abc-etüde: Wehklage in Kata-Strophen

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2021/03/07/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-10-11-21-wortspende-von-berlinautor/

abc.etüden 2021 10+11 | 365tageasatzaday

Ich weiß ja nicht, ob du das kennst: dass ein Wort dich besetzt hat oder schlimmer, dass du in einem Wortgefängnis hockst und nicht weißt, wie du wieder rauskommst.

Wehklage

Sitzt ein Wort mir eingeklemmt

Dass es all mein Denken hemmt

In dem Hirn als wie ein Keil

Will Beachtung, alldieweil

Es am Sonntag vor zwei Wochen

Aus dem Drachenei gekrochen

Und geflogen ist gen Süden

Um in abc etüden

Neu belebt und frisch umworben

Aufersteht was schon verdorben

Und vergessen gottseidank

Fast ein ganzes Leben lang

In dem Sprachschatzkästlein steckte

Bis René es jetzt aufweckte.

*

Das Wort, an dem ich ständig feile

Das Wort das lautet KLASSENKEILE

*

Ging heut mit Will.ie durch die Wiesen

Wo frisch und frei die Winde bliesen

Wo Schafe lammten,  Blümchen blühten

Und ferne Schneegebirge glühten

Doch im Gehirn dies Wort mich quälte

Das der Berliner auserwählte

*

Auf dass auch ich mit allen teile

Was sie mir sagt: die KLASSENKEILE:

*

Es regnet und der Weg ist schlammig

Und die Erinnerung wird schwammig

Was geht’s mich an, was damals war?

Nun endlich seh ich wieder klar!

Doch als wir langsam heimwärts trödeln

Zum Abschied noch ein bisschen blödeln

Bis hin zum Haus sinds nur paar Schritte

Da fragt mich Willl.ie: sag mir bitte

*

Ich grüble drüber schon ne Weile

Was ist der Sinn von KLASSENKEILE?

*

O nein! Auch sie! Wer hilft uns beiden

Dass wir nicht ständig weiterleiden

Im Wortgefängnis büßen müssen

wo wir von allen süßen Küssen

Die Poesie uns sonst beschert

Wenn wir mit Worten unbeschwert

Im freien Rhythmus zirkulieren

Und wie die Vöglein tririllieren

Wo wir … wenn wir … ach helft uns raus

Aus diesem Wort – o Weh, o Graus!

*

Ach kommt schon her mit einem Beile

Zerhaut zu Klump die KLASSENKEILE.

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16.3.2021 Zimmerreise mit Will.ie: G wie Granathülse

2021-03-11 Zimmerreise 03-2021 F+G

Seit langem schon besitze ich eine zylinderförmige Vase aus Metall, ich nehme an, aus Messing (Kupfer-Zink-Legierung), vielleicht ist auch Eisen, Nickel und Blei drin, ich weiß es nicht. Sie ist sehr schwer dafür, dass sie nur 28 cm hoch ist und ihr Boden einen Durchmesser von 10.6 cm hat (Will.ie hats extra nachgemessen). Im unteren Teil hat sie weiche Vertiefungen, der Rest ist mit allerlei Ornamenten verziert, die hineingegraben, herausgehämmert oder hineingepunzt wurden. Wann und wo ich sie erworben habe, weiß ich nicht mehr, aber ich weiß, dass sie mir auf Anhieb sehr gefiel. Mir gefiel der Symbolismus: aus Granathülsen Vasen zu machen ist genauso sinnvoll wie aus Kanonen Pflugscharen.

Denn ja, es ist eine Granathülse vermutlich aus dem 1. Weltkrieg, die zur Vase umgearbeitet wurde. Sie steht leer auf einem Bücherregal. „Komm, wir putzen sie, füllen sie mit Blumen, fotografieren sie und nehmen sie als Ausgangspunkt für Puzzleblumes Zimmerreise!“ schlage ich vor. Und so  beginnt also unsere Zimmerreise mit dem Buchstaben G.

Als erstes geht es in die Küche. Leider ist im Unterschrank unter dem Waschbecken, wo haufenweise halbleere Plastikflaschen mit Chemikalien ihr unbeachtetes Dasein fristen,  kein Putzmittel für Metall aufzutreiben, und das Mittel, das wir schließlich ausprobieren, hinterlässt weiße Schlieren, die sich wiederum ohne passendes Putzmittel nur schlecht entfernen lassen. Nun, sei es wie es sei.

