Zu Besuch beim kleinen Bären

Antwort auf Ullis Abendnotiz „Zerbrochene Träume“ hier:

Der traurige Brief vom kleinen Bären  erreichte dank moderner Elektronik den Fuchs und auch den kleinen Prinzen, der sofort bereit war, mitsamt seiner geliebten Rose den weiten Weg von seinem Heimatplaneten anzutreten. Sie spielten ein Weilchen mit dem kleinen Bären und gingen dann ihrer Wege. Der kleine Bär blieb mit dem geschenkten Ball  zurück in seiner Höhle. Weich gebettet und getröstet erwartet er nun das Kommen des Frühlings.

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Puppen und Clowns

Gestern abend war ich in der „Puppenwerkstatt Mairibi“ – schau mal hier  und sah eine Vorführung mit den italienischen Clowns Lucchettini. Meine trübe Stimmung brauchte Aufheiterung. Und es gelang. Schon das Warten im Vorraum war ein Genuss, denn die Menschen, die sich da ansammelten,  kamen mir alle wie verkappte Puppenspieler vor – außer den kleinen Kindern, die eher wie wundervolle lebendige Puppen auf mich wirkten. Wie gern hätte ich all diese Menschenkinder und ihre ebenso ansehnlichen Eltern fotografiert – aber das habe ich mir verboten. Nur ein unscharfes generelles Foto und keine Portraits machte ich. So leid es mir tat.  In einer Vitrine gab es ausrangierte Gliedmaßen und Schuhe von Puppen und zwei Gruselfiguren zu besehen. Und eine sehr große eindrucksvolle Stoffpuppe mit Kind, die die ganze Länge des Thresens einnahm. – Die knipste ich stattdessen.

Das kleine intime Theater füllte sich bis auf den letzten Platz, und ein Riesenspaß begann. Nein, ich erzähle nichts, das geht nicht. Clowns muss  man sehen und erleben. Ich hoffe, die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.

 

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Griechisches Alphabet des freien Denkens: Χ wie Χάος

150px-greek_letter_chi_serifsans-svg Der 23. Buchstabe im griechischen Alphabet heißt Chi. Vor den Vokalen a, o, ou und vor Konsonanten wird er rau hinten im Hals gesprochen wie im Deutschen auch, noch, Rauch, Nacht, vor e, ä und i aber wie im deutschen weich, ich, nicht, Recht.  Es ist also ein Doppellaut wie im Deutschen, nur dass die Aussprache im Griechischen vom nachfolgenden, im Deutschen vom vorangehenden Vokal bestimmt wird.

Schöne Wörter gibt’s, die mit Ch beginnen, Charisma, Charakter, Chor, Christos – der Gesalbte -, auch die griechischen Wörter für Tanz und Freude und viele andere, schönere als Chaos, das ich zum Vertreter des Chi  erwählt habe.

Chaos – das Chi rau hinten im Hals zu sprechen – ist ein Wort, das mich schon lange begleitet. Schau mal hier: https://gerdakazakou.com/2015/05/25/nyx-tochter-des-chaos/. Nyx, die Nacht, schreibe ich dort, sei die erste Tochter des Chaos. Die Nacht gebar dann den Tag und alles weitere. Fällt dir auch auf, dass Nyx wie nix und Nacht fast wie Nicht klingt? Auf Neugriechisch heißt die Nacht tatsächlich Nichta.

X sieht aus, als wolle es etwas aus- und durchstreichen.

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Nyx, die Nacht / der dunkle Engel. copyright Gerda Kazakou.

Alles Entstandene wird aus dem Chaos geboren und sinkt ins Chaos zurücksinkt, sagt der Mythos. Ich weiß durchaus nicht, ob es so ist. Aber meiner künstlerischen Methode liegt gerade diese Vorstellung zugrunde.

Das Gegenteil von Ordnung sei Chaos – so sagte ich unter dem Stichwort Ordnung. „Die Freiheit meines Denkens besteht darin, welche Ordnungen ich bilde – und nicht darin, ob ich überhaupt welche bilde. Meine Legekunst ist eigentlich eine ständige Demonstration dieses Gedankens.“ schreibe ich dort.

