Dienstags-Drabble: Facettenauge-Weltenspiegel

 

Facettenauge-Weltenspiegel

 

Lieg ich nächtens in dem Bette

Denk ich mir, wie wärs ich hätte

Auf der Stirn ein rundes Auge

Das zum Weltenrundblick tauge.

 

Selbst wenn ich wäre mal unpässlich

Wär dieses Auge doch verlässlich.

Denn es besteht aus viel Millionen

Kleinäuglein die im Kreisrund wohnen.

 

 

Noch besser wärs wenn jedermann

Ein Äuglein trüg, und irgendwann

Sich mit den andern Augenträgern,

(Den Türken, Russen und den Negern

 

Den Muselmanen und den Christen

Den Zulus, Heiden, Taoisten)

Zusammenschließt im Weltentanz!

Dann sähe man die Erde ganz

 

Millionenfach gespiegelt und doch Eine

Gemeinsame, nicht deine oder meine.

Facettenauge-Weltenspiegel

Verleiht der Menschheit neue Flügel!

Dies ist ein Beitrag zu dem von Heide (Puzzleblume) betreuten Dienstags-Drabble. 100 Wörter darf der Text haben, davon sind drei vorgegeben. Diesmal sind es:

2024-08-23 3-Wörter-Einladung f. Drabble-Dienstag 27.08.'24, B. Weissinger, Grüne Schlange keine Hände

Die Kratzbilder zeigen natürlich keine Facettenaugen….

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Tagebuch der Lustbarkeiten: abends nach dem Regen spazierengehen

Das Wetter ist momentan fast tropisch, mit hoher Temperatur und hohen bunten Wolken, die ab und an Regen übers Land schütten. Der Regen ist mehr als wohltuend, er ist ein Lebenselixier nach dem langen trockenen Sommer. Das Abendlicht nach dem Regen hat eine ganz besondere Qualität, die Luft ist von Kräuterduft geschwängert.

Die Stämme der Oliven wirken, wenn der Regen sie angefeuchtet hat, noch plastischer als sonst.

Ich gehe nicht allein in den Abend. Das ist das köstlichste von allem.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: einem Kind zu Sommerspaß verhelfen

Es gibt wohl keine größere Lustbarkeit, als mitzuerleben, wie eine Geldzuwendung einem Kind zu Sommerspaß verhilft.

Als ich vor ca 23 Jahren die heutige Großmutter dieses Kindchens hochschwanger und mit zwei Kleinen am Bändel an einer großen Athener Kreuzung betteln sah, bat ich sie, ihren Platz gegen einen anderen auszutauschen. Die Abgasbelastung würde ihrer Schwangerschaft schaden, erklärte ich ihr. Und gab ihr Geld, damit sie es praktisch tun konnte. Aus dieser Begegnung wurde eine lebenslange Beziehung. Sophia (so nannte sich die aus Albanien im Rahmen der Grenzöffnung nach Athen gewanderte extrem arme Roma) fragte mich später, ob ich Patin ihrer Ältesten, der damals vierjährigen Christina, werden möchte. Das ging zwar nicht, weil ich keiner Kirche angehöre, doch empfinde ich mich seither als Christinas Patin.

Christina, die Mutter der kleinen Sofia,  hat – wie auch ihre beiden jüngeren Brüder – einen Lyzeums-Abschluss (Abitur) und eine Ausbildung als Friseuse geschafft, sie befreundete sich bei der Ausbildung mit einem jungen Mann aus ähnlich prekären Verhältnissen, sie bekamen eine Tochter. Sie fanden eine passende kleine Wohnung, sie schlagen sich durch. Aber für Sommervergnügen reicht es nicht. Also half ich in diesem ewig langen schwülen Sommer mit Badegeld aus. Und es macht mich mindestens so glücklich wie die Kleine, die im großen Meer planscht und es sehr genießt.

Warum ich das schreibe? Weil ich finde, solche gezielten finanziellen „Patenschaften“ sind die beste Art und Weise, einen gewissen Ausgleich für die eigene Seelenbilanz zu schaffen. Helfen möchte ja fast jeder, der die Not anderer sieht und dem es selbst an nichts fehlt, aber wie? Es gibt so viele Arme, und man weiß nicht, was mit dem Hilfsgeld dann geschieht.  Eine Weile habe ich Patenschaften via Organisationen übernommen, aber die gezielte persönliche Hilfe ist doch viel befriedigender, finde ich.

Es würde mich interessieren, wie ihr es macht, wenn ihr armen Menschen helfen wollt.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Sonntag mit Dolmadakia (Weinlaubroulädchen)

Dolmadakia – eine Mischung aus Reis und Hackfleisch in Weinblätter gehüllt und mit einer Ei-Zitronensoße gewürzt – findet man meist nur im Frühsommer auf der Speisekarte, dann nämlich, wenn die Weinblätter jung sind. So freute ich mich, dass es sie heute in „unserer“ Taverne gab. Sie sind leicht und auch bei der anhaltenden Hitze gut bekömmlich. Dazu ein grüner Marouli-Salat – perfekt.

Am Nachbartisch warten die Wassergläser in Reih und Glied auf eine größere „parea“ (=befreundete/verwandte Gruppe).

