22.1.2021 Willl.i und die Einschulung

Will.i hat sehr hohe Vorstellungen von der Schule.

Will.i als Humunkulus mit Weltgedanken, Legebild

Er ahnt nicht mal, was da auf ihn zukommt, denn er kennt keine Schulkinder. Woher auch. Wir sind alt, ohne Enkelkinder, und meine Besucherinnen sind alle längst aus dem Schulalter heraus. Sehr gern würde ich ihm mehr Kontakt zu Kindern verschaffen – aber wie? Nun, wohl am besten dadurch, dass ich ihn zur Schule schicke, denke ich.

Also erkundige ich mich via internet, wo die Kinder aus unserem Dorf in die Schule gehen. Aha, ins Nachbardorf Verga, das ca 4 km entfernt liegt. Und wie kommen sie dahin? Schulbusse sind nicht vorgesehen, also bleibt wohl nur das Taxi, das dann hoffentlich von der Gemeinde bezahlt wird.

Und wie sieht es mit dem Unterricht in C-Zeiten aus? Die Grund- und Sonderschulen öffnen, die anderen bleiben bis auf weiteres bei Fernunterricht.  In Grundschulen ist, auch in den Pausen und bei der Anfahrt,  Maskenpflicht – für Schüler wie Lehrer. Soll ich Will.i das wirklich antun? Wird er da überhaupt mit anderen Kindern spielen können, oder erleidet er einen unnötigen Schock?

Außerdem: Er altert schnell. Wenn ich ihn jetzt in die erste Klasse schicke, muss er in drei Tagen in die zweite wechseln…. Und ehe er sich eingewöhnt hat, ist er schon Gymnasiast. Also ich weiß nicht.

Dennoch schaue ich mir mal die Unterrichtsstoffe an. Vielleicht kann ich ihn vorbereiten. Ich finde eine Übersicht im Internet, öffne „Sprache“ in der „Grundschule“ und den ersten Text, gedacht für die dritte Klasse. Er ist überschrieben „Großvater und Enkelin“  und handelt von einem Pantoffel. Und als das Mädchen fragt, weiß der Opa auch gleich die ganze Geschichte: drüben auf der anderen Seite des Meeres wohnt ein kleines Mädchen, die Mama verliert einen Pantoffel, der Hund verschleppt ihn ans Meer, und so landet er also an der griechischen Küste. Arbeitsanleitung für den Lehrer: Was für eine Geschichte würde das türkische Mädchen erzählen, wenn es einen griechischen Pantoffel  fände?

Lieb. Ein lieber Großvater, ein wenig altmodisch vielleicht, wie er redet. Ein lieber Pantoffel, etwas fremdartig vielleicht, wie aus dem Harem.  Liebe unbekannte Nachbarn mit fremden Namen. Völkerverständigung das Erziehungsziel.

Was wollte ich mit meinen so anderen Gedanken: Pantoffel am Strand angeschwemmt – Flüchtlinge, Ertrunkene? Nein, damit kannst du Kindern nicht kommen.  Bitte nicht. Damit kannst du nur Erwachsenen kommen, die hartgesotten genug sind. Kinder brauchen das nicht zu wissen.

Kinder brauchen überhaupt nichts zu wissen.

Unterricht über einen Pantoffel. Legebild-Collage

Was soll ich nun machen? Will.i in die Schule schicken?

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Katastrophale Kata-Strophen: Der Flaschengeist (abc-etüden)

Ein zweiter Beitrag für die abd-etüden.Die Wörter stiftete Ulrike mit ihrem Blog Blaupause7. Sie lauten:

Lautsprecher
orange
erschüttern.

Der Flaschengeist

„Schau, Bruder, schau,

und mach dich schlau!

Ein Fläschchen bring ich hier

Und schenk es dir.

Ein Geist mein Lieber darin weilt

Ein Geist der alle Leiden heilt“.

