Dora, hilf! Auf der Suche nach einer Idee.

Lamento (ich)

Das Neue Jahr hat zwar erst grade angefangen

Doch habe ich bereits begonnen sehr zu bangen.

Warum? Die Dora fehlt, um mir, wie sonst geschehen,

beim Finden von Geschichten beizustehen.

Mir fällt nichts ein! Und niemand gibt mir Tipps.

Soll ich denn ganz allein jetzt quälen meinen Grips?

 

Lass dir mal Zeit, so rät der liebe Jürgen mir

Der hat gut reden, denn er kennt ja sein Revier.

Ich aber nicht! Soll ich den dunklen schweren Dingen

mit denen heutzutage viele Menschen ringen

mich ernsthaft widmen und sie transparent beschreiben?

Nein, lieber nicht! es würde mich zum Wahnsinn treiben.

 

Ich liebe es viel mehr, den schönen Schein zu wahren

Die Transparenz ist herrlich, wenn im Meer, dem klaren,

die Steine dir vom Grunde weiß entgegenfunkeln.

Doch manche Dinge bleiben besser ganz im Dunkeln.

Die Wahrheit ist nur schön, wenn schön ist, was sie zeigt.

In vielen Fällen ist man gut beraten, wenn man schweigt.

 

Wie wärs mit Katzen? wie mit Blumen, Bäumen?

Wie wärs mit Wetter, wie mit Träumen?

Mit Einkaufsbummeln, Essen und Berichten

von Kummer, Freuden, Alltagspflichten?

Wie wärs mit Reisen, Künsten und Genuss?

mit Unglück, Trauer und Verdruss?

 

Gewiss, die Themen sind ja alle noch vorhanden!

wenngleich inzwischen schon ein bisschen abgestanden.

Ich tät gern wirklich Neues, Ungesagtes mir ausdenken

und nicht auf Altbekanntes oft Gesagtes mich beschränken.

Was soll ich tun,

ich armes Huhn!

Mir fällt so gar nichts ein, ist alles schon gesagt.

Ich hätte allzu gern die Dora mal gefragt.

 

Aus dem Off (Dora)

Was ist denn das für ein Gejammer!

Grad wie aus einer Folterkammer!

Wo fehlt es, Frau, was hast du bloß!

Seit wann bist du denn einfallslos?

 

Nimm doch zur Hand ein Stück Papier

Komm her zu mir, ich reich es dir,

reiß es in viele Stücke nun

und schon hast du genug zu tun.

 

Du kannst, du weißt es, Welten bauen

mit dummen Menschen und mit schlauen

kannst Flügel geben den Kaninchen

und Flossen auch den Honigbienchen.

 

Was geht dich an die Wirklichkeit!

Was wichtig ist, ist Heiterkeit.

Ich

Lass sehn, gib her mir das Papier

wer weiß, vielleicht, gefällt es mir,

vielleicht kommt meine Fantasie zurück

und mir fällt ein ein neues Schelmenstück…

Doch was für eins? wie sollen die Figuren sein?

 

Dora

Egal, machs wie du willst, ich lass dich jetzt allein.

Ich

Ich weiß nicht recht, denn ist das wirklich neu?

Und reicht es aus, dass es den Mensch erfreu?

Ich schau mal, was ich schon an Typen habe,

wenn ich ein bisschen im Archive grabe.

Jetzt erstmal zehn, und morgen seh ich weiter.

Vielleicht bin ich bis dann auch schon gescheiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Erster Januar Zweitausendvierundzwanzig

Noch habe ich keinen Einfall, was dieses „Neue Jahr“ charakterisieren wird bzw soll. 2021 war es der willensstarke Willi, der sich im Laufe der Zeit in Willie wandelte und schließlich ganz verschwand. 2022 war es Dora, die liebenswerte Schenkerin mit der Latüchte. 2023 brachte uns das Welttheater, mit Domna, der blinden Poetin, als Leitfigur, mit Clara, Jenny, Danai, Trud und all den anderen Darstellern.

2024? Gestern kamen mir nur düstere Assoziationen. Der Nachthimmel sah auch merkwürdig aus, und kein Stern war zu sehen.

Nein, sagte ich, kommt gar nicht in Frage, dass ich dem Angstmacher zu Diensten bin. Bevor ich das Jahr aufs falsche Gleis setze, warte ich lieber ab und sehe, wie es sich zeigen will.