Als nächstes machen wir eine Runde im Garten. Was gibt es denn jetzt, das langstielig genug wäre, um es in diese Vase zu stellen? Am Rosenbusch finden wir einen Zweig mit drei weißen Rosen. In einer hockt die Larve eines Rosenkäfers („tut mir leid, mein Lieber, du musst das Feld räumen“, sage ich und befördere sie hinaus), eine ist verblüht und fällt ab. Die Geranien haben krumme Stiele, die kaum in die Vase passen.  Ein gelbblühender Busch und eine Fresie von Titos Grab ergänzen den Strauß, der nun in der Vase doch ganz hübsch aussieht. Bleibt noch das Fotografieren.

„So geht das nicht“, wendet Will.ie ein. Im Gegenlicht ist die Vase überhaupt nicht zu erkennen.“ Also machen wir uns erneut auf die Zimmereise, auf der Suche nach einem geeigneten Platz zum Fotografieren. Wir versuchen es mit dem Küchentisch, mit einem Hocker vor dem weißen Küchensockel, schließlich tragen wir sie vor die Tür.

„Jetzt brauchen wir noch Detailaufnahmen“, befindet Will.ie. „Lass mich mal machen.“

 

Nun habe ich unsere Gespräche, während wir die  Granathülsenvase durch die Wohnung trugen, natürlich nicht vollständig wiedergegeben. Vor allem ging es nämlich um Fragen wie: wozu braucht man Granaten, wann wurden sie erfunden, was richteten sie an, wie entwickelte man sie weiter,  um immer mehr Panzerungen zu durchschlagen, um immer mehr Menschen immer schrecklicher zu verstümmeln, und wie ist der Stand heute? Manches musste ich nachlesen, denn wer kann sich all diese Daten merken? Zum Beispiel, dass allein in der Schlacht von Verdun von den Deutschen 27 Millionen und von den Franzosen 23 Millionen Granaten verschossen wurden – zusammen also 50 Millionen solcher oder auch anderer Granaten, wie sie jetzt mein Bücherregal schmücken….

„In welchem Jahr war denn das?“ fragt Will.ie. – „1916, und die Schlacht dauerte fast das ganze Jahr, von Februar bis Dezember. Ne halbe Million deutsche Soldaten griffen an, und 200 000 französische verteidigten die Grenze.  Wieviele getötet wurden, weiß man nicht genau, vermutlich eine halbe Million junge Männer. Und es war bei weitem nicht die einzige, und nicht mal die verlustreichste Schlacht in dem Jahr. An der Sommes, wo die Briten angriffen, waren am Ende über eine Milllion Soldaten tot „. – „Armes 1916. Hat man danach jedenfalls aufgehört mit dem Krieg?“ – „Nein, durchaus nicht. Der Krieg begann wegen eines dummen Attentats im Jahr 1914 und endete erst vier Jahre später 1918, weil man einfach nicht mehr weitermachen konnte. Kaum aber war der Krieg, den man auch den Ersten Weltkrieg nennt, vorbei, ging das Dichten und Trachten vieler Deutsche auf einen neuen Krieg, auf die große Revanche.  Der begann dann 21 Jahre später und war noch mal eine Steigerung des Grauens.“ – „Aber nun sind die Menschen hoffentlich klug geworden?“  – „Ach, Will.ie, ich bin mir da leider nicht so sicher. Bestimmt sind es nicht Menschen wie wir oder unsere Nachbarn, die scharf auf einen Krieg sind. Aber fragt man sie? Der Waffenexport jedenfalls boomt“

 

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15.3.2021 Will.ie und der Kampf mit dem Drachen (Reiner Montag)

Wir sitzen gemütlich am Mittagstisch. Es gibt Erbsen und Artischocken a la Polita (nach Art der Polis, dh aus Konstantinopel), dazu Taramosalata (Fischrogencreme), Oliven und Langana – das spezielle Fladenbrot für den heutigen Tag. Denn es ist „Reiner Montag“, der die Fastenzeit einläutet. „Und wann lassen wir den Drachen steigen?“ fragt Will.ie. Ich blicke zweifelnd aus dem Fenster. Draußen regnet und stürmt es. Keine guten Voraussetzungen, um den Drachen steigen zu lassen, wie es sich an diesem Tag gehört. „Keine Ahnung“, sage ich. „Vielleicht morgen.“

Aber später kommt die Sonne raus und malt einen Regenbogen an den Himmel. Magisch wird das Licht, die eben noch schwarze Zypresse hebt sich hell gegen das  dunkle Gewölk ab.

