich immer noch, und immer mal wieder dient er mir als Modell.

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rechts- und linksdrehende Rosetten (kleine Beobachtungen)

Auf meiner kürzlichen Wanderung bei Dimitsana begegneten mir besonders schöne Blattrosetten von, so vermute ich, Königskerzen. (Wenn du es besser weißt, sag bitte Bescheid).

Ich stand davor und bewunderte ihre seltsam geschraubte Form. Offenbar drehte sich ihre Wachstumsspirale im Uhrzeigersinn nach rechts, doch zugleich zeigte sich eine Art Widerstand in den Blattspitzen, die sich der Bewegung nicht anschließen mochten. So als wirke ein unsichtbarer Gegenstrom – also eine Linksdrehung – auf sie ein.

Ich schaute dann noch weitere Rosetten an, alle eindrucksvoll, aber keine mit so deutlicher Schraubung (Doppeldrehung), sondern eher zitternd vor Unschlüssigkeit.

Im Internet wurde ich auch nicht wirklich fündig. Zwar fand ich eine hübsch bebilderte Darstellung der „Rosette, das unbekannte Wesen“ und auch einen „SonneMondKalender“, der von 12 rechtsdrehenden und ebenso vielen linksdrehenden Spiralen ausgeht. „Das Mandala 2024 wird von 24 Spiralen gebildet. Zwölf von ihnen drehen sich nach rechts und die anderen Zwölf nach links und bilden so einen energetischen Ausgleich.“ lese ich dort. Eine weitere Erklärung gibt es nicht dazu.

Sicher hängt die Spiralbildung mit der Erddrehung und den Sonnenständen zusammen – aber wie? Haben auch die Mondphasen Einfluss auf die Spirale? Vielleicht hat jemand von euch eine gute Interpretation?

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Bilder bewerten und ausrangieren: Bilder 139-157

Es folgt nun der letzte Schub mit Fotos der bemalten Leinwände, die ich aus der hochgelegenen Nische angelte, die Nische dann mit dem großen Besen ausfegte und mich an der entstandenen Leere freute.

Inzwischen ist diese Leere wieder gefüllt – mit Portraits und anderen Menschendarstellungen. Dabei habe ich vermieden, wie zuvor auch den freien Raum darüber vollzustapeln. Denn ich möchte ja erreichen, dass die Bilder zugänglich bleiben.

Die Bilder, die ich zuvor aus dieser Nische hervorgeholt hatte, waren wiederum 19 (ungeordnet)

Portraits und andere Menschenbilder sind erneut in der Überzahl. Da gibt große Hochformate, die sich leicht den vorangegangenen zuordnen lassen.

sowie eins, das wortwörtlich aus der Reihe tanzt und zur Rubrik Fantasien/Imaginationen passt: „Versuchung des Asketen“. Ich erinnere mich nicht, aus welchem Anlass ich es malte, kann sein, nach Lektüre einer Tolstoi-Erzählung („Tolstoi erlag den Versuchungen der Sinne ebenso wie denen der Askese. Das macht seine Größe aus.“ Arno Widmann in der FR, 24.1.2019).

Dann gibt es die Querformate:

2 mal „Frau im Gehäus“ (Dürers „Hieronymus im Gehäus“ stand mir bei der Titelgebung Pate). Über ihre Wiederauffindung freute ich mich ganz besonders.

eine „Schlafende im Atelier-Sessel“

„Erinnerungen kommen auf“ (Serbe, der den Kriegsdienst verweigerte und in Griechenland Zuflucht suchte. Frau und Kind blieben zurück)

Drei-Frauen-Bild

Es ist eine weitere Variante der 3-Frauen-Bilder, die ich bisher schon zeigte:

Eine weibliche Figur, meditierend oder verzweifelt, wer könnte das sagen?

Jedenfalls erinnere ich mich, dass ich drei Bilder geplant hatte, dieses, eine sich langsam aufrichtende Figur und eine dritte in aufrechtem Stand. Das erste und zweite kamen zustande, das dritte nicht mehr.

Zur Rubrik „Landschaften, Seascapes“ kann ich folgende hinzufügen:

Zwei Winzlinge (25×30 cm) mit grautönigen abstrakten Landschaften.

