Archivbild der Woche: 27.4.2019

An einem Tag wie diesem, im Jahre 2019, veröffentlichte ich meine Studien unserer Olivenbäume in einer „virtuellen Galerie“. Das von Heide /Puzzleblume angeregte Projekt „Archivbild der Woche“ ist mir ein erfreulicher Anlass, diese Galerie aus dem Archiv zu ziehen und erneut zu zeigen.

Im Laufe des Jahres 2019 habe ich alle Ölbäume unseres Gartens gezeichnet. Jeder Baum ist mir durchs Zeichnen ans Herz gewachsen.

 

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Impulswerkstatt Bild 1: Ritter, Tod und Teufel (kata-strophisch angehaucht)

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Eine düstere, pompöse Fassade im neugothischen Stil, etwas angeschwärzt ich weiß nicht von welchen Feuern, vielleicht auch nur von den Abgasen der Autos und Kamine. Auf dem breiten umlaufenden Sims drei männliche Figuren: Sensenmann,  Batman und Superman. Vor den blinden Fenstern die Inschrift „Give blood!“.  Es ist das erste Foto deiner „Impulswerkstatt“, liebe Myriade, und Zeit, mir etwas dazu einfallen zu lassen.

Was sind das für Mächte, die sich da hinstellen und mein Blut fordern? In gewisser Weise sind sie eine moderne Variante von „Ritter, Tod und Teufel“.

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Collage aus Dürers Kupferstich und meinem Foto,

Den Tod erkennt man normalerweise am Totenschädel, dem Gerippe und der Sense, mit der er die Menschen unterschiedslos niedermäht. Er kann in verschiedenen Verkleidungen antreten.

 

Die Mexikaner haben daraus eine richtige Kunst gemacht. Ich bewunderte einige verkleidete Gerippe bei meinem Besuch in Mexiko-Stadt, an Tagen, als man die Todin (la muerte) feierte.

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Der Wiener Tod auf dem Sims ist dagegen ein recht simpler in Europa heimischer Kapuzenmann. Er verbirgt seine knöcherne Gestalt in einem weiten dunklen Mantel und hält die Sichel dezent und wie prüfend vor die Augen: ist sie auch scharf genug geschliffen? Dieser Tod möchte nicht erkannt werden, er bevorzugt die heimliche Aktion, so als wäre Tod etwas Unschickliches geworden. Und das ist er ja auch: Nicht mehr tanzt er nackt und vergnügt durch die Straßen wie einst im Mittelalter, als die Pest umging, vielmehr hat er sich in Krankenhäuser und Sterbekliniken zurückgezogen, um fern der Aufmerksamkeit der umtriebigen Welt sein trauriges Handwerk auszuüben. Alle wissen vom Tod, aber niemand will ihn wahrhaben.

Der Tod, nach Dürer.

Und wer sind die beiden anderen Gestalten? Ich bin kein Experte der aus den USA importierten Comic-Helden, aber mir scheint der zweite der Batman – der Fledermausmann also – zu sein, von dem man sagt, er stelle mit oft brutalsten Mitteln Gerechtigkeit her, indem er Verbrecher ihre „verdiente Strafe“ angedeihen lässt. Er ist Richter und Henker in einer Person – was bei vielen, besonders aber in der US-Kultur als erstrebenswert gilt. Wenn man’s genau bedenkt, gleicht er dem Teufel. Denn ist nicht auch der Teufel Richter und Henker zugleich und hat sein Vergnügen daran, Bösewichter im ewigen Feuer zu braten?

Der Dritte namens Superman ist ein Muskelpaket und Helfer der Bedrückten, eine primitiv-sportliche Abart von Nietzsches Übermensch. Auch er gehört unbedingt zur US-Kultur, die sich über den ganzen Erdball verbreitete. Zuvor hatte eine andere Version des „Übermenschen“ schon den deutschen Geist infiziert. In dem lesenswerten Wikipedia-Artikel zum Stichwort „Übermensch“ stieß ich auf ein Zitat aus Fontanes Roman „Der Stechlin“ (1897): „Jetzt hat man statt des wirklichen Menschen den sogenannten Übermenschen etabliert; eigentlich gibt es aber bloß noch Untermenschen, und mitunter sind es gerade die, die man durchaus zu einem ‚Über‘ machen will….“