Und so machen wir uns auf den Weg ans Meer.

Ein riesiger Wolkendrachen fliegt schon am Himmel, und  ein Wind geht auch. Doch bis wir Schwanz und Schnur auseinandergeklaubt und den richtigen Platz zum Starten gefunden haben, ist der Wind eingeschlafen. „Blas, elender Wind!“ ruft Will.ie, aber sie ist kein Prospero* und der Wind ist nicht Ariel aus Shakespeares „Sturm“*, und so bleibt der Drachen am Boden, hüpft auch mal drüber weg und vertüttelt immer wieder seinen mit Zeitungspapier verstärkten Schwanz.

Endlich, endlich hebt er ab, erst ein wenig ….

dann nimmt er Fahrt auf….

… und stürzt er ab.

Es beginnt auch zu regnen. „Schnell, schnell einsammeln! Nächstes Jahr! Nächstes Jahr wird er fliegen“, schreie ich. Nächstes Jahr? Und Will.ie? Ach! Es wird sie dann ja nicht mehr geben. Was sie nicht hier und heute erlebt, wird sie nie erleben.

Und siehe da. Als wir uns traurig zum Abmarsch bereit machen, erhebt sich der Drache und steigt und steigt hoch in den nun makellosen Himmel. Vielleicht ist Will.ie ja doch ein Prospero und versteht sich auf Magie? Oder was sonst?


*Zu Shakespeares Drama „The Tempest“ und Prospero, dem Magier, der eine Welt entstehen und vergehen lässt, und als Helfer den Geist Ariel hat, vergleiche die Anmerkung im Eintrag https://gerdakazakou.com/2021/03/14/14-3-2021-will-ie-will-was-werden-unterhaltung-ueber-die-zukunft-der-erde/

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Die Corona-Impfungen und das Hummel-Paradoxon — Notizen aus der Unterwelt.

http://tlaxcala-int.org/article.asp?reference=30785 Ein Auszug aus dem Text vorweg, um Dr. Leopoldo Salmaso vorzustellen: „Ich bin Arzt, Spezialist für Infektionskrankheiten und öffentliche Gesundheit, hauptberuflich am Universitätsklinikum von Padua im Zeitraum von 1976 bis 2011. Ich habe die Impfaktionen meines Krankenhauses unterstützt und verbessert. Außerdem koordinierte ich eine seroepidemiologische Erhebung zur Durchimpfungsrate in Schulen in der Region Veneto. […]

Die Corona-Impfungen und das Hummel-Paradoxon — Notizen aus der Unterwelt.

Ich weiß, ich weiß, es nervt. Aber vor einer vermeidbaren Handlung zu warnen, bevor es zu spät ist, ist das nicht Bürgerpflicht? Steht nicht an den Türen von Hundebesitzern – auch an manchen Türen freilich, hinter denen kein Hund wohnt – : Vorsicht, bissiger Hund? Steht nicht an jedem baufälligen Brückchen: Betreten auf eigene Gefahr?

Diese als Gerichtsverhandlung aufgebaute, sehr lesbare und ausgezeichnet dokumentierte Einlassung eines Experten soll dir helfen bei deiner Entscheidung, ob du trotz Warnung ins Haus oder über die Brücke gehst. Du hast dich längst entschieden? Dann lies es, weil es ein geistreiches Stück Aufklärung ist.

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Projekt ABC bei Wortman: E wie Erinnerungsstätte, E wie Ermordete, E wie Engel

Projekt ABC: E wie Einstichstelle

Dies ist mein dritter Eintrag zum Buchstaben E. Erinnerungsstätten. Viele habe ich gesehen, in vielen Ländern. Meistens haben sie mit Kriegen zu tun, erinnert wird an gefallene Soldaten oder an zivile Kriegsopfer. Die Namen von Ermordeten wurden in Stein gemeißelt, damit sie nicht vergessen werden. In Griechenland gibt es nicht wenige solcher Erinnerungsstätten aus der Zeit der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg.

Auf der Insel in Rom besuchte ich ein kleines Museum, das die Erinnerung an Gräuel wachhält, die besonders uns als Deutsche immer noch angehen und umtreiben.

Vor dem Morgengrauen kamen sie, am 16. Oktober 1943 war es, und trieben sie zusammen. Vor allem Alte, Frauen und Kinder, denn die Männer, die glaubten, man habe es auf sie abgesehen, waren untergetaucht. Arme Leute, die letzten Bewohner des im 19. Jahrhundert aufgelösten Ghettos, zweitausendeinundneunzig Seelen. Wer kam? Deutsche, die nach Musolinis Sturz zur Besatzungsmacht Italiens avanciert waren.

