Dienstagsdrabble: Begegnung mit dem Calmar

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Die Expedition des Smith-Ocean-Instituts war, glaubt man der Verlautbarung, die sie an alle Presseagenturen schickte, ein glänzender Erfolg. Man habe in den Meerestiefen vor Chile einen unbekannten Dreitausender vermessen und zwanzig neue Arten identifiziert.

Mein romantischer Kopf stellt sich vor, wie die Forscher plötzlich entdecken, dass das prächtige Wesen, das ihnen inmitten der blühenden Welt der Tiefsee entgegenschwimmt, ein blauer Promacheteuthis-Kalmar ist, den sie bisher nur als totes Tier kannten.

Nüchtern betrachtet, handelt es sich freilich nur um das Rendezvous eines Roboters mit dem Calmar, und um die Verarbeitung von Fotos, die aus der unergründlichen Tiefsee ihren Computern zugeschickt wurden.  

 

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Dies ist ein Beitrag zum Dienstags-Drabble, angeboten und betreut von Heide vom Puzzleblume-Blog. In einem 100-Wort-Text waren einzubauen die Wörter Expedition – schicken – nüchtern. Der Text bezieht sich auf eine Meldung, die ich heute las. 

Hier noch ein paar Tiefsee-Legebilder zum Anschauen und Vergnügen:

IMG_2309meine Schnipsel

Jürgen Küsters Schnipsel

Andrea Hemings Schnipsel

Leelas Schnipsel

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Regensturm im September

Eben rühmte ich noch den „blauen September“ und meinte, die Oktoberstürme dürften gern noch fernbleiben, da war der Sturm schon da, tobte um unser Haus und schüttelte Granatäpfel und Feigen von den Bäumen. Schnell schloss ich die Fenster und sicherte, was draußen herumflog. Der Blick von der Turmterrasse hinunter zum Meer war magisch.  Kalamata war verschwunden.

Schön war, dass es auch wieder regnete, wenn auch nur kurz. Seit zehn Tagen haben wir dieses gewittrige Wetter mit kurzen heftigen Schauern. Der Boden nimmt das Wasser sofort auf und wird langsam durchfeuchtet, ohne ausgeschwemmt zu werden. Eine Wohltat.

Nur auf der Straße bildeten sich Rinnsale und Pfützen, die in der bald wieder erschienenen Sonne aufleuchteten.

 

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„Warum so eilig?“ Eine Entschleunigungsübung

„Wohin so eilig?“ fragte ich das nun auf den Namen „Fridolin“ getaufte behaarte Seepferdchen.

Dabei hätte ich eigentlich mich selbst befragen müssen, denn Fridolin entstand, weil ich es mal wieder eilig hatte. Eine Stelle meines immer noch sehr vollen Haares hatte sich durchs Salz des Meeres arg verfilzt, und schwankend zwischen Penelope und Alexander entschloss ich mich, es Alexander gleichzutun und den Knoten durchzuschneiden, anstatt ihn, wie Penelope, mühsam aufzurebbeln. Der Mann in mir siegte…

Vorm Schlafengehen dachte ich mir: Was ist eigentlich dies „es eilig haben?“ für mich? Mach doch mal eine neurographische Zeichnung dazu (ich lerne das ja grad mit Cynthia).

Als erstes haut man den Impuls mit einem schnellen Strich aufs Papier. Hätte ich es nicht immer so eilig, wäre mir aufgefallen, dass ein gemütlich auf einem See schaukelndes Boot mit einem liebenden Paar drauf entstand. Aber ich bemerkte es erst jetzt, als ich das Foto der Zeichnung besah.

Ich rundete nämlich gleich alle auf einander stoßenden Linien ab, wie die Methode es will.

Immer noch hätte ich das Boot mit dem Paar drauf erkennen können. Es ist jetzt freilich nicht mehr ganz so gemütlich, hat mehr speed drauf. Mit seiner dicken Haifischnase will es nach links, in die Vergangenheit düsen. All das bemerkte ich aber erst jetzt, beim Betrachten.

In die Vergangenheit wollen eilige Menschen nicht gern düsen. Also traf mein Unterbewusstein Vorkehrungen: Ich befestigte das „Gefährt“ am rechten Rand: der Zukunft, indem ich abgebrochene Linien verlängerte und verband, wie die Methode es vorschreibt. Natürlich hätte ich die Linien auch am linken Rand enden lassen können – aber nein, ein Eilender will immer in die Zukunft (rechts entsprechend unserer Leserichtung).

Zweifelnd betrachtete ich mein Machwerk. Was wollte es mir sagen? Mir schien, es sei ein Auto, das nach rechts mit Volldampf gegen ein Hinternis raste und sich dort die Nase eindrückte.

