Gingernillis 29: Streitwagen

Für das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) heute etwas vordergründig Martialisches. Keine Ahnung, wie es dieser altgriechische Krieger auf dem Kampfwagen (Biga, Zweispänner) auf das Bücherregal im Flur geschafft hat. Vielleicht hat er sich diesen Platz mit blanker Klinge erstritten. Hinter ihm die Reiseführer der (mit einer Ausnahme) tatsächlich besuchten Orte – von der Agia Petropoli (St. Petersburg) über Sevilla und die Spanier, Assisi, Napoli (Neapel), Lissabon, Mexiko und Cordoba bis Rom, wohin schließlich alle Wege führen. Im Vordergrund ein Zettel mit der Aufschrift „MΕΓΑ“ – der Großmächtige.

In der hinduistischen Symbolik repräsentiert der Streitwagen den menschlichen Körper, die Pferde die Sinne und der Wagenlenker das höhere Selbst. Diese Symbolik, die auf die kosmische Ordnung mit der Sonne als lenkender Kraft anspielt, ist auch im Griechischen zu finden. Einen großartigen Ausdruck fand sie im „Wagenlenker“, einer lebensgroßen Bronzestatue, die im Apollonheiligtum von Delphi gefunden wurde.

Die Hethiter, die den Streitwagen im 13. vorchristlichen Jahrhundert erfolgreich in Eroberungskriegen in Syrien einsetzten, waren Vorbild für die Entwicklung von Streitwagen für Kriegszwecke auch in Griechenland. Voraussetzung dafür war neben der Domestizierung von Pferden die Erfindung des leichten Speichenrads. Die Perser führten ihre Kriege mithilfe von Sichel-bewehrten Streitwagen, doch Alexander bewies die Überlegenheit der beweglicheren Reiter – und so kamen die Streitwagen aus der Mode.

Ihr Nachfolger – der Panzer – wird wohl auch vor der beweglicheren Drohne das Feld räumen müssen…

Doch immer wirksam bleibt das ursprüngliche Symbol, das sich in den Quadrigen und Bigen der Götterwelten zeigt: die Kontrolle des Geistes über die physische Welt (Kosmos) oder, beim Menschen, des Ich über den Körper und seine Schmerzen und Freuden.

Und so möchte ich auch ganz unkriegerisch das heutige Gingernilli interpretieren: das Schwert (Intelligenz, Unterscheidungsvermögen) in der einen Hand, das Schild (Abgrenzung, Schutz) in der anderen, die Pferde (Sinne, Leidenschaften) im schönen kräftigen Gleichgang, der Körper (Wagen) leicht und doch stabil – so kann der Mensch sein Leben „meistern“.

 

Veröffentlicht unter alte Kulturen, Erziehung, Fotografie, Geschichte, griechische Helden, Krieg, Krimskrams, Leben, Mythologie, Natur, Philosophie, Psyche, Reisen, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 7 Kommentare

Impulswerkstatt: das Zitat von Schnitzler

Arthur Schnitzler

Jedes Wort hat fließende Grenzen. Diese Tatsache zu ästhetischer Wirkung auszunützen ist das Geheimnis des Stils.

Du hast, liebe Myriade, in deinem Eintrag zu diesem Zitat, auf „die zeitliche Komponente dieses Fließens in Richtung der Grenzen der Bedeutung eines Wortes und darüber hinaus“ abgehoben, wobei dich weniger die Folgen für den Stil als die gesellschaftlichen Implikationen interessierten. Richtig?

 

Ich finde diesen Ansatz interessant, hatte aber beim Schnitzler-Zitat ganz andere Assoziationen. Für mich bedeuten „fließende Grenzen eines Wortes“ in etwa das, was man den Assoziationshof nennt. Der ist von Sprecher zu Sprecher, von Sprache zu Sprache verschieden, variiert über die Zeit und ist eine Herausforderung für jeden Übersetzer.

