Gingernillis 25: rundes Spielbrett (Eulenspiel)

Ein Mitbringsel aus Ravenna ist dieser „gioco della civetta“, der auf einem unserer Bücherregale ein beschauliches Leben führte, bis ich ihn für das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) herunterholte und fotografierte.

Auf der Rückseite kann man auf Italienisch und Englisch erfahren, was es mit dem Teller und dem alten Spiel auf sich hat.

Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man es spielte, fand aber im Netz einen Eintrag auf italienisch: Gioco della Civetta | Gallerie degli Uffizi. Dabei handelt es sich freilich nicht um eine Beschreibung des Spiels, sondern um eine Skulpturengruppe.

Gioco della Civetta

Nun, egal. Gezeichnet habe ich das Brettspiel drei Mal. Bei der „kleinen grauen Mutter“ diente es mir als Symbol für den Kosmos.

Es findet sich erneut in einer Art Asservatenkammer, wo Polizei und Zoll beschlagnahmte Gegenstände aufbewahren.

Die runde Scheibe brachte es schließlich noch auf eine Zeichnung  über die „Anfänge der Schifffahrt“.

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Archivbild der Woche: Nyx und Pegasos

Am 25. Mai 2015 – es war der erste Monat dieses Blogs -, fühlte ich mich bemüßigt, einige meiner wichtigsten aus dem Griechischen kommenden Begriffe meinem Lesepublikum näherzubringen.

der dunkle Engel

Nyx, Tochter von Chaos. Legebild, digital bearbeitet.

Um 700 vor unserer Zeitrechnung lebte auf einer Farm am Helikon-Gebirge Hesiod, der Dichter der Theogonie (Genese der Götter). Als archetypische Bilder rumoren diese Götter am Grunde unserer modernen Seele und treten gelegentlich ins Bewusstsein.

Chaos (das Ungeordnete)

Kosmos (das schön Geordnete)

Rhea (das Fließende)

Gaia (der Erdenstoff)

Uranos (der Himmel)

Kronos (die Zeit)

Tartaros (die Eingeweide der Erde),

Eros (die Liebe)

Erebos (das Herz der Finsternis)

etc pp

Aus dem Ungeordneten (Chaos) ging und geht weiterhin das schön Geordnete (Kosmos) hervor. Die erste Tochter von Chaos ist Nyx, die Nacht. Sie ist ein gewaltiges Wesen mit dunklen Schwingen. Aus ihr wird der Tag geboren. Immer wieder von Neuem.

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„Alles entsteht und sinkt zurück ins Chaos. Dazwischen entwickelt sich das menschliche Drama.“ Auch das schrieb und zeigte ich am 25. Mai 2015 und erläuterte damit zugleich den Gedanken, der hinter meiner Schnipseltechnik bzw Legearbeit steckt. Wer mag, kann es hier nachlesen.

 

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Kleine Beobachtungen: Rätselhaftes und Offenbares

Lust auf ein Rätsel? Als ich gestern in einer Athener Metrostation  dieses X vor mir sah, fühlte ich mich aufgerufen, es zu fotografieren und euch zu fragen: was ist es?

Und damit ihr euch nicht ärgert, wenn ihr das Rätsel nicht lösen könnt, füge ich noch einen unverrätselten Schnappschuss von derselben Station hinzu. Ich hoffe, die beiden Hübschen werden mir verzeihen, dass ich sie heimlich fotografierte (zumal sie sich ständig gegenseitig fotografierten, und ihre Fotos sicher zu Hunderten im Netz kreisen).

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Gingernillis 24: portugiesischer Hahn

„… und ein Hahn rief Halt auf portugiesisch, das klang wie paragem. Das Schiff war an der Grenze von Portugal angelangt.“

So erzählte vor nunmehr sechs Jahren der reisende Zwerg Axel Kinkelknut.

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2018/05/img_5770.jpg

Dem portugisischen Hahn möchte ich meinen nunmehr 24. Eintrag zum Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) widmen. Ich habe ihn gestern, bevor wir erneut in die Mani aufgebrochen sind, extra noch fotografiert.  Aber ist das wirklich derselbe Hahn wie auf der Zeichnung? Wieso hat er einen so prächtigen, und der auf der Zeichnung einen eher kümmerlichen Kamm? Habe ich etwa zwei Hähne aus Portugal mitgebracht? Gut möglich, denn zweimal bin ich in dieses schöne Land gereist – lang lang ists her.

 

 

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Impulswerkstatt, Bild 1: Menschen in Bewegung, Unschärfe

Zwei Impulse empfinde ich beim Betrachten deines ersten Fotos, liebe Myriade. Der eine ist formal und betrifft die durch Langzeitbelichtung erzeugte Unschärfe und Illusion von Bewegung, der zweite ist inhaltlich und betrifft die vorwärtsdrängende Menschenmasse.

Zur Unschärfe: Mit meinem Handy kann ich nur ansatzweise den Effekt erzeugen. Ich versuchte es gestern abend, indem ich eine dunkle Ecke des Raumes als Focus wählte und dann das Handy schnell bewegte. So entstand eine Reihe unscharfer Raumbilder.

