Gingernillis 28: Eichenholzdose mit Eichenblatt

Der 28. Eintrag für das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) sei meinen Großmüttern gewidmet. Die eine hätte heute Geburtstag und wäre heute 140 Jahre alt geworden (1885-1983). Von ihrem Haushalt ist nichts übriggeblieben, da sie zweimal ausgebombt wurde. Die andere hinterließ uns eine geschnitzte Holzdose. Leider hat diese inzwischen einen senkrechten Riss. Aber immer noch hält sie allerlei Stifte und anderen Krimskrams zusammen.

Ich weiß nicht, wer sie aus dem harten Eichenholz gedrechselt, gepunzt und geschnitzt hat. Die verschlungenen Initialen sind die meines Opas, den ich nicht kennenlernte (1880-1945).

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Dienstag-Drabble No 2: Störung (kata-strophisch)

Die drei von Heide für das heutige Puzzles Drabble vorgegebenen Wörter Kaffeegeschirr + hochziehen + heiter haben mich zu einem zweiten Drabble angeregt. Es schildert eine Szene aus dem Leben einer Leseratte.

 

Ei der Daus, was sind das für Sachen?

Aus der Küche klingt Kichern und Lachen

Jetzt hör ich ein Krachen und ein helles Geklirr!

War das von der Oma das Kaffeegeschirr?

 

Rabauz! klingt es jetzt. Das war wohl der Besen?

Mir scheint, es ist besser, ich unterbreche das Lesen.

Wär nur nicht der Schmerz so schlimm in den Knien

Dann könnt ich mich leicht aus dem Sessel hochziehen

 

Und schaute mal nach, was die Kinderchen treiben

Denn so wie grad jetzt kann es wirklich nicht bleiben.

Au weh, der Anblick ist heiter!

Ich glaube, ist besser, ich lese doch weiter.

 

Das obige Legebild aus eigenen Schnipseln ist digital bearbeitet, das untere habe ich aus Schnipseln von Susanne Haun, Jürgen Küster und Ulli Gau zusammengefügt.

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Dienstags-Drabble: Kaffee!

Dienstag ist Puzzles Drabbletag. ein Drabble ist ein Text aus genau 100 Wörtern. Heute sind die Wörter Kaffeegeschirr + hochziehen + heiter zu verwenden. Was ich mir hier zusammengereimt habe, ist nur halbwegs autobiografisch, denn erstens neige ich nicht zu Migräne und zweitens trinke ich Kaffee nicht immer aus großen Bechern. Mir schmecken auch Espresso und griechischer aufgebrühter Kaffee ausgezeichnet, und die werden in kleinen Tassen serviert.

Kaffeegeschirr? Dass ich nicht lache!

Wenn ich mir einen Kaffee mache

Dann muss der Eulenbecher her

Denn der erfasst bedeutend mehr

Als eine elegante Tasse.

Und außerdem sind Eulen klasse.

 

Lieg ich darnieder mit Migräne

Und undurchführbar schein’n die Pläne

Die einen Tag genussreich machen

Vergangen ist sogar das Lachen

 

Dann brauchts nen Kaffee, das versteht sich

Ich trink nen Schluck und hach, ihr seht mich

Gleich unternehmerisch und heiter

Egal was kommt, ich mache weiter

 

Ich zieh mich hoch aus jedem Loch

Und sag zum Leben lauthals „Doch“!

Der Kaffee macht den Unterschied

Weh dem, der diesen mir entzieht!

 

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Gingernillis 27: Klammer, Armband und Kettchen

Was ist denn eigentlich in der runden Holzdose direkt vor meiner Nase? Als ich die paper clips, sticky notes, Visitenkarten und Ohrstöpsel weggeräumt habe, entdecke ich allerlei, um die Gingernilli-Sammlung zu bereichern. Drei will ich im Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) vorstellen:

1. Ist sie nicht sehenswert, die kleine Eulenklammer? Viel hübscher als die metallenen paper clips, findet sie.


2. Und dieses Armband? Das hat eine junge Dame von acht Jahren gefertigt. Ich sah ihr fasziniert auf die Finger, um zu verstehen, wie sie die Teile flink zusammenfügte. Als Dank für meine Aufmerksamkeit bekam ich das Armband geschenkt und trug es eine Weise am Handgelenk. Dann aber legte ich es ab, und es landete auf dem Grund der Dose. Ich mag keinen Schnuck an mir tragen, er stört mich.

3. Das Perlenkettchen schenkte mir eine Freundin, damit ich damit meine Brille verlustsicher mache. Doch die Brillenkette verheddert sich immer mit dem Band des Hörgeräts, und so landete sich in der Dose.

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Buntes Leben (ein Bild draus machen)

Kürzlich sah ich bei „Kafka on the Road“ eine Fotocollage mit dem Titel „Buntes Leben“. Heute, als ich sie erneut ansehen wollte, war sie weg, aber ihre Wirkung hatte sie schon getan. Denn seither spukte der Satz in mir herum „Mein Leben ist bunt …es passiert eine Menge. Aber es wird kein Bild daraus. Nur viele kurze Schnappschüsse.“

Ich stand vor der Leinwand, auf der ich ein paar Tage zuvor eine Art See mit Schilf gepinselt hatte, und überlegte, was ich draus machen könnte.

Zunächst fiel mir nur ein, eine Art Gitter drüber zu legen, so dass das einheitliche Thema in viele Mosaiksteine zerfiel.