Und siehe da: Es zeigte sich bisher in allerbester Stimmung! Nach dem Aufstehen, Katzenfüttern, Frühstücken … machte ich mich auf den Weg zum Meer. Unterwegs hielt ich bei den alten Oliven..

machte bei einer Blüten überrankten Pforte halt und plauderte mit Herr und Hund ,,,,

und wanderte entlang der Akrogiali-Bucht…

bis zur Sandova-Bucht, hier mit Blick zurück auf Akrogiali.

Bei Hobos Bar, deren Sonnenschirme und Sommerinstallationen wie jedes Jahr Wind und Wetter überlassen blieben, machte ich halt, um ein wenig zu zeichnen. Ich mag diese chaotische Welt von sinnlosen Formen und habe mich schon früher mal an ihnen abgemüht (Fotos hier. Fotos und Zeichnungen hier). Ich mag auch die Symbolik.

Dies mein heutiger Versuch.

Doch dann zog es mich ins Meer. Schwimmen am 1. Januar, wie lange hatte ich das nicht mehr getan? Kalt war das Wasser, ja, aber sehr erfrischend, und ich hatte es gar nicht sehr eilig, wieder rauszukommen.

Dann über den Felsvorsprung spazieren, weitere Fotos machen, einen salzigen Salat sammeln …

und über Akrogiali zurück. Am Minimarkt eine Blüte bewundern, die zusammen mit einer Katze und einem gelben Abfalleimer ein hübsches Stillleben bildete.

Der Anstieg durch den Olivenhain fiel mir heute leicht. Und als ich in unseren Garten trat, das goldrote Laub des Aprikosenbaums, die weißen Rosenblüten, den roten Hibiskus und die Katzenmeute begrüßend, dachte ich:

Ein schönes Jahr wird dieses 2024. Ist ja auch eine schöne harmonische Zahl…

Mein Mann hatte inzwischen einen Braten im Backofen vorbereitet und den Tisch gedeckt (im weißen Schälchen der Salat, den ich an der Küste gesammelt hatte).

Eine Wassilopita – den traditionellen Kuchen, den man am 1. Januar anschneidet – hatten wir gestern schon bei Freundin Nena besorgt. Der Glückspfennig steckte im Stück „fürs Haus“. Auch das ist ein gutes Omen. Denn wenn es dem Haus gut geht, geht es auch allen darin Wohnenden gut.

Nun darf es also beginnen, das neue Jahr. Ob mir noch eine neue Leitfigur einfällt, um diesem Jahr eine Form zu geben?

Im Welttheater war es die Figur der Transparenz, die zuletzt die Szene beherrschte. Das wäre vielleicht eine Idee: Transparenz ist kein so schlechtes Motto.

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Welttheater: 5. Akt (Schluss)

In Kürze wird sich der Vorhang des kleinen Welttheaters 2023 endgültig schließen und seine Kulissen abbauen. Die meisten Darsteller sind bereits abgereist. zwei aber sind zurückgeblieben: Trud, die immer noch Fragen hat, und So-wie-du, die natürlich auch ein paar Fragen hat und gerne die Antworten wüsste.

Trud ist freilich nicht die richtige Person dafür, Antworten zu liefern, aber So-wie-du lässt sich davon nicht abschrecken. Denn besser mit einer Fragerin zusammensein als ohne Frage und Antwort dazustehen.



So-wie-du:

Trud, was siehst du, sag mit bitte

wie wird dieses Neue Jahr?

Denn bei meinem ersten Schritte

wittere ich schon die Gefahr.

 

Beim ersten Schritte, sagte Goethe

da bist du frei und ungebunden

doch schon beim zweiten er geböte

die Richtung die du grad gefunden.

 

Drum sag mir, bitte, welche Richtung

die richtige für uns wohl sei?

Führt links uns gradwegs zur Vernichtung

führt rechts uns in die Barbarei?

Trud

Was soll ich dir sagen?

Ich kann ja nur fragen!

Hast du denn Angst? Und wenn wovor?

Wer Angst hat, der ist wohl ein Tor?

So-wie-du

Ja, ich fürchte mich gar sehr.

Schon allein dies große Meer …

Schaurig ists, mit dem Gefunkel

und gleich wird es auch noch dunkel

Kommt ein Sturm vielleicht gebraust?

Ach, vor Stürmen es mich graust!

 

Trud

Hilft die Angst dir, die Gefahr zu meiden?

Wird sie dir nicht jeden Spaß verleiden?

Wär es besser nicht, der Lust am Leben

sich genüsslich hinzugeben?

So-wie-du

Freilich, ich mag gerne lachen

und mit Männern Späße machen

und am liebsten tanz ich nackt

nach nem süßen Walzertakt.