Ich möchte das an einem willkürlichen Beispiel exemplifizieren: Nehmen wir das Wort „Brücke“. Zur Auflockerung füge ich in den langen Text ein paar meiner Brückenbilder ein.

img_8404

Jeder weiß, was eine Brücke ist: ein Bauwerk, das von Menschen errichtet wurde, um ein Gewässer oder einen Abgrund zu überqueren. Das also ist die „Kernbedeutung“ von „Brücke“. Darum herum aber liegt ein weiter Hof, liegen viele Schleier von Sub-Bedeutungen, Gefühlen, Geschehnissen, Erinnerungen, Bildern…, durch die das Wort quasi ins Schwingen gerät und lebendig wird.

IMG_5263

Bei Schnitzler selbst fand ich folgenden Gebrauch: … Dann saßen wir einmal im Theater, ich weiß nicht mehr, bei welchem Stück, da sprach irgendeiner auf der Bühne von Kolumbus. Es war ein Stück in Jamben, und ich entsinne mich des Verses: »– und da Kolumbus auf die Brücke trat…« (aus: Amerika)

Hm. Da meint er offenbar nicht das „Bauwerk…“, sondern die „Kommandobrücke“ oder „das Deck auf einem Seeschiff, auf dem die Seewache gegangen wird“ (Wikipedia)

Auch der Zahnarzt meint etwas anderes mit „Brücke“, oder der Sportlehrer, der den Schüler auffordert, eine solche zu machen. Oder der Teppichhändler, der dir eine anbietet. Dem Kunsthistoriker fällt bei „Brücke“ Schmidt-Rottluff, Heckel und Kirchner ein. Der Brückentag zwischen Himmelfahrt und dem Wochenende meint auch kein Bauwerk. Oder nimm den Steg der Geige, den man auch Brücke (bridge) nennt.

Meist gilt es, etwas zu „überbrücken“, manchmal geht es nur um die Form, die „brückengleich“ ist.

Aber gut. Lassen wir das. Damit mögen sich die Übersetzer abplagen. Hier soll es nicht um Definitionen, sondern um „ästhetische Wirkung“ gehen, die durch die fließenden Wortgrenzen erzeugt wird.

Also suchte ich Dichter, die über „Brücken“ schreiben, und sortierte sie nach Geburtsjahrgang, um eventuelle Veränderungen des Wortgebrauchs mit einzubeziehen. Der älteste von mir zitierte Dichter ist Goethe, der jüngste Georg Heym.

Die Frage geht nach dem Assoziationshof des Wortes „Brücke“, den der jeweilige Dichter evoziert. Ich kann die Interpretations-Arbeit hier nicht leisten, nur anregen, dass sich jeder, der sich dafür interessiert, einmal eines der Gedichte genauer anschaut und sich fragt: Welchen „Assoziationshof“ hat das Wort „Brücke“ für diesen Dichter in diesem Gedicht?

Dasselbe lässt sich mit jedem x-beliebigen Wort durchführen. Dazu gelegentlich ein weiterer Beitrag.

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Auf großen und auf kleinen Brucken
Stehen vielgestalt´ge Nepomuken
Von Erz, von Holz, gemalt, von Stein,
kolossisch groß und puppisch klein.
Jeder hat seine Andacht davor,
weil Nepomuk auf der Brucken sein Leben verlor.

 

Friedrich Schiller (1759-1805)

Von Perlen baut sich eine Brücke
Hoch über einen grauen See,
Sie baut sich auf im Augenblicke,
Und schwindelnd steigt sie in die Höh.

Der höchsten Schiffe höchste Masten
Ziehn unter ihrem Bogen hin,
Sie selber trug noch keine Lasten
Und scheint, wenn du ihr nahst, zu fliehn.

Sie wird erst mit dem Strom, und schwindet,
Sowie des Wassers Flut versiegt.
So sprich, wo sich die Brücke findet,
Und wer sie künstlich hat gefügt?

img_8424

 

Theodor Fontane (1819-1898)

Brück am Tai

….

Und unser Stolz ist unsre Brück‘;
ich lache, denk ich an früher zurück,
an all den Jammer und all die Not
mit dem elend alten Schifferboot;

(Tand, Tand, ist das Gebilde aus Menschenhand). Die bekannte Ballade bezieht sich auf den Zusammenbruch der Eisenbahnbrücke Firth-of-Tai in Schottland (1879). Stolze Ingenieurskunst von Menschenhand ist Tand angesichts der Natur- und Geistesgewalten.

