Ich habe vor einigen Tagen drei Leinwände in Betrieb genommen, um darauf mit Hilfe eines Stücks Kohle Ideen für mögliche Bilder zu notieren. Ich benutze sie wie Schiefertafeln: zeichnen und wegwischen, zeichnen und wegwischen. Die Notate halte ich manchmal mit dem Handy fest, manchmal auch nicht. Für mich ist dies Zeichnen besser, als vor einer leeren Leinwand zu stehen, zu der mir nichts einfällt.

Im Hintergrund sieht man eine Wand mit Aquarellen für die irgendwann hoffentlich stattfindende Ausstellung.
Die Skizze auf der kleinen Leinwand interessiert mich am meisten. Über sie denke ich nach.

Gleichzeitig wartet ein großes, vor einiger Zeit begonnenes Gemälde mit collagierten Papieren darauf, dass ich meine Unschlüssigkeit überwinde und mich entscheide, wie es weitergeht bzw ob ich alles übermale.

Auf dem Gemälde haben sich, außer dem schon früh entdeckten Bärtigen, noch weitere Köpfe in meine Wahrnehmung gedrängt. Ich habe ihnen mit Kohle etwas mehr Existenz verliehen, weiß aber nicht, was ich mit ihnen anfangen soll.
Dies war der erste Kopf: nach links gewendeter Kopf mit nachdenklich geschlossenen Augen und langem weißgrauem Bart

Als nächstes meldete sich dieser ebenfalls bärtige dynamische Kopf mit offenem Auge. Er wechselte sein Aussehen mehrmals.

Als nächster machte einer mit total bandagiertem Gesicht auf sich aufmerksam. Er schaut mit 3/4 Profil nach rechts.

und schließlich ist da noch einer mit Helm und Mundschutz, der blickt geradeaus, soweit man das seinem zerfetzten Gesicht entnehmen kann.

und ein fünftes blasses Gesicht trat links davon in Erscheinung.

Ich habe das Bild gegen die Wand gedreht, um es nicht immerzu ansehen und nachgrübeln zu müssen, was hier nach Ausdruck drängt.