„herbstzeitlos“ mit Juricka: Spazieren im Oktoberlicht (2)

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. …..

Hier bei uns in der südlichen Peloponnes ist der Oktober so ganz anders als bei euch in Deutschland: die Natur beginnt sich nach dem langen Sommer zu beleben und zu grünen, es ist eine hoffnungsvolle, zu Tätigkeit anregende Atmosphäre. Natürlich gibt es auch hier welke Blätter und frische Winde, aber weder Nebel noch Düsternis. Die meisten Bäume sind immergrün und lassen nur wenige alte Blätter und Nadeln auf den Boden fallen. Kahl werden nur die wenigsten, und auch das hat noch Zeit. Noch stehen Aprikosen-, Feigen-, Granatapfel- und Quittenbäume im vollen Laub.

Ich versuche, meine täglichen Spaziergänge auszudehnen, auch wenn ich es manchmal arg anstrengend finde, denn hier ist nicht „plattes Land!“, sondern es geht gehörige Steigungen hinauf und hinab. Von diesen Spaziergängen bringe ich Fotos mit. Sie mögen den hiesigen Herbst anschaulich machen.

Heute stieg ich in die Schlucht hinter unserem Haus hinunter und an der anderen Seite wieder hinauf. Dort erreicht man eine selten befahrene Asphaltstraße….

und kann bequem die Aussicht genießen, ohne auf die Füße achten zu müssen.

 

Olivenhaine gibt es überall, dazu ein paar wilde Zypressen. Auf den Hängen sprießt frisches Gras, das, wenn die späte Sonne drauffällt, smaragdgrün aufleuchtet. Auf einem Feld fand ich urtümliche Ölbäume: gewaltige zerklüftete Stämme, die noch immer frisches grünes Gezweig und Oliven tragen.

Kann man mit kleinen Bildchen überhaupt einen Eindruck von diesen ehrfurchtgebietenden Bäumen vermitteln?

Am besten ist, nahezutreten und die Finger über die Risse, Schrunden und Löcher der Stämme fahren zu lassen.

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Impulswerkstatt mit Argos, Hera und dem Pfau (zu Beate Glücks „Cricker“)

Das Augen-Froschwesen von Beate Glück („Cricker“), liebe Myriade, das deine laufende „Impulswerkstatt“ als erstes Bild ziert, hat mich assoziativ zum vorhistorischen Riesen Argos geführt. Alle kennen wohl den Ausdruck „etwas mit Argusaugen betrachten“, aber wenige haben eine Vorstellung davon, wer dieser Argus bzw Argos war, der in der Argolida (rund um die Stadt Argos) lebte.

Argos war ein Riese, dessen Leib mit hundert Augen sah. Dagegen ist Beate Glücks Cricker ein echter Anfänger. Bekannt wurde er als Wächter der jungfäulichen Io, welche die Göttin Hera aus Ärger über die Liebesgelüste ihres Mannes in eine Kuh verwandelt hatte.

Hundert Augen sehen viel, wenn sie offen sind. Doch was ist, wenn der Schlaf (Hypnos) sie schließt? Hermes spielte dem nichts ahnenden Riesen auf seiner Leier sanft einschläfernde Melodien vor, und schon schlossen sich die hundert Augen. So konnte Hermes Argos problemlos abmurksen und Io freisetzen.

Hier sieht man den hundertäugigen Riesen ΑΡΓΟΣ (Argos), die verwandelte Io und den Gott ΕΡΜΗΣ (Hermes), der auf den Befehl von Zeus hin zu ihrer Befreiung eilt.

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Hera war zornig und betrübt. Sie betrachtete den toten Argos und beschloss, seine Augen ihrem Lieblingsvogel als Zierde ins Schwanzgefieder einzusetzen.

Wenn du genau hinschaust, siehst du zu Füßen des Pfaus den zusammengefallenen, nun augenlosen Riesen liegen.

Als abc-etüde im freien Rhythmus erzählt, habe ich die Geschichte hier veröffentlicht.

 

Io, Argos und woher die Pfauenaugen wirklich stammen.

Als der göttliche Herrscher des Himmels, Zeus,
mal wieder im herrlichen Land der Hellenen schlenderte,
Ausschau haltend nach Lust versprechenden jungen Frauen,
Knospen gleich, bereit, von ihm gebrochen zu werden,
Fiel sein Blick auf die liebliche Jungfrau Io,
Tochter des Flussgottes Inachos.
Von einer Mutter wissen wir nichts.
Die Jungfrau wurde sogleich von heftigem Sehnen
Nach dem göttlichen Herrscher ergriffen:
„Nächtige Traumgestalten schwebten still in meine
Kammer herein und liebkosten mich mit leisen Worten.
‘O du glückseliges Mädchen’, flüsterten die Stimmen, ‚was bleibst du jetzt noch
Jungfrau, da dich die höchste Brautschaft erwartet?
Zeus erglüht in Liebe zu dir’.

