Gingernillis 24: portugiesischer Hahn

„… und ein Hahn rief Halt auf portugiesisch, das klang wie paragem. Das Schiff war an der Grenze von Portugal angelangt.“

So erzählte vor nunmehr sechs Jahren der reisende Zwerg Axel Kinkelknut.

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Dem portugisischen Hahn möchte ich meinen nunmehr 24. Eintrag zum Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) widmen. Ich habe ihn gestern, bevor wir erneut in die Mani aufgebrochen sind, extra noch fotografiert.  Aber ist das wirklich derselbe Hahn wie auf der Zeichnung? Wieso hat er einen so prächtigen, und der auf der Zeichnung einen eher kümmerlichen Kamm? Habe ich etwa zwei Hähne aus Portugal mitgebracht? Gut möglich, denn zweimal bin ich in dieses schöne Land gereist – lang lang ists her.

 

 

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Impulswerkstatt, Bild 1: Menschen in Bewegung, Unschärfe

Zwei Impulse empfinde ich beim Betrachten deines ersten Fotos, liebe Myriade. Der eine ist formal und betrifft die durch Langzeitbelichtung erzeugte Unschärfe und Illusion von Bewegung, der zweite ist inhaltlich und betrifft die vorwärtsdrängende Menschenmasse.

Zur Unschärfe: Mit meinem Handy kann ich nur ansatzweise den Effekt erzeugen. Ich versuchte es gestern abend, indem ich eine dunkle Ecke des Raumes als Focus wählte und dann das Handy schnell bewegte. So entstand eine Reihe unscharfer Raumbilder.

Ähnliches habe ich auch schon früher auf der nächtlichen Terrasse ausprobiert und ganz interessante Ergebnisse erzielt (hier und hier). Voraussetzung ist, dass der Raum dunkel und daher die automatische Belichtung länger ist. Zwei Beispiele:

Zum „Menschen in Vorwärtsbewegung“: Heute fuhr ich ins Zentrum von Athen, um eine Ausstellung zu besuchen. Und da ich offenbar noch mit dem Thema befasst war, fiel mir sofort ein Ölgemälde auf: „Die Mönche“ (1953) von Perikles Byzantios (1893 – 1972).

Dem Maler gelingt es, mit wenigen Pinselstrichen und unter Ausnutzung der Perspektive eine Gruppe von Mönchen in Bewegung zu setzen. Anders als die gestikulierende, zwischen Laufen und Gehen sich fortbewegende Gruppe deiner Fotografie schreiten sie. Wir nehmen dieses Schreiten deutlich wahr, obgleich wir keine Beine und nur zwei Füße sehen, dazu auch noch zwei gelbliche Striche für Hände. Mehr braucht es nicht.

Spannend finde ich den Vergleich zwischen den beiden Bildern. Noch kann ich die unterschiedliche Wirkung von Foto und Gemälde auf mich nicht in Worte fassen.

 

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Gingernillis 23: Glaskugel

Heute habe ich für das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) eine schwere gläserne Kugel mit Luftbläschen ausgesucht, die nutzlos, aber lieb gewonnen, auf meinem Schreibtisch liegt.

Ab und zu nehme ich sie in die Hand und schaue mir die Farbspiele an, die sich je nach Hintergrund ergeben.

Auch die Spiegelung auf der Schreibtischglasplatte macht mir Freude.

„Ans Licht gehoben“ habe ich die Kugel auch schon mal (hier). Dies ist die Zeichnung, digital zur „Sonnenkugel in meiner Hand“ umgestaltet.

 

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Gingernillis 22: Schlümpfe

In der Athener Wohnung hat sich weit mehr geliebter Krimskrams angesammelt als im Steinhaus in der Mani. Da sind zum Beispiel die beiden Schlümpfe, die sich aus der Zeit, als unser Sohn noch bei uns wohnte, erhalten haben. Normalerweise halten sie auf meinem Schreibtisch Wache. Heute  stellte ich sie zum aufziehbaren Karussell auf den Couchtisch, um sie für das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) zu fotografieren.

Aber auch vor dem gefilzten Schwan, den meine Nichte einst fertigte und mir schenkte, machen sie sich gut, finde ich.

Hier ist der Blaue auf einer blauen Zeichnung zu sehen

Beide Schlümpfe habe ich „ans Licht gehoben“, indem ich sie mit meinen Fingern in Szene setzte.

in farbig:

 

 

 

 

 

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Eine Holzbiene? und ein Legebild

An der Gardine saß ein dickes dunkles Insekt. Ich fotografierte es und half ihm dann, den Weg nach draußen zu finden. Mit schwerem Gebrumm machte es sich von dannen.