Da wurde mir doch ein wenig mulmig zu Mute. Ich fahre ja gern schnell, aber doch nicht mit solchem Ergebnis! Vielleicht sollte ich das Fahrzeug ein wenig ausbremsen? Und ihm einen neuen brauchbaren Vorbau beschaffen? Wer saß überhaupt darin? Eine Frau mit einem Kind auf dem Schoß! Also wirklich! Da darf man doch nicht rasen! Also mach mal gaaanz schön laangsaam, schau dir das grüne Land, die blaue See, den Himmel an, genieße das Fahren, und wenn die Reise lange dauert, umso besser!

Du siehst, nun ist es ein altes grünes Töfftöff geworden, und am Heck gibt es einen Aufbau fürs Großgepäck. So wird die Dame mit dem blonden Kind auf dem Schoß reisen und nicht mehr ans schnelle Ankommen denken. Der Weg ist das Ziel! Von Technik hat sie freilich keine Ahnung, da graust es ihr ein wenig! Man stelle sich vor, sie müsste die Kühlerhaube öffnen und die Kurbel in Gang setzen, mitten in der Pampa!

Diese Entschleunigungsübung hat mir gut getan. Am liebsten würde ich zurückkehren zur Anfangsskizze mit dem schaukelnden Boot –  und das ist die eigentliche Erkenntnis. September ist eine Zeit der Ruhe, des Pausierens und der Entschleunigung. Was hat es für einen Sinn zu drängeln, dass der Oktober mit seinen Stürmen schneller kommt? Er kommt ja!  Genießen wir die blaue Stille des September!

 

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ohne Titel: Wohin so eilig?

Dieses Haartierchen fotografierte ich heute.

Einen Namen hat es noch nicht.

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Danke, August! Sei mir willkommen, September!

Der Monat begann, wie er endete: mit eindrucksvollen Himmelsschauspielen! Dies Foto machte ich am 1. August

und dieses am 30. August.

Zwischen diesen zwei Sonnenuntergängen breitete sich der August aus.

Die Freuden des August waren vor allem das tägliche Schwimmen, aber auch sonst habe ich trotz anhaltender Hitze vieles tun können, darunter die regelmäßigen Sitzungen in der Zeichenschule und ihre Fortsetzung im eigenen Atelier, das Paneurythmietanzen mit Freundinnen im Park und neuerdings, mit Cynthias Unterstützung, das eifrige Zeichnen nach der Neurographics-Methode. Und sonst? Das Glasperlenspiel hat mich eine Weile begleitet, Heides Drabbles, Christianes Sommerpausenintermezzos und Adventüden, Myriades Impulswerkstatt haben mich zum Mitmachen animiert, eure Blogs gaben mir tägliches Futter zum Nachdenken, Schmunzeln, Wundern oder Lernen, gelegentlich auch zum Stirnerunzeln, und natürlich verfolgte ich das Weltgeschehen, so gut ich es von meiner paradiesischen Weltecke aus vermochte. Der erste Sommerregen kam auch, wie es sich gehört, gleich nach dem Marienfest, dem Höhepunkt des August. Und ja, es gab auch die Olympiade in Paris und dies und das.

So fühle ich mich gut August-gesättigt und voller Neugier, was der September wohl so bringen mag. 

Hier eine kleine Auswahl der im August geposteten Fotos.

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Impulswerkstatt: “Östlich der Sonne, westlich vom Mond“.

“Östlich der Sonne, westlich vom Mond“.

Vor mir liegt ein Buch, das ich mir nach einem Tipp von Alexander Carmele zulegte, leider auf Griechisch, so dass ich nicht nach einer deutschen Übersetzung zitieren kann. Es ist von Italo Calvino – noch ein Grund, es vertrauensvoll zu bestellen. Der Titel: Le Cosmicomiche, Die Cosmicomics also.

Wie die Liebhaber dieses Buches natürlich wissen, beginnen die Erzählungen in einer Zeit, als der Abstand des Mondes noch nicht derselbe war wie heute. O nein! Der Mond war der Erde sehr sehr nah!  Diese Erkenntnis, so versichert uns der Autor in der einleitenden Bemerkung, stamme von Sir George Darwin (sic!). Die Gezeiten hätten den Mond, der dieses Phänomen bekanntlich selbst erzeugt, langsam aber sicher immer weiter von der Erde entfernt. Wegen der Gezeiten nämlich verlor die Erde kontinuierlich an Energie, ihre Anziehungskraft nahm ab.