In diesem Format malte ich noch einige mehr, zwei zeigte ich schon zuvor. Sie nahmen zusammen mit weiteren an einer Ausstellung teil, sind daher gerahmt.

Eine Landschaft mit locker-pudrigem Preußigblau, das ich anschließend fixierte.

Diese Methode benutzte ich bisweilen bei meinen düsteren Landschaften. Links das neue (größte), dann zwei schon gezeigte.

Zwei großformatige Architekturen kommen hinzu. Das erste misst mit dem „roten Signalstab“ den steigenden Wasserspiegel – der Stab kommt auf einer ganzen Reihe von Architektur-Bildern vor -, das zweite gehört zu den „Ausgrabungen“.

Sie gehören zu einer Serie, die ich 2008/9 malte und in einer Athener Galerie ausstellte.  Insgesamt 14 habe ich nun hier gezeigt, ein paar weitere dürften in Athen sein.

Dann gibt es noch einen Einzelgänger, der seinen Partner gefunden hat:

„Bicycle“ habe ich zusammen mit „Recycle“ in einer Ausstellung in Kardamili gezeigt.

Zuletzt noch zwei Bilder. Im ersten sind zerkläulte Papiere, Zweige und Blätter mit Kleister und Farbpigmenten zu einer Form verklebt, die ich „Werden und Vergehen“ nannte. Das zweite ist eine Kohlezeichnung auf Leinwand mit eingeklebten Schnipseln – auch dieses gibt eine organische Form wieder, die für mich in der Spannung zwischen Werden und Vergehen angesiedelt ist.

Das waren jetzt alle Leinwände, insgesamt 157, die ich im Atelier fand und fotografierte. Die meisten haben in Ausstellungen gehängt und sind daher gerahmt.

Ich hoffe, die Bilderfülle hat euch nicht erschlagen und ihr haltet noch mehr aus, denn….

Die Dokumentarion ist nicht abgeschlossen: Zwischen den Leinwänden standen Bilder auf Pappen oder Papier, manche ordentlich gerahmt und hinter Glas, andere pur. Einen Teil habe ich bereits fotografiert und werde ihn nachher zeigen, denn darunter befinden sich einige „Lieblinge“, die wiederzufinden ich mich sehr gefreut habe. … Und dann gibt es natürlich noch die Mappen mit großen Zeichnungen und Malereien, die Blöcke in vielen Formaten….

Das Atelier harrt im Wartezustand, darauf vertrauend, dass meine Energie nicht nachlässt. Danke euch allen, die ihr mich bisher dabei unterstützt habt!

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Fortschritte im Atelier

Ich habe heute wieder im Atelier geschuftet, um meine Übersicht über die Gemälde abzuschließen. Das gelang mir auch, doch bin ich jetzt zu müde, um die Bilder zu präsentieren. Morgen.

Heute nur meine Genugtuung darüber, dass ich nicht aufgegeben habe und sich nun auch kleine Fortschritte zeigen. Mein Mann fand zwar, als er bei mir vorbeischaute, dass sich das Chaos eher noch vergrößert hat, doch das ist eine Täuschung. Denn nun weiß ich, was ich habe und wo es sich befindet, und ich brauche nur noch die beste Ordnung im Raum zu finden.

Erste Lösungen gibt es schon: sämtliche Portraits, Körperstudien und Menschenbilder finden Platz in der hochgelegenen Abseite. Und die Architektonischen und Häfen, die ich einst gemeinsam ausstellte, stehen nun hinter dem Trennregal mit den Flaschen und sonstigem Krimskrams, das ich auch noch aussortieren muss. Ob es genau so bleibt, weiß ich nicht. Kann sein, dass die kleinen Formate den verbliebenen Großformaten Platz machen müssen. Kommt Zeit, kommt Rat.

Der Rest des Ateliers sieht freilich noch wüst aus. Doch die neue Ordnung schält sich nun unaufhaltsam aus dem Chaos heraus, und das ist ein schönes Gefühl, auch wenn sich der Rücken beklagt und die Kreativität leidet. 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Bilder 120-138

Heute angelte ich 19 Bilder aus der hochgelegenen Abseite – alle recht groß (60×120, 100×110, 90×100 und dergleichen). Einige Überraschungen gab es dabei – Bilder, an die ich mich kaum noch erinnerte -, und ich freute mich, sie wiederzusehen.


