Kunst hilft II: Neue Ausstellung in Planung.

Für den Juli habe ich eine weitere Ausstellung mit älteren Bildern geplant, um die Hilfskasse unserer Gruppe zu füllen. Sie wird diesmal in unserer hübschen „Kreisstadt“ Kardamili, in der Taverne „Hof der Giorgitsa“ stattfinden, die laufend Events beherbergt. Dann wimmelt es von Menschen und Farben, es wird Musik gespielt und auf enger Fläche getanzt. Aber es gibt auch ruhige besinnliche Zeiten, wo man einfach nur da sitzt, sich unterhält und  die liebevoll bereiteten Speisen genießt.

Als Ausstellungsflächen stehen ein paar Meter gemauerte Wände im Hof und am gegenüberliegenden Gebäude der Gasse zur Verfügung. Außerdem können kleinere Bilder hier und da hingestellt und -gelegt werden. Da diese Voraussetzungen nicht ganz einfach sind, habe ich bereits begonnen, mir ein mögliches Konzept zu überlegen und einige meiner Bilder in die Kulisse hineinkopiert. Beispiele;

Eine Wand im Hof: Bunte Lämpchen, Bänder, ein Tisch zum Essen und Trinken davor.

Was kann da standhalten und Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Es müssen starke Farben her, denke ich mal. Und probiere zwei Varianten aus.

Die lange, mehrmals unterbrochene Mauer draußen könnte ich mit schmalen hohen Figurenbildern behängen. Doch wie und mit welchen?

Diese oder jene?

zwei oder drei?

Männlein oder Weiblein?

Querformate?

Oder vielleicht doch keine Figuren, sondern eine fantastische Fassade wie diese?

Ich könnte natürlich auch eine Wand mit Portraits pflastern …

oder mit anderen Motiven

Nun, es hat ja noch Zeit. Ich werde mir den Laden noch öfter von Nah betrachten und mich inspirieren lassen.

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Der Juni und der Bube der Kelche

Den Buben der Kelche zog ich für den Monat Juni in der sechsten Raunacht. Es war die Silvesternacht. Sie hatte sich schon chaotisch angekündigt, und als dann die Glocken das Neue Jahr verkündeten und wir uns zuprosteten, bemerkten wir einen schweren Geruch nach Abgasen. Der Grund war der Verbrenner der Zentralheizung, die Wirkung verheerend für mein Atelier. So begann das Jahr.

Doch das ist nun schon längst vergangener Schnee. Das Atelier ist renoviert, die Feste sind gefeiert. Und wir sind im Juni gelandet, der bei mir vom Buben der Kelche regiert wird. Was bedeutet das für mich?

Ich lese nach, was ich am 1. Januar dazu schrieb: „Dem Gerücht nach wird er mir im Juni des nun gerade begonnenen Jahres seine Weisheiten zuflüstern und mich auffordern, mich dem Wasser, der Kreativität und Sinnlichkeit sanft und widerstandlos hinzugeben.“ Ich freute mich, dass mir der Juni in so hübscher Gestalt entgegentrat.

Zum neurografischen Zeichnen kam ich in der Silvesternacht nicht, ich holte es am Tage drauf nach und es entstand dies:

Ich schrieb dazu: „Blaues Wasser und feurige Sonnenkraft halten sich die Waage. Die Beine stehen fest im Wasser, der Kopf ist klar und leer von Grübeleien. Was sich zwischen Fuß und Kopf abspielt, ist fast schon ein bisschen zu viel. Genau das wird meine Aufgabe sein: wieviel freies Spiel, wieviel anstrengende Kreativität tun mir gut. So jedenfalls lese ich die Karte. Und wenn der Juni kommt, hole ich sie hervor und finde das rechte Gleichgewicht heraus.“

Ich finde, das ist ein ausgezeichnetes Programm: Herauszufinden, wieviel freies Spiel, wieviel anstrengende Kreativität mir gut tun. Jedenfalls fühle ich in mir einen ziemlichen Kreativitätsstau, nachdem ich mich in den vergangenen Monaten der Renovierung, der Organisation, dem Fest und der Familie gewidmet habe. Ideen sind reichlich vorhanden, und ein Termin für eine Ausstellung im Juli steht auch schon fest. Vor allem aber ist der Sommer da, und das Meer ruft, um drin zu schwimmen und die schönen hellen Nächte zu genießen.