Von jener fernen Zeit also weiß Kfbfk mit großer Anschaulichkeit zu erzählen: Riesenhaft sei der Mond über ihnen gestanden, wenn er voll gewesen sei, und habe die Nacht mit seinem Licht erfüllt, während er bei Neumond wie ein schwarzer vom Wind erfasster Schirm über ihnen trieb. Und wenn der Mond dann wieder zunahm, konnte es passieren, dass er mit seinen zwei Hörnern so nah an einem Kap vorbeischrammte, dass die Menschen befürchteten, er könne sich aufspießen und für immer dort hängen bleiben.

Bei einem solchen Mond kann die Ortsangabe „westlich vom Mond“ eigentlich nur bedeuten: schau nach Norden! Und östlich von der Sonne? Nun, klar, damit ist die Südrichtung gemeint. Andererseits … die Umlaufbahnen von Mond und Sonne waren nicht dieselben wie heute. Wie genau sie verliefen, kann der Erzähler leider nicht sagen, da fehlen ihm einige Fachkenntnisse über Eklipsen und derlei mehr, aber soviel kann er mit Fug behaupten: die beiden Ungetüme Sonne und Mond schafften es immer, sich irgendwie auszuweichen und nicht aneinander zu knallen.

All das nützt uns heutigen, wo der Mond so weit weg ist, natürlich nicht mehr viel, um unseren Standort „westlich vom Mond, östlich von der Sonne“ mit Sicherheit zu bestimmen. Wir müssen daher, um uns nicht zu verirren, auf technische Hilfsmittel zurückgreifen wie Musks Satelliten, Navis und anderes Gedöns. Der Mond bringt’s nicht mehr.

 

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt Juli-August 2024 und insbesondere zum Stichwort “Östlich der Sonne, westlich vom Mond“. Die Legebilder sind mithilfe einer früheren Schnipselspende von Myriade entstanden.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: und wieder ein Abendhimmel

Natürlich habe ich den ganzen Tag über etliches getan, was ich hier erwähnen könnte. Aber zu einem Foto hat es schließlich nur der Abendhimmel gebracht.

Allen hier Guckenden und Lesenden wünsche ich einen schönen Abend!

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In der Zeichenschule 24: Aphrodite korrigiert plus halber Jünglingskopf

Heute also, in der letzten Sitzung vor dem unterrichtsfrien Monat September, habe ich mich wieder vor die am Dienstag begonnene Zeichnung gesetzt. So sah sie aus:

Beim geruhsamen Hinschauen fielen mir natürlich etliche kleine Fehler bei Aphrodite auf, außerdem galt es, Haar, Kinn und Hals zu bearbeiten. Dafür verwendete ich zwei Stunden, aber selbstverständlich hätte ich auch den Rest der Zeit noch drauf verwenden können. Ingendwas ist halt immer. In der dritten Stunde machte ich mich an den Jünglingskopf links von Aphrodite. Fertig wurde ich wieder nicht. Aber die Zeichnung wird nun so bleiben. Im Okrober wird es andere Arrangements geben.

Entliehen habe ich einen Kopf der Hygeia (Göttin der Gesundheit) und eine Jünglingsmaske, außerdem eine Sitzstaffelei, damit ich mir nicht beim Zeichnen die Beine in den Leib stehe. Mit den beiden ausgeliehenen Skulpturen werde ich verschiedene Arrangements ausdenken und weiter üben.

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In der Zeichenschule (24) Aphrodite zwischen …

Morgen ist vorerst die letzte Sitzung in der Zeichenschule. Zwei der Eleven werden sich der Prüfung stellen, um an der Kunsthochschule aufgenommen zu werden. Ich wünsche ihnen viel Glück, wenngleich sie danach fehlen werden.

Ich selbst zeichnete gestern zwei Stunden lang drei Köpfe, arbeitete aber nur den Kopf der Aphrodite aus. Kompositorisch hat das seinen Reiz, doch ihren Halsbereich werde ich noch einbeziehen.

Du möchtest wissen, wer da neben Aphrodite posiert? Bitte sehr! Eine Fotoüberblendung kann sie die sichtbar machen.

Immer wieder finde ich es erstaunlich, wie die Bildhauer es schafften, die leeren Augen ihrer Skulpturen so zu gestalten, dass sie bei entsprechendem Lichteinfall aussehen, als hätten sie Pupillen und einen wachen Blick. Sogar die ollen Gipsabdrücke wirken so sehr lebendig.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Lichtzauberei über den Meer

Ich werde wohl nie müde werden, den Lichtzauber zwischen Himmel und Meer zu rühmen. So auch heute. Ich hielt am Straßenrand, von Kalamata kommend, um diese schöne Ecke zu fotografieren (kurz nach 4 Uhr).

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