Archivbild der Woche: 9/3/2016, Wald und Boote

Sonntags stöbere ich gern im Archiv, um ein Bild für Heides Blogaktion herauszufischen. Dieses Tieftauchen in die jüngere Vergangenheit – von der Zeit vor 2015 habe ich keine Fotos – bringt mich in Kontakt mit Gedanken, die mich früher beschäftigt haben, die dann aber keine direkte Fortsetzung fanden.

Heute stieß ich auf eine Zeichnung, die ich mit Kohle auf billigem Papier „vom laufenden Meter“ und in dem extremen Format von 60 x 180 cm anfertigte. Damals entstand eine ganze Reihe solcher Zeichnungen, die ich ganz vergessen habe.

Am Anfang dieses Bildes steht ein vages Thema: Wald und Boote. Beim Zeichnen kristallisiert sich allmählich ein Gedanke heraus: „Die Bäume haben ihr Holz geopfert, und aus dem lichten Mangrovenwald stoßen spitze Formen in Richtung Meer: Boote.“

15.12.13, Fortsetzung 3

Bildausschnitt: Übergang vom Wald zu den Booten

Ich freue mich, diesen Gedankenanstoß heute bekommen zu haben.

Da das Foto der Kohlezeichnung wegen des extremen Formats und billigen Papiers sehr schlecht ist, habe ich die Restfarben des Fotos verstärkt, und so erkennt man hoffentlich den Gedanken: Wald opfert sich, damit Boote gebaut werden und in See stechen können.  Auf der einen Seite: Schutz und Wärme – auf der anderen Seite Ungebundenheit und Freiheit.

Der Originaleintrag findet sich hier.

 

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8sammeln. Frühling, Zeichnen, Frauentag mit Salbenkochen

Jeden 8. des Monats lädt Susanne zu einer achtsamen Blogaktion ein, Es gilt, an diesem Tag acht Ereignissen, Beobachtungen, Gedanken seine besondere Aufmerksamkeit zu schenken (hier der link).

1) Ich weiche von der üblichen vormittäglichen Spaziergangsroute ab, um dem Frühling auf Nebenpfaden noch näher zu kommen. Und werde mit einem über und über blühenden Baum belohnt. Ein wilder Apfelbaum?


2) Die roten Anemonen sind jetzt überall zu sehen. „Blutspritzer des Adonis“ sind es, wenn man dem Mythos folgt: der schöne Adonis, Geliebter der Aphrodite, wird von einem wilden Eber getötet, und Aphrodite klagt: O süßer Frühling … im Grab! Es ist ein uraltes moiroloi (Klagelied), das bis heute zu Ostern erklingt. Natürlich ist der Text nun ein anderer, denn heute ist es Maria, die den toten Sohn in den Armen hält und beklagt: o süßer Frühling….

3) Sehr schön finde ich die Symbiose der roten Anemone mit der Meerzwiebel. Die blüht im Herbst mit hohen weißen Blütenständen. Ihre großen Zwiebeln hängt man zu Neujahr über die Haustür, denn das verspricht ein langes Leben. Diese räumliche Nähe einer März- und einer Oktoberblüherin fällt mir heute besonders auf. Das Foto mit dem Meerzwiebel-Blütenstand habe ich im Oktober 2022 aufgenommen.

Auf dem Pfad finde ich eine große Meerzwiebel ohne Würzelchen, das Grün abgestutzt. Ich nehme sie mit heim und pflanze sie in den Garten. Vielleicht kann sie sich erholen?

4) Insekten gibts auch, wenngleich nicht sehr viele. Eine kleine Wildbiene versuche ich zu fotografieren, aber sie taucht blitzschnell in die Blütenkelche des Sauerklees ein, und wenn sie rauskommt, ist sie auch schon weg, unterwegs zur nächsten Blüte. Keine Chance für ein ordentliches Foto.