So sprach sie zum Vater, dem Fluss. Ach! hättest du doch
geschwiegen, liebliche Io, hätte Scham dir
Die schönen Lippen versiegelt!
Denn so vernahm dich die Ehegattin des Zeus,
Hera, die himmlische Herrscherin, und verwandelte dich
In eine vor Liebeskummer verrückt gewordene Kuh.
Sie ließ dich bewachen vom hundertäugigen Argos.
Wäre nicht der geflügelte Bote des Zeus, Gott Hermes, gekommen,
und hätte die Augen des Argos mit dem Spiel seiner Leier bezwungen,
so dass sie sich schlossen zu seligem Schlaf,
immer noch stündest du dort, an den Baum gefesselt,
vor Inbrunst muhend, dem großen Gott zu gefallen.

Doch Hermes erschlug deinen Wächter, zerschnitt auch das fesselnde Seil.
Hera aber nahm die Augen des toten Riesen, setzte sie ein in den Schwanz
Ihres liebsten Gefährten, des Pfaus, wo sie nun allzeit glänzend
Als Pfauenaugen der Menschen und Götter Herzen entzücken.

Diese Bilder und viele mehr machte ich, als ich die Geschichte der Io erzählte, die eine Hauptrolle in meinem Romanfragment „Schwanenwege“ spielt.

Dass nicht nur Hera, sondern auch andere Himmelsbewohner eine besondere Beziehung zum Pfau haben, lässt sich diesem Gemälde entnehmen, das ich an einer Athener Hauswand sah.

Eine überraschende Verbindung zwischen Pfau und Frosch fand ich, als ich eben in meinem Archiv nachschaute, was ich evtl noch zum Pfau gesagt habe. Hier erzähle ich von einer Künstlerin, die die heimische Taverne auf Samothrake mit großen bunt bemalten Zementfiguren geschmückt hat. Dora erfindet ein Spiel:

Komm, lass uns spielen!“ kräht Dora vergnügt. „Du sagst ein Tier, das dir am besten gefallen hat, dann sage ich dir meins, und dann sagst du wieder deins, und dann ich…“

„Der Pfau!“ rufe ich – „Die sexy Fröschin“ echot Dora. – …..

 

 

 

 

 

 

Diese Fröschin könnte ihre rosa Zehen sehr wohl in Pfauenaugen verwandeln, nicht wahr?

Schließlich fand ich noch eine Zeichnung vom Tagpfauenauge, der, vom roten Weinschatten besoffen, davontorkelte. Auch so kann man blind werden….

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Alltägliches Zeichnen: Nächtliches mit Glas, Flasche und Dose

Immer noch versuche ich, die beiden Rubriken „herbstzeitlos“ vom Amorak-Blog und mein „alltägliches Zeichnen“ unter einen Hut zu bringen, doch sind meine nächtlichen Zeichnungen typisch für den Oktober? Wohl kaum. Draußen ist herrlicher Sonnenschein, aber ich mag grad nicht tagsüber, sondern nur in der Nacht an meinem Schreibtisch sitzend zeichnen. Irgendwann wird diese Serie auslaufen und etwas anderes tritt an ihre Stelle. Es sind herbstzeit-lose Bilder – was immer das bedeutet.

Die Zeichnung mit dem neuen „Multimark permanent“-Stift von Faber Castell (unbezahlte Werbung) braucht eigentlich keine Farbe, zumal das Glas und das Fläschchen farbloses Wasser enthalten und die Spraydose weiß ist. Doch ein paar Farben werden sich finden lassen – und auch ein dicker Filzstift, um die Zeichnung an die Serie anzupassen.

11.10.

Begonnen habe ich bereits am 19. September, als ich, nicht ahnend, dass eine Serie entstehen würde, mit dem zeichnerischen „Aufräumen“ des Schreibtisches begann, zunächst in Schwarz-Weiß. Dann lockten mich die Buntstifte, und so gings weiter, bis ich nun fast wieder bei Schwarz-Weiß gelandet bin. 13 Zeichnungen sind es, die nun nach einer Geschichte suchen….

 

 

 

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„herbstzeitlos“ mit Juricka: erste Herbstzeitlose

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. …..

