Jeden 8. des Monats lädt Susanne zu einer achtsamen Blogaktion ein, Es gilt, an diesem Tag acht Ereignissen, Beobachtungen, Gedanken seine besondere Aufmerksamkeit zu schenken (hier der link).
1) Ich weiche von der üblichen vormittäglichen Spaziergangsroute ab, um dem Frühling auf Nebenpfaden noch näher zu kommen. Und werde mit einem über und über blühenden Baum belohnt. Ein wilder Apfelbaum?

2) Die roten Anemonen sind jetzt überall zu sehen. „Blutspritzer des Adonis“ sind es, wenn man dem Mythos folgt: der schöne Adonis, Geliebter der Aphrodite, wird von einem wilden Eber getötet, und Aphrodite klagt: O süßer Frühling … im Grab! Es ist ein uraltes moiroloi (Klagelied), das bis heute zu Ostern erklingt. Natürlich ist der Text nun ein anderer, denn heute ist es Maria, die den toten Sohn in den Armen hält und beklagt: o süßer Frühling….

3) Sehr schön finde ich die Symbiose der roten Anemone mit der Meerzwiebel. Die blüht im Herbst mit hohen weißen Blütenständen. Ihre großen Zwiebeln hängt man zu Neujahr über die Haustür, denn das verspricht ein langes Leben. Diese räumliche Nähe einer März- und einer Oktoberblüherin fällt mir heute besonders auf. Das Foto mit dem Meerzwiebel-Blütenstand habe ich im Oktober 2022 aufgenommen.
Auf dem Pfad finde ich eine große Meerzwiebel ohne Würzelchen, das Grün abgestutzt. Ich nehme sie mit heim und pflanze sie in den Garten. Vielleicht kann sie sich erholen?
4) Insekten gibts auch, wenngleich nicht sehr viele. Eine kleine Wildbiene versuche ich zu fotografieren, aber sie taucht blitzschnell in die Blütenkelche des Sauerklees ein, und wenn sie rauskommt, ist sie auch schon weg, unterwegs zur nächsten Blüte. Keine Chance für ein ordentliches Foto.
5) Nach Tisch zeichne ich ein bisschen. Ich fand kürzlich ein reines Linienbild im Archiv und habe seit gestern Lust, noch ein bisschen in dieser Art zu zeichnen. Absichtlich baue ich ein paar Störungen in die Muster ein und spüre nach, was das mit mir macht.
Ich komme zu dem Schluss, dass die Störungen mich stören. Also weg damit, und ein ungestörtes Wellenbild zeichnen!
6) Gleich fahre ich zu einem Treffen, um den Frauentag zu feiern. Sicher werden dort etliche Freundinnen und Bekannte sein – für mich eine Gelegenheit, meine Vorbereitungen zu einem Atelierfest, das ich zum Frühlingsbeginn ausrichten will, durchzuchecken. In meinem Kleinstblock notiere ich, was ich heute abend erfragen will.
7) Jetzt wird es Zeit aufzubrechen. Den Schreibtisch vorher noch ein bisschen aufzuräumen, ist vielleicht kein Fehler.
8) In Sophias Yogaraum ist alles vorgebreitet. Gleich wird Christina uns in die Geheimnisse der Herstellung von Heil- und Schönheitssalben einführen, dann wird sie uns zu all den ausgestellten Produkten etwas sagen. Sie weiß alles über alte Samen und Heilkräuter, über das Aussäen, Pflanzen und Ernten, wie es schon vor Urzeiten auf die Menschen gekommen ist, und teilt ihr Wissen großzügig und kostenlos mit jedem, der sich dafür interessiert. Heute kommen etwa 20 Menschen (nicht nur Frauen), die meisten kenne ich.
Auf dem 7. Bild mit der Kapuzinerkresse sieht man übrigens einen pythagoreischen Becher, dessen Funktionsweise Christina uns auch vorführt. …