Am Abend zuvor hatte ich aus einer Käserinde und den Fetzen des Weinflaschenverschlusses ein Bild auf dem karierten Küchentischtuch gelegt. Nun will mir scheinen, dass es einen käsiggesichtigen Mann darstellt, dem ein dunkles Insekt eine Nachricht überbringt. Doch leider scheint der Mann, so sehr sich das Insekt auch bemüht, nichts zu verstehen.

So gehts auch mir. Auch ich habe nicht verstanden, was die Holzbiene (wenn es eine war) mir mitteilen wollte… und ob überhaupt. Aber gefreut hat mich die Begegnung doch.

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Gingernillis 21: Buddha

Es ist ein winziger Buddha aus weißer Plastikmasse, den ich heute im Rahmen des Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) präsentieren möchte. Er ist weder schön noch kostbar, sondern unansehnlich und verwittert. Und doch strahlt er irgendwie auf seine Umgebung aus, gibt der Fensterbank eine freundlich-besinnliche Couleur. Wie immer meditierend, sitzt er vor seiner Höhle, die eigentlich das Skelett einer Landschildkröte ist.

Seine unzerstörbare geistige Präsenz noch im traurigsten Material wollte ich in einer Zeichnung deutlich machen.

Ist es mir gelungen? (Kugelschreiber-Zeichnung der Serie „Kleine Dinge ans Licht gehoben“, November 2019, farbverstärkt, farbverschoben)

 

 

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Dienstags-Drabble: Was ist gut, was böse? (kata-strophisch)

Mit genau hundert Worten – darunter die von Heide (Puzzleblume) vorgegebenen Küche + hoffen +  entsetzlich – habe ich versucht, eine uralte nie gelöste moralische Frage zu stellen: was ist gut, was ist böse?

Der eine findet es ergötzlich

Der andre aber höchst entsetzlich

Was doch dasselbe ist vor Gott.

 

Der Wurm im Apfel lebte glücklich

Der Bauer findet dies nicht schicklich:

„Was willst du Wurm in dem Kompott?“

 

Die Küche ist ein Ort des Grauens

Fürn Hahn, der voll des Urvertrauens

Dem Schlächter folgte auf den Block.

 

Die Oma aber hofft auch heute

Dass die von ihr geliebten Leute

Sie loben für den leckren Gock.

 

Wie soll ich nur dies Rätsel lösen

Dass von den Guten und den Bösen

Ein jeder Recht hat, wie er meint –

 

und einer lacht, der andere weint?

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Grüße von zu Haus.

Von „zu Haus“ bedeutet: aus meiner alten Heimat. Dort, wo ich geboren wurde, lebte, die Schule besuchte…. Zwei Freundinnen hatte ich. Die beiden, so schrieb mir die eine auf einer Glückwunsch-Postkarte, machen am Himmelfahrtstag zusammen einen Ausflug nach Helgoland. Wie gern wäre ich dabei!

Doch auch so bleibt die Freude, dass beide leben, unternehmungslustig sind und an mich gedacht haben. Und ich baute der Postkarte einen provisorischen Altar aus Tagebüchern. Danke! Und Gute Fahrt euch beiden! Mit dem Herzen bin ich bei euch!

 

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Gingernillis 20: Londoner Doppelstockbus

Hier ist er nach Kensington unterwegs, bedeckt vom Staub der Sahara.

Dann gings durch eine Waschanlage, und rot und proper machte er sich auf nach Hilton. Kam er vom Weg ab?  Alle Fahrgäste sind ausgestiegen, auch der Fahrer suchte das Weite.

Ich bot ihm eine Garage im Setzkasten auf dem Balkon an. Und fotografierte ihn für den Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak).

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Gingernillis 19: Falknerin

Die sehr hübsch bemalte Marionette aus Ton hängt ziemlich unbeachtet am Regal auf dem Flur. Ich hielt sie für Till Eulenspiegel, bis ich sie mir genauer besah: nein, der Vogel ist keineswegs eine Ule, sondern ein Falke, und Tracht und Gesichtsauasdruck passen nicht zu Till. Ich bin mir nicht mal sicher, ob es sich nicht um eine verkleidete junge Dame handelt. So tränenreich das Auge, so lieblich der Mund!

Ich weiß nicht, wie diese Figur in unserem Haushalt gelandet ist. Ich liebe Marionetten, wollte ursprünglich das Herstellen und Spielen mit Marionetten zu meinem Hauptberuf machen – aber wie so vieles andere auch (Flusskapitänin, Regieassitentin, Zigeunergeigerin) blieb dies Vorhaben in den Kinderschuhen stecken und geriet, als diese abgelegt wurden, in Vergessenheit.

Im Museum Aargau ist die mittelalterliche Falknerei zu besichtigen. Dort auch das Bild

Dies ist mein heutiger Beitrag zum Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak).

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