Malerei vom Juni 2024

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Kunst am Sonntag: Periklis und Konstantinos (Dikos) Vyzantios

Bei meinem letzten Athen-Aufenthalt besuchte ich eine große Ausstellung zweier griechischer Maler, Vater und Sohn, für mich sehr interessant anzusehen.

Wie aber kann ich die Masse der Bilder für euch organisieren?  Wie ein Verständnis für diese beiden griechischen Maler wecken? Schwierig, da die Entwicklung der griechischen Malerei nicht unabhängig von den großen Entwicklungen in Europa zu verstehen ist. Das schwache moderne Athen hat es nie zu einer eigenen Kunstrichtung gebracht, die auf andere europäische Länder ausstrahlte, aber sehr viel aus den europäischen Kunst-Hauptstädten, besonders München (19. Jh) und Paris (Beginn 20. Jh) aufgenommen und mit den Farben und Motiven der griechischen Natur verschmolzen.

(Ich bitte die schlechte Qualität der Fotos zu entschuldigen: die Spiegelungen auf dem Glas und die Lichtreflexe auf dem Öl konnte ich leider nicht vermeiden.)

Periklis Vyzantios (1893-1972) studierte, wie viele seiner künstlerischen Mitstreiter, von 1910-1915 in Paris. Er wurde ein in Griechenland hoch angesehener Maler, Illustrator und Bühnenbildner. 1939 wurde ihm die Leitung der Zweige Delphi und Hydra der Athener Kunstakademie anvertraut. Hydra wurde zu seiner zweiten Heimat. Die gezeigten Werke sind vor allem Landschaften, die gelegentlich an Turner erinnern, sowie Portraits und Straßenszenen.

Eines seiner Bilder habe ich bereits im Rahmen von Myriades Impulswerkstatt gezeigt.

Barszene auf Hydra

Der Felsen von Hydra

Küste von Hyra

Attische Landschaft

Dikos (Konstantinos) Vyzantios war sein 1924 geborener Sohn. Er studierte an der Athener Kunstakademie und dann mit Stipendium der französischen Regierung in Paris (1946). Er blieb in Frankreich und starb 2007 in Mallorca (Spanien).

Seine Entwicklung ist für „europäische“ Augen interessanter, vor allem ist sie radikaler: beginnend mit abstrahierenden Landschaften …

geht er über zu großen monochromen Leinwänden, die wegen ihres dickflüssigen Farbauftrags fast wie Basreliefs wirken (leider wegen der Lichtreflexe kaum fotografierbar) und die Assoziationen zu menschlichen Figuren und Landschaften wachrufen (frühe 70er Jahre).

Dieses Bild heißt, nach der Farbe, einfach „bleu“.

Und dieses heißt „ombra“ – nach der Bezeichnung der Malfarbe, in seiner Bedeutung auch „Schatten“.

Aus der ockrigen Farbmasse herausgearbeitete fast monochrome Figur:

Noch einmal ändert sich sein Stil vollkommen: Gegen Ende der 80er Jahre malt er große sehr farbstarke Bilder mit theatralisch arrangierten Figuren („Personnages“), die nichts mehr von seiner Herkunft erkennen lassen.

(Bildausschnitt)

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Archivbild der Woche, 1.6.2016: Lichtstrahl

An einem Tag wie heute: 1. Juni 2016.

„Geometrie des Lichts“ nennte ich dieses Bild, das ich für Heides Projekt „Archivbild der Woche“ aus dem Archiv nach oben befördert habe.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Noch einmal Spiegelungen am Segelhafen

Der letzte Tag im Mai. Wolken ziehen über den Himmel, das Wasser kräuselt sich leicht im leichten Wind. Wenn die Sonne durch die Wolken bricht, ist es sehr heiß. Die Spiegelungen magisch.

Sehr weich verschwimmen die Formen (anklicken zum Vergrößern)

die leichte Bewegung der Oberfläche zeichnet die Dinge in weichen Wellenlinien nach.