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Μηχαήλ Drachentöter / der helle Engel, copyright Gerda Kazakou

Und jetzt kommt der schwierigere Teil. Bevor ich eine neue Ordnung schaffen kann, muss ich durch die Zerstörung der bestehenden hindurch. Ich muss den Drachen der überlieferten Ordnung töten.

Wir leben in Ordnungen, in Beziehungen, in Selbstverständlichkeiten. Wir lernen, wenn wir heranwachsen, dass diese Ordnungen haltbar sind. Und froh sind wir, wenn wir uns darauf verlassen können, dass die Wohnung noch da ist, wenn wir heimkommen, dass der Partner, die Eltern, die Kinder, die lieben Freunde nicht über Nacht einfach verschwinden und dass die Erde uns hält.

Doch es kann passieren, dass es auf einmal nicht mehr so ist. Die Ordnung der mir bekannten Welt oder auch die in meinem Kopf zerfällt. Das Haus ist zerbombt, der Strom abgestellt, die Rente bleibt aus, der Freund hat sich davongemacht, ich finde mich wieder in einem Land, dessen Regeln und Sprache ich nicht kenne …Oder es ist der Kopf, in dem sich die gewohnte Ordnung auflöst: Ich erinnere mich nicht mehr an meinen Namen, meine Herkunft, ich irre in einer mir unverständlichen Welt herum.

Um frei zu werden, muss ich mich aus den Selbstverständlichkeiten, den Verstrickungen, Verknüpfungen, Beziehungen, an die mich die Gewohnheit bindet, lösen. Es kann passieren, dass mir diese Freiheit brutal serviert wird, ohne dass ich sie suche. Alles fällt dann in den Zustand des Chaos zurück, aus dem ich erneut eine Welt bauen muss.

Ich tue dasselbe kontrolliert in meinen Legebildern, vielleicht um mich an das Unausweichliche schon mal zu gewöhnen. Im Spiel kann ich vorwegnehmen, was mir das Leben und Sterben zumutet, und meine Kräfte schulen. Ich nenne die Zerstörung Transformation.

Hier siehst du vier Bilder des chaotischen Zerfalls. Es handelt sich um zufällige Anordnungen meines gerade aktuellen Satzes an Schnipseln. Ich habe das Quadrat als Format gewählt, denn diese Bilder lassen sich in jede Richtung drehen. Jedesmal entwickeln sie eine andere Dynamik. Ich gebe zu, dass sie mich faszinieren. Denn sie haben ihr gesamtes schöpferisches Potential noch in sich. Vieles scheint möglich.

Aus diesen Schnipseln habe ich heute ein fünftes Bild gelegt. Die anderen vier waren:

Ich nenne das heutige Bild, in Anlehnung an das neue Wochenthema des Mitmachblogs: Was sind für uns Behinderungen. Zu sehen ist ein Mensch, der in einem Boot sitzt und in die Freiheit rudern will. Aber sein Boot sitzt fest, da kann er noch so viel rudern. Das Grabmal seiner Ahnen, das geliebte Zuhause mit dem rauchenden Kamin, seine Blickrichtung und was noch alles hindern ihn an der Ausfahrt. Er lebt in einer bindenden Ordnung und er fürchtet den Zustand des Chaos, als das ihm die Aufgabe liebgewordener Vorstellungen erscheinen würde. Da lässt er doch lieber alles beim Alten und rudert auf festem bewährtem trockenem Grund.

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Was sind für uns Behinderungen, copyright Gerda Kazakou

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Hänschen klein …

Dies habe ich eben unter dem Thema „Kindheitserinnerungen“ auf dem Mitmachblog veröffentlicht. Für das Legebild habe ich dieselben Teile verwendet, wie für den Kleinen Prinzen mit Fuchs, den Fisch und das Quizz.

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Quizz

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Welcher Satz passt du welchem Teil?

a. Die Sonne geht unter

b. Der Fuchs geht heim

c. Die Wolke regnet

d. Der Wichtel hat sich seine Regenmütze übergezogen

e. Der Vogel singt sein Abendlied

Streiche durch, was falsch ist: Es ist windig. Es regnet. Es ist Abend. Es ist Morgen. Der Wichtel ist jung. Es gibt drei Pilze. Es gibt drei Bäume. Der Fuchs hat was ausgefressen.