IMG_6650

Gottfried Keller (1819 – 1890)

Schöne Brücke, hast mich oft getragen
Wenn mein Herz erwartungsvoll geschlagen
und mit dir den Strom ich überschritt.
Und mich dünkte, deine stolzen Bogen
sind in kühnern Schwüngen mitgezogen
und sie fühlten meine Liebe mit.

Weh der Täuschung, da ich jetzo sehe,
Wenn ich schweren Leid’s hinübergehe
Daß der Last kein Joch sich fühlend biegt
Soll ich einsam in die Berge gehen
und nach einem schwachen Stege spähen
der sich meinem Kummer zitternd fügt?

Aber sie, mit anderm Weh und Leiden
und im Herzen andre Seligkeiten:
Trage leicht die blühende Gestalt
Schöne Brücke, magst du ewig stehen
ewig aber wird es nie geschehen
daß hinüber eine Bessre wallt!

 

 

Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898)

Die alte Brücke

Dein Bogen, grauer Zeit entstammt

Steht manch Jahrhundert ausser Amt;

Ein neuer Bau ragt über dir:

Dort fahren sie! Du feierst hier.

 

Die Strasse, die getragen du,

Deckt Wuchs und rote Blüte zu!

Ein Nebel netzt und tränkt dein Moos,

Er dampft aus dumpfem Reussgetos.

 

Mit einem luftgewobnen Kleid

Umschleiert dich Vergangenheit,

Und statt des Lebens geht der Traum

Auf deines Pfades engem Raum.

 

Das Carmen, das der Schüler sang,

Träumt noch im Felsenwiderklang,

Gewieher und Drommetenhall

Träumt und verdröhnt im Wogenschwall.

 

Du warst nach Rom der arge Weg,

Der Kaiser ritt auf deinem Steg,

Und Parricida, frevelblass

Ward hier vom Staub der Welle nass!

 

Du brachtest nordwärts manchen Brief,

Drin römische Verleumdung schlief,

Auf dir mit Söldnern beuteschwer

Schlich Pest und schwarzer Tod daher!

 

Vorbei! Vorüber ohne Spur!

Du fielest heim an die Natur,

Die dich umwildert, dich umgrünt,

Vom Tritt des Menschen dich entsühnt!

 

 

Alfred Mombert (1872 – 1942)

Plejaden-Gott: du legtest dich zur Ruhe
mitten in die Glut deiner geliebten Gestirne.

59

Und jetzt steigt vor mir die große Brücke.
Mein Roß stampft auf dem schallenden Basalt-Pflaster,
es will nicht weiter.
Ich halte und entzäume.


Befreit vom Funkelrubin vor deiner Stirn,
dem Goldgeplätte deiner Lenden:
laufe zur Wiese, zu deiner Heide,
zu Gras und Busch und Bach,
zu den Schwarzamseln,
zu den frischen kühlen Lüften,
zu der Quelle, unter die Schatten-Bäume,
davor die Mücken tanzen in der Sonne.

 

Brücke: Wer dich zeugte, war mein Vater.
Wer dich geboren hat, war meine Mutter.
Und ich habe, das Kind, in Urzeit-Tagen
droben auf deinem lichten Joch gespielt.

 

Morgens lächelnd, abends düster trauernd:
Brücke vor mir mit doppelten Türmen:
Steil schwebst du an, du hebst dich: in einen Himmel
über Abgrund Welten, die so tief sind,
daß nie ein Auge hinunter sah.
Drüben führt aus Strahlungen dein Gesenke
in Hoch-Zeiten, in Feste, in Tanz und Äther:
in die Glück-Hoffnungen, die unendlichen Zukünfte.

 

In den Pfeiler-Nischen sitzen Sängerinnen;
Ton-Gewaltige, die singen die Macht;
und die Sage der Gestirne.
Alles schwingt in Hall und Schall.
Einschläfernd! Daß mich Schlaf überwältigt –
mich steinern anlehnt an die Stein-Brücke.