Warum zeict sich das Wasser in diesen matten Grüntönen? Es ist, als verdampfe eine hauchdünne Wasserschicht unter der Sommerhitze.

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Der Mai und die Zehn der Kelche: Was aus ihnen wurde.

Manc4her erinnert sich vielleicht? Ich zag in der 5. Raunacht am 30, Dezenber des vorigen Jahres die herrliche Karte „Zehn der Stäbe“ für den Monat Mai.

„Das einfache Glück eines Paares mit zwei spielenden Kindern, sie breiten weit ihre Arme aus, umarmen Himmel und Erde……..

Und was bedeutet das für mich? Ich lebe auch in einem Paradies. Über uns wölbt sich Tag für Tag der blaue und Nacht für Nacht der sternenfunkelnde Himmel Griechenlands (außer es regnet, was ebenfalls gut ist).

Was also gibt es für mich bei dieser Karte zu bedenken? …

Nichts gibt es zu bedenken. Freu dich einfach, von Herzen und ohne Wenn und Aber! Kannst du nicht? Dann lerne es im Mai!“

So schrieb ich und nahm mir vor, im kommenden Mai zu lernen, mich dem Glück des einfachen Lebens in der Familie anzuvertrauen. So einfach! und doch so schwer.

In jener Raunacht Ende Dezember näherte ich mich dem Thema mit einer neurografischen Zeichnung.

Ich meinte zu sehen, dass sich aus dem Gewirr der Linien die Gestalt eines Ölbaumes herausschälte – Symbol für tiefe irdische Verwurzelung, für Fruchtbarkeit auch aus steinigem Boden und in dürren Zeiten, für schwarze Bitternis, aus der köstliches goldenes Öl gepresst werden kann, das uns Menschen ernährt. Ölbäume – das bedeutet materielle Sicherheit, Heim, Familienglück. 10 Kelche eben.

Und was ist nun aus dem Mai und den zehn Kelchen geworden? Tatsächlich wurde es ein geruhsamer familienbezogener Monat, mit Besuch des Sohnes, Geburtstagsfeiern, Besuch bei Verwandten, Ausflügen, Spaziergängen, gemeinsamem Essen mit lebhaften Unterhaltungen.  Sicherheit, Heim und Familienglück.

Eine neue neurografische Zeichnung zur Tarotkarte „Familienglück“ machte ich heute.

Im Vergleich zur Dezemberzeichnung fällt das Maienlicht auf. Dort Olivenbaum – hier Aprikosenbaum. Nicht mehr geht es um die Mühen, das Olivenöl zu gewinnen – das ist Dezemberarbeit -, sondern die Früchte entwickeln sich jetzt wie von selbst in der hellen Sonne. Was dann auch reifen wird? Das wird sich zeigen.

Schön wars, aber nun ist Zeit für Öffnungen, das spüre ich. Die Familie ist wichtig, aber jeder sollte doch darüber hinausgehen, sich eigene Aktionsfelder erobern, finde ich. Gestern machte ich mich auf den Weg, um einen Ausstellungstermin für Juli festzumachen, heute kamen Leute zum Aufstellen. Und so gehe ich mit guten Kräften in den Juni.

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Gingernillis 31: Bötchen, Eulen und Engel

An einer unserer Deckenlampen hängen gleich fünf Gingernillis. Und da heute der letzte Tag vom Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) ist, habe ich sie alle fotografiert, wie sie da hangen.

Ganz oben, gleich neben der Lampe, das bescheidene Bötchen.

Darunter eine sehr fotogene kleine Eule.

Darunter eine größere Eule in Knüpftechnik

Schräg darunter eine klitzekleine Eule,die ich beinahe übersehen hätte.

Den krönenden Abschluss macht ein reizender Engel mit goldenen Flügeln, den mir eine Freundin zum letzten Weihnachtsfest schenkte.

Womit sich der Kreis schließt: die Serie begann mit einem Weihnachtsmann und endet mit einem Weihnachtsengel. Frohe Weihnachten allseits! Und frohe Tage dazwischen!

Danke, Juzicka-Jess, für deinen witzigen Einfall, unseren Gingernillis ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken!