 

5)  Nach Tisch zeichne ich ein bisschen. Ich fand kürzlich ein reines Linienbild im Archiv  und habe seit gestern Lust, noch ein bisschen in dieser Art zu zeichnen. Absichtlich baue ich ein paar Störungen in die Muster ein und spüre nach, was das mit mir macht.

Ich komme zu dem Schluss, dass die Störungen mich stören. Also weg damit, und ein ungestörtes Wellenbild zeichnen!

6) Gleich fahre ich zu einem Treffen, um den Frauentag zu feiern. Sicher werden dort etliche Freundinnen und Bekannte sein – für mich eine Gelegenheit, meine Vorbereitungen zu einem Atelierfest, das ich zum Frühlingsbeginn ausrichten will, durchzuchecken. In meinem Kleinstblock notiere ich, was ich heute abend erfragen will.

7) Jetzt  wird es Zeit aufzubrechen. Den Schreibtisch vorher noch ein bisschen aufzuräumen, ist vielleicht kein Fehler.

8) In Sophias Yogaraum ist alles vorgebreitet. Gleich wird Christina uns in die Geheimnisse der Herstellung von Heil- und Schönheitssalben einführen, dann wird sie uns zu all den ausgestellten Produkten etwas sagen. Sie weiß alles über alte Samen und Heilkräuter, über das Aussäen, Pflanzen und Ernten, wie es schon vor Urzeiten auf die Menschen gekommen ist, und teilt ihr Wissen großzügig und kostenlos mit jedem, der sich dafür interessiert. Heute kommen etwa 20 Menschen (nicht nur Frauen), die meisten kenne ich.

Auf dem 7. Bild mit der Kapuzinerkresse sieht man übrigens einen pythagoreischen Becher, dessen Funktionsweise Christina uns auch vorführt. …

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Spiegeleien und Fastereien

Spiegeleien klingt ja fast wie Spiegeleier, und tatsächlich war es heute zeitweise so heiß, dass man hätte Spiegeleier braten können. Am Hafen aber wehte ein sehr leises Lüftchen und fächelte mir Kühlung zu, während ich die Zeichenkunst im Hafenbecken bewunderte.

In der Taverne war noch kein Sonnenschutz ausgespannt, und so schwitzte ich in meiner dunklen noch halbwegs winterlichen Kleidung. Doch das fastengerechte Essen war köstlich: Als ersten Gang gab es dicke Bohnen und einen Salat aus vergorenem Weißkohl mit Spuren anderer Zutaten (Kapern, Paprika, Oliven und mehr), im Hauptgang für mich dann Tintenfisch gegart mit Spinat und Tomaten, für meinen Mann Spaghetti mit Oktapus. Dazu Brot und sehr willkommenes kühles Wasser in einer großen Karaffe.

Die Spiegelungen in der Wasserkaraffe konnten es mit denen im Hafenbecken durchaus aufnehmen.

 

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Malerei-Musik-Kooperation Gerda-Babsi (2): Hoffnung

Babsi hat eine neue Aufnahme mit Bildern gemacht, die ich ihr schickte. Ich freue mich sehr, sie hier präsentieren zu können: Antje (Babsi) Schnabel: Handpan, Gerda Kazakou: Malerei.

Sie nennt dieses Video „hope“ – Hoffnung. Wer die Musik ohne die Bilder genießen möchte, hier der link

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Hier gehts lang zu Babsis Eintrag: https://kunstschaffende.wordpress.com/2025/03/06/die-welt-der-kunst-im-verbund/

 

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In der Zeichenschule (32): Maske, Ziegenschädel und mehr

Auch heute ging ich in die Zeichenschule, setzte mich vor ein Regal mit allerlei Krimskrams und machte mich daran, es möglichst exakt abzuzeichnen. Drei Stunden zeichnete ich. Es war eine ziemliche Herausforderung und Geduldsprobe, all diese Gegenstände wiederzugeben.

