Bilder aus der Mappe: Passionsblume und unbekannt

Noch mehr Blühendes aus der kürzlich aufgefundenen Mappe:

Passend zu eurer Passionszeit eine Passiflora (Passionsblume), auf Griechisch ρολόι (roloi, Uhr).

Das Aquarell ist von 1984, das vierte einer Reihe. Ich lernte diese faszinierende Pflanze damals kennen, denn sie wucherte im Garten unserer Vermieterin und kletterte bis zu uns in den ersten Stock. Hier die No 6 dieser Serie, die ich schon früher zeigte.

Der Name verdankt sich den seltsamen Stempeln und Staubgefäßen, die wie die Zeiger einer Uhr (ρολόι, Uhr) oder auch wie ein Kreuz (Passionsblume) angeordnet sind.

Was für ein Baum oder Busch dies ist, kann ich nicht sagen, obgleich das Aquarell ja klar beschreibend ist. Vielleicht hilft mir jemand von euch auf die Sprünge?

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Dienstag-Drabble: Etwas besseres als den Tod…

Ein Drabble  ist ein Text aus genau 100 Wörtern. Das Dienstags-Drabble ist eine Erfindung von Wupperpostille. Rainer gibt uns drei Wörter vor, um die sich die 100-Wörter-Geschichte ranken soll. Die Überschrift zählt nicht mit.

Die Wörter sind diesmal hoffnungslos – Seide – verschieben:

Mein Drabble ist eine Fortsetzung der gestrigen abc-etüde. Ich fand, der Dicke musste sich dringend von seiner Liebsten emanzipieren.

„Hoffnungslos!“ ruft die Liebste. „Auch wenn du dich in Samt und Seide kleidest, bleibst du ein fettes Monster!! Ab heute wird streng gefastet! Das Frühstück lassen wir gleich ganz aus, und das Mittagessen verschieben wir auf morgen.“

Kein Frühstück? Und auch kein Mittagessen? Ein Abgrund an Tristesse tut sich vor dem Armen auf. Er liebt sein Liebchen, o ja. Doch weit mehr liebt er das Essen. Bevor er verhungert, wird er Proviant einpacken und auf Wanderschaft gehen.

 Gesagt, getan. „Etwas Besseres als den Tod finde ich überall“, krächzt er, tauscht die Festgewänder gegen Wanderklamotten und macht sich auf den Weg.   

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Blumen in Vasen

In der neulich aufgefundenen Mappe gibt es auch das klassische Motiv Blumen in Vase oder Krug

mit oder ohne Hintergrund-Gestaltung, sorgfältig ausgewogener Bildarchitektur oder raumsprengender Form…

oder auch Farbexplosion.

Eine Serie von kleinen Gouache-Bildern gibt es auch: Das Ausgangsbild habe ich dreimal variiert, um neue Stile auszuprobieren.

Ganz anders ein abstrahierendes Aquarell, in dem die kristallene Struktur der Vase auf den Kerzenständer und einen runden Gegenstand übergreift und sich im Raum fortsetzt.

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Kein Abendbrot. Die Tragödie eines Dicken. (abc-etüde)

Christianes Schreibeinladung zu den abc-etüden, mit Wörtern von Puzzleblume ist in die letzte Woche gegangen – Zeit für einen zweiten Anlauf auch von mir.

Diesmal gehts ums Abendbrot und darum, dass es echt gemein ist, ohne zu bleiben.

Die Nacht ist angebrochen, die Kerze entzündet, aber die Liebste hat das Abendbrot nicht aufgetischt. „Du bist zu dick“, sagt die Liebste. „Du weißt, was der Arzt sagt! Nach Sonnenuntergang gibts nichts mehr zu essen.“ 

„Aber ich bin hungrig“ krächzt der arme Mann. „Reicht es nicht, dass ich dick bin? Soll ich jetzt auch noch hungrig zu Bett gehen?“

Die Liebste erhört sein Jammern nicht, sie ist erbarmungslos. „Du weißt, was der Doktor gesagt hat“, wiederholt sie eins ums andere, und „Stell dich nicht so an“, und drohend „Wenn du nicht abnimmst, bin ich fort.“

Hungrig legt sich der arme Mann zur Ruh. Traurig ist er, wie ein gescholtenes Kind. So war die Mama auch. War er sich nicht auszeichnete, gabs nichts zum Abendbrot, dann musste er hungrig ins Bett gehen. Kein Keks, kein Küsschen, nichts.

