Impulswerkstatt: Felsen 2 und Oliven

Ein zweiter Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt und zur Felsenparade. Hier wachsen die Felsen nicht nur aus dem Meeresgrund, sondern auch aus dem Erdboden. Die Erde haben die Bauern dem Boden mühsam abgerungen und seit undenklichen Zeiten mit Olivenbäumen bepflanzt. So ist es auch heute. Gewässert und gedüngt werden diese Bäume nie, wohl aber beschnitten und abgeerntet. Sie produzieren das beste Öl.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich das erste Mal diese Landschaft sah, und wie sie mich erschütterte. Denn ich fühlte wie nie zuvor die Mühsal der Menschen, und wie tapfer sie kämpften, um mit einfachsten Mitteln ihre Ernährung sicherzustellen. Und ich fühlte tiefe Liebe zu diesem Land und seinen Menschen in mir wach werden.

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Gingernillis 8: Pfeifenköpfchen

Für den Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) möchte ich heute Pfeifenköpfchen vorstellen, das, wie der Name sagt, eine Pfeife ist. Ich habe sie 2018 auf einem Schulbasar erstanden. Hier sieht man es strahlend mit Dora, dem Jahresgenius von 2022. Im Hintergrund erscheint das Foto einer Installation der mexikanischen Künstlerin Helen Escobedo, die sie vor Jahren in der Hamburger Moorweide einrichtete: „Flüchtlinge“, in Stroh gehüllte Kreuze, die langsam verfielen und eines Tags von mitfühlenden Zeitgenossen in einem festlichen Akt mit bunten Tüchern neu eingekleidet wurden. Helen sah es und erzählte es mir, glücklich.

Pfeifenköpfchen hat im Jahr 2018, als es bei uns einzog, eine Reihe Abenteuer erlebt, die ich illustriert habe. Zum Beispiel dies mit Eule und Zwergenkind:

Oder jenes in der Venezianischen Nacht, die es, von der Schlange unbeeindruckt, mit seinem breiten Lächeln erhellt.

Auch Reiseabenteuer hat der kleine Wicht bestanden, wie man hier besichtigen kann.

 

 

 

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Impulswerkstatt „Felsen 1“ unter Wasser mit Sonnenkringeln

Du hat, liebe Myriade, angekündigt, im Rahmen der Impulswerkstatt eine Felsenparade aufmarschieren zu lassen, und hast mich ermuntert, auch meine Felsen zu zeigen. Hier also meine Felsen No 1, weitgehend vom Meer überspült. Kaum ahnt man sie. Wenn man dort schwimmt, tut man gut daran, sie im Auge zu behalten.

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Gingernillis 7: Delphin-Komboloi

Ein kleiner Delphin schmückt das Komboloi, das mir mein Sohn 1999 für mein erstes Auto schenkte, um mich auf meinen Fahrten zu beschützen. Die Zeichnung machte ich 2019 für die Reihe „Kleine Dinge ans Licht heben“. Sie soll den heutigen Beitrag zum Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) bestücken.

Das Komboloi lässt man Perle um Perle durch die Finger gleiten wie einen Rosenkranz. nach jeder Perle kreist die Kette um die oberen Finger des Spielers, während seine unteren Finger die nächste Perle ergreifen. Es ist ein typisches Männerspiel, Frauen habe ich es noch nie spielen sehen.

Der Name wird von κομβος/komvos, gr für Knoten abgeleitet. Denn zwischen den Perlen liegt jeweils ein Knoten, der als Glückssymbol gilt. Seinen Ursprung hat es in Asien, bekannt als „mala“. Die Araber übernahmen es und machten es zur Gebetskette, mit deren Hilfe sie die 99 Namen Gottes anrufen. Der hl. Domenicus, eigentlich Domingo de Guzmán aus Burgos/Spanien lernte es auf diesem Weg kennen und führte es zu Beginn des 12. Jahrhunderts ins Christentum ein, wo es zum Rosenkranz wurde.*

Nicht zu verwechseln ist das Komboloi (klickerndes Spielzeug) mit der Komboskini, der (lautlosen) Gebetsschnur mit Knoten, aber ohne Perlen. Orthodoxe Mönche und andere Gläubige benutzen sie für das „unendliche Gebet“, das eine Meditation über den Namen Jesus Christus ist.