Der Superman ähnelt dem mittelalterlichen Ritter, nur dass er übermenschliche Kräfte besitzt und daher kaum gefordert ist, wenn er den Guten zu Hilfe eilt und die Bösen zusammenschlägt. Kinder lieben diese Figur, denn sie hilft ihnen, ihre kindlichen Allmachtsfantasien auszuleben, auch oder gerade weil sie in Wirklichkeit ohnmächtig sind. Die US-Kultur ist, so meine ich, durch und durch kindlich, doch zugleich mit Mitteln ausgestattet, die ihre omnipotenten Fantasien höchst gefährlich für die Welt machen.

Und die Moral von der Geschicht?

Den Tod verdrängen hilft dir nicht!

Sei stark und mutig, doch kein Held

und glaub nicht, dass die ganze Welt

auf dich gewartet, damit endlich

das Recht regiert. Ist zwar verständlich

dass man das Böse nicht goutiert,

doch schnell zum Bösen der mutierst

der über andere Menschen richtet.

Nun aber Schluss! Genug gedichtet!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zeigt her eure Tassen 27: la condition humaine

Gestern besuchten wir eine Galerie, und mein Mann erwarb eine künstlerische Tasse, die ich heute für die von von Juzicka-Jess (Amorak) angeregte Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ fotografierte. Sie passte genau auf den großen Kreis meiner letzten neurografischen Zeichnung. Ich balancierte die Zeichnung mit der Tasse auf der rechten Hand, um einen guten Winkel und Hintergrund zu finden, und knipste mit der linken. Die Tasse blieb heil.

Die Rückseite der Tasse zeigt den Namen des Künstlers (ΙΩΝ) und den Titel des verwendeten „Portraits“ auf Englisch (Human Condition), ein Begriff, der sich mit „die menschliche Bedingung“ nur unzureichend ins Deutsche übersetzen lässt.

Bei der Zeichnung ging es übrigens um die fünf chinesischen Elemente, und wie sie sich in meinem Lebensbaum entwickeln.

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Zeigt her eure Tassen 26: Schattenplatz

Das heimliche Zentrum vieler Zeichnungen ist die Eulentasse – so auch hier: Sie steht auf einem Tischchen, das seinerseits in die einzige schattige Ecke der hinteren Terrasse gerückt ist. Die Stufen vor dem geöffnetem Türgitter liegen in der Sonne, die Brille bildet die Grenze zwischen beschattetem und durchsonntem Raum.

Dies ist nun der 26. Beitrag zu der von Juzicka-Jess (Amorak) angeregten Blogparade „Zeigt her eure Tassen“.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: im Cafe zeichnen

Das Cafe am Segelhafen ist ein guter Ort, um sich zu verabreden. Es gibt reichlich Platz, alles ist hübsch mit Blumen und Grünpflanzen geschmückt, ein Springbrunnen befeuchtet die Atmosphäre, und man hat einen schönen Blick auf die Marina. Die zeichnete ich bei meinem letzten Besuch dort.

Heute schaute ich in die entgegengesetzte Richtung, mit Blick auf den Springbrunnen, während ich auf die Freundin wartete. Für die Zeichnung benutzte ich eine Doppelseite meines Skizzenbuchs und einen Kugelschreiber.

Nach unserem Treffen blieb ich noch ein Weilchen allein dort sitzen, um die Farben anzudeuten. Denn es war der Kontrast zwischen den roten Sonnenschirmen und dem Grün des Gartens, der mich zum Zeichnen gereizt hatte.

Leider wurde der elegante Springbrunnen schief, klobig und zu dunkel. Das Motiv reizt mich nun aber, und ich werde es mir erneut vornehmen.

Willst du wissen, wie es „in Wirklichkeit“ dort aussieht? Hier der fotografierte Blick von meinem Platz aus. Durch das Grün hindurch siehst du ein wenig vom Meer.

Das Wasser im Becken – leicht bewegtes Lichtspiel.

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Zeigt her eure Tassen 25: Eulentasse mit Obstschale

Diese lineare Zeichnung möchte ich im Rahmen der von Juzicka-Jess (Amorak) angeregten Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ zeigen. Die Keramikschale ist ein echtes handgefertigtes Kunstwerk, das ich mal in einem Anfall von Verliebtheit kaufte. Dahinter die metallenen Lehnen des Schaukelstuhls. Die übrigen Objekte sind Mobiliar, Stifte, Buch und Handy.