Hein bringt den Flaschengeist. Scherbenlegebild

 

„O nein, mir scheint’s entbehrlich

Wahrscheinlich ist’s gefährlich

Wenn Flaschengeister sich befrein

Dann wird es ungemütlich, Hein!“.

 

Doch Hein der ruft: „Du Geist komm raus

Ich fürchte nicht dein Saus und Braus!“

Die Flasche ist offen. farbverstärktes und digital bearbeitetes Scherbenlegebild.

Mit Saus und Braus der Geist erscheint

Es ist der Geist, der stets verneint.

Lautsprechern gleich die Stimm ertönt

Die Menschlein lachend sie verhöhnt

Die lauschen ängstlich und erschüttert

Was eben süß war, ist verbittert.

 

Orange blitzend ist sein Licht

Er blendet, nimmt uns gar die Sicht.

Er rast umher und köpft die Leute

Die Köpfe sind ja seine Beute

Die Köpfe, ja, die will er haben

Und sich an ihrem Inhalt laben.

 

O weh, o weh, habs nicht gewollt

Dass jetzt mein Kopf im Staube rollt!

Der Flaschengeist in Aktion. farbverstärktes und digital bearbeitetes Scherbenlegebild.

Und die Moral von der Geschicht:

Trau keinem Flaschengeiste nicht.

Willst du nicht deinen Kopf verlieren

Musst du die Geister erst trainieren.

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21.1.2021 Will.i, Max und Reden über den Tod

Max war zwei Tage nicht wie sonst am Futternapf erschienen. Heute kam er.  „Er ist verletzt“, sagte mein Mann, der ihn fütterte. Später sah ich ihn, zusammengerollt zwischen Glastür und Außengitter auf dem Kissen schlafend, das wir für ihn und seinesgleichen dort hingelegt haben.

„Warum darf er nicht im Haus wohnen?“ fragt Will.i. „Warum sperrst du ihn aus?“  „Weil“, stottere ich, „ein Kater nicht ins Haus gehört“. Das überzeugt Will.i freilich überhaupt nicht. „Kater mögen auch lieber im Warmen wohnen als im Regen!“ sagt er mit Bestimmtheit. Ach, er hat ja recht. Kater mögen die Wärme genauso wie wir Menschen. Aber…. Aber. Ich bin noch nicht in der Lage, einen neuen Hausgenossen zu haben, um den ich mich sorgen muss. Nicht jetzt. Noch nicht. Vielleicht später. Schon merke ich, wie ich anfange, ständig nach Max Ausschau zu halten. Was tut er, was treibt er, geht es ihm gut?

„Ich kanns nicht aushalten, so bald nach Tito. Drum füttern wir die Katzen, die zu uns kommen, aber im Haus dürfen sie nicht wohnen“, sage ich zu Will.i.

Tito ca sieben Jahre alt

„Wer ist Tito?“ fragt Willi. „Tito war unser lieber Weggefährte, er ging im vergangenen Jahr von uns.“ – „Er war so was wie ich?“ – „Ja und nein. Tito war ein Hund und lebte nicht ein Jahr wie du, sondern 14 Jahre lang“. – „Und warum ist er nicht mehr da?“ – „Er ist gestorben, Will.i. Vor einem halben Jahr ist er gestorben.“ – „Gestorben?“ – „Tito war zuletzt alt und krank, Will.i, er konnte nicht mehr aufstehen zuletzt, und dann ist er gestorben. Er hatte kein Leben mehr in sich, sein Körper wurde steif und kalt. Wir haben den Körper dann im Garten vergraben. Willst du die Stelle sehen?“ – „Nee, wozu. Mach lieber die Tür auf, damit Max reinkann. Sonst wird er auch noch steif und kalt.“

 

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20.1.2021 Will.i und die Mandarinen

„Nun mach du weiter!“ forderte Will.i, nachdem er sein bisher erstes Kunstwerk beendet hatte (Ach, schön all diese zum-ersten-Mal-Erlebnisse!). Wie er malt, habe ich vorhin in meiner abc-etüde beschrieben.