Trud

Wenn es so ist, was hindert dich daran?

So-wie-du

Es fehlt mir dazu wohl der rechte Mann.

Der Mann ist irgendwie nicht gut erschaffen

es gibt die Rüden und es gibt die Schlaffen.

Die Wissenschaft hat noch nicht rausgefunden

wie man sie züchtet, so wie bei den Hunden.

Trud

Züchtet man nicht bereits den Menschen aus den Samen

die man entnimmt den Schönsten aller Damen?

Und nimmt dazu auch Spermen von den Herrn

die unvergleichlich sind wie von nem andern Stern?

So-wie-du

Du meinst das Menschlein, gleich aus der Retorte!

Humunculus genannt, der Goethe fasst’s in Worte!

Das wäre fein, vielleicht in diesem Jahr

das wäre toll und wunderbar!

 

Und wenn es mit der Züchtung nicht so geht

weil das Gesetz dagegen steht

so könnte doch ein Raumschiff einen bringen

der etwas taugt, das müsste doch gelingen.

 

Trud

Bist du dir sicher, dass du das Ergebnis

dann auch erfährst als fröhliches Erlebnis?

Kann es nicht sein, dass all die Kunstgestalten

am Ende uns und wir nicht sie verwalten?

 

Wer wird denn sorgen, dass die Transparenz nicht fehlt?

Und dieser Kunstmensch nicht den Rest der Menschheit quält?

 

So-wie-du

O schau, du hast die Transparenz gerufen!

und auch die andern sind nun plötzlich da!

Domna

So ist es, denn die uns erschufen

die wollten uns noch einmal sehn von nah.

 

Sie wollten, dass dies Welttheater

nicht endet wie ein Schelmenstück

Die Dichterin sowie auch ihr Berater

sie riefen uns ein letztes Mal zurück.

 

Um was zu tun?

Um ein Gedicht des Friedens, das, an Heutige gerichtet,

aus fernen Zeiten klingt, in denen es erdichtet.

 

Ich werde es euch sagen, es ist mein Geschenk

für wirre Zeiten, wenn ihr uns eingedenk,

nach Frieden, Freundschaft und ein wenig Glück

euch sehnt: die bringt es dann zurück.

 

Die Welt ist schön

Die Welt ist schön, die Welt ist gut, gesehn als Ganzes
Der Schöpfung Frühlingspracht, das Heer des Sternentanzes.

Die Welt ist schön, ist gut, gesehn im einzelst Kleinen
Ein jedes Tröpfchen Tau kann Gottes Spiegel scheinen.

Nur wo du Einzelnes auf Einzelnes beziehst
Oh, wie vor lauter Streit du nicht den Frieden siehst.

Der Frieden ist im Kreis, im Mittelpunkt ist er.
Drum ist er überall, doch ihn zu sehn ist schwer.

Es ist die Eintracht, die sich aus der Zwietracht baut,
Wo mancher, vom Gerüst verwirrt, den Plan nicht schaut.

Drum denke, was dich stört, daß dich ein Schein betört
Und was du nicht begreifst, gewiß zum Plan gehört.

Such erst in dir den Streit zum Frieden auszugleichen
Versöhnend dann soweit du kannst umherzureichen.

Und wo die Kraft nicht reicht, da halte dich ans Ganze;
Im ewgen Liebesbund steht mit dir Stern und Pflanze.

—————-

Friedrich Rückert (*1788  †1866). Ich danke von Herzen Ulrike Sokul, die dieses Gedicht zur Jahreswende am 29.12.2023 in ihrem Blog veröffentlichte.

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Warten auf…

Unser Mittagessen nehmen wir heute am Strand ein.

Auf den zusammengefalteten Sonnenschirmen haben drei Möwen Aufstellung genommen, vermutlich um des besseren Überblicks willen.

Unten auf dem steinigen Strand stehen noch mehr Möwen, dazu auch etliche Tauben. Eine Debattenrunde hat sich abgespalten. Was sie reden? Das kann ich von meinem Platz aus nicht verstehen.

Aha! Offenbar ist die Debatte beendet. Die Tauben stellen sich auf und blicken in Richtung Osten. Liegen da nicht die Dardanellen, durch die das Neue Jahr anrollen wird?

Auch die Jungmöwen blicken nun nach Osten. „Gleich kommt es, gleich kommt es“, krächst die eine. Sie ist unerfahren und weiß nicht, dass es noch eine kleine Ewigkeit braucht, bis das Neue Jahr anrollt. Wie viel kann da noch geschehen!

