Rund um Weihnachten: Portraitstudien

Eine der Wohltaten dieser Weihnachtstage war das Zusammensein mit meinem Sohn. Etwa anderthalb Stunden verbrachten wir täglich im Atelier. Ich versuchte, ihn zu portraitieren, während wir ein paar Kapitel von Tolstois „Krieg und Frieden“, vorgetragen von einem guten Sprecher, anhörten. Es ist bisher das einzige Mal, dass ich ein Hörbuch wirklich genoss.

Ähnlichkeit mit dem Modell ist mir nur andeutungsweise gelungen. Aber das stört mich weiter nicht. Denn die Freude am Experimentieren ist wieder da. Seit sehr langer Zeit nahm ich wieder Pinsel und Farben zur Hand und probierte mehrere Techniken und Stile aus.

Die ersten Zeichnungen machte ich mit Kohle auf großem Zeichenkarton, die eine über die andere.

Dann versuchte ich es mit Akryllfarben aus der Tube, mit denen ich nicht vertraut bin, wechselte aber bald frustriert zu meinen gewohnten Farben – Pigmente und Kleister.

erster Versuch in Farbe:  Akryll, Pigmente, Kleister auf Leinwand

zweiter Anlauf in Pulverfarben und Kleister auf Leinwand

Dritter Anlauf in Pulverfarben und Kleister auf Leinwand

Vierter Anlauf in Pulverfarben, Kleister und Salz

Das letzte ist mein liebstes. Es ist gutgelaunt und voller Witz. Gerne würde ich weiter experimentieren, aber die Zeit ist abgelaufen. Morgen fahren wir nach Athen, damit er den Flieger zurück nach Berlin nimmt.

Dies ist ein Beitrag zu Jurickas Blog-challenge „Rund um Weihnachten

 

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Rund um Weihnachten mit Juricka: Krippe, Kerze und Ikonen (Geburt und Tod)

Immer noch befinden wir uns im Umkreis des Weihnachtsfestes. Gestern entdeckte ich vor einer Kirche eine regelrechte Krippe mit Mama, Papa und Kindlein, mit Lämmlein, Kamel und drei Königen. Es gab weder Engel noch Hirten. Insofern stimmt die Darstellung mit keiner der beiden Erzählungen der Evangelien überein. Denn dort gibt es entweder eine Szene im Stall mit Krippe, Engeln, Hirten und Tieren oder eine andere im Haus mit Weisen bzw Königen, die ihre Gaben darbringen, während die Tierwelt nicht durch Lämmer, sondern durch die Reittiere der Besucher repräsentiert wird.

Gut gefällt mir, dass Joseph ein junger Mann mit feinen Gesichtszügen und kein ehrwürdiger Greis ist und insofern mit seinem angetrauten Weib Maria ein durchaus passendes Paar bildet.

Über dem Ganzen gibt es eine Inschrift auf Kirchengriechisch. übersetzt etwa: „Ruhm sei Gott in der Höhe und auf Erden Frieden, den Menschen zum Wohlgefallen.“

Ich ging in die dunkle stille Kirche hinein, um eine Kerze anzuzünden für einen sehr lieben und wichtigen Menschen. Die Nachricht hatte mich am Morgen erreicht und ziemlich erschüttert: Die Vorsitzendes des Vereins der Behinderten war am Tag zuvor, also am Weihnachtstag gestorben. Genau einen Monat zuvor, am 25. November, hatte ich sie getroffen, es war ihr Namenstag, und ich freute mich, ihr einen Teil der Spenden aus der Aktion „Kunst hilft“ für eine bedürftige Familie überreichen zu können. Sie erzählte froh von der bevorstehenden Geburt ihres ersten Enkelkindes durch ihre Tochter und von der bevorstehenden Kunst-Ausstellung ihres (behinderten) Sohnes, zu der sie mich herzlich einlud. Und nun ist sie gestorben, ohne diese beiden frohen Ereignisse erleben zu können. Ich fühle den Kummer ihrer Kinder und all der Menschen, die durch sie Hoffnung schöpften und durch ihre Energie Hilfe erfuhren.

Schwer war mein Herz. Und so versuchte ich, mir Erleichterung zu verschaffen, indem ich, wie es die frommen Griechen tun und wie es der Verstorbenen angemessen war, mich der mit Blumen geschmückten Ikone der Mutter mit dem Kind näherte, mich vor ihr verneigte und bekreuzte.

Auch vor der traditionsreichen Ikone der Geburtsszene Jesu stand ich eine Weile und fand irgendwie Trost in der Betrachtung. Es ist eine erstaunliche Komposition, die alle Beteiligten am Weihnachtsgeschehen harmonisch vereinigt und darüberhinaus Hinweise auf das weitere Heilsgeschehen enthält:

Die Engel, die den erschrockenen Hirten die Geburt des Heilands verkünden, erscheinen wunderbar beflügelt und farbig gewandet über den Bergen. Das Zentrum wird beherrscht von der Figur der knienden Maria in rotem Gewand, vor sich das klitzekleine eng gewickelte Neugeborene, über das sich Rind und Esel beugen. Die Örtlichkeit ist unbestimmt, die Krippe ähnelt einem steinernen Sarkophag. Drei noch recht junge Könige knien auf der Ebene darunter und schauen, ihre Gaben in den Händen, ins unbestimmte Weite. Im Vordergrund sitzen zwei sinnende Männer: Der eine scheint ein Hirt zu sein, denn davor grasen zwei Schafe. Der andere ist Joseph. Der Baumstumpf mag eine Anspielung auf das Kreuz sein, das aus abgehauenen Bäumen gefertigt wird.