Ähnliches habe ich auch schon früher auf der nächtlichen Terrasse ausprobiert und ganz interessante Ergebnisse erzielt (hier und hier). Voraussetzung ist, dass der Raum dunkel und daher die automatische Belichtung länger ist. Zwei Beispiele:

Zum „Menschen in Vorwärtsbewegung“: Heute fuhr ich ins Zentrum von Athen, um eine Ausstellung zu besuchen. Und da ich offenbar noch mit dem Thema befasst war, fiel mir sofort ein Ölgemälde auf: „Die Mönche“ (1953) von Perikles Byzantios (1893 – 1972).

Dem Maler gelingt es, mit wenigen Pinselstrichen und unter Ausnutzung der Perspektive eine Gruppe von Mönchen in Bewegung zu setzen. Anders als die gestikulierende, zwischen Laufen und Gehen sich fortbewegende Gruppe deiner Fotografie schreiten sie. Wir nehmen dieses Schreiten deutlich wahr, obgleich wir keine Beine und nur zwei Füße sehen, dazu auch noch zwei gelbliche Striche für Hände. Mehr braucht es nicht.

Spannend finde ich den Vergleich zwischen den beiden Bildern. Noch kann ich die unterschiedliche Wirkung von Foto und Gemälde auf mich nicht in Worte fassen.

 

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Gingernillis 23: Glaskugel

Heute habe ich für das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) eine schwere gläserne Kugel mit Luftbläschen ausgesucht, die nutzlos, aber lieb gewonnen, auf meinem Schreibtisch liegt.

Ab und zu nehme ich sie in die Hand und schaue mir die Farbspiele an, die sich je nach Hintergrund ergeben.

Auch die Spiegelung auf der Schreibtischglasplatte macht mir Freude.

„Ans Licht gehoben“ habe ich die Kugel auch schon mal (hier). Dies ist die Zeichnung, digital zur „Sonnenkugel in meiner Hand“ umgestaltet.

 

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Gingernillis 22: Schlümpfe

In der Athener Wohnung hat sich weit mehr geliebter Krimskrams angesammelt als im Steinhaus in der Mani. Da sind zum Beispiel die beiden Schlümpfe, die sich aus der Zeit, als unser Sohn noch bei uns wohnte, erhalten haben. Normalerweise halten sie auf meinem Schreibtisch Wache. Heute  stellte ich sie zum aufziehbaren Karussell auf den Couchtisch, um sie für das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) zu fotografieren.

Aber auch vor dem gefilzten Schwan, den meine Nichte einst fertigte und mir schenkte, machen sie sich gut, finde ich.

Hier ist der Blaue auf einer blauen Zeichnung zu sehen

Beide Schlümpfe habe ich „ans Licht gehoben“, indem ich sie mit meinen Fingern in Szene setzte.

in farbig:

 

 

 

 

 

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Eine Holzbiene? und ein Legebild

An der Gardine saß ein dickes dunkles Insekt. Ich fotografierte es und half ihm dann, den Weg nach draußen zu finden. Mit schwerem Gebrumm machte es sich von dannen.

Am Abend zuvor hatte ich aus einer Käserinde und den Fetzen des Weinflaschenverschlusses ein Bild auf dem karierten Küchentischtuch gelegt. Nun will mir scheinen, dass es einen käsiggesichtigen Mann darstellt, dem ein dunkles Insekt eine Nachricht überbringt. Doch leider scheint der Mann, so sehr sich das Insekt auch bemüht, nichts zu verstehen.

So gehts auch mir. Auch ich habe nicht verstanden, was die Holzbiene (wenn es eine war) mir mitteilen wollte… und ob überhaupt. Aber gefreut hat mich die Begegnung doch.

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Gingernillis 21: Buddha

Es ist ein winziger Buddha aus weißer Plastikmasse, den ich heute im Rahmen des Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) präsentieren möchte. Er ist weder schön noch kostbar, sondern unansehnlich und verwittert. Und doch strahlt er irgendwie auf seine Umgebung aus, gibt der Fensterbank eine freundlich-besinnliche Couleur. Wie immer meditierend, sitzt er vor seiner Höhle, die eigentlich das Skelett einer Landschildkröte ist.

Seine unzerstörbare geistige Präsenz noch im traurigsten Material wollte ich in einer Zeichnung deutlich machen.

Ist es mir gelungen? (Kugelschreiber-Zeichnung der Serie „Kleine Dinge ans Licht gehoben“, November 2019, farbverstärkt, farbverschoben)

 

 

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Dienstags-Drabble: Was ist gut, was böse? (kata-strophisch)

Mit genau hundert Worten – darunter die von Heide (Puzzleblume) vorgegebenen Küche + hoffen +  entsetzlich – habe ich versucht, eine uralte nie gelöste moralische Frage zu stellen: was ist gut, was ist böse?

Der eine findet es ergötzlich

Der andre aber höchst entsetzlich

Was doch dasselbe ist vor Gott.

 

Der Wurm im Apfel lebte glücklich

Der Bauer findet dies nicht schicklich:

„Was willst du Wurm in dem Kompott?“

 

Die Küche ist ein Ort des Grauens

Fürn Hahn, der voll des Urvertrauens

Dem Schlächter folgte auf den Block.

 

Die Oma aber hofft auch heute

Dass die von ihr geliebten Leute

Sie loben für den leckren Gock.

 

Wie soll ich nur dies Rätsel lösen

Dass von den Guten und den Bösen

Ein jeder Recht hat, wie er meint –

 

und einer lacht, der andere weint?

IMG_4231

 

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