Es gab auch Fotos von den vor Ort verantwortlichen Tätern, junge und ältere deutsche Männer der Militärpolizei. Gewöhnliche Zeitgenossen. Auch ihr weiterer Lebensweg wurde beschrieben: der eine starb im folgenden Jahr, der andere brachte sich um, der dritte blieb in Italien und wurde dort alt. Ich las all diese Geschichten und ging dann hinaus aus der Erinnerungsstätte, ging hinein in die Kirche des St. Bartolomeo, um mich dort hinzusetzen. Da drehte sich ein Engel zu mir um, traurig und ein wenig streng, wie mir schien, wegen unserer Taten.

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ABC Projekt Wortman, E = Ermitage, edles erzenes Erzeugnis

https://wortman.wordpress.com/2021/03/07/projekt-abc-e-wie-einstichstelle/

In der Ermitage war ich leider nie, aber eine Ausstellung in Athen gab mir einen kleinen Vorgeschmack auf das, was mich erwartet hätte, wenn…

Außer bedeutenden Gemälden war es vor allem der Goldschmuck, der mir Eindruck machte. Diese edle Arbeit stammt vom nomadische Volk der Skythen, die sie im 6.-4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung fertigte!  Peter der Große ließ alle Stücke, die nicht bereits nach Raubgrabungen im Ausland gelandet waren, aus den Weiten Sibiriens in der Ermitage zusammentragen.

 

 

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14.3.2021 Will.ie will WAS werden? Unterhaltung über die Zukunft der Erde.

Die Zeit verfliegt, Will.ie ist schon 73 Tage dito ca 21 Jahre alt und volljährig. Verständlich, dass ich anfange, mir Sorgen zu machen, was aus ihr werden soll. Über ihren Berufswunsch hat sie ja schon allerlei halbreife Gedanken geäußert, angefangen beim „schnellen Geld“ durch Beteiligung an einem Casino der Rothäute, dann Kriegsberichterstatterin, Tierärztin und ich weiß nicht was noch. Ja, auch Katzenpflegerin war dabei, aber das war wohl eher auf Max΄ Mist gewachsen.

Was also soll aus ihr und damit aus diesem Jahr werden? Welche besonders wichtigen Aufgaben müssen angepackt werden? Und wie ich so grübele, fällt mir eine Blognotiz ein: die Vorsitzende der deutschen Grünen namens Baerbock (nennt man die männlichen Bären tatsächlich Bock?) sei letztes Jahr ins Forum der Young World Leader aufgenommen worden. „Junge Weltführer“, die sich vorgenommen haben, „diese Welt zu einem besseren Ort zu machen“ – das klingt gut und bedeutend. Vielleicht wäre dieses Forum etwas für meine Will.ie? Sie ist ja irgendwie zuständig für die ganze Welt, hat schon drei Hautfarben und zwei Geschlechter inkarniert, war in Afrika, Asien und Amerika, in Europa sowieso…

Neugierig geworden, schaue ich nach, wer denn da alles so dazu gehört und was man machen muss, um aufgenommen zu werden. Aha, unter 40 muss man sein – gut, das ist sie. Und sonst? Mann oder Frau, weiß, schwarz, gelb, rot – egal.  Jeder ist willkommen. Aber es sind doch jährlich nur so um die 115 – also muss doch jemand die Auswahl aus den vielleicht 2 Milliarden Menschen dieser Altersgruppe treffen, oder? Hat Will.ie da überhaupt eine Chance? Was braucht sie, um in diese illustre Gruppe reinzukommen?

Dass die Young World Leaders vom Weltwirtschaftsforum des Herrn Schwab ausgesucht werden, macht mich ein wenig stutzig. Sicher kommen da nur Leute rein, die sich bereits „bewährt“ haben, und nicht irgendsoein Springinsfeld wie meine Will.ie. Was haben die Menschen, die da aufgenommen wurden, wohl schon geleistet?  Kann das evtl auch meine Will.ie schaffen?

Ich schau mir, um etwas klarer zu sehen, als erstes die Vision dieses Forums an: „The Forum of Young Global Leaders accelerates the impact of a diverse community of responsible leaders across borders and sectors to shape a more inclusive and sustainable future.“ (In google-Übersetzung „Das Forum junger globaler Führungskräfte beschleunigt die Auswirkungen einer vielfältigen Gemeinschaft verantwortungsbewusster Führungskräfte über Grenzen und Sektoren hinweg, um eine integrativere und nachhaltigere Zukunft zu gestalten“.)