Es war das umgekehrte Vorgehen einer Collage: statt aus vielem eine Einheit machte ich aus einer Einheit eine Vielheit.

Nachdenkend darüber, ob ich das Gitter plastischer ausmalen sollte, fiel mir an einer langen Mauer eine gesprayte Schrift auf. Zwischen den blockartigen Buchstaben waren locker-farbige Felder stehengeblieben und weiß gerahmt.

Und so verstärkte ich das Gitter mit weißen und schwarzen Linien.

„Ein buntes Leben“, Pigmente, Kleister, Kohle auf Leinwand, 120 x 60 cm

Ein buntes Leben. Jedes Ereignis gesondert, Vielfalt und doch eine Einheit.

 

 

 

 

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Gingernillis 26: Glöckchen

Das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) erinnert mich täglich daran, dass der Wonnemonat Mai voranschreitet und sich bedrohlich dem Ende nähert. Es ist wie der Ruf der Glocke, wie das Klingeln, das die Eröffnung einer neuen Runde anzeigt.

Also lasse ich heute die größere der beiden Krimskrams-Glocken hell metallisch erklingen:

Guten Morgen ohne Sorgen!

Was ist wohl im Tag verborgen?

Die Kleine kann beim Wecken wenig helfen,

ihr Klang aus Porzelan weckt höchstens Elfen.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Regen im Mai

Die letzten Tage war die Atmosphäre sehr schwer von Saharasand. Heute endlich regnete es. Ich hatte die Freude, dem prasselnden Regen vom Tavernentisch aus, den wir rasch unter den schützenden Vorbau getragen hatten, zuzuschauen.

Ich machte immer wieder ein Foto, um die Veränderung des Lichts zu dokumentieren.

Das Meer wurde schließlich wieder sichtbar und fing an zu funkeln.

 

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Gingernillis 25: rundes Spielbrett (Eulenspiel)

Ein Mitbringsel aus Ravenna ist dieser „gioco della civetta“, der auf einem unserer Bücherregale ein beschauliches Leben führte, bis ich ihn für das Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) herunterholte und fotografierte.

Auf der Rückseite kann man auf Italienisch und Englisch erfahren, was es mit dem Teller und dem alten Spiel auf sich hat.

Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man es spielte, fand aber im Netz einen Eintrag auf italienisch: Gioco della Civetta | Gallerie degli Uffizi. Dabei handelt es sich freilich nicht um eine Beschreibung des Spiels, sondern um eine Skulpturengruppe.

Gioco della Civetta

Nun, egal. Gezeichnet habe ich das Brettspiel drei Mal. Bei der „kleinen grauen Mutter“ diente es mir als Symbol für den Kosmos.

Es findet sich erneut in einer Art Asservatenkammer, wo Polizei und Zoll beschlagnahmte Gegenstände aufbewahren.

Die runde Scheibe brachte es schließlich noch auf eine Zeichnung  über die „Anfänge der Schifffahrt“.

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Archivbild der Woche: Nyx und Pegasos

Am 25. Mai 2015 – es war der erste Monat dieses Blogs -, fühlte ich mich bemüßigt, einige meiner wichtigsten aus dem Griechischen kommenden Begriffe meinem Lesepublikum näherzubringen.

der dunkle Engel

Nyx, Tochter von Chaos. Legebild, digital bearbeitet.

Um 700 vor unserer Zeitrechnung lebte auf einer Farm am Helikon-Gebirge Hesiod, der Dichter der Theogonie (Genese der Götter). Als archetypische Bilder rumoren diese Götter am Grunde unserer modernen Seele und treten gelegentlich ins Bewusstsein.

Chaos (das Ungeordnete)

Kosmos (das schön Geordnete)

Rhea (das Fließende)

Gaia (der Erdenstoff)

Uranos (der Himmel)

Kronos (die Zeit)

Tartaros (die Eingeweide der Erde),

Eros (die Liebe)

Erebos (das Herz der Finsternis)

etc pp

Aus dem Ungeordneten (Chaos) ging und geht weiterhin das schön Geordnete (Kosmos) hervor. Die erste Tochter von Chaos ist Nyx, die Nacht. Sie ist ein gewaltiges Wesen mit dunklen Schwingen. Aus ihr wird der Tag geboren. Immer wieder von Neuem.

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„Alles entsteht und sinkt zurück ins Chaos. Dazwischen entwickelt sich das menschliche Drama.“ Auch das schrieb und zeigte ich am 25. Mai 2015 und erläuterte damit zugleich den Gedanken, der hinter meiner Schnipseltechnik bzw Legearbeit steckt. Wer mag, kann es hier nachlesen.

 

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Kleine Beobachtungen: Rätselhaftes und Offenbares

Lust auf ein Rätsel? Als ich gestern in einer Athener Metrostation  dieses X vor mir sah, fühlte ich mich aufgerufen, es zu fotografieren und euch zu fragen: was ist es?

Und damit ihr euch nicht ärgert, wenn ihr das Rätsel nicht lösen könnt, füge ich noch einen unverrätselten Schnappschuss von derselben Station hinzu. Ich hoffe, die beiden Hübschen werden mir verzeihen, dass ich sie heimlich fotografierte (zumal sie sich ständig gegenseitig fotografierten, und ihre Fotos sicher zu Hunderten im Netz kreisen).

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