Er weint ein bisschen und schläft dann ein. Und träumt. Was träumt er wohl? Er sieht sich selbst als armseligen Wicht mit Eselskopf, und vor ihm in der Luft tänzelt und schwebt sein schlankes Liebchen. Im Schnabel hält sie ein leckeres Würmlein, und er bettelt: „Bitte, bitte, meine Kleine, bitte, bitte!“ Er jappst und schnappt, aber zu fassen bekommt er nichts als die Luft.

Der Morgen kommt. Du meinst vielleicht, der arme Mann erwacht nun glücklicher und erleichtert um ein Pfund? Weit gefehlt!  Wund sind seine Augen, und er fühlt sich wie durch die Mangel gedreht. Wie soll er den Tag meistern? Jammernd ruft er nach der Liebsten.

Die ist nicht da, aber sie hat ihm die köstlichen Gewänder hingelegt und auch die Federkrone. Er legt sie an, doch hilft’s? Heimatlos fühlt sich der Arme, ausgeschlossen aus der Gemeinschaft der Essenden und Schlanken. Was helfen da die köstlichen Gewänder, was hilft die Krone, wenn der Magen durchhängt und das Gemüt auf dem Zahnfleisch geht?

 

300 Wörter

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Bilder bewerten und ausrangieren: Venedig

Dies Aquarell fand sich in der letzten Mappe:

Ich habe schon ein paar andere Venedig-Aquarelle gezeigt. Die Atmosphäre der Stadt kam der Aquarell-Technik sehr entgegen.Doch während die früher gezeigten Bilder noch stark an der Wiedergabe der Architektur interessiert waren, hat sich dieses nun ganz dem wässrigen Element anvertraut.

Die früher gezeigten Venedig-Aquarelle: 3 mal Ponte dei Greci

und drei architektonische Venedig-Fantasien:

Das neu Aufgefundene, wie es sich im Rahmen ausmachen würde.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Landschaften a la Cezanne

Eine Zeitlang bemühte ich mich, dem großen Meister der farbigen Landschaften, Paul Cezanne, nachzueifern. Vier Bilder dieser Art fand ich nun in dem wieder aufgetauchten Dossier.

Die Technik besteht darin, Pinselstrich für Pinselstrich dünne Farblasuren aufzutragen. Natürlich hatte ich nicht die Beobachtungskraft und Geduld von Cezanne, der mit weit offenen Augen vor der Landschaft saß,  „wie ein Hund vorm Wild“ darauf wartend, dass seine Netzhaut den nächsten Farbeindruck empfing.

Schon früher zeigte ich die eine und andere in dieser Art gemalte Landschaft, zum Beispiel diese.

Trotz meiner hohen Meinung über Cezannes Aquarelltechnik nahm ich bald wieder Abstand davon. Dennoch haben diese Aquarelle einen bleibenden Charme für mich.

Gerahmt würden sie so aussehen:

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In der Zeichenschule (4): Werke anderer sowie mein Jünglingskopf

Sehr viel lieber als den gipsernen Jünglingskopf hätte ich die anderen Zeichnenden gezeichnet, aber ich traute mich nicht. Denn alle anderen konzentrieren sich auf das vorgegebene Thema. Und das ist immer dasselbe: man mache eine korrekte Zeichnung des Stilllebens, das nun schon seit einem Monat aufgebaut ist und sich nicht verändert.

Die anderen arbeiten nicht nur eine Sitzung lang an einer Zeichnung, sondern lassen die halb fertigen Zeichnungen stehen, um eine Woche später weiterzumachen. Manche sind jetzt dazu übergegangen, mit Farbe zu malen. Auch sie unterbrechen, und setzen dann beim nächsten Mal fort.

Ich habe einige Werke meiner MitstreiterInnen jeweils am Anfang und am Ende der mehrstündigen Sitzung fotografiert. Da kannst du sehen, mit welchen Mäuseschrittchen vorangegangen wird. Drum ist es notwendig, dasselbe Stillleben über längere Zeiträume hin stehen zu lassen.