Für die wundergläubigen Katholiken hat der Rosenkranz freilich himmlischen Ursprung und blutige Folgen: „Der Rosenkranz entstand im Jahr 1208, als der heilige Dominikus sich schwertat, gegen die Irrtümer der Albigenser zu predigen. Die Albigenser waren eine häretische Sekte, die viele Wahrheiten des Christentums verleugnete, insbesondere jene, die sich mit den heiligen Geheimnissen des Lebens, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi befassen. In seinem Eifer tat der heilige Dominikus sein Bestes, um ihre Fehler zu bekämpfen und sie durch die Verkündigung der Wahrheiten des Christentums wieder in die Gemeinschaft zurückzubringen. Nach viel Arbeit und wenig Frucht zog sich der heilige Dominikus jedoch in einen Wald in Südfrankreich zurück und betete um göttliche Intervention. Es brauchte mehr. Dann geschah es! Der Tradition zufolge erschien ihm die Mutter Gottes und schenkte ihm den Rosenkranz. Der heilige Dominikus, der als Begründer des heiligen Rosenkranzes auserwählt worden war, hörte die folgenden Worte, die die seligste Jungfrau Maria zu ihm sprach…“ (https://rosenkranzgebet.info/ueber-den-rosenkranz/ursprung/)

Vergl. auch „Albigenserkreuzzug„, eines der schwärzesten Kapitel des Papsstums und seiner Inquisition, deren fanatischer Verfechter Domenicus und die Dominikaner waren, was zur erbarmungslosen Ausrottung der „Ketzer“ führte.

 

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Dienstags-Drabble: Gemeinsinnig und kata-strophal

Kata-strophisch gereimt und mit Legebildern illustriert, ist wie meistens auch mein heutiges Dienstags-Drabble mit Wörtern, die Heide von der Puzzleblume gespendet hat, als da wären:

Gruppe – ankündigen – langsam

 

 

Hier haben wir, ihr guten Leut

ganz frisches Menschenmaterial

Liegt dumm herum und niemand freut

Es, denn es ist noch asozial

 

Drum wolln wir langsam Ordnung schaffen

Und Gruppen bilden wo ein jeder

Anstatt verwirrt ins Nichts zu gaffen

Nicht wissend, ob er ent-od-weder

 

Jetzt weiß: ich bin der Kopf des Kleinen

Und ich der Arm von der Mamsell

Ich bin das rechte von den Beinen

Und ich das linke, sein Gesell.

 

Gerettet aus der abgründigen

Vereinzelung und sinnvoll hingestellt

in Reih und Glied wolln wir ankündigen

Die schöne neue Ordnung einer Welt

Die allen Teilen gleichermaß gefällt.

 

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Gingernillis 6: Bleisoldaten, kata-strophisch

Meinen heutigen Beitrag zum Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak)  habe ich in Reime gegossen, denn er handelt vom Gießen und Schießen.

Blei nicht in Menschenfleisch zu schießen,

stattdessen Bleisoldaten gießen:

Ist das der Weg zum Frieden hin?

Ist es zumindest ein Beginn?

 

Es kann auch sein, dass die Soldaten

dem kleinen Kind zur Lust geraten

und es wie sie mit Kugeln spielen

und nach nem bunten Feinde zielen

ganz nebenbei erlernen soll.

Das fände ich nun nicht so toll.

 

Wie dem auch sei: ich fand die beiden

auf dem Regal und mag sie leiden,

denn sie erinnern mich, wie wir

aus Blei einst gossen Mensch und Tier

und die Gestalten hübsch bemalten.

Wenn΄s gut gelang, Gesichter strahlten.

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Die Welt von gestern

Auf dem runden Eisentisch im Gartenstück vor meinem Atelier liegt ein Buch von Stefan Zweig (1881-1942): „Die Welt von gestern“. Es ist angenehm, dort im Halbschatten des Olivenbaums zu sitzen und sich vorzustellen, wie die Welt „damals“, im Wien der Vorkriegsjahre war – das heißt: vor dem Ersten Weltkrieg, als es noch die Hauptstadt der Habsburger Monarchie war. Auf allem liegt ein leichter Goldglanz – genauso wie auf meinem Garten an diesem Maien-Nachmittag.

