„Sie sonnt sich“, dachte ich, als ich heute mittag dieses Holz an einem Pfeiler unserer Taverne lehnen sah.
„Er ist zu schade zum Verbrennen“, dachte ich gestern, als ich dieses Holz im Korb mit den anderen Hölzern erblickte, und warf ihn nicht in den Kamin, sondern wusch ihn ab und fotografierte ihn.
„Er? ihn?“ Ja, denn irgendwie erinnert dieses Holzstück mich an Rembrandt, mit seinen Selbstportraits und dem „lachenden Mann“. Aber es könnte natürlich auch seine „lachende Alte“ sein. Für ein „es“ geht es mir nicht durch.
Rembrandt: „Selbstportrait als Zeuxis“ und „Lachender Mann“.
Natur-Plastiken aus Holz haben es mir angetan, ich hab schon so manches Stück gezeichnet und hier vorgezeigt..

„Hand hält Holz“ wurde sogar schon einmal hier in der Impulswerkstatt zum Thema.

Vielleicht erinnert sich noch die eine und der andere, wie sich diese Hand mit der von dir, Myriade, fotografierten zu einem Bild vereinte. (Hand hält Holz)

Das Thema war freilich nicht neu für mich, denn das Ineinandergreifen von Holz und Hand hat mich immer schon fasziniert, und so machte ich einmal gleich sieben Etüden dazu (hier)


Dies hier war ein Wurzelholz, weißgewaschen vom Meer. Joachim Schlichting kommentierte damals: „Durch die Reduktion der Komplexität realer Hände und Hölzer fiel mir vor allem die große Ähnlichkeit dieser „organischen“ Strukturen auf….“, und ich freute mich, denn genau das wollte ich zeigen.

Ein anderes Wurzelholz wurde mir zum „Krokodilgott“ oder auch „Krokodilgeist“….

und als solcher sogar zum „Erschaffer“. Im Hintergrund sieht man mein ägyptisches Totenschiff aus Alabaster und darüber ein anderes flaches Holzstück, das selbst wie ein Geist aussieht.

Schwemmholz zu sammeln ist, ich gebe es gerne zu, eine meiner stillen Leidenschaften…

und wenn ich ein besonders eindrucksvolles Stück gefunden habe, muss ich es in die Hand nehmen und zeichnen.

Über Holz lässt sich unendlich viel sagen. Für die Chinesen ist es sogar eines von fünf Elementen. Ja, warum eigentlich nicht? Wer sagt denn, dass wir mit Luft, Wasser, Erde, Feuer alle Elemente erfasst haben? Natürlich ließe sich einwenden, dass Holz kein „Element“ ist, weil in ihm die anderen vier zusammengewirkt haben, um es hervorzubringen. Aber ist das ein guter Einwand? Ist nicht im Holz das Lebensprinzip uns deutlich vor Augen gerückt, das in den „reinen“ Elementen sich nicht ausdrücken kann, da jedes für sich genommen das Leben nicht zu tragen vermag? Holz ist lebendig, gewachsen im Zusammenwirken der anderen Elemente, und indem es lebendig ist, fügt es den reinen Elementen eine neue Komponente hinzu.
Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt, Thema „Holz“.
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In der Chinesischen Elementenlehre fehlt Luft ganz, stattdessen kommen Holz und Metall dazu. (Das nebenstehende Diagramm entnahm ich einer Darstellung bei „Wald in Österreich“, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft).
































