Die Rubrik Portraits und Körperstudien ist noch einmal um 5 Bilder angewachsen.

Von den hochformatigen Männerportraits gibt es jetzt also fünf.

Das Vier-Farbfelder-weiblich, das ich vorgestern zeigte, hat nun auch sein Gegenstück gefunden: Vier-Farbfelder-männlich

Auch die drei Sitzenden (es handelt sich um dasselbe Modell in unterschiedlichen Posen) haben ein Gegenstück: die drei abgedankten Göttinnen.

 

Die Rubrik Landschaften und Seascapes ist nun stark gewachsen. Jedes dieser großformatigen Bilder ist eine eigene Welt. Also stelle ich sie einzeln vor:

a) „Weihnachtsschiff“ (Es kommt ein Schiff geladen…)

b) Landschaft mit Zypressen

c) „Schau, wie die Zypressen schwärzer werden…“*

d) Hafeneinfahrt mit Riffen (Relief)

e) Herbst am See

f) Meer und Berg

g) Segelboote

h) Boote im Hafen

i) Luftige Stadt

j) abstrakte Landschaft in Gelb

 

 Zusammenordnung mit früher gezeigten:

Zypressen:

Boote

 

Im engeren Sinne Architektonisches ist nur um ein Bild gewachsen: „Geschlossene Stadt“. Ich malte es unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise, die Griechenland seit 2010 heimsuchte und zur Schließung vieler Geschäfte führte.

Bleiben noch einige Unikate:

„Recycling“

„Heimgang“ gehört zur Rubrik Imaginationen.

Auch das Bild „Zeit“ könnte dieser Rubrik zugeordnet werden, obgleich es doch auch sehr architektonisch wirkt.

Morgen werde ich die letzten ca 20 Leinwände fotografieren und posten. Dann habe ich diesen Teil „Sichtung“ des Mammutprogramms abgeschlossen. Es bleiben freilich noch die die bemalten Pappen, von den unzähligen Zeichnungen gar nicht zu reden …

Und dann muss ich entscheiden, was ich behalte, was ich endgültig aussortiere, was ich wo ausstelle… Es bleibt viel zu tun.


*“Schau wie die Zypressen…“ ist der Beginn eines Gedichts von Rilke. Ich habe ihn in Spiegelschrift ins Bild gesetzt. Die Landschaft ist die, die ich von meinem Haus aus sehe.

Schau, wie die Zypressen schwärzer werden
in den Wiesengründen, und auf wen
in den unbetretbaren Alleen
die Gestalten mit den Steingebärden
weiterwarten, die uns übersehn.

Solchen stillen Bildern will ich gleichen
und gelassen aus den Rosen reichen,
welche wiederkommen und vergehn;
immerzu wie einer von den Teichen
dunkle Spiegel immergrüner Eichen
in mir halten, und die großen Zeichen
ungezählter Nächte näher sehn.


Rainer Maria Rilke, 4.5.1898, Florenz (Ripoli)

 

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Besuch in Dimitsana 3 (Tägliches Zeichnen)

Zwei Skizzen mit rotbraunem Filzstift habe ich gemacht, die erste in einem Cafe sitzend, das hart am steilen Abhang steht und einen Ausblick auf die gegenüberliegenden Berge freigibt.

Die zweite Skizze machte ich in Kefalari, oberhalb des Wasserkraft-Museums.

Ich hätte gern noch mehr Skizzen der riesenhaften Platanen gemacht, dafür aber reichte die Zeit nicht. Stattdessen machte ich ein paar Fotos (hier).

IMG_3492

Dies ist ein anderer Baum als der gezeichnete. Dennoch habe ich versuchsweise meine Zeichnung mit dem Foto überblendet, um der Zeichnung mehr „Atmosphäre“ zu geben. Ich finde das Ergebnis ganz interessant, denn es gibt einen Eindruck vom Flimmern des Lichts auf dem Stamm und den Ästen. 