*

Ich höre einen Sturz-Regen aus Wolken.
Das Auge eines Tigers funkelt aus Wäldern.
Um mich treten Gebirge, lagern sich Meere.
– Du im Gewitter droben! –
Mein Haupt schläft zwischen den Blitzen,
meine Füße stehen im gespiegelten Äther.

 

Menschen lagern auf Dächern vergangener Städte,
in Persia, in Gräcia,
in verblichenen Gewändern
strahlend von Juwelen.
Sie schauen mir nach …

* * *

Aus einer Höhe:
Aus einer flimmernden Glanz-Höhe:
Aus strahlenden Spiegeln innerer Kristall-Höhe –:
Geister-Freuden-Ruf erschallt.
Zerrissenes Gewölk! Erschienene Sterne!
Ich! und wach! in Welt!
Hier steh‘ ich: auf hoher Granit-Klippe:
Schicksal-Klippe: Macht-Klippe.
Tief die Erde.
Tief die Brücke.
Tief das hallende Lied der Sängerinnen.

 

Freude der Plejaden
feiert im unermessenen Äther.
Die Erde füllt sich rund mit Tänzern,
Himmelauf schießt ein Farben-Blumenstrauß
in Gläsern, Kelchen, Kronen, Glocken;
darunter lustwandeln kristallhelle Geister.
Smaragdgrün beginnt ein Luna-Falter
himmelüber luftigen Flug.

 

Entfesselung des Geistes!
Alle, die sind, vernehmen meine Worte,
meine Gedanken in meinem Herzen:
Sie vereinigen sich: zum Zug
über die Brücke.

 

Voran im Wind eine goldene Fahne,
die Flatterin halten wunderbare Hände,
sie trägt ein unsichtbarer Geist.
Es folgen in Völkern anschwebend die Vögel des Himmels,
auf purpurnen Gold-Fittichen
mit sich führend Hoch-Äther-Bläue.
Es fluten heran die großen Brandung-Meere
im Trompeten-Schall, mit Pauken-Schlag,
haltend in gläserngrünen Häusern
tauchende Quallen; große Wale; Gewürme.
Es nahen die schweren, asiatischen Gebirge,
blendende Ararate, Himalaya:
unten dunkelblaue Raubtier-Forsten;
oben stille Höhen-Blumen-Welten.
Auf höchstem Silber-Grat klimmen zwei Wanderer
ins Abendrot. Eis-Nacht bricht herein.
Dann wirbeln sechs unnahbare Sand-Wüsten.
Zwischen ihren Gluten irrt die Verzweiflung
verwilderter Diamanten-Sucher:

IMG_8323

 

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Da dich das geflügelte Entzücken
über manchen frühen Abgrund trug,
baue jetzt der unerhörten Brücken
kühn berechenbaren Bug.

Wunder ist nicht nur im unerklärten
Überstehen der Gefahr;
erst in einer klaren reingewährten
Leistung wird das Wunder wunderbar.

Mitzuwirken ist nicht Überhebung
an dem unbeschreiblichen Bezug,
immer inniger wird die Verwebung,
nur Getragensein ist nicht genug.

Deine ausgeübten Kräfte spanne,
bis sie reichen, zwischen zwein
Widersprüchen … Denn im Manne
will der Gott beraten sein.

Georg Heym (1887-1912)

Halber Schlaf

Die Finsternis raschelt wie ein Gewand,
Die Bäume torkeln am Himmelsrand.

Rette dich in das Herz der Nacht,
Grabe dich schnell in das Dunkele ein,
Wie in Waben. Mache dich klein,
Steige aus deinem Bette.

Etwas will über die Brücken,
Es scharret mit Hufen krumm,
Die Sterne erschraken so weiß.

Und der Mond wie ein Greis
Watschelt oben herum
Mit dem höckrigen Rücken.

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Architektur, Dichtung, Fotografie, Geschichte, Kunst, Leben, Legearbeiten, Malerei, Meine Kunst, Mythologie, Natur, Psyche, schreiben, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , | 12 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Blümchen gucken

Viel blüht in unserer Gegend nicht mehr, und das hohe Gras ist gelb und ocker geworden. Wenn man aber genau hinschaut, kann man immer noch kleine Blühwunder betrachten.