Ich aber weiß es, denn ich bin schon etliche Male in ihrer Situation gewesen, und so schaue ich ohne innere Aufregung zu, wie sich dieser 31. Dezember 2023  und mit ihm das ganze vergangene Jahr ohne Eile im Strome der Zeiten auflöst.

Inzwischen ist das Neue Jahr längst aus dem Chinesischen Meer aufgetaucht und rollt über den asiatischen Kontinent dahin. Den dort Lebenden ist es freilich ziemlich egal, sie brauchen es nicht, sie haben andere Sorgen und eine andere Jahreszählung. Wir aber freuen uns wie die Kinder vor der Bescherung: weg mit dem alten Plunder, her mit dem Neuen!

Na dann: Prosit! Es möge nützen.

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Welttheater. 5. Akt (Abschied der Truppe, Trud und So-wie-du bleiben noch)

Das Welttheater, das am Ersten Januar 2023 startete und zwischendurch eingeschlafen war, ist in den letzten Tagen des Jahres noch einmal aktiv geworden. Alle Mimen betreten ein letztes Mal die Bühne, sagen ihr Sprüchlein auf und gehen ab. Alle? Nun, ein paar glänzten durch Abwesenheit. Und einige sind noch nicht abgetreten, sondern harren der Dinge, die noch kommen wollen.

Was zuletzt geschah: Schurigel (Angstmacher) kam und ging,  Isolde (Hedonie) trat an seine Stelle, verbreitete statt Angst Lebensfreude und sang ein paar Verse ihres Lieblingsliedes – Schillers „Lied an die Freude“. Das Paar und So-wie-du traten auf. Jenny und Clara und Danai gaben ihre Kommentare ab. Wichtelboss Hobo mahnte zum Aufbruch, da bald der Vorhang des Jahres falle.

Und so geschieht es.

Domna

Nun wollen wir in Frieden scheiden

ein jeder finde seinen Pfad

Lasst uns den Abschiedsschmerz vermeiden

das ist vorerst mein letzter Rat.

 

Jenny

Auf, lasst uns dieses Schiff zerschneiden

so dass ein jeder eines hat

und niemand brauchts dem andern neiden.

Ich selbst brech auf nach Halberstadt!

Clara

Ich bleib bei Domna, sie zu führen

denn eine Führung braucht auch sie.

Ein Dichter öffnet viele Türen,

sich selber helfen kann er nie.

 

Jenny

Ein Kind als Führer – meinetwegen!

Mir selber wär ein Mann ganz recht

Ich brauch zwar niemand, mich zu pflegen

jedoch ne Stütze wär nicht schlecht.

 

Danai

Ich lebe schon zum vielten Mal

seit Angebeginn der Zeiten schon.

Ein Bötchen nehm ich meiner Wahl

Für mich ists keine Endstation.

Das Paar

Und wir? wohin willst du, mein Schatz?

Entscheide du die Wege und das Ziel.

 

O nein, ich folge dir an jeden Platz

und zieh im Strom von deinem Kiel.

 

Entscheiden mag ich nicht, so lass mich fragen,

wohin ich steuern soll, du mussts mir sagen.

 

dein Wunsch allein

soll mir mein Logbuch sein.

 

So wollen wir nur gleich vonhinnen gehn,

ich mag nicht gern mit vielen Menschen sein.

 

Hab für ne feine Wohnung in Athen

den Schlüssel schon, da sind wir dann allein.

(beide gehen ab)

Trud

Und ich? was wird aus mir jetzt werden?

Geh ich aufs Boot, bleib ich an Land?

Für eine Fragende ist jeder Ort auf Erden

ein Rätsel und im Wesen unbekannt.

 

Domna

Adieu, ihr Lieben, grüßt das Neue Jahr!

Clara

Mit euch zu reisen, war ganz wunderbar!

Jenny

Ich hoffe sehr, ihr habt stets was zu essen!

Danai

Ich hab dies kurze Jahr bereits vergessen.

Trud

Seid ihr auch sicher, dass das Jahr zu Ende?

Ist dies denn wirklich schon die Zeitenwende?

 

Ich bleibe noch, ich muss noch Fragen stellen

bevor das Jahr durchquert die Dardanellen.

(Trud verlässt das Boot und geht an Land. Die andern segeln davon)

So-wie-du

Du bleibst? Hast du denn keine Angst, so ganz allein?

Ich mag viel lieber in Gesellschaft sein.

Auch wüsst ich gerne, was das Neue Jahr so bringt.

und welches Glück und Unglück uns da winkt.