Bevor ich „weitermache“, möchte ich etwas ausholen und erzählen, wie wir zu den Mandarinen gekommen sind. Ich machte meinen Spaziergang, Will.i im Gefolge, hinunter in „unsere“ Schlucht und an der anderen Seite wieder hinauf. Plötzlich dachte ich: wie gehts eigentlich den Orangen- und Zitronenbäumen auf dem versteckten Feld?

Und so bogen wir ab, enthakten den Drahtzaun und besahen uns die lieblichen Fruchtbäume. Einer zog Will.i besonders an, die Früchte sahen so lecker aus! Ich pflückte ihm eine und aß selbst auch eine – es waren köstliche Mandarinen. Kurzerhand vergaß ich das bürgerliche Gesetzbuch und füllte meinen Beutel. Zu Hause schüttete ich unsere Beute auf den Küchentisch und wir bewunderte sie gebührend.

Will.i zeichnete sein Bild, ich schrieb einen Text dazu und verzierte sein Bild mit einer Original-Mandarine.

Will-s Bild mit Original-Mandarine, digital bearbeitet

Soweit, so gut. Doch wie sollte ich nun weitermachen? Ich probierte es mit Foto-Montagen, von denen ich hier zwei zeigen möchte.

Anklicken = Vergößern.

Spielereien? Spielereien.

 

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abc-etüde: Will.i malt.

Diesmal folge ich Christianes Schreibeinladung mit Versen in freiem Rhythmus. Die Wörter stiftete Ulrike vom Blog Blaupause7.

Sie lauten:

Lautsprecher
orange (NICHT die Frucht, die Farbe)
erschüttern.

abc.etüden 2021 03+04 | 365tageasatzaday

 

Will.i malt

Will.i ergreift den Stift, den orangen,

beginnt sehr langsam zuerst und zögerlich noch

Kreise zu zeichnen, beginnt dann zu kreisen.

Auf dem Papier kreist er und kreist,

setzt ab, und kreist und lässt so entstehen

orange konzentrische Kreise, Ellipsen,

Spiralen vielleicht.

Sie tönen

Lautsprechern gleich tönen sie, geben

orangen Alarm.

Doch nun

wechselt die Farbe.

Ein dunkles Grün, ein bläuliches Lila

fügt er hinzu

lässt laufen den Stift

in krausem Gewirr von Wolken,

und punktet die Wolken als hätten

sie Regen gespeichert.

Den Boden fügt er hinzu, von oben nach unten,

erst grün, dann gelb und schließlich ein Streifen

von braun, auf dass der mit Früchten beladene Baum

durch nichts zu erschüttern sei und nicht schwanke

wenn Winde kommen und Regen

den Boden durchweicht.

„Fertig, für heute genug“, befindet er dann

und reicht mir den Block.

„Nun mache du weiter“.

Willi malt Mandarinen. 20.1.2021

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19.1.2021 Buntstifte für Will.i und Tägliches Zeichnen

Will.i mag meine schwarzweißen Zeichnungen nicht besonders. Er will Farbe sehen. „Nur schwarzweiß ist langweilig“, findet er. Ich aber habe in dieser Zeit keine Lust auf Farben. „Dann kauf mir endlich Buntstifte, damit ich malen kann“, so Will.i.

Also gingen wir heute in einen Laden und kauften für ihn einen Zeichenblock und eine Packung bunter Filzstifte. Das wird Will.i auch brauchen, denn bald kommt er in die Schule.

Nun bin ich echt gespannt, was Will.i damit anfangen wird. Heute hat er nur das Rot rausgeholt und ein bisschen in meiner Skizze rumgekritzelt. „Die Männer haben rote Jacken an“, sagte er, und er hat recht. Es sind die Jungs vom Cafe, die mit ihren Mofas die Bestellungen der Kunden besorgen. Solche Bringerdienste haben momentan, da sonst alles geschlossen ist, enorme Wachstumsraten.