Und ihre Prinzipien? Generosity, Authenticity, Respect, Impact. – Letztere wird definiert als „We operate as a force for good and stand for something larger than ourselves. We imagine a better world and take personal responsibility to act. We capitalize on diverse talents and networks to achieve more together than we could alone. We overcome barriers that elsewhere stand in the way of progress.“

Das klingt doch großartig! „Großzügig, respektvoll, authentisch, einschlägig“ – Menschen, die sich nicht nur um sich selbst kümmern, Menschen, die Verantwortung übernehmen und vernetzt handeln, damit die Welt ein besserer Ort wird. Begeistert blättere ich weiter, schaue mir an, wer da aufgenommen wurde: Was sind das für Leute? Und staune! Mich strahlen schöne selbstbewusste Gesichter an, gebildete, kluge, international versierte, erfolgreiche junge Menschen. Finanzleute natürlich, aber auch Künstler, Politiker, Erfinder und „Gründer“ jeder Art und Sorte, aus allen Kontinenten. Ja, schau selbst hier. Mir kommt die Zeile aus Shakespeares „Sturm“ in den Sinn: „O, schöne neue Welt, wo solche Menschen sind!“, aber ich verdränge den Gedanken schnell, dass es sich am Ende um eine Illusion* handen könnte. Will ich denn nicht auch an das Gute im Menschen und an eine glückliche Zukunft unserer Mutter Erde glauben? Ach wie großartig wäre es, wenn Will.ie es schaffen würde, dort aufgenommen zu werden!

Beim Spazierengehen durch die Felder erzähle ich Will.ie von meinen Hoffnungen und Recherchen. „Wäre das nicht fein?“ frage ich sie begeistert. „Was, meinst du, willst du bis zu deinem 40. Jahr tun, damit du Mitglied dieser erlauchten Gruppe wirst?“

Will.ie aber lässt die Augen über das weite Land schweifen, hinüber zum Berg, hinunter zum Meer, und sagt: „Ich werde Bäuerin…

… oder auch Bauer. Ist mir egal. Gestern hab ich mich richtig wohl gefühlt, mit den Tieren, der Erde, den Bäumen, der Zusammenarbeit der Frauen, dem gemeinsamen Singen, dem Spiel der Kinder. All diese bedeutenden Führungsfiguren, von denen du da redest, kommen und gehen. Sie sind wie Luftgespinste. Am Ende ist doch nur das wichtig, was schon am Anfang wichtig war und immer wichtig bleibt: die Erde zu bestellen und mit ihren Kreaturen in Einklang zu leben. Das also werde ich tun.“

(Die Bilder gehören zu meinem Eintrag vom September 2015: „Am Beginn“)

Da stehe ich nun mit meiner Recherche und bin sprachlos. Was soll ich ihr nur sagen? Dass sie Recht hat? Oder dass der Traum von einer Rückkehr zu einem vorgesellschaftlichen Naturzustand ohne Herrschaftsstrukturen, in dem die Menschen glücklich ohne Zwietracht oder Animositäten im Einklang mit sich und der Natur leben, auch nur eine Illusion ist?**


*Alles, was auf der Bühne geschieht, ist nichts als Illusion, sagt Prospero in Shakespeares Drama „Tempest“: „Our revels now are ended. These our actors, / As I fortold you, were all spirits, and / Are melted into air, into thin air, / And, like the baseless fabric of this vision, / The cloud-capped towers, the gorgeous palaces, / The solemn temples, the great globe itself, / Yea, all which it inherit, shall dissolve; / And, like this insubstantial pageant faded, / Leave not a rack behind. We are such stuff / As dreams are made on, and our little life / Is rounded with a sleep.“ – Auf Deutsch etwa: „Das Fest ist nun aus.  Unsere Schauspieler waren, wie angekündigt, nichts als Geister und zerflossen in Luft, in dünne Luft. Genauso wie das haltlose Gespinst dieser Vision werden sich die Wolkenkratzer, die prächtigen Paläste, die ehrwürdigen Tempel und der große Erdball selbst mit allem Ererbten und Überkommenen auflösen. Kein Fetzen bleibt zurück. Wir sind aus einem Stoff, aus dem die Träume sind, und unser kleines Leben ist von Schlaf umfangen.“ (eigene Übertragung)

**Bei der Landung auf der Insel bricht einer der Schiffbrüchigen aus in „eine überschwängliche Lobpreisung der Utopie eines gewaltfreien Gemeinwesens durch die Rückkehr zu einem vorgesellschaftlichen Naturzustand ohne Herrschaftsstrukturen, in dem die Menschen glücklich ohne Zwietracht oder Animositäten im Einklang mit sich und der Natur leben.“ (Wiki, Shakespeare, Sturm). Diese Utopie war zu Shakespeares Zeiten von Montaigne formuliert worden und wurde dann später von Rousseau aufgegriffen.