 

(Anmerkung: Die vielen Boote sind tatsächlich aus dem einen Gebilde, das die Wichtel gebaut und gestrichen haben, durch Zerschneiden entstanden.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbareiten: Kommentare lesen und Jahresbilanz verfassen

Wohlwollend-intelligente Kommentare zu den eigenen Einträgen zu lesen, gehört unbedingt zu den Lustbarkeiten des Bloggens. Weniger wohlwollende gibts natürlich auch, die stecke ich weg oder denke drüber nach, warum und wieso.

Die wohlwollenden-wohl formulierten, die ein Lächeln nicht nur ins Gesicht, sondern auch ins Herz zaubern, sind eine besondere Labsal. Ein solches Labsal ließ mir der geschätzte Bloggerfreund, Leseexperte und Buchausleger Alexander Carmele heute zukommen, indem er unter die „Welttheater“-Szene schrieb:

„Deine Reime lockern meine Gehirnwindungen auf. Stoisch auf den Reim bestehen, hat etwas sehr Lebensfrohes.“

Ich las es, noch im Bett liegend, auf dem Handy, lächelte zufrieden und tipselte meine Antwort. Sie ist zugleich Verabschiedung vom nun Alten Jahr 2023:

Stoisch auf den Reim bestehen,

mag die Welt auch untergehen –

das ist Kunst, ist auch Vergnügen,

wenn die Sätz sich trefflich fügen.

Tun sie’s nicht, ist’s minder schön,

doch auch so mag es mal gehn.

Wie in der Kunst so auch im Leben

muss man manches sich vergeben!

In diesem Sinne!

Leer den Becher bis zur Neige, auf dass sich der Goldgrund zeige.

Trink mit einem Schluck den Rest, denn beendet ist das Fest.

War es süß, so sage: Bleib!

und erwärme mir den Leib.

War es bitter, lass es gehn

denn es ist nun mal geschehn.

 

Willst du jetzt ein Schiff besteigen

musst zur Rechten du dich neigen.

Lockt dich mehr das Sternenreisen

um im All herumzukreisen

gehe links und fass den Schwanz.

 

So endet diese Jahr-Bilanz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Welttheater, 5 Akt. Angstmacher (Schurigel), Hedonie (Isolde), das Paar, So-wie-du

Was zuletzt geschah:

Nach Wiedereröffnung des Welttheaters am 10. Dezember haben sich zuerst die blinde Dichterin Domna und das Kind Clara eingefunden. Die Wichtel zimmerten unter der Leitung von Wichtelboss Hobo ein Gerüst und strichen es leuchtend gelb. Dann rief Hobo „die anderen“ der Truppe, die das laufende Jahr vertreten.Es erschienen

Jenny-the-Kid, Tschinn-der-Macher mit Kairos, Hera und die Spirits, Danai und Trud,  Wilhelm und das Traumwesen, das Wilhelm mit der wirklichen Isolde verwechselt. Jenny versucht vergeblich, ihn in die Realität zurückzubringen.

Wilhelm und das Traumwesen verblassen. Hera und die Spirits verschwinden. Auch Tschinn zieht mit Kairos ab. Auf  der Bühne sind jetzt noch Clara, Domna, Jenny, Danai, Trud und die Wichtel.

Wieder ruft Hobo, ob noch jemand  auftreten will.

Hobo:

Hört ihr den Ruf, so kommet prompt!“

Nun lasst uns sehen, wer noch kommt.

Nanu, das ist ja eine schreckliche Gestalt!

Ich würde fürchten mich, wär ich nicht alt.

                Danai    Schurigel   Trud      Jenny / Domna  Wichtel  / Clara            Hobo

Schurigel, der Angstmacher

Ihr sammelt euch jetzt an des Jahres Schwelle?

Das lob ich mir, da bin auch ich zur Stelle.

Denn schlimm war dieses Jahr, das nächste wird noch schlimmer

ich höre schon den Jammerton, das elende Gewimmer

der Menschen, die die Höllenqualen

des Kommenden sehr bunt ausmalen.

 

Es macht mich lustig, macht mich lachen

wenn überall die Bomben krachen.

Ja, habt nur Angst, recht so, denn ihr habt Grund dazu.

Im nächsten Jahr da findet ihr nicht Fried noch Ruh.

 

Und ist es nicht der Krieg, so kommt bestimmt ne Seuche

und niemand gibts der schwarzem Tod entfleuche.