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Eulenphilosophie (für Christine Jendrijk)

Die Idee einer Eule gebiert die Idee eines Kreises und schwebt als heiliger Geist über den Begeisterten. 

Platon grüßt Michelle und ihre Zeichnerin! (https://wordpress.com/reader/blogs/245553829/posts/2833):

Die Idee der Eule gebiert die Idee des Kreises und schwebt als heiliger Geist über den Begeisterten. 

beglaubigte Nach- und Unterschrift:

Ich erhebe hiermit Begeisterung zur Kategorie der Erkenntnis. 

                                                                                                    Platon.

 

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Rund um Weihnachten mit Juricka: Hafen und Meer

Der zweite Weihnachtstag war wieder blendend schön:

Das Meer um 13.31 Uhr

Der Segelhafen mit Spielplatz und aufgebockten Booten, um 14.02 Uhr

Und vor dem dunklen Berg, 14.04 Uhr

Die Hafenausfahrt, um 14.05 Uhr

„Berlin“ aufgebockt

Das Meer um 16.31 Uhr

und um 16.32

oder doch lieber um 16.36 Uhr?

 

Herangezoomt:

und zum Abschied um 16.39 Uhr

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Rund um Weihnachten mit Juricka. Weihnachtswetterbericht

Pause hin und her: Ich muss doch von den Wetterphänomenen berichten, die uns hier „rund um Weihnachten“ einige schöne Überraschungen bescherten. In der heiligen Nacht blitzte und donnerte es erst gewaltig, dann entleerte sich der Himmel auf die Erde, dass es nur so prasselte. Ich dachte, es wäre halt starker Regen. Doch anderntags stellte sich heraus, dass es Hagel war, der als große und kleinere weiße Flächen auch unter dem nun strahlenden Himmel und Sonnenlicht noch recht erstaunlich war, zumal hier ja „nie“ Schnee fällt.

Die Hagelkörner wirkten nicht sehr hart, und ich sah auch keinerlei Schäden an den Pflanzungen.

In der Sandovabucht herrschten fantastische Farben. Die Wellen hatten neuen Sand herbeigeschafft, der noch frisch und rein von Fußspuren war.

Der Sandova-Bach, der meist trocken ist, führt Wasser, das sich durch einen kleinen See und eine Rinne hindurch den Weg ins Meer bahnt.

Am Sockel des felsigen Kaps bildeten die anschwellenden Wellen des Meeres schäumende Strudel.

Die überschwemmte Straße spiegelte den Himmel mit den Wolken.

Ein perfekter Weihnachtsmorgen!

 

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Rund um Weihnachten mit Juricka: Besuch und Pause

Rund um Weihnachten heißt auch: Besuch hat sich angesagt, Besuch ist eingetroffen, und der Tagesrhythmus ist entsprechend verändert. Mit dem Bloggen wird es gerade nicht viel. Aber ein paar Fotos von unserem heutigen Spaziergang mag ich doch zeigen. Zu schön war der Tag!

Nun wünsche ich hier allen Mitlesenden schöne Weihnachtstage und melde mich für ein paar Tage ab. Alles Gute Euch Lieben!

 

 

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Rund um Weihnachten mit Juricka: Oh! les beaux jours!

FRANCE – 1963: Madeleine Renaud (1900-1994) in „Oh! les beaux jours“ by Samuel Beckett. Paris, theatre of the Odeon, october 1963. (Photo by Roger Viollet via Getty Images/Roger Viollet via Getty Images)

Mir will grad Becketts „Oh! les beaux jours“ nicht aus dem Kopf gehen, das ich 1963 am Heiligabend in Paris sah. Es war einer der highlights meines Lebens – und zugleich, wenn man so will, ein Tiefpunkt. Der von mir heiß geliebte Jean-Louis Barrault spielte die Rolle des Willie, und die großartige Madelaine Renaud verkörperte die Winnie. Die Regie führte Roger Blin. Die Aufführung fand in dem festlichen Rokkoko-Anbiente des l’Odeon statt. Dass ich eine Karte ergatterte, lag am Termin: an Heiligabend wollten die Menschen sich dieses Stück wohl nicht antun. Ich aber, 21 Jahre jung und mutterseelenallein in Paris, genoss gerade diese absurde Situation aus vollem Herzen.