Als ich von meinem Nachmittagsspaziergang ans Meer zurücktrabte, entdeckte ich auf einem kargen Feld die ersten Herbstzeitlosen …

Sie sind sehr zart, fast durchscheinend und winzig klein. Es ist mir ein Rätsel, wie sie es schaffen, den harten Boden zu durchstoßen.  Eine … und zwei Knospen …

und dann ein schnelles stürmisches Erblühen, das, kaum geschehen, schon wieder vergeht.

 

 

 

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Wie blüht die Lilie in meinem Garten? (Kleine Beobachtungen)

Nun sind sie aufgegangen, die beiden Lilien, deren Knospen ich hier vorstellte.

Wieviele Blüten! Kaum sind sie aufgegangen, zeigen sie schon erste Zeichen von Ermüdung. Außerdem wechselt das Licht sehr schnell. Ich komme gar mit dem Zeichnen hinterher, drum grad nur ein Foto.

Die runden Formen am Boden sind verfaulende bzw verschimmelte Granatäpfel, vermutlich vom Vorjahr. Die Lilien erheben sich darüber mit ihrem blattlosen langen hohlen Stängel.

Im Juni 2020 machte ich ein Foto von einer erblühten Lilie und deren Zeichnung. Darüber wundere ich mich gerade, denn ich dachte nicht, dass sie auch im Juni blüht. Und sie sieht auch ganz anders aus: das Rosa konzentriert sich hier um den Kelch herum, während die Oktoberblüte das Rosa an den Rändern der Blütenblätter ausstrahlt.

Auf der Zeichnung sieht man, dass sie im Juni grüne bodenständige Blätter hatte und der gelbe Klee ihr Blühen begleitete:

Die Blüten vom 16. Oktober 2019 sehen wieder anders aus: sie sind durchgehend rosarot gefärbt.

Wie sind denn nun die Farben der Lilie? Zum Glück habe ich die Entwicklung der Blüten vom 7.-17. Oktober 2019 dokumentiert. Da sieht man, dass zuerst Weiß und Rosa  gleichberechtigt nebeneinander erscheinen, dann aber das Rosa immer mehr dominiert und schließlich allein übrigbleibt. Im Verblühen aber verblasst es wieder.

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17. Oktober 2019

Damals habe ich die Blüten immer wieder gezeichnet und beim Abfotografieren der Zeichnung mit den Sonnentalern und Schatten herumgespielt.

Ebenfalls an einem 16. Oktober, aber ein Jahr zuvor, entstand meine erste Lilienzeichnung im Skizzenbuch (digital bearbeitet):

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Am 8. Oktober 2022 war der Jahresgenius Dora bei mir. Ich notierte: „Auch in diesem Jahr ist das Aufblühen der Lilie pünktlich zur Stelle. Die Zwiebel hat sich inzwischen mehrfach geteilt. Spross die Lilie anfangs mit einem Stängel aus dem Boden, so sind es mittlerweile….

Drei! kräht Dora mir ins Ohr.

Richtig, bestätige ich. Es sind drei Stängel, und an jedem Stängel sitzen zahllose Knospen, die sich nun nacheinander öffnen. Wundersame Vermehrung!

Zwecks Bildung und Erziehung erzähle ich meiner kleinen Freundin ein wenig Biblisches und Frommes zur Lilie und zu Salomonis Kleidern, zu Schönheit, Reichtum und Armut, zu Sorge und Vertrauen, zu Herrschaft und Vergänglichkeit. Meine kleine Heidin legt ihr Köpfchen schief und wundert sich. Aber es gefällt ihr.

Klar! kräht sie, wozu sich sorgen? Schließlich bin ich ja da und werde es schon richten!

Besonders gefällt ihr die Liedzeile: Narcissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide, als Salomo-ho-ni-is Seide. Die trällert sie nun schon seit einer Stunde vor sich hin. Das kann ja heiter werden!

 

 

 

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Alltägliches Zeichnen mit Juricka (10): Glas, Dose und zwei Kerzen

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. Ich möchte mich da mit einer Variante anschließen: Etwas vom Oktober, was mir am Tage Eindruck machte, will ich zeichnerisch festhalten. So bringe ich zwei meiner Rubriken in einer zusammen: Jurickas „herbstzeitlos“ und mein „alltägliches Zeichnen“.

Heute war ich viel in der Stadt unterwegs und habe u.a. auch neue Filzstifte und ein Fixativ für Kohle gekauft. Die sind nun gleich auch in die heutige Zeichnung eingegangen:  Die weiße Spraydose mit dem Fixativ gesellte sich zum Weinglaus, dazu stellte ich zwei Kerzen. Um ohne Lampe zu zeichnen, reichte es wiederum nicht.

Die Zeichnung machte ich zunächst mit Kugelschreiber, ging dann aber gleich mit dem neuen Filzstift drüber.