Und lebt er doch, so wird er ganz verarmen

und noch den Tod anflehen um Erbarmen

dass er ihn nimmt und ihn erlöst von Pein.

O ja. das neue Jahr wird katastrophisch sein.

Jenny

Ich fürcht dich nicht

du blöder Wicht!

Mag kommen was da will!

und jetzt sei endlich still!

 

Denkst du, die Clara mag das hören?

Willst du die Lebenslust ihr stören?

Sprich du, Danai, du bist doch klug.

Sag du zu ihm: es ist genug!

Danai

Zu allen Zeiten wurde schwer gelitten

weil immer Menschen gegen Menschen stritten.

 

 

Des Menschen Herz ist sehr verletzlich.

Doch ach! der Menschen Taten sind entsetzlich.

Es gibt die, welche Hunde auf uns hetzen

die sich an unserm Schmerz, an unsrer Angst ergötzen.

 

Der Mensch ist oft des andern Menschen Feind

und durch viel Leid ist manches Herz versteint

Doch lebt gleichfalls so manches edle Herz

das fühlt des anderen Menschen Schmerz

 

und weint mit ihm und tröstet, wenn er kann.

Die Angst, die vorher war, erlischt sodann.

Und tobt die Unbill noch so arg

Wer hilft, der fürchtet nichts, denn er ist stark.

Schurigel

Mit dir hat man’s nicht leicht, du tapfre Frau

Ich hab’s gesehn, erinner mich genau.

Als man in schwachem Boote in die See einst stach

Als hoch die Wellen gingen und der Mast zerbrach

 

und als der andre fürchtete die Welle

 warst du als erste neben ihm zur Stelle

Die Welle nahm dein Kind, ich hört dich klagen

doch nimmer sah ich dich vor Angst verzagen.

 

Danai

Sprich nicht von meiner Not, es ist nicht deine.

Ich bitt dich, geh! und lass uns hier alleine.

Schurigel:

Ich geh ja schon, bin schon gegangen.

Mögst unverzagt ins Neue Jahr gelangen.

Auch wenn es mir bereitet Frust:

Ich mache Platz für Lebenslust.

Jenny

Was ist denn das?

Verstehst du was?

Wo eben noch der Schurigel gestanden

ist nun ne andere Figur vorhanden!

Das ist, so scheint mir, die Isolde,

des armen Wilhelm seine Süße Holde!

Clara

Und auch das Paar und die Ich-bin-wie-ihr!

Die sah ich beinah nicht im Spiele hier.

 

 

Das Paar

Wenn die Angst die arme Brust nicht verschnürt

das Glück man sogleich in den Adern verspürt.

Es fließt mit dem Blutstrom und macht uns gesund

und freudig findet zum Munde der Mund.

Hedonie (Isolde) singt:

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod.
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott….

Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt….*

So-wie-du (zu Hobo)

Ich versteh nicht viel, doch möchte ich euch gleichen.

Wie kann ich das am einfachsten erreichen?

Hobo

Wem willst du gleichen? Denen oder mir?

So-wie-du

Am liebsten allen, doch zuerst nur dir.

Hobo

Wer allen gleichen will,  der wird ganz unerkennbar

ist ohne Namen und ganz unbenennbar.

Du gleichst vielleicht der Laus auf meinem Haupte

doch dort zu wohnen, ich dir nicht erlaubte.

So-wie-du

Du bist nicht nett, ich geh ein bisschen wandern.

und seh mich um, dann gleiche ich den andern.

Die Frau da drüben ist sehr elegant

der möcht ich gleichen, das wär amüsant.

Hobo

Genug! Ihr Wichtel, packt die Sachen ein

Wir lassen diese Menschen jetzt allein.

Ihr Jahr ist um, gleich lösen sie sich auf.

Kommt her und überlasst sie nun des Schicksals Lauf.

 

Hedonie (singt)

Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmut – –
Brüder, fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:
Dieses Glas dem guten Geist.*

………..

 

*Schiller, Lied an die Freude

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

schrecklich auch ist, was als Strafen den Taten stets folgte.

Einst, vor viel tausenden Jahren an eben demselben Strande

landeten Frauen, die zuvor am großen Strome wohl lebten

Fünfzig sind es gewesen, so erzählen die alten Geschichten.

Hier am argischen Strand, Schutz vor Verfolgung erflehend.

Dort, woher sie gekommen, sollten sie, ohne die Männer zu lieben

diesen gewaltsam gegeben und untertänig gemacht, sie bedienen.

Grausam das Schicksal, sie flohen und fanden auch endlich hier Zuflucht.