Ich kann das nicht. Denn selbst bei so sterilen Themen brauche ich einen Rest von Spontaneität, um mich zu motivieren. Also beginne ich jedesmal eine neue Zeichnung. Und arbeite mich vier-fünf Stunden daran ab. Das ist für mich schon sehr sehr lange und hat Züge von Masochismus, zumal ich von meinem Platz aus die Details des Gipskopfes kaum ausmachen kann.

Eine winzige falsche Schattierung des Mundes lässt meinen Jüngling nun die Zähne blecken und etwas ironisch grinsen. Das sah ich erst auf dem Foto.

 

Farbig kann ich sie durch Überblendung mit einem Foto erscheinen lassen. Da sehe ich dann auch, dass sie recht korrekt ist – immerhin.

Meine bisher fünf Zeichnungen (in vier Sitzungen) im Überblick

 

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Drei Landschaften mit großen Himmeln (Aquarell)

Drei weitere Aquarelle aus der gestern aufgefundenen Mappe:

„Große Landschaft“:

 

„An der Bachmündung“

„Abendstimmung über dem Meer“

mit Rahmung und Größenvergleich:

Falls du an einem Bild gegen Spende interessiert bist, schreib mir eine Mail.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Vorfrühling

In der heute aufgefundenen Mappe befindet sich eine „fantastische“ Frühlings-Landschaft: Während oben auf den Bergen noch Schnee liegt, ergehen sich im Tal zwei winzige Menschen. Ein Baum mit kugeliger Krone spricht vom nahenden Frühling.

Die Gleichzeitigkeit von Frühling und Winter hat mich erstmals bei einem Besuch auf Kreta tief beeindruckt. Ähnliches sah ich vorhin beim Spazierengehen: Das nächtliche Unwetter hat auf den Gipfeln des Taygetos noch einmal Neuschnee hinterlassen. Unten im Tal aber blühen die roten Anemonen.

Rote Anemonen – als rote Farbtupfer – entdeckte ich auch auf einem der nun wieder gefundenen alten Aquarelle:

Eine Strauß mehrfarbiger Garten-Anemonen nimmt das Thema anders auf:

Zweimal habe ich eine Frühlingslandschaft mit den charakteristischen gelbblühenden Sträuchern wiedergegeben („Wege gehen weit ins Land und zeigen’s“, Rilke, Vorfrühling)

und zweimal die Zartheit eines blühenden Mandelbäumchens einzufangen versucht

Ein einzelner blühender Mandelbaum-Zweig im Wasserglas  (Ölkreide)

Mir scheint, auch dieser Feigenbaum lässt den Frühling ahnen:

und dieses Aquarell, das ich vermutlich bei einem Besuch in Hessen gemalt habe, wohl auch, wenngleich die Zweige noch kahl sind.

Übrigens: Falls du an einem der Bilder gegen eine Spende für unsere Helfergruppe interessiert bist, schreib mir eine Mail.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Hasenkuhle unter Birken

Als ich heute in einem Nebenraum hinter dem Atelier ein Buch suchte, entdeckte ich eine weitere Mappe mit Bildern aus früheren Jahren. Es handelt sich vor allem um Aquarelle, aber es gibt auch Federzeichnungen, Pastell- und Ölkreidenbilder. Ich vermute, dass die Aquarelle aus der ersten Hälfte der achtziger Jahre stammen, als ich mit dem Malen begann.  Die Federzeichnungen sind mit 1985 und 1986 datiert.

Ich werde diese Bildreihe nach und nach hier vorstellen.

An ein Aquarell erinnere ich mich genau, obgleich ich es vor einem halben Leben anfertigte: Unter einer Gruppe von Birken hatten Feldhasen ihre Kuhle. Wenn ich das Bild jetzt ansehe, fühle ich den Vorfrühlingstag, den kühlen Wind in den Birken und die Wärme der Hasenleiber in der Kuhle.

Ich finde, es passt ganz gut zu eurem frühen Osterfest. Wir hier haben ja noch Zeit. Die griechischen Hasen dürfen noch spielen.

 

 

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