Ich mag die schwarz-weiße Zeichnung. Doch farbig passt sie besser in den Oktober und auch in die Serie.

Die vorigen Zeichnungen mit Kerze im Vergleich:

Die Schreibtisch-Serie:

 

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Impulswerkstatt, Bild 3: gebrochene parallele Wellenlinien

Dein drittes Foto, liebe Myriade, bleibt rätselhaft, besticht aber durch die elegante Wirkung der parallelen wellenartigen Linien, die sich bündeln, aufblähen und überschlagen. Im Laufe meiner zeichnerischen Versuche habe auch ich mich immer wieder mit der Wirkung solcher Lineamente befasst.

Eine leichte Dünung:

Wenn da der Wind reinfährt oder ein Hindernis am Boden die Bewegung stört, brechen und verschlingen sich die Linien …

überschlagen sich wohl auch und bilden kleine hüpfende Schaumkronen.

Diesem Spiel der Wellen, das durch leichte Störung erzeugt wird, zuzuschauen, ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.

Wie solche gestörten Wellen auch in Holz zu beobachten sind, habe ich schon gelegentlich gezeigt.

Ich könnte noch viele solcher Zeichnungen und Fotos hier einfügen, will es aber bei einer letzten Zeichnung belassen: Wellen bei Sonnenaufgang

 

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Alltägliches Zeichnen mit Juricka (9): Kerze und Glas

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. Ich möchte mich da mit einer Variante anschließen: Etwas vom Oktober, was mir am Tage Eindruck machte, will ich zeichnerisch festhalten. So bringe ich zwei meiner Rubriken in einer zusammen: Jurickas „herbstzeitlos“ und mein „alltägliches Zeichnen“.

Noch einmal habe ich eine kerze angezündet, um sie zusammen mit meinem leeren Weinglas zu zeichnen. Außer der Kerze hatte ich auch die Schreibtischlampe als Beleuchtung.

Im Vergleich:

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Spazieren im Oktoberlicht

Endlich kann ich wieder, ohne gleich ins Schwitzen zu geraten, größere Spaziergänge machen! So ging ich gestern und heute nachmittag querfeldein zum Einkaufen ins Nachbardorf. Hin und zurück sind das ungefähr drei Kilometer. Der Feldweg ist steil und sehr ausgewaschen, man muss schon festes Schuhwerk anziehen und beim Gehen auf seine Füße achten.

Aber welche Freude! Die ersten Zyklamen zeigen ihre reizenden Schräubchen-Blüten.

Die hochstieligen Meereszwiebeln öffnen ihre Sternblüten abschnittweise entlang des konischen Blütenstandes.

Besonders reizend finde ich sie, wenn sie mir aus dem dunklen Grund der Olivenhaine hervorleuchten.

Apropos Olivenhaine! Ein Extra-Bild für Christiane und andere Liebhaber dieser wunderbaren Bäume!

Die Olivenbäume sind immergrün, sie wechseln ihre Blätter wie die Katzen ihr Fell: ein paar Blätter verwelken und fallen ab, andere wachsen nach.

Unten an der Landstraße fand ich reife Brombeeren und erntete ein paar.

Gleichzeitig mit den reifen tragen die wilden Sträucher schon vertrocknete und noch unreife Früchte und sogar Blüten. Auch sie kennen keine Jahreszeiten.

Schön wars!

 

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Dienstags-Drabble am Mittwoch. Der Herbst kommt nun mit Macht

 

Der Herbst kommt nun mit Macht

 

Der Herbst kommt nun mit Macht

Nimm dich in Acht!

 

Er kommt mit Heulen und mit Brausen

damit vertreibt er alle Flausen

 

bis schließlich an dem schwarzen Ast

nichts mehr dran hängt, und keine Last

 

den Ast beschwert.

Wer jetzt begehrt

 

dass man ihn bitte schön saniert

damit er bleibt, hat nichts kapiert. 

 

Der Herbst ist leider gar nicht nett

zu dem, der alles wünscht adrett

 

und säuberlich bewahrt zu sehn

Denn er weiß eins: du musst jetzt gehn!

 

Die Zeit ist rum, die dir geborgt,

du wirst erbarmungslos entsorgt,

 

Damit im Frühjahr Neues sprießt. 

Schon Heraklit erkannte: Alles fließt.

 

Dies ist mein zweites 100-Wort-Kata-Strophen-Drabble zu den Wörtern, die Heide von der Puzzleblume für die vergangene Drabble-Runde aussuchte. Ich musste die gestern zerschnippelte Collage unbedingt noch für ein zweites Legebild verwenden, und wo ein Schnipselbild, da sind auch Kata-Strophen.

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