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Bilder 105-119

Heute war ein düsterer Tag, schließlich fielen sogar ein paar dicke Tropfen. Ich hatte in Kalamata zu tun und kam erst bei einfallender Dunkelheit dazu, meine Arbeit im Atelier fortzusetzen. Drum sind es heute nur 15 Bilder, die ich aus der Abseite herbeischleppen, fotografieren und einsortieren konnte. 

Die Zuordnungen machen mir diesmal weniger Mühe:

Drei Bilder kommen in die Rubrik Portraits und Körperstudien.

Die lehnende Männergestalt bildet zusammen mit zwei früher gezeigten eine Art Triptychon.

Eines der neuen Frauenbilder reihe ich mit zwei gestrigen in ein zweites Triptychon ein.

Die Rubrik Landschaften und Seascapes hat drei neue Zugänge.

Um acht Bilder angewachsen ist die Rubrik Architektonisches. Fünf habe ich aus der Verpackung genommen, in der sie noch seit ihrer Ausstellung vor 14 Jahren steckten. Fachmännischer und bei besserer Beleuchtung fotografiert kann man sie hier betrachten.

Die drei anderen sind unabhängig davon entstanden.

 

Bleibt noch ein Stillleben einzuordnen. In einem zerbrochenen Spiegel zeigt sich der Raum, in dem ich den herbstlich vertrockneten Zweig in der Vase und einen bräunlichen Apfel malte – lang lang ist’s her.

Es kann sich mit zwei schon gezeigten zu einem weiteren Triptychon ergänzen.

 

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Besuch in Dimitsana (2): Nachtspaziergang

Dimitsana ist am Tage eine lebhafte Ortschaft mit vielen Pensionen, einigen Cafes und Tavernen, einer beträchtlichen Anzahl hübscher Andenkengeschäfte und vielen Touristen – meist einheimische, aber auch ausländische Wanderer. Das Leben findet an einer zentralen Straße statt, die sich mitten durch den Ort zieht. Von der Hauptstaße zweigen grob gepflasterte Gassen, Treppen und Durchgänge ab, die den restlichen Ort erschließen. Hier ist alles steil. Man muss auf seine Füße achten, um nicht in Abgründe zu stürzen, und zugleich den Kopf nach oben recken, um die aufragenden Gebäude zu bewundern.  

Mit Eintritt der Dunkelheit ist der Ort wie ausgestorben. In den Lokalen hocken noch ein paar Menschen, aber die meisten beziehen früh ihr Schlafquartier, denn die ungewohnte frische Luft und das Wandern machen müde. Die steilen Gassen – viele sind Sackgassen – sind spärlich beleuchtet. Man nimmt besser seine eigene Latüchte mit.

Wir drehen noch eine letzte Runde.

Das sechste Foto zeigt ein Stück der zyklopischen Mauern einer Vorgängersiedlung, die schon bei Homer erwähnt wurde: Teuthis. Das höchste Wohnhaus (drittletztes Foto) wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von den berühmten Steinmetzen des Nachbarortes erbaut, hat Grundmauern von anderthalb Metern Dicke und fünf Stockwerke. An der oberen Gasse sind es nur zwei, die anderen drei braucht es, um die untere Gasse zu erreichen.

Heute hat der Ort etwa 400 Einwohner, und die sind teilweise nur auf dem Papier vorhanden, leben aber tatsächlich in Athen oder Tripoli. Ohne die Anhänglichkeit seiner ehemaligen Bewohner wäre die traditionsreiche Stadt sicher zugrunde gegangen. Als ich sie 1979 das erste Mal besuchte, gab es nur ein trübseliges Kellerlokal, in das mein damals 10jähriger Sohn nicht gehen wollte, da es „nach Armut roch“. Zu essen gab es Bohnensuppe, sonst nichts. Bei meinem Herumstreifen traf ich auf eine Frau, die zwei Ziegen hütete und mir versicherte, dass dieser Ort nichts für Frauen sei. Sie sei die letzte. Doch dann kamen die EU-Gelder, kamen auch die albanischen Steinmetze, die alte zerfallende Struktur wieder aufzubauen. Und so kam langsam das Leben in den Ort zurück. Heute ist er ein florierendes Zentrum für den naturbewussten und historisch interessierten Binnentouristen.

 

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