Ich mag solche linearen Zeichnungen, sie wirken leicht, denn die Objekte haben kein  Eigengewicht, sind nicht durch Licht und Schatten gesondert, sind Teil eines lockeren Gewebes der Welt.

Mit Farbverstärkung des Fotos, das ich von der Zeichnung machte, wirkt sie wie ein Zweifarbendruck.:


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o.T.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: einem eigenen Bild wiederbegegnen

Wenn ich in einer fremden Wohnung ein früher gemaltes Bild entdecke, freue ich mich, als sei es ein Kind von mir, dem es in der neuen Umgebung gut geht. Wenn es dann auch noch, wie hier, seelenverwandte Freunde gewonnen hat – was gibt es Besseres?

Dies Foto machte ich in Koroni in der Wohnung der Freundin, wo wir zu Ostern übernachten durften, während sie selbst auf Reisen war.

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Zeigt her eure Tassen 24: Kaffeetrinkerinnen nach Skitsofrenis

Heute lade ich euch für die von Juzicka-Jess (Amorak) angeregte Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ein, mit mir ein einfaches Straßencafe in Kalamata  zu besuchen. Ich werde wie gewöhnlich einen doppelten Espresso (mit 2 E außerordentlich preisgünstig) bestellen und mich auf dem Barhocker oder der Kunstleder-bezogenen Sitzbank niederlassen. Du nimmst vielleicht einen Tee, einen frisch gepressten Orangensaft oder einen Frappέ – also einen kalten aufgeschäumten Instandkaffee in hohem Glas. Und dann betrachten wir zusammen die Bilder von Skitsofrenis an den Wänden. Von diesem lokalen Spraykünstler habe ich dir schon manchmal erzählt (im Blog unter den Stichwörtern Skitzofrenis oder Skitsofrenis oder auch Costas Louzis zu finden).

Die Kaffeetrinkerinnen an den Wänden repräsentieren unterschiedliche Charaktere und benutzen daher auch verschiedene Tassen: die „Intellektuelle“ blickt ein wenig streng durch eine große Hornbrille über ein dampfendes Tässchen hinweg, das dieselben Farben wie ihre Bluse trägt: blau-weiß mit einem dezenten Herzchen.

Die „Sinnliche“ mit der prächtigen blondierten Mähne und der ärmellosen Bluse hat ihr Mündchen tief in einen großen Becher getaucht, der mit einem roten Herzen geziert ist. Sie träumt vielleicht, dass gleich ihr Prinz hereinspaziert und sie hinausführt in die Bläue eines sonnigen Tages.

Ich hoffe, dir hat diese kleine Kaffeepause so gut getan wie mir. Tschüß! Einen schönen Tag noch!

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Aus fremdem Fenster blicken

Heute waren wir bei einer Bekannten zum Kaffeetrinken eingeladen. Ihre Wohnung am Rand der Altstadt von Kalamata betraten wir zum ersten Mal.

Der Blick aus dem Fenster ist überraschend. Der Ausschnitt im Fensterrahmen wirkt wie eine Ansichtskarte mit den beiden Hauptattraktionen der Stadt:  Kathedrale und Burgberg mit Burgruine.

Der Grund für diesen weiten Blick ist ebenfalls überraschend: Im Vordergrund befindet sich eine über und über mit Feigen und Efeu überwucherte Ruine. Das war mal ein Gymnasium, der Ehemann der Bekannten hatte es noch als Schüler besucht, doch bei dem großen Erdbeben von 1986 brach es zusammen. Danach wurde es als denkmalgeschützt deklariert. Und da der Gemeinde das Geld fehlt, die Ruine im alten Stil wieder aufzubauen, blieb sie eben eine Ruine und wurde von den Pflanzen erobert.

Die Gebäude im Hintergrund gehören der Kirche. Man erkennt das an den Rundbögen. Auch die hohen Bäume rechts säumen ein kirchliches Grundstück. Und so schaut man von dieser Wohnung auf einen ausgebreiteten grünen Teppich mit rosa-weißer Stickerei-Umrandung.

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