Denn die Götter geboten den Menschen, Asyl zu geben den Armen.

Wenig Zeit nur verstrich, da kamen die verfolgenden Männer

Drohten den Argos-Bewohnern und klirrten mit bronzenen Waffen:

Gebt uns die Frauen heraus, sie sind und bleiben die unsern!

Angst befiel die Bewohner, die Tore öffneten sie, und die Männer

Griffen sich welche der Frauen sie wollten und machten sie hörig.

Doch in der Nacht, noch ehe über dem Meere die Sonne

ihren Rundgang begann, erschlugen die Frauen die Männer.

Eine nur hatte den Mann, der sie nahm, mit Liebe umgeben

Einer wars nur, der dem nächtlichen Schlachten entkommen.

Von diesen beiden entstammen nun all unsere spätern Geschlechter

Danaiden genannt, und die Männer Danaer, Ägypter und Griechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Welttheater, 5. Akt: Wilhelm und das Traumwesen, Domna

Was zuletzt geschah (Zwischenbilanz)

Nach Wiedereröffnung des Welttheaters am 10. Dezember haben sich zuerst die blinde Dichterin Domna und das Kind Clara eingefunden. Clara bat Dora um Hilfe. Die rief die Wichtel unter Führung von Wichtelboss Hobo herbei. Die Wichtel zimmerten ein schiffartiges Gerüst und strichen die Segel leuchtend gelb. Dann rief Hobo auf Claras Geheiß hin „die anderen“ der Truppe, die das laufende Jahr vertreten.

Als erste erschien Jenny-the-Kid. Es folgten Tschinn-der-Macher mit seinem Vieh Kairos, Hera und die Spirits. Dann traten auch die heimatlose Danai und die immer fragende Trud auf.

Wer wird als nächstes Hobos Ruf hören und auf der Bühne erscheinen?

Es ist der „Überlebenskünstler“ Wilhelm. Über ihm schwebt das Traumwesen. 

Hobo

Oho, das ist ja eine Menge

von Leuten, grässliches Gedränge

Ein Neuer ist an Bord erschienen

begleitet von ner Nackt-Blondinen.

Was der wohl will? Kennt ihr den auch?

Er stell sich vor, wie es der Brauch.

Wilhelm

Man nannte mich Wilhelm, und immer noch such ich die Holde

nach der ich mich sehne, die zauberhafte Isolde

Traumwesen**

Ich bin die Isolde, hedonisch und frei

schweb über dem Wilhelm, wo immer er sei.

Jenny

Den Wilhelm den kenn ich, der ist auch mein Freund

mit dem bin ich lange zusammen gestreunt

Ich pass auf ihn auf, und er hilft auch mir

Wir stehn für einander, wie mir so auch dir.

 

Die andre dadrüber, die mag ich nicht sehn,

die sollte verschwinden, woanders hin gehn.

Traumwesen

Ich bin stets da, wenn du mich rufst,

muss da sein, denn du selbst erschufst

mich träumend nachts als deine Illusion

und wie ich wurde, so entschwind ich schon.

 

Die Zeit ist rum, verflossen ist die Nacht

die mich im Mondeslicht zu dir gebracht.

 

(Traumwesen verblasst)

Wilhelm

O weh, sie geht, so haltet sie doch fest!

Mein Herz zerbricht mir, wenn sie mich verlässt!

Jenny

Lass sie doch fahren, Wilhelm, was soll dir das Weib?

Ich bin dir treu, dein Kumpel. Wenn du mir sagst: Bleib!

bin ich bei dir und du bist nicht allein

mit mir als Freund kannst du stets sicher sein.

Wilhelm

Ach liebe Jenny, das verstehst du nicht.

Wenn die Isolde geht, mein Herz zerbricht.

Domna

Du Mann, der einst nur an das Überleben dachte

und sich ein Lager für den Notfall machte

Du stürztest ab, und als du aufgewacht

hast du nur noch an eins gedacht:

 

wie man des Lebens Lust ergreife

und wie der Liebe süße Frucht wohl reife.

Doch statt der Liebe, der so laut erflehten

Wurdest du nur zum Träumer und Poeten.

 

Statt nach der Liebe nur zu lechzen

wie nach dem Trank, der deinen Durst dir stillt

und unter Liebesschmerzen schwer zu ächzen

schiene es besser mir, du wärest mal gewillt

 

dich andern Menschen liebevoll zu nahen

ihnen zu nutze sein und ihnen wohl zu wollen

sie wie sie sind zu lieben, zu bejahen

und ihnen wegen Fehlern nicht zu grollen.