Und nun, für die Tüfftler unter euch: Finde dieselben Teile auf den drei Bildern.

Viel Spaß.


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Der Fisch ist stumm …

Der Fisch ist stumm …

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… und schwimmt herum. pst- pst – pst …..

Der Buchstabe Ψ =ps ist noch nicht dran im Alphabet des freien Denkens. Wenn er dran wär, würde ich dann ψάρι = psari wählen? Weil er so viel vom Schweigen versteht? Ich hab sone Sehnsucht nach dem Meer! Doch da ist der andere große Anwärter auf einen Platz :  Ψυχή/Psyche = die Seele.220px-galgenlieder_025a Morgenstern

Für Liebhaber von Fischgesängen habe ich was Feines aus dem Netz gefischt: hier


Anmerkung: Mein „Fisch“ ist ein umgewandelter „Kleiner Prinz und Fuchs“. Die Stücke sind exakt dieselben.

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„Komm, spiel mit mir. Ich bin so traurig“.

»Wer bist du?«, fragte der kleine Prinz. »Du bist sehr hübsch …«

»Ich bin ein Fuchs«, sagte der Fuchs.

»Komm, spiel mit mir«, schlug der kleine Prinz vor. »Ich bin so traurig …«

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Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz.

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Griechisches Alphabet des freien Denkens: Φ wie Φαντασία

phi_uc_lc-svg Das Phi ist der 21. Buchstabe des griechischen Alphabets. Früher als angehauchtes P gesprochen, ist er schon lange zum F-Laut geworden. Fantasie – von griechisch Φαντασία soll mein Stellvertreterwort sein. Es gehört zu einer illustren Familie:

    • φαντός  sichtbar
      • φαντάζειν sichtbar machen, sichtbar werden, erscheinen, sich dem Geist darstellen, sich etwas einbilden
        • φαντασία das Sichtbarwerden, Erscheinen; Anblick, Aussehen; Halluzination, Gespenst; Imagination, Vorstellungsgabe; Anschein; Illusion, Dünkel
          • >> neuhochdeutsch. Phantasie. Imagination, Einfallsreichtum
        • φάντασμα Erscheinung, Hirngespinst, Gespenst; Imagination
          • > frz. fantôme Gespenst
              • >> nhd. Phantom ‚virtuelle Gestalt‘
        • φανταστικός  imaginär, virtuell
          • >> nhd. phantastisch.imaginär, virtuell, märchenhaft, wunderbar

Natürlich weiß ich, was Phantasie ist, aber vorsichtshalber googlete ich ein bisschen. Und siehe da! Was fischte ich aus dem Netz? „Die pinke Gerda“

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„Wir suchen für unsere Abendveranstaltungen „Die pinke Gerda“: Firmen oder Privatpersonen, die Gelder für die Förderpreise spenden und dafür vom Verein Ikarus e. V. eine Spendenquittung erhalten….“ wirbt eine Schule der Fantasie. image003

Ich lachte und freute mich. Die meisten meinen wohl, man hat Fantasie, oder man hat sie nicht so. So mancher sei damit geschlagen, andere hingegen gesegnet. Aber wer kommt schon darauf, eine Schule der Fantasie für nötig zu halten?

Die Meinungen, was das denn sei, die Fantasie, gehen ziemlich auseinander. Bei Aristoteles ist die Sache noch ziemlich klar: „Die Phantasie ist die Kraft, vermöge deren das Bild eines Dinges in uns entsteht“. Danach aber geht die Fantasie ziemlich mit den Definierern durch. Hier eine kleine Auswahl von quotes:

Hübsch, zugegeben. Ich aber bleibe lieber bei Aristoteles. „Die Phantasie ist die Kraft, vermöge deren das Bild eines Dinges in uns entsteht“ Das ist zwar knochentrocken, aber es sagt Entscheidendes: Es gibt da eine Kraft. Und die macht, dass ein Bild der Außenwelt in meinem Inneren entsteht. Ob ich das Bild empfange oder entwerfe, und in welchem Verhältnis es zur Außenwelt steht, die ich durch meine Sinne wahrnehme – das sagt er nicht.