Kaffeehaus und Autos, aus meinem parkenden Auto heraus gezeichnet.

Meine Sachen findet Will.i meist zu unordentlich. „Das Auto sieht aus, als hätte es Platten“, solche und ähnliche Einwände hat er.  Ich zeigte ihm auch Zeichnungen von anderen Kindern seines Alters, aber er hatte nur ein verächtliches Achselzucken dafür. „Was soll das sein? Ein Hut oder eine Tasse?“ (Ich verschwieg ihm, dass das Ding von mir war).

Gemeinschaftswerk Wassilis und ich, Dezember 2020

Asterias Meisterwerk, Mai 2019

Nun bin ich wirklich SEHR gespannt, was Will.i unter  Kunst versteht.

 

 

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19.1.2021 Will.i und der Fluss

„Woher kommt es, wohin fließt es?“

Vorgestern standen Will.i und ich mitten im Gebirge auf einer alten Steinbrücke, die sich in schönem Bogen über einen Zufluss des Nedontas spannt, und schauten hinab ins strudelnde leicht schäumende Wasser. Natürlich wollte Will.i wissen, woher es kommt, wohin es geht. Die erste Frage konnte ich nur mit einer ungefähren Handbewegung beantworten: „Von da oben, aus den Bergen, aus Quellen, wo jetzt der Schnee liegt“, aber auf die zweite wusste ich eine genaue Antwort. „Du erinnerst dich wohl noch an den Kanal mit den Rohren? Ein kleines Stück weiter nur, und du kannst zusehen, wie das Wasser ins Meer fließt. Ich zeige es dir gelegentlich.“

Heute war die Gelegenheit. „Und es ist immer dasselbe Wasser?“ „Nun, ja und nein. Es ist immer derselbe Fluss. Das Wasser, das oben aus einer Quelle in den Bergen fließt, kommt hier unten an, aber auf seiner Reise hat es allerlei Stoffe und Dinge mitgenommen, es ist nicht mehr so sauber wie da oben. Es wird auch mehr, denn Wasser kommt aus vielen Quellen, nahen und fernen, und so sammelt der Fluss von überall Wasser. Ständig kommt neues Wasser. Niemals ist es dasselbe.“ Ich merkte, dass das ziemlich verwirrend klang: dasselbe, nicht dasselbe, neues … und schloss: „Jedenfalls fließt hier immer Wasser, solange es oben Quellen gibt.“

Ein großer hässlicher Hund kam angewandert, ein Schwarm Möwen flog auf und verschwand im Licht.

Mündung des Nedontas. blauer Filzstift. 19.1.2021

 

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Wortmans ABC-Projekt: B wie Bildband, Bildungsbarriere, Braunauge

Hier der Link zum Projektaufruf: >>> [ …] <<<Diesen Beitrag hatte ich irrtümlich bereits vor einer Woche eingestellt. Hier also kommt er zum zweiten Mal. „Tito studiert Cy Twombly“. Der Bildband liegt aufgeschlagen da – aber Titos Braunauge blickt fragend: es gibt da eine Bildungsbarriere: er kann nicht lesen. Was nun?

 

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18.1.2021 Mit Willi zum Nedontas. Lauter „Zum ersten Mal“-Erlebnisse.

Heute schlief Will-i länger als sonst. Zu viele „Zum-ersten-Mal“-Erlebnisse waren gestern auf ihn eingeprasselt, als wir, wie vor zehn Tagen versprochen, den bei Kalamata mündenden Fluss Nedontas dort besuchten, wo er frisch und wasserreich ist. Freundin Magda chauffierte.