Grad beendet habe ich die Biografie eines anderen deutschen Dichters und Exilanten: Heinrich Heine (1797-1856). Ludwig Marcuse (1894-1971, Exilant seit 1933), der diesen Dichter sehr liebte, veröffentlichte seine große Studie über Heinrich Heine 1932 und fügte später noch ein paar Kapitel hinzu.

Heines Lebenszeit erstreckte sich von seiner Geburt im kurpfälzisch-bayrischen Düsseldorf bis zu seinem Sterben im Paris der Restauration, wohin er sich selbst exiliert hatte.

Zweigs Lebenszeit erstreckte sich vom Habsburger Wien bis zum Freitod im brasilianischen Exil.

Ich selbst wurde in Zweigs Todesjahr geboren …. und sitze nun im Frieden der südlichen Sonne, sinniere über 228 Jahre deutscher politischer Kämpfe, Katastrophen und Schicksale und versuche, die Linien zusammenzufügen, die Muster zu erkennen.

 

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Gingernillis 5 : roter Samtdrachen

Heute soll dieser vor 50 Jahren oder so von mir genähte Samthandschuhdrachen die Sammlung von überflüssigem und doch aufgehobenem Krimskrams im Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) vertreten. Es ist eines der wenigen Stücke aus einer Zeit, als mein Sohn klein war und ich meinte, ein bisschen Handarbeit gehöre zum Muttersein.

Den Stoff hatte ich besorgt, um ein Double für ein umkämpftes Stoffwesen namens Mummin zu fertigen. Das übrig gebliebene Stück Stoff wurde zum Handschuhdrachen.

Seit etlichen Jahren ruhte er zusammen mit Kasperlepuppen in einer Kiste im Atelier. Beim letzten Aufräumen fiel es mir in die Hände.

 

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Tildas Ende – eine kata-strophische abc-etüde

 

Wars cool, naiv, was war es bloß

Warum schwamm Tulda einfach los?

Wollt sie ne Extra-Show abziehen?

Wollt sie noch schlimmrem Joch entfliehen?

 

Ich weiß es nicht, es gibt Gerüchte

Doch bleibt die Wahrheit der Geschichte

Noch ganz verhüllt im Untergrund

Und niemand weiß, in welchem Schlund

 

Die hübsche Tilda  …  o welch Graus!

Rück ich mit der Geschichte raus?

Find ich nicht doch nen Kompromiss

Wie in nem guten Business

 

Wo man erst droht und dann am Ende

Kommt es zu einer hübschen Wende

Der Deal ist klar, man unterschreibt

Dem Volk reicht das, was übrigbleibt. …

 

Ich seufze, Tilda, hübsches Ding

Das sich in diesem Teich verfing

In dem die Barsche und die Hechte

Und andre Gute und Gerechte

 

Mit spitzen Zähnen wohl bestückt

Bei Tuldas Anblick ganz verzückt

Sich nähern und ihr höchlichst schmeicheln

Sich nähern, um sie zart zu streicheln

 

Auch in den allerhöchsten Tönen

Die Tugend preisen dieser Schönen

Sie dann nach freundschaftlichem Klapps

Verspeisen – schwupps – mit einem Happs.

 

Wer wars? Wer hat sich wohl vermessen

Die Hübsche Kleine aufzufressen?

War es des Hecht? War es der Barsch?

Wer fraß das Köpflein, wer den Arsch?

 

Am Ende bleiben nur die Gräten

Und uns bleibt nur, für sie zu beten.

 

Dies ist nun meine erste etüde zu den neuen Wörtern, die Christiane (irgendwas ist immer) höchstselbst für die Mai-Etüdenrunde gespendet hat. Die Wörter sind:

Kompromiss – cool – abziehen.

 

 

 

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Gingernillis 4: drahtiger Hund

Eben sah ich bei Steinegarten Drahtgesichter, die sie aus einer Schublade hervorzauberte, um damit die heutige Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) zu bedienen. Da fielen mir die Drähte ein, die sich im Atelier herumtreiben und schon öfter als Modelle auch für Zeichnungen gedient haben. Hier hat der Draht die Form eines Hundes angenommen…

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und hier ist er mitsamt seinem Schatten selbstreferentiell in Erscheinung getreten.

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