Fantasie ist „Einbildung“, ist Imagination.

„Es gibt indes wenige Menschen, die eine Phantasie für die Wahrheit des Realen besitzen …“ , so Goethe. Und da sind wir bereits an dem Scheidepunkt zwischen Fantasterei und Hirngespinsten einerseits – und der schöpferischen Kraft Phantasie, die uns Menschen gegeben ist, um in das noch nicht Verwirktlichte, aber durchaus Mögliche zu schauen. Einstein sagt das so: Ich bin Künstler genug, um mich auf meine Imagination zu stützen. Imagination ist wichtiger als Wissen. Wissen ist begrenzt. Imagination umfasst die ganze Welt.“

Ich „bilde“ mir die ganze Welt „ein“. Und von dort, aus meinem Inneren, hole ich sie wiederum herauf und gestalte sie frei um. Das Bild, das ich gestalte, ist anders als die Welt, die ich zuvor wahrnahm, aber es ist ihr nicht fremd. Es kann daher in diese Welt verändernd eingreifen.

In der „Welthaltigkeit“ meines Bildes besteht der Unterschied zwischen Spinnerei und Imagination. Fantasie in diesem Sinne ist fast dasselbe wie Ullis mutiges Träumen, da sie ja ebenfalls nicht von der Wirklichkeit absieht, sondern diese verändern will, indem sie ein erweitertes, verbessertes Bild des Vorhandenen entwirft.

Also bedarf es tatsächlich einer Schulung, damit die Phantasie nicht Purzelbäume schlägt, sondern sich „für die Wahrheit des Realen“ interessiert?

Ich denke, ja.

Denn die „seltsame Tochter Jovis“ (Goethe) kann einen, wenn sie verwildert, ganz schön in die Irre führen, in finsterste Abgründe der Triebe ebenso wie in die neblichten Höhen der Illusion und der Hirngespinste.

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Goya, Capriccio: Wenn die Vernunft schläft, gebiert sie Monster

Macht nichts, sagst du? Lass sie doch, wenn es Spaß macht? Ich weiß nicht. Wenn ich einen Blick in die Spukwelt von Fantasy und Teufelskult werfe, wenn ich mir die Ausgeburten seliger Himmelshoffnungen und Liebesglitzerwelten vergegenwärtige, dann vergeht mir die Lust auf Fantasie. Dann sage ich mir: Bleib lieber in dem einigermaßen überschaubaren Bereich, den wir Wirklichkeit nennen, und schlage dich irdisch-ehrlich durch.

Ohne Fantasie gibt es freilich überhaupt kein freies Denken, keine Entwicklung, keinen Fortschritt. Tagtäglich bemühst du sie, um aus den disparaten Eindrücken der Welt dein Weltbild, deine Wirklichkeit zusammenzuspinnen. Meistens tust du das, wenn du erwachsen bist, ganz ernsthaft und nach den Regeln, die man dir inzwischen beigebracht hat. Du siehst einen Vierbeiner und sagst: ein Hund. Das ist deine ganze Fantasietätigkeit. Selten  lässt du die Fantasie spielen, als seist du ein Kind, dem ein Stück Holz alles sein kann: ein Pferd und ein Schwert,  das es schnitzend verändert oder einfach nur vor sich hertreibt mit hü und mit hott.

Die Fantasie-Kraft anzuregen, zu stärken, zu gestalten, und immer wieder zu beleben ist eine Hauptaufgabe der Erziehung. Denn sie ist es, die das Innenleben des Menschen „bildet“ und „bebildert“. Ohne Fantasie gibt es kein Innenleben. Und ohne Pflege  verwildert und verroht die Fantasie und nimmt groteske Formen an. Die Himmelskraft Phantasie wird, wenn sie ungestaltet bleibt, leicht zur Höllenmacht.

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Das griechische Alphabet im Überblick – wo bin ich gerade?

Ulli hat ihr feines Alphabet des mutigen Wollens – sie selbst nennt es „Mutiges Träumen“ – mit einer Vignette abgeschlossen hier, in der das A und das Ω in einer Endlosschleife vereinigt sind. Ich darf sie hier noch mal zeigen, nicht wahr, Ulli?  Das Ω, Omega genannt, ist der allerletzte Buchstabe im griechisches Alphabet, es ist sozusagen das griechische Zett. alpha-und-omega

alpha und omega © harmusicrecords.com

Zuletzt war ich beim Y. Aber danach kommt kein Z und auch kein Ω, sondern erst noch Φ, Χ, Ψ. Das gesamte griechische Alphabet hat 24 Buchstaben und liest sich so:

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Und dies sind die Wörter, die ich bisher aufgenommen habe:

Α = Άνθρωπος/Mensch, Β = Βίος/Leben, Lebenslauf, Γ = Γέλιο/Lachen, Δ = Δουλειά/Arbeit, Sklaverei, Ε = Ελευθερία, Ελεύσις/Freiheit, Eleusis, Elysium, Ζ = Ζωή/Leben, Η = Ηττα/Niederlage,  Ι = Ισορροπία/Gleichgewicht,  Κ = Κεφάλι, Καρδιά/Kopf und Herz, Λ = λαμβάνω, Λόγος/ich empfange, Logos, Μ = Μουσική/Musik,  Ν = Νους/Verstand, Ξ = Ξένος/der die das Fremde, Unbekannte Ο = Όραμα/Vision,  Π = παιδί, παίζω, Παιδεία/Kind, spielen, Erziehung, Bildungswesen,  Ρ = Ρίζα/Wurzel, Σ = Συνείδηση/Bewusstsein und Gewissen,  Τ = Τάξη/Ordnung und Klasse, Υ = Ύλη/Materie.

Vergessen habe ich Θ = Theta, das ich im Artikel über Άνθρωπος, Mensch, das Tor zum Göttlichen, Θεός, nannte. Manche meinen freilich, es sei das Symbol für einen anderen Durchgang, Θάνατος, Tod. Vielleicht habe ich ihn deshalb vergessen? Wenn dir ein schönes Wort mit Th einfällt, über das du mehr erfahren möchtest: Dies ist deine Chance! 18019-hands-joining-the-world1

„Hands joining the world“, gefunden hier , etwas gedreht, um es dem Buchstaben Θ anzugleichen. Die griechische Legende zum Bild sagt: „Gott ist Liebe, und Liebe ist Gott“.

Als nächster Buchstabe ist jedenfalls das Phi dran, und dann das Chi und dann das Psi. Dann erst kann ich mich beim Omega ausruhen. Ich hoffe, du bist ein geduldiger Mensch und noch mit mir bei der Sache, jetzt, wo Ulli mit „Z für Zuversicht“ so schön fertig geworden ist.

Wäre ich beim Zett – ich würde wohl nicht Ullis Zuversicht, sondern das Wort Zweifel wählen, das zu einem Alphabet des freien Denkens weit besser passt. In Griechischen würde es mich, wie beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel, zurückversetzen zum Anfang, Ausgangspunkt, kurz, zu A = Αμφιβολία/Zweifel, Ungewissheit. Und schon säße ich fest in der Endlosschleife, von der oben die Rede war …

Zum Glück muss ich nicht über das Z gehen, das ich längst als Ζ, ζ / stimmhaftes s wie in ΖΩΗ abgehakt habe. Ich muss nur auf das große Ω zusteuern – das mir wie ein lockender Ausgang und Durchgang erscheint.

alphabetbrainl     Quelle: http://www.ellinoarcheio.com

Das griechische Alphabet wirke auf das menschliche Gehirn, so lese ich bei http://www.ellinoarcheio.com, auf ganz besondere Weise. Und ich frage mich: Entspricht der äußeren Anordnung der Buchstaben womöglich eine innere Ordnung? Ändert es etwas an meinem Denken, wenn am Anfang das A und am Ende das Ω steht – und nicht das Zett?

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Montag ist Fototermin: Die achtziger Jahre in Griechenland.

Ich war gestern in einer Ausstellung im Gazi – das ist die alte Gasfabrik Athens, die zu einem weitläufigen Ausstellungsgelände umgestaltet wurde und jetzt Technopolis heißt. Das Thema – „die achtziger Jahre“ – hatte viele Athener jeden Alters angelockt. Viele kamen mit Kindern, wohl um dem Nachwuchs zu zeigen, wie man selbst gelebt hatte.

Aber war es tatsächlich nur der bescheidene Wohlstand – ein Telefon, ein Transistorradio, eine Vespa, ein Faxgerät am Arbeitsplatz und eine Trockenhaube für den Friseurladen – , der die Griechen nach langer Zeit des Darbens und der Arbeitsemigration an ein kleines Glück für die kleinen Leute glauben ließ – damals, in den gloriosen Zeiten des Pasok – der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung des Andreas Papandreou? Sicher nicht. Auf kleinen Plakaten und in Zeitungsausschnitten wird man erinnert an die Veränderungen im Familienrecht, an Gleichstellungsgesetze, Arbeits- und Streikrechte, an Zugang zum staatlichen Krankenhauswesen für alle, an automatische inflationsbereinigte Lohnanpassung, an Renten für Widerstandskämpfer, an eine neue internationale Rolle im Rahmen der Blockfreien, an Herabsetzung des Wahlalters und -zig andere Reformen, die das Lebensgefühl der Menschen stark veränderte.

Dass die kleinen Freuden des kleinen Mannes mit einem immerfort wachsenden Schuldenberg finanziert wurden und dass das dicke Geld ganz woanders hinwanderte, das kann man freilich auch lesen. Da sind einerseits die bunten Wahlplakate,

andererseits die Meldungen über die Verstaatlichung und anschließende Abwicklung fast der gesamten Schwerindustrie Griechenlands, die Berichte über den „Kauf des Jahrhunderts“ – ein riesiges Waffenbeschaffungsprogramm, das die staatlichen Schulden rasant wachsen ließ und zugleich die Taschen so mancher Mittelsmänner füllten -, die Manipulationen des Bankenwesens und der Presse, erinnert als „Koskotas-Skandal“, ein sich ständig beschleunigender Kauf- und Partyrausch derjenigen, die sich ein großes Stück vom Kuchen abschneiden konnten …, so dass Karamanlis Griechenland ein „grenzenloses Irrenhaus“ nannte – linkes Bild -. Rechts eine Meldung zum „Kauf des Jahrhunderts und den Kosten für die Mittelsmänner“ unter dem Titel „Historische Lüge von Andreas“- gemeint ist A. Papandreou.

1981 war Griechenland – noch unter dem konservativen Ministerpräsidenten Konstantinos Karamanlis – Mitglied der EU geworden. Im selben Jahr übernahm die Pasok, die gegen EU und NATO gewettert hatte, die Regierungsgeschäfte.  Plötzlich war Geld da, sehr viel Geld. EU-Geld. Warum arbeiten, wenn man viel mehr durch Subventionen und billige Kredite erreichen kann? fragten sich nicht nur die Bauern. An die Stelle der heimischen Produktion trat der Import, denn es gab im europäischen Binnenmarkt keine Zölle mehr und die Importgüter waren billiger. Daher nahm die Arbeitslosigkeit trotz des vielen neuen Geldes stark zu – von 2.7% 1981 auf 7.5% 1981 und der Schuldenberg wuchs und wuchs, wie das folgendeSchaubild zeigt.

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Viele Menschen fühlten sich wohl in jenen Jahren des leichten Geldes, sie bemerkten kaum, dass eine heftige Inflation den Zugewinn an Kaufkraft fast wieder auffraß.  Das linke Bild zeigt das Wachstum des Bruttosozialprodukts 1975-1995 in nominalen Größen – von außen nach innen zu lesen, 1995 ist der volle Kreis im Zentrum – . Das rechte Bild zeigt, wieviel das Wachstum wert war, wenn man die Inflation einrechnete.

Die Menschen, die sich wegen der Entwicklung des Landes seit damals Sorgen machen und nicht wissen, wie es weitergehen soll – ob sie wohl in der Ausstellung Antworten gefunden haben?

Ich fand immerhin einen Lichtstrahl in einem Glas mit Wasser, der sich auf dem Kaffeehaustisch brach. Den fotografierte ich für euch drei Mal. Denn dreimal musst du es sagen.

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