Mein tiefes Misstrauen gegen den Weihnachtskult der „Heilen Welt“ trieb mich damals von zu Hause weg und ins Theater, und gerade zu diesem Stück von Beckett, zu diesem genial inszenierten Endspiel einer Ehe, in der alles wunderbar und comme il faut verlief. Winnie, erst halb, dann bis auf den redenden Kopf ganz im Sand versunken, hat in einem schwarzen Sack und um sich die Dinge ihrer Exzellenz versammelt: Sonnenschirm, Zahnbürste und was man sonst noch als Frau so braucht, dazu auch, für alle Fälle, einen Revolver. Sie redet und versinkt immer tiefer im Wüstensand, während ihr Mann Willie unsichtbar hinter einem Sandhügel liegt und schweigt. Nur am Ende kriecht er hervor, murmelt den Namen der geliebten Frau und küsst sie auf die ersterbenden Lippen. O glückliche Tage!

Ja, das schien mir ein großartiges Abbild der Condition humaine zu sein:

  • ein goldglänzendes Theater mit festlich gekleidetem erlesenem Publikum und den besten damals lebenden Schauspielern
  • eine Frau auf der Bühne, die ihren Schnickschnack vorzeigt und pausenlos redend sich selbst vorspielt, glücklich zu sein, bemüht, im Mann ein entsprechendes Echo hervorzurufen, um sich lebendig zu fühlen. Dabei versinkt sie immer tiefer im Sand der Banalität.
  • ein Mann, stumm, in sich selbst verkrochen, der seine Gefühle nicht äußern kann,
  • und rundum nichts als Wüste.

Man muss wohl sehr jung sein, um aus solchen lebensechten Dramen Genuss zu ziehen.

Nun aber zurück zu heute! Möge echte lebendige Kommunikation die Horror-Vorstellung der „Glücklichen Tage“ ad absurdum führen und uns allen wahrhaft glückliche Tage bescheren!

Dazu ein Weihnachts-Dekor aus einem Schaufenster.

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Rund um Weihnachten: Wintersonnenwende (sonntäglicher Abstieg ins Archiv)

Rund um Weihnachten:

Heute stieg ich ins Archiv, um zu schauen, was ich in anderen Jahren an einem Tag wie diesem getan habe. Es ist ja ein besonderer Tag: Wintersonnenwende.

Mit einem Foto vom Meer ehrte ich den Tag im vorigen Jahr:

2022, als Dora der Jahresgenius war, postete ich eine Collage aus Foto und Legebild. Unser Kamin als Sonnwendfeuer.

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2020 feierte ich zusammen mit Freundinnen an einem echten Sonnwendfeuer.

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Der Blick von da oben auf den verlöschenden Tag war gigantisch.

2019 zeichnete ich die herzförmige Astgabelung eines Olivenbaums.

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Kugelschreiberzeichnung, Filter und Farbe digital hinzugesetzt

Außerdem zeigte ich im Rahmen des Projekts „PingPong“ mit Ulli Gau ein Selbstportrait, als Antwort auf Ullis Satz SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AN DER WAND …(hier)

…HAST MICH GESEHN UND NICHT ERKANNT.

und schickte ihr den Halbsatz: MÄNNER UND FRAUEN KOMMEN AUS DEM MORGENLAND UND FRAGEN UNS, WO ….

Am 21. Dezember 2017 fand ich einen nassen aufgequollenen Frosch am Meeresstrand.

Eine junge Freundin, die mich begleitete, hockte sich neben ihn, um ihn aufzumuntern.

Am 21.12. 2015 fand ich, von Athen kommend, einen Korb Lotusfrüchte vor unserer Tür. Willkommen im Paradies!

Lotus 1

Und in diesem Jahr? Wir begaben uns in „unsere“ Taverne, um lecker zu speisen und den Katzen zuzuschauen, nicht anders als im Jahr 2021, als sich hinter dem Türchen des „fröhlichen Adventskalenders“ ein fremdes Kätzchen mit zwei verschiedenfarbigen Augen verbarg.

Der „fröhliche Adventskalender“ 2021 :

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2021/11/img_1422ga-e1638035765388.jpg 

Der „schreckliche Adventskalender 2021“ blieb geschlossen und öffnete sich erst wieder am Folgetag (hier)

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„Rund um Weihnachten“ mit Juricka: Granatapfelgold

Rund um Weihnachten gibt es in der hiesigen Natur so viel Gold zu bewundern, dass das Dekorieren mit goldenen Kunststernen etc überflüssig ist. Das dachte ich, als ich heute morgen aus dem Fenster hinaus ins graue Wetter schaute und mir der goldene Granatapfelbaum entgegenleuchtete.

So viel Gold! Sag selbst, ob es da noch vielerlei Schmuck braucht!

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Rund um Weihnachten: Katzenkinder


Rund um Weihnachten gibt es natürlich auch hier in Kalamata etliches Lichterspektakel. Doch ist das schöner als zwei zärtliche Katzenkinder? Die finde ich weit weihnachtlicher als elektrische Beleuchtung und musikalische Beschallung. Ich fotografierte sie vorm Atelier, wo sich die Katzen sofort einstellen, wenn ich mich da hinsetze. Sie lieben die Gesellschaft des Menschen, auch wenn sie sich nicht anfassen lassen.

 

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