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Sonnenuntergang oder: Jeder ist ein Zentrum

Nach einem schönen Ausflug (dazu mehr morgen) hielt ich ein Weilchen am Meer, um die Sonne untergehen zu sehen. Wie immer machte es mir Eindruck, dass die Sonnenbahn genau auf den Betrachter, in diesem Fall mich, zuläuft. Ich fühlte mich gestärkt und richtig am Ort, an meinem Platz: Ja, jeder ist das Zentrum seines Lebens, das Zentrums der Welt.

Wäre ich eine andere, an einem anderen Ort – wieder liefe die Sonnenbahn auf mich zu. Niemand steht mehr oder weniger im Licht. Jeder steht im Zentrum, ist ein Zentrum. Da gibt es kein „am Rande Rumstehen“. Die Sonne gestattet dir nicht zu sagen: „auf mich kommt es nicht an“. Sie zeigt geradewegs auf mich, auf dich, auf einen jeden.

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Bewegung im Still (Kleine Beobachtungen)

Kürzlich (hier) stellte ich anlässlich von Myrades Foto einer Läufergruppe ein paar Gedanken über Bewegung an. Ich illustrierte diese Gedanken u.a. mit Fotos, die ich durch Bewegung des Handys künstlich verwischt hatte. Die Dinge im Raum waren tatsächlich unbeweglich, doch erschienen sie wie bewegt.

Gestern nun fotografierte ich mit meinem Handy die Katze, die durch den Raum zwischen den unbewegten Füßen meines Mannes und dem bewegten Bild auf dem TV-Screen hindurchlief. Da es ziemlich dunkel war, benutzte das Handy eine längere Belichtungszeit. Und so entstand ein Bild, das ich „Bewegung im Still“ nennen möchte.


Der Raum und das Bein stehen still, wie es sich für ein ordentliches Foto gehört, aber die Katze und das Fernsehbild bewegen sich. Beide sind daher unscharf abgebildet. Der Grund ist aber ganz verschieden. Das Fernsehbild verschiebt sich „mechanisch“ durch die Bewegung der Kamera …

die Katze aber bewegt sich selbständig, denn sie ist lebendig! Sie ist tatsächlich beweglich, ganz anders als die Akropolis auf dem Fernsehschirm.

Banal? Nun, ich finde es eine höchst interessante Beobachtung, wie sich in einem Foto drei verschiedene Bewegungsformen gleichzeitig abbilden: die fotografische Fixierung eines Beins, so dass es wie der Stuhlbein, der Boden, das Bild erstarrt, die Scheinbewegung eines Gebäudes durch Kameraschwenk, und die durch Eigenbewegung unscharf gewordene Abbildung einer bewegten Katze, die damit klar zum Ausdruck bringt: ich bin kein Gegenstand!

 

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Gingernilli 30: Biene Maja und Glasvase mit Glasblumen

Das Wort „Gingernillis“ – wie ich las, in der Schweiz sehr gebräuchlich, mir bis dato unbekannt – ist mir lieb geworden, seit ich seit nunmehr 30 Tagen jeden Tag ein Kinkeritzchen, Krimskrams oder eben Gingernilli für das Challange von Juzicka-Jess (Amorak) poste.

Gingernilli klingt in meinen Ohren angemessener für diese liebenswerten Dingerlinge, die still und bescheiden auf den Regalen und Tischen, in den Kästen und und Dosen vor sich hinleben und einem, nimmt man sie wahr, freundliche Gefühle vermitteln. Wie dieser nette Blumen-Übertopf mit der Biene Maja, die ein anderes Insekt begrüßt. Weiß jemand ihren Namen?

Die kleine blaue Glasvase dahinter ist nicht nur besonders hübsch, sondern wärmt mich auch mit der Erinnerung an eine alte Dame, die sie mir – einfach so, und weil sie aus irgendeinem Grunde Sympathie für mich empfand – schenkte. Die Vase war hübsch verpackt, und als ich sie samt den kunstvollen gläsernen Blumen aus dem Papier wickelte, konnte ich kaum glauben, dass das für mich sein sollte. So etwas Zierliches hatte ich noch nie besessen. Das ist viele Jahre her, ich bin jetzt selbst alt, aber die Vase ist geblieben wie sie war und die Blumen sind nicht verwelkt.

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