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Natur, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , | 6 Kommentare

Gingernillis 28: Eichenholzdose mit Eichenblatt

Der 28. Eintrag für das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) sei meinen Großmüttern gewidmet. Die eine hätte heute Geburtstag und wäre heute 140 Jahre alt geworden (1885-1983). Von ihrem Haushalt ist nichts übriggeblieben, da sie zweimal ausgebombt wurde. Die andere hinterließ uns eine geschnitzte Holzdose. Leider hat diese inzwischen einen senkrechten Riss. Aber immer noch hält sie allerlei Stifte und anderen Krimskrams zusammen.

Ich weiß nicht, wer sie aus dem harten Eichenholz gedrechselt, gepunzt und geschnitzt hat. Die verschlungenen Initialen sind die meines Opas, den ich nicht kennenlernte (1880-1945).

Veröffentlicht unter alte Kulturen, Autobiografisches, Fotografie, Geschichte, Krimskrams, Leben, Materialien | Verschlagwortet mit , , , , , , | 4 Kommentare

Dienstag-Drabble No 2: Störung (kata-strophisch)

Die drei von Heide für das heutige Puzzles Drabble vorgegebenen Wörter Kaffeegeschirr + hochziehen + heiter haben mich zu einem zweiten Drabble angeregt. Es schildert eine Szene aus dem Leben einer Leseratte.

 

Ei der Daus, was sind das für Sachen?

Aus der Küche klingt Kichern und Lachen

Jetzt hör ich ein Krachen und ein helles Geklirr!

War das von der Oma das Kaffeegeschirr?

 

Rabauz! klingt es jetzt. Das war wohl der Besen?

Mir scheint, es ist besser, ich unterbreche das Lesen.

Wär nur nicht der Schmerz so schlimm in den Knien

Dann könnt ich mich leicht aus dem Sessel hochziehen

 

Und schaute mal nach, was die Kinderchen treiben

Denn so wie grad jetzt kann es wirklich nicht bleiben.

Au weh, der Anblick ist heiter!

Ich glaube, ist besser, ich lese doch weiter.

 

Das obige Legebild aus eigenen Schnipseln ist digital bearbeitet, das untere habe ich aus Schnipseln von Susanne Haun, Jürgen Küster und Ulli Gau zusammengefügt.

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, Drabble, elektronische Spielereien, Erziehung, Katastrophe, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 8 Kommentare

Dienstags-Drabble: Kaffee!

Dienstag ist Puzzles Drabbletag. ein Drabble ist ein Text aus genau 100 Wörtern. Heute sind die Wörter Kaffeegeschirr + hochziehen + heiter zu verwenden. Was ich mir hier zusammengereimt habe, ist nur halbwegs autobiografisch, denn erstens neige ich nicht zu Migräne und zweitens trinke ich Kaffee nicht immer aus großen Bechern. Mir schmecken auch Espresso und griechischer aufgebrühter Kaffee ausgezeichnet, und die werden in kleinen Tassen serviert.

Kaffeegeschirr? Dass ich nicht lache!

Wenn ich mir einen Kaffee mache

Dann muss der Eulenbecher her

Denn der erfasst bedeutend mehr

Als eine elegante Tasse.

Und außerdem sind Eulen klasse.

 

Lieg ich darnieder mit Migräne

Und undurchführbar schein’n die Pläne

Die einen Tag genussreich machen

Vergangen ist sogar das Lachen

 

Dann brauchts nen Kaffee, das versteht sich

Ich trink nen Schluck und hach, ihr seht mich

Gleich unternehmerisch und heiter

Egal was kommt, ich mache weiter

 

Ich zieh mich hoch aus jedem Loch

Und sag zum Leben lauthals „Doch“!

Der Kaffee macht den Unterschied

Weh dem, der diesen mir entzieht!