Das eigentlich Interessante war für mich die antike Maske mit den verwelkten Blumen und dem Ziegenschädel, darüber die Uhr. Das hat viel symbolischen Gehalt.

Das Motiv als Foto:

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In der Zeichenschule (31): Modell

Gestern war ich zum Modellzeichnen in der Zeichenschule. Ich fand das Modell nicht sehr inspirierend, aber immerhin machte ich zwei ganz ordentliche Zeichnungen.

15 Minuten wurde die Pose gehalten.

Für diese Pose hatte ich 20 Minuten zur Verfügung

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Malerei-Musik-Kooperation Gerda-Babsi

Seit etwa sechs Monaten spielt Babsi ein Instrument, von dem ich zuvor nie etwas gehört hatte: die Handpan (hier). Am 4. März postete sie ein Video, in dem sie ihre Fotografie und Malerei mit dem Spiel dieses Instruments unterlegte (hier). Ich war fasziniert und fragte an, ob sie Lust habe, auch eines meiner Bilder mit ihrer Musik zu interpretieren und ihm dadurch eine weitere Dimension zu geben. Das Bild, das ich ihr schickte, steht auf dem Kaminsims, und seine Farben gleichen dem des verbrennenden Holzes. Ich nenne es „Abstieg in die Totenwelt“.

Hier nun das Video mit der meditativen Musik auf der Handpan, die Babsi dazu gemacht hat.

Ich freue mich sehr über diese Kooperation, liebe Babsi, die wir sicher noch ausweiten werden. Schon habe ich dir drei weitere Bilder geschickt. Mal sehen, was du davon „bespielen“ wirst.

 

 

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Impulswerkstatt: Mole nach Sonnenuntergang

Diese Mole für heute.

Eine Illustration des Mosaikstücks Mole in Myriades Impulswerkstatt.

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Dienstags-Drabble No 2: Malerschicksal (kata-strophisch)

Ich bin ein armer Malerknecht

Machs meiner Kundschaft selten recht.

Verbindungen die hab ich nicht

Drum bin ich halt ein armer Wicht.

 

Und weil als Maler ich so darbe

Hab ich geschwärzt mit schwarzer Farbe

Die Leinwand und darauf gemalt

Paar Nackte, das macht sich bezahlt.

 

Ich wollt ja lieber alles weiß

Und heiter lassen, doch der Preis

Für weiße Bilder ist gesunken

Mein Makler hat schon abgewunken.

 

Nun hoff ich, kann ich was erreichen

Ich hörte, dass bei reichen Scheichen

Die Art von Bildern hoch willkommen

Am meisten bei den überfrommen.

 

Man sieht nur im Dunkeln

Die Lichtgestalten funkeln.

 

Noch ein Dienstags-Drabble für Heides Puzzelblumenblog! Die zu verwendenden Wörter sind Verbindungen – geschwärzt – erreichen.

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Heides Dienstags-Drabble: Gute Kollegen-schlechte Kollegen (in gebundener Rede)

Für den Text aus 100 Wörtern hat Heide (Puzzleblume) diesmal die Wörter
Verbindung – geschwärzt – erreichen vorgegeben.

Ich dachte, ich könnte für dich was erreichen

Hab ja Verbindungen, die meistens was nützen.

Das Vorzimmer hat ich erreicht, und in Kürze

Würd ich ihn sehen, den Boss, und ein entschiedenes Wort

 Einlegen für dich, meine Süße, und er würde gewiss

Dem Abteilungsleiter befehlen, dass du deine Stelle

Bei uns kannst behalten, auch wenn du ja leider

Nur selten erscheinst. Dann aber hieß es,

da sei nichts zu machen, anscheinend hat jemand

uns angeschwärzt, es gibt ja die Neider,

die, anstatt die Kollegen zu schützen,

sie lieber beim Boss noch verpetzen.

Und nun gib ein Küsschen

Deinem guten Kollegen.

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