 

 

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Mit Will.ie beim Seifekochen (Fotos und Zeichnungen)

„Will.ie“, sage ich heute mittag, „kommst du mit zum Seifemachen? Wir haben die letzten Tage nichts miteinander getan. Jedenfalls nichts, über das ich hier auf dem Blog berichten möchte. Ich könnte mir vorstellen, dass  das Seifemachen eine interessante Erfahrung für dich wäre. Etwas, was aus einer anderen Zeit stammt.“ – „Na gut“, antwortet Will.ie nicht grad überschwenglich.

Wir steigen also ins Auto und fahren zu dem Grundstück, auf dem das Seifenmachen stattfinden soll. Kaum bin ich durchs Tor, fühle ich Frieden. Ölbäume stehen in Reih und Glied, gut beschnitten. Ein weißer Hund kommt angerannt, zwei Kinder. Die kenne ich doch? Klar, die kleine Andrianna und ihr feiner größerer Bruder Demosthenis, der mit seinem Langhaar mädchenhafter wirkt als seine robuste Schwester. Neben einem kleinen Steinhaus sitzen zwei Frauen, die eine spielt auf einer Laute. Ja, die kenne ich auch, es ist die Mutter der Kinder. Und Magda, die mich eingeladen hat.

Zwei andere Frauen, auch sie kenne ich, stehen bei einem schweren Eisentopf auf einem offenen Feuer, darin köchelt die Seife. Sie zieht Schlieren, die aufreißen, es blubbert, ein langer Holzlöffel verrührt sie und bringt sie zur Ruhe. „Wie lange seid ihr schon dabei?“ frage ich. Seit drei Stunden, und es werden wohl noch zwei werden, bis die Brühe dick genug ist, um sie in die bereitgestellten Schalen zu gießen.

Will.ie schaut interessiert in den dampfenden Kessel. „Und woraus ist das?“ –  Die eine Frau, Christina heißt sie und ist Expertin nicht nur in alten Samen, die sie sammelt und konserviert, sondern auch in alten Haushaltstechniken, antwortet bereitwillig: „Wasser, Olivenöl, Ätznatron zum Binden und Lavendel aus dem Garten.“ – „Sonst nichts?“ – „Nein. Aber du kannst auch andere Kräuter als Lavendel nehmen, natürlich.“

Ein bisschen eintönig findet Will.ie das Umrühren, und von den Liedern fehlt ihr der Text, also gehe ich mit ihr ein wenig auf dem Grundstück herum. Und so kommen wir zu den Schafen, wo wir uns ein Weilchen aufhalten, denn auch diese Tiere sind Will.ie noch nicht untergekommen.

Sie streichelt ihnen die Nasen und krault ihre Stirnlocken, redet mit ihnen, schaut auch zu, wie die beiden Kinder sich bemühen, einen großen Behälter an Stricken in einen Baum zu ziehen. Mal sind sie auf dem Baum, mal darunter, und ich zeichne mal die Schafe, mal die Kinder, mal einen Olivenstamm und schließlich portraitiere ich auch Adrianna.

Will.ie ist ganz gelöst und zufrieden. All die schwierigen Fragen, mit denen sie mich die letzten Tage gequält hat, sind auf einmal nicht mehr wichtig. „Seifemachen ist cool“, befindet sie. Und Schafe sind auch cool. Meine Freundinnen sind auch cool. Und als  gegen Abend Heißluft-Ballons in den Himmel geschickt werden, ist sie Feuer und Flamme. „Nicht schlecht das Leben“, befindet sie. Da sind wir uns nun einmal völlig einig.

Und  die Hunde? Ja, auch die sind es zufrieden.

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Impulswerkstatt: Schafe

https://laparoleaetedonneealhomme.wordpress.com/2021/03/01/impulswerkstatt-einladung-fuer-maerz/

Ich mag sie ja sehr gerne, die Schafe. Wo sie in großen Herden weiden, fühle ich Frieden. So als müsste es so sein, weil es immer schon so war. Biblische Zeiten.