 

Veröffentlicht unter Drabble, Fotografie, Leben, Meine Kunst, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 4 Kommentare

Gingernillis 27: Klammer, Armband und Kettchen

Was ist denn eigentlich in der runden Holzdose direkt vor meiner Nase? Als ich die paper clips, sticky notes, Visitenkarten und Ohrstöpsel weggeräumt habe, entdecke ich allerlei, um die Gingernilli-Sammlung zu bereichern. Drei will ich im Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) vorstellen:

1. Ist sie nicht sehenswert, die kleine Eulenklammer? Viel hübscher als die metallenen paper clips, findet sie.


2. Und dieses Armband? Das hat eine junge Dame von acht Jahren gefertigt. Ich sah ihr fasziniert auf die Finger, um zu verstehen, wie sie die Teile flink zusammenfügte. Als Dank für meine Aufmerksamkeit bekam ich das Armband geschenkt und trug es eine Weise am Handgelenk. Dann aber legte ich es ab, und es landete auf dem Grund der Dose. Ich mag keinen Schnuck an mir tragen, er stört mich.

3. Das Perlenkettchen schenkte mir eine Freundin, damit ich damit meine Brille verlustsicher mache. Doch die Brillenkette verheddert sich immer mit dem Band des Hörgeräts, und so landete sich in der Dose.

Veröffentlicht unter Alphabet der Materialien, Fotografie, Krimskrams, Leben, Materialien | Verschlagwortet mit , , , , , , | 11 Kommentare

Buntes Leben (ein Bild draus machen)

Kürzlich sah ich bei „Kafka on the Road“ eine Fotocollage mit dem Titel „Buntes Leben“. Heute, als ich sie erneut ansehen wollte, war sie weg, aber ihre Wirkung hatte sie schon getan. Denn seither spukte der Satz in mir herum „Mein Leben ist bunt …es passiert eine Menge. Aber es wird kein Bild daraus. Nur viele kurze Schnappschüsse.“

Ich stand vor der Leinwand, auf der ich ein paar Tage zuvor eine Art See mit Schilf gepinselt hatte, und überlegte, was ich draus machen könnte.

Zunächst fiel mir nur ein, eine Art Gitter drüber zu legen, so dass das einheitliche Thema in viele Mosaiksteine zerfiel.

Es war das umgekehrte Vorgehen einer Collage: statt aus vielem eine Einheit machte ich aus einer Einheit eine Vielheit.

Nachdenkend darüber, ob ich das Gitter plastischer ausmalen sollte, fiel mir an einer langen Mauer eine gesprayte Schrift auf. Zwischen den blockartigen Buchstaben waren locker-farbige Felder stehengeblieben und weiß gerahmt.

Und so verstärkte ich das Gitter mit weißen und schwarzen Linien.

„Ein buntes Leben“, Pigmente, Kleister, Kohle auf Leinwand, 120 x 60 cm

Ein buntes Leben. Jedes Ereignis gesondert, Vielfalt und doch eine Einheit.

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotocollage, kleine Beobachtungen, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst, Methode | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 10 Kommentare

Gingernillis 26: Glöckchen

Das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) erinnert mich täglich daran, dass der Wonnemonat Mai voranschreitet und sich bedrohlich dem Ende nähert. Es ist wie der Ruf der Glocke, wie das Klingeln, das die Eröffnung einer neuen Runde anzeigt.

Also lasse ich heute die größere der beiden Krimskrams-Glocken hell metallisch erklingen:

Guten Morgen ohne Sorgen!

Was ist wohl im Tag verborgen?

Die Kleine kann beim Wecken wenig helfen,

ihr Klang aus Porzelan weckt höchstens Elfen.

Veröffentlicht unter Alphabet der Materialien, Fotografie, Krimskrams, Leben, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Regen im Mai

Die letzten Tage war die Atmosphäre sehr schwer von Saharasand. Heute endlich regnete es. Ich hatte die Freude, dem prasselnden Regen vom Tavernentisch aus, den wir rasch unter den schützenden Vorbau getragen hatten, zuzuschauen.

Ich machte immer wieder ein Foto, um die Veränderung des Lichts zu dokumentieren.

Das Meer wurde schließlich wieder sichtbar und fing an zu funkeln.

 

Veröffentlicht unter Fotografie, Leben, Natur, Psyche, Tagebuch der Lustbarkeiten, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar