Aus gegebenem Anlass (Demo gegen die Verabschiedung des Infektionsschutzgesetzes) möchte ich einen Beitrag rebloggen, auf den mich der WP Algorismus aufmerksam machte. Es handelt sich um ein Kunstprojekt, das darstellt, wie es mit der Reisefreiheit oder genauer mit dem Recht auf freie grenzüberscheitende Mobilität rund um den Globus bestellt war – 2016. Für deutsche Bürger gab es, abweichend von sehr vielen, ja den meisten anderen Nationen, eine fast unbeschränkte Bewegungsfreiheit. Kein Visum wurde verlangt, kein polizeiliches Führungszeugnis, kein Beweis deiner Unbescholtenheit und Gesundheit. Die Beschränkungen, denen andere Völker unterworfen waren, wurden als Überbleibsel einer Vergangenheit angesehen, die für Deutsche und die meisten anderen Europäer nicht mehr galten. Gleichzeitig setzten sich viele dieser Europäer dafür ein, dass sich endlich die Grenzen ihres eigenen Landes auch für Menschen anderer Länder und Kontinente öffneten. Bewegungsfreiheit über die Grenzen hinweg galt als ein Menschenrecht, Abschaffung aller Grenzen als ein Ziel. O freie Horizonte! O freier Atem!
Und das Ergebnis? Selbst um von einer Stadt zu einer anderen zu fahren, um eine kranke Freundin zu besuchen, selbst um von einem Haus zu einem anderen Haus zu gehen, brauchst du jetzt eine behördliche Genehmigung. Trage deine Gründe, von denen es 6 genehmigungsfähige gibt, in ein Formular ein, zusammen mit deinen persönlichen Daten, der Anschrift deines Ziels und deiner Unterschrift, sonst darfst du dein Haus, so du eins hast, gar nicht mehr verlassen. Hast du kein Haus, verstecke dich irgendwo, wenn eine Polizeikontrolle vorbeikommt. Und das soll so bleiben, bis an die Stelle der behördlichen Genehmigung der digitale Gesundheitspass tritt. Wenn du den nicht hast, darfst du dich nicht mehr von der Stelle bewegen, sobald deine Obrigkeit befindet, dass ein gesundheitlicher Notstand existiert.
Ich überlege, wie sich solche Zustände auf der Weltkarte abbilden ließen?
Heute war ich noch einmal auf der Kunstmesse Art Athina 2016, um meine Eindrücke zu vertiefen. Für einen Bericht reichen die Kräfte nicht mehr. aber ich möchte euch doch noch schnell einen kleinen Kiosk vorstellen, den ich ganz am Ende im „inoffiziellen“ Teil der Messe fand. Es gab dort einen dicken Hefter mit Folien. Auf jeder Folie, eine für jedes Land dieser Erde, war dieselbe Weltkarte abgebildet, doch nur die Teile der Weltkarte waren geschwärzt, die die Bewohner ohne Visum bereisen können.
Ich war schwer beeindruckt. Denn wie verschieden sahen die Karten aus! Für die Bewohner des einen Landes – hier Deutschland – steht die ganze Welt offen. Keine Visa-Rennereien, keine Angst, dass man am Ende den Stempel nicht erhält. Man reist, wohin einen das Herz führt und das Portemonnaie es erlaubt.
Dies also ist die deutsche Karte. Ich blätterte dann weiter, stoppte bei einer anderen: dem…
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