Jenny

Er hört nicht zu, der Mann, er ist schon abgedriftet.

Das nackte Weib ist schuld, denn das hat ihn vergiftet!

Wilhelm (murmelnd)

„Weißt du, ich will mich schleichen
Leise aus lautem Kreis,
Wenn ich erst die bleichen
Sterne über den Eichen
Blühen weiß.

Wege will ich erkiesen,
Die selten wer betritt
In blassen Abendwiesen –
Und keinen Traum, als diesen:
Du gehst mit.“*

(Wilhelm verblasst)


*Quelle: Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Advent, 1897

**Das „Traumwesen“ und Isolde (Hedonie) sind eigentlich zwei unterschiedliche Gestalten. Das Traumwesen bedient sich Isoldes Sprache. Für Wilhelm sind beide in Eins zusammengeflossen: Er hält das Traumwesen für seine geliebte Isolde.

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Akropolis im Dezemberlicht (mit täglichem Zeichnen)

Ich blieb heute noch in Athen, brachte einer erkrankten Freundin einen Kanister mit diesjährigem Olivenöl (es möge nützen!) und spazierte ein wenig auf der Fußgängerzeile der einstmals verkehrsreichen „Apostel-Paulus“-Avenue herum.  Stände mit billigem Schmuck und anderem Handwerklichen gehören seither zum Ambiente. Viele der Anbieter leben davon. Und ihre schweren Katzen und freundlichen Hunde ebenfalls.

Die 4-Uhr-Sonne beleuchtete die Akropolis und die Pinienwälder an ihrem Hang.

Akropolis herangezoomt

Ich setzte mich auf eine Terrasse mit Akropolisblick, bestellte einen Espresso und einen frisch gepressten Orangensaft und machte zwei schnelle Skizzen vom Akropolishügel. Da der Computer, an dem ich gerade schreibe, kein Fotoshop hat, kann ich die Fotos der Skizzen nicht verbessern. (Zeichnungen mit rotviolettem Kuli)

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Welttheater, 5. Akt: Danai, Trud und Wichtel Lotte aka Lothar

Was zuletzt geschah: Zwergenboss Hobo und Göttin Hera kabbeln sich weiterhin. Offenbar gibt es da eine alte Rivalität. Tschinn-der-Macher erscheint mitsamt seinem Tier Kairos, da er eine gute Gelegenheit wittert. Hera macht sie ihm madig. Zuletzt treten die heimatlose Danai und die immer fragende Trud auf.

Trud:

Hier ist ein kleiner Mann, oder ist es eine Frau?

Es trägt einen Rock, doch ich seh nicht genau,

ob es ein Weibchen ist, nen Busen hat es nicht,

ob es wohl einer neu entstandnen Art entspricht?

Danai

Ach Trud, du fragst und fragst, doch in den heutgen Zeiten

lässt sich aus äußren Zeichen nicht exakt ableiten

ob jemand ist ein Mann,

es kommt zuerst drauf an,

ob jemand, der als Knab zur Welt gekommen

die Mannestugenden als Mann noch frommen.

Trud

So kann ein Mann verändern sein natürliches Geschlecht?

Danai

Genau. Er kanns, wenn ihm das angeborene nicht recht.

Trud:

Und dieser hier, der wäre solch ein Mann?

Danai

Das weiß ich nicht, es kommt drauf an.

Trud

Worauf kommt es denn an? Wie kann ich sicher sein?

Danai

Du musst ihn fragen, Trud, denn er weiß es allein.

Trud

Mein werter Herr, verzeiht, verehrte Dame

darf ich erfahren, wie ist wohl Ihr Name?

Wichtel

Sehr wohl. Mein Name ist Charlotte.

doch nennen mich die andern nur noch Lotte.

Ich selbst nenn Lothar mich im ganz Geheimen.

Doch sag:  was tut auf Lothar sich wohl reimen?

Trud

Auf Lothar reimt sich wohl Altar?

Vielleicht auch noch „was einmal war“?

Wichtel

Was einmal war …

da lebte ein Lothar

ein König war er der Franken

um den sich Geschichten ranken.

Ab heute bin ich Lothar und ein  Held.

Die Selbstbestimmung ist das beste auf der Welt.

                                                             

                Danai, Wichtel Lotte aka Lothar, Trud                                Wichtelboss Hobo

Hobo

Was redest du da, blödes Weib?

Hast wohl nen neuen Zeitvertreib?

Back lieber Brot für diese hier

und sei den Zwergen eine Zier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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