Aber als ich dein Bild sah, liebe Myriade, fiel mir nur ein dummer Spruch ein, den unser Chemielehrer gern von sich gab, wenn er nach einer gestellten Frage eine schweigende Klasse vor sich sah : „Schafe sehen dich an“.

Dann suchte ich im Archiv und fand ein Kunstwerk, das ich mal in Rom – oder war es in Ravenna? – fotografiert habe.  Gefällt mir. Aber für einen Impuls-Beitrag war es wohl doch nicht genug.

Heute dann stand ich endlich Auge in Auge mit zwei Schafen und konnte sie studieren.

Besonders schöne Exemplare sind es ja nicht, kein Vergleich mit deinen strammen Deichschafen: die Partien um die Augen, auch Ohren und Maul wirken irgendwie krank, das Fell ist lang und ungepflegt, aber die beiden sind durchaus munter und zutraulich. Als ich sie zu zeichnen versuche, knabbern sie interessiert an meinem Block, und als ich ihnen den Block wegnehme, versuchen sie es mit meiner Hose.

Meine Zeichenkünste waren insofern ein wenig behindert. Doch zwei Skizzen brachte ich zustande. Hier stehen sie in ihrem Stall …

… und hier entdeckte ich, dass das eine Schaf ein Böckchen ist, erkennbar an den Stummelhörnern, und dass die Ohren erstaunlich beweglich sind. Sie stecken wie in einer Schatulle und heben und senken sich am Ansatzpunkt des Kopfes, weshalb ich sie mehrmals übereinander zeichnen musste. Auch die Augen zeichnete ich zweimal, die oberen sind eher am richtigen Platz.

Danke wieder für deinen Impuls, Myriade!

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Schonungslos — Ich lache mich gesund / Erweiterung des Debattenraums

Künstlerin: Dörte Müller „Verbinde dich mit deinem Körper! Versuch, deinen Körper zu spüren! Alles, was du je erlebt hast, woran du dich nicht erinnerst, ist in deinem Körper gespeichert. Nur da kannst du es auflösen!“ Sie würde ja gerne. Sehr gerne. Aber alles in ihrem Körper fühlt sich steif an. Wie gefesselt. Die Beine tragen […]

Schonungslos — Ich lache mich gesund

Noch einmal also zum Zustand unserer Welt, dem Herumdoktorn an Symptomen, während das Fragen nach den Ursachen verpönt ist. Danke Maren.

Ergänzend kopiere ich hier

a) ein ungeheuer aufschlussreiches, wichtiges Interview mit drei ärztlichen Koriphäen, die jeder sehen sollte, bevor er sich impfen lässt. https://youtu.be/D6WAbvig-bo?t=907, bei „Repekt“.

b) ein Interview mit einem Berliner Hausarzt, der sehr wichtige Gesichtspunkte in die Debatte einbringt. Das Interview führt Reitschuster während einer Demonstration.

c) eine Message, die ich heute per Mail erhielt. Ich kann selbstverständlich nicht für den Inhalt geradestehen. Zu den Personen:

Der Absender der Mail ist ein mir befreundeter deutscher Therapeut, dessen Heilmethoden mir schon in vielen Situationen geholfen haben und dem ich vertraue.

Ruediger Dahlke dürften viele von euch kennen. Sein „Ganzheitlicher Weg zur Heilung“, den er seit 40 Jahren propagiert, hat vielen Mut gemacht, die finden, dass die heute vorherrschende Medizin allzu sehr auf Symptombekämpfung fixiert ist und allzu wenig hinschaut auf den mit Körper, Seele, Geist ausgestatteten einzigartigen Menschen, der in einer bestimmten physischen, sozialen und geistigen Umwelt lebt.

Über den Verfasser der Notiz, Peter F. Mayer, konnte ich nur herausfinden, dass es sich um einen österreichischen Wissenschaftsjournalisten handelt, der über Science and Technology bloggt: https://tkp.at/ Dort finden sich viele Einträge, die sich kritisch mit der Corona-Politik in Österreich und anderen Ländern auseinandersetzt.

