Dreimal habe ich heute Nacht – vermutlich gegen drei – den vollen Mond über dem Meer fotografiert. Vor allem die wundervolle Lichtpfütze hatte es mir angetan. Wie aber sah sie „wirklich“ aus?
Beim ersten Bild funktionierte das Blitzlicht, beim zweiten habe ich den Blitz ausgestellt, beim dritten habe ich ohne Blitz gezoomt. Aus den drei unbearbeiteten Fotos habe ich das zentrale Motiv herausgeschnitten, um das Ergebnis zu vergleichen. Zum besseren Sehen bitte anklicken.
Wenn ich die Fotos in Helligkeit und Farbe automatisch korrigiere, sehen sie so aus:
Meines Erachtens trifft es No 2 dieser Reihe am besten. Was mich verwundert, ist, dass der Mond bei 1 und 2 unterschiedlich groß erscheint.
Die Fotos 1 und 2, unbeschnitten und automatisch korrigiert (Helligkeit, Farbe).
Man sieht, dass nicht nur der Vordergrund, sondern auch das in der Tiefe liegende Motiv unterschiedlich ausgeleuchtet wird. Wiederum überzeugt mich No 2 am meisten. Denn anders als beim Blitz (No 1) geht die Ausleuchtung in die Tiefe und differenziert auch die Himmelsfarben. Dennoch ist auch No 2 weit von der „Wirklichkeit“ entfernt, die von mir sowohl „dunkler“ als auch „strahlender“ wahrgenommen wurde. Für mein Auge war das Meer mit seiner Lichtpfütze viel näher gerückt, als es auf dem Foto den Anschein hat.
Das menschliche Auge fokussiert eben je nach Interesse und Sentiment. Anders als bei der Fotolinse, die nur das ganze Bild heranzoomen oder entfernen kann, geschieht es beim Auge je nach Interesse und Sentiment gleitend oder hin- und herhüpfend. Einige Abschnitte werden „herangezoomt“, andere ins Dunkle oder in die Ferne gerückt oder ganz ausgeblendet. Die vielen Einzelbilder setzen sich dann im Hirn zu einem dynamischen Gesamteindruck zusammen: Das ist dann das „Bild“, das wir uns von der Realität machen und im Gedächtnis aufbewahren.



