„Was hat dir denn gestern am besten gefallen?“,  frage ich Will.i – inzwischen etwa fünf Jahre alt – , als er endlich aufwacht und gähnend am Frühstückstisch erscheint. „Der Esel“, platzt er sofort heraus. „Der hatte eine sooo weiche Nase.“

Der Esel des Apostolos

Ich freu mich still und heimlich, dass dieses Technik- und Nützlichkeit-besessene Kind ausgerechnet einen völlig überflüssigen Esel, der uns auf der Straße begegnete, allen anderen Erlebnissen vorzieht. Der Esel steckte, als wir anhielten, um einen Bekannten zu begrüßen, der da oben eine Ölmühle betreibt, seinen dicken Kopf fast zum Autofenster hinein.

Ölmühle von Piges (Quellen)

„Und was sonst?“ frage ich in froher Erwartung. „Die Männer mit den gelben Westen, die den Autoreifen gewechselt haben“. Aha, ja, sowas hatte Will.i zuvor auch noch nicht erlebt: ein geplatzter Reifen mitten im JWD (Janz weit draußen), und siehe da, wenn die Not am größten, ist die Hilfe am nächsten: Zwei Arbeiter, die Löcher in den Boden am Straßenrand gebohrt hatten, in denen Netze verankert werden, die das Gerölll der häufigen Steinschläge auffangen, hockten sich hin und wechselten den kaputten Reifen. Und Will.i konnte zuschauen, wie der eine den dicken Schraubenschlüssel mit dem Fuß traktierte, um die Schrauben des Rades zu lockern. Wa-Rumm, wa-rumm. „Warum könnt ihr das nicht? Ich will das lernen!“

„Und gab es sonst nichts, was dich beeindruckt hat?“ „Doch, das Schweinchen. Das war so einsam“. Das Schweinchen fanden wir in einem provisorischen Stall auf einer Wiese am Fluss. Es begrüßte uns lebhaft quietschend und drängte uns seine Schnauze durchs Gitter entgegen.  Es schnitt uns ins Herz. So lieb und nett war es, und so allein in seinem Gehege, fern von jeder menschlichen Behausung. An einem Baum hingen Tüten, daneben war ein ebenfalls provisorischer Unterstand gezimmert. Man sah auch Traktorspuren im Schlamm. Offenbar kam der Besitzer des Schweinchens dann und wann und fütterte es. Wir mussten an uns halten, um es nicht zu befreien. Nun können wir uns nicht von der Erinnerung befreien, die all die schönen Tageseindrücke mit einem Gefühl der Trauer durchtränkt.

Und es waren schöne Eindrücke! Das Wasser rauschte, quirlte und sprudelte, strömte von den Abhängen, vereinigte sich und floss unter den kunstvoll geschichteten Bögen einer uralten Steinbrücke hindurch. Der Wald war von früheren Bränden geschwächt, die abgestorbenen Platanen bis in Himmelshöhen mit Efeu überwuchert. An den Hängen blühte die wilde Iris, ihre feinen Blüten waren in der frostigen Atmosphäre erschlafft.

Was aber sind all die Naturerlebnisse wert, wenn man sich nicht hinterher in eine Taverne setzen kann, in dessen großem Gemeinschaftsraum sich die Wanderer an den Holzöfen wärmen und kräftige Mahlzeiten zu sich nehmen? (kein Schwein, bitte!). Das geht nicht in Zeiten des Lock-down? O doch, hier geht es, und merkwürdig, alle Wanderer scheinen gewusst zu haben, dass der X in Y offen hat. Fotos machte ich nicht. Es ist nicht klug, schlafende Hunde zu wecken.

Mit Will.i unterwegs

 

 

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18.1.2021 Schnee auf dem Vorgebirge (Montag ist Fototermin, 2)

Das erste, was ich am Morgen sah: Der Schnee ist heute Nacht weit heruntergekommen, verschneit sind die Hänge des Vorgebirges. Ich kann mich nicht erinnern, so etwas hier schon einmal gesehen zu haben.

Du siehst keinen Schnee? Da muss ich wohl mal heranzoomen!

 

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