[Dieser Inhalt wurde weitergeleitet aus Ruediger Dahlke]
Beunruhigendes zur Massenimpfung, worüber wir in den Medien nichts hören, sei hier wenigstens zur Diskussion gestellt: 4. März 2021 von Peter F. Mayer, Physiker

In Ländern, in denen die Impfungen früh begonnen haben und in großer Zahl durchgeführt wurden, sind sowohl die Fallzahlen als auch die Todesfälle massiv angestiegen. Beobachtet wurde dies neben Israel auch in Großbritannien, Malta, Serbien, Monaco und Gibraltar.
Pfizer-CEO Albert Bourla bezeichnete in einem Interview auf NBC Israel als Labor:
„Ich glaube, dass Israel im Moment das Labor der Welt geworden ist, weil sie in diesem Zustand nur unseren Impfstoff verwenden und einen sehr großen Teil ihrer Bevölkerung geimpft haben, sodass wir sowohl wirtschaftliche als auch gesundheitliche Indizes studieren können.“
Auf die Frage, ob man andere anstecken könne, nachdem man zwei Dosen des Impfstoffs erhalten habe, antwortete er:
„Das ist etwas, das bestätigt werden muss, und die realen Daten, die wir aus Israel und anderen Studien erhalten, werden uns helfen, dies besser zu verstehen.“
Medizinische Experimente am Menschen können als notwendig und vertretbar angesehen werden, wenn sich die Teilnehmer aller möglichen Umstände und Risiken bewusst sind und sie freiwillig ihre Zustimmung geben. Das ist in Israel nicht geschehen. Mittels „grüner Pässe“ und Sticker droht die israelische Regierung praktisch damit, jeden zu bestrafen, der sich weigert, an einem „Labor“-Experiment für ein riesiges, nicht unumstrittenes Pharmaunternehmen teilzunehmen.
Die Ergebnisse sind nicht unbedingt ermutigend. Obwohl es, wie einige Studien nahelegen, möglich ist, dass die meisten Geimpften zumindest einen kurzfristigen Schutz vor Covid-19 haben, ist ebenfalls belegt, dass sich in nur acht Wochen Massenimpfung die Gesamtzahl der Covid-19-Todesfälle im jüdischen Staat fast verdoppelt hat, verglichen mit der Zahl, die sich in den zehn Monaten zuvor angesammelt hatte.
In nur wenigen Wochen hat ein Virus, das früher vor allem ältere Menschen und solche mit schweren gesundheitlichen Problemen befallen hat, seine Natur anscheinend völlig verändert. Nach nur zwei Monaten Massenimpfung sind 76% der neuen Covid-19-Fälle unter 39 Jahre alt. Nur 5,5% sind über 60 Jahre alt. 40% der Patienten mit kritischem Verlauf sind jünger als 60 Jahre. Zudem hat das Land einen starken Anstieg an Covid-19-Fällen bei schwangeren Frauen festgestellt, von denen sich nach israelischen Zeitungsberichten einige in kritischem Zustand befinden. In den letzten Wochen gab es bei Neugeborenen einen starken Anstieg der Covid-19-Fälle, um 1.300% (im Zeitraum vom 20.11.2020 – 1.2. 2021 stieg die Zahl bei Kindern unter zwei Jahren von 400 auf 5.800).
Die in Israel gesammelten Daten weisen auf eine enge Korrelation zwischen Massenimpfungen, Fällen und Todesfällen hin. Sie lassen die Vermutung zu, dass die Geimpften selbst sowohl das Virus als auch eine Reihe von Mutanten, die für die oben beschriebene radikale Verschiebung der Symptome verantwortlich sind, verbreiten.
Als Pfizer-CEO Bourla von NBC gefragt wurde, ob man andere anstecken könne, nachdem man zwei Dosen des Impfstoffs erhalten habe, gab Bourla zu:
„Das ist etwas, das bestätigt werden muss, und die realen Daten, die wir aus Israel und anderen Studien bekommen, werden uns helfen, das besser zu verstehen.“
Es ist also nicht gesichert, ob der Impfstoff die Ausbreitung der Krankheit verhindert. Dies wirft die Frage auf, warum zahlreiche Regierungen weltweit auf eine Substanz setzen, deren Auswirkungen – erwünscht oder unerwünscht – im Dunkeln liegen. Ist ein „grüner Pass“ überhaupt sinnvoll, wenn nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, ob die Geimpften nicht ansteckend sind?
Bourla sieht Isreal als „Labor“ – doch aus anderen Ländern, in denen im großen Stil geimpft wurde, liegen bereits Daten vor. Sie bezeugen einen hohen Anstieg an Covid-19 Krankheitsfällen und an Todesfällen.

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