Es ist immer noch heiß und schwül, und die Strandstraße ist vollgestopft mit parkenden oder in mühsamer Bewegung befindlichen Autos, aber man merkt schon, dass nicht mehr „ganz Athen“ am Meer speist. Ab morgen wird es wohl täglich ruhiger werden. Und kühler, hoffe ich.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Neurographik lernen

Als ich Cynthias Bilder einer therapeutischen Methode sah, die „Neurographik“ heißt (Blog Querfühlerin), war ich sogleich interessiert. Ich arbeite ja gern mit allen möglichen kunsttherapeutischen Ansätzen, und diesen kannte ich noch nicht. Ich fragte an, und Ja, Cynthia ist bereit, mich in die Methode einzuführen. Nach ein paar technischen Hindernissen – ich musste Zoom installieren, das Licht von den Fenstern unseres Wohnraums war tagsüber zu hell – konnten wir beginnen. Erste Zeichnungen entstanden.

Zeichnung Absichtsscheck: Nun, so richtig klar ist mir manches noch nicht. Aber genau das ist ja das Spannende. Werde ich es zeichnend klären können?

Mein Projekt „Kunst hilft“: Was ist zu tun, um ihm neuen Schwung zu geben?

Mein Tageslauf? Erinnerung und Projektion zur Mittagszeit:

Da fällt mir doch grad der Refrain zu einem Tanzliedchen ein, das wir als Kinder lernten: „Wer weiß was das noch werden kann, wer weiß, was das noch wird“.

Legebild mit Maries Schnipseln. Wer weiß, was das noch werden will

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Impulswerkstatt Bild 3: Kaputtmacher

Dies ist ein Beitrag zu Bild 3 von Myriades Impulswerkstatt Juli-August 2024

Dieses Bild hat bei mir keinen Impuls ausgelöst, liebe Myriade. Vielleicht hat das mit dem Sommer zu tun, der dem Aktionismus, wie er auf dem Bild dargestellt ist, eher abhold ist. Die eine Dame, schwarz und dramatisch gekleidet und mit, wie mir scheint, langen roten Haaren, tritt vehement auf einen eh schon kaputten – wie nennt man diese Dinger? – auf dies eh schon kaputte orangene Ding ein. Erstaunlich, welche Energie sie aufbringt und sich nicht fürchtet, auf ihren Pantöffelchen das Gleichgewicht zu verlieren. Die andere mit ihren dicken männlichen Stiefeln könnte da mehr bewirken. Aber die hockt ganz zahm am Boden und ist bemüht, mit ihrem Handy den richtigen Winkel für ein eindrucksvolles Foto zu finden. So als ob da, zum Beispiel, ein bemerkenswerter Käfer über den Bordstein kröche, den sie professionell ablichten will.

Das Ganze wirkt so gestellt und unnatürlich, dass ich fast geneigt bin, es für ein künstlerisches „happening“ zu halten, das irgendeine Message transportieren will.

Aber ist es das? Oder hat sich hier ein realer Zorn gegen ein Ding, das irgendwas absperren oder schützen soll, geäußert? Oder wurde das Ding von jemand anderem geschädigt, und die Dame ist deshalb sauer und will dokumentieren, wie die Vandalen in ihrer schönen Heimat orangene Verkehrszeichen demolieren?

Ich weiß es nicht, und eigentlich ist es mir auch egal. Soll sie doch, wenn es ihr Spaß macht und sie erleichtert, ruhig olle Verkehrszeichen kaputtmachen, ganz nach dem alten Sponti-Spruch „Mach kaputt, was dich kaputt macht!“

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Idylle mit Taube

Heute vormittag traf sich unsere Paneurhythmie-Lerngruppe wieder im Park des Eisenbahnmuseums, gleich neben dem „syntrivani“, dem Becken mit den Wasserfontänen. Das Rauschen des Wassers und der Schatten der großen Bäume machen das Üben auch bei Hitze zum Vergnügen.  Diesmal waren wir sechs Frauen (letztes Mal vier, eine fotografiert).

Nach dem Tanzen setzten wir uns an den Rand des Wasserbeckens. Ein paar Tauben leisteten uns Gesellschaft. Eine schaute versonnen auf die golden schimmernde bewegte Oberfläche.

Dann hob sie fragend das Köpfchen. Was ist hier los? Woher kommen plötzlich die weißen Linien im Gold?

Solche Fragen stellen sich, wenn man den größeren Rahmen nicht kennt. In diesem Fall ist die Lösung einfach: Das Hemd des Papas, der mit seinem Nachwuchs über das Brückchen radelt, spiegelt sich im Wasser.

 

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ohne Titel

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In der Zeichenschule (23): Noch mal Aphrodite und Pharao

Die Zeichnung, die ich am Dienstag begann und auch schon zeigte 

habe ich mir heute erneut vorgenommen. Die Aphrodite guckt nun nicht so angeekelt von oben herab auf eine Welt, die ihr nicht mehr gefällt. Der Pharao freilich ähnelt verdammt dem Musolini. Vielleicht hat Musolini ja die entsprechende Rolle einstudiert? Er liebte ja, wie alle „Führer“, die große Oper und besonders Verdis Nabucco, deren Gefangenenchor quasi zur Nationalhymne Italiens wurde. „Der Gefangenenchor aus Nabucco trat einmal Mitte der 1930-er Jahre in Anwesenheit des Duce unter dem Dirigat des Komponisten Pietro Mascagni vor 7000 Arbeitern des Dopolavoro, der italienischen Kraft-durch-Freude-Bewegung, auf“ zitiert nach Die Oper, die Massen und die Politik)

Die heutige Zeichnung ist weniger expressiv, dafür harmonischer und „klassischer“. Den Figurenaufbau in der Zeichenschule habe ich im Stehen fotografiert. Ich sitze ziemlich nahe dran auf einem niedrigen Stuhl, so dass ich die Köpfe mehr von unten sehe.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Regen, Meer

Gestern Nacht tut sich der Himmel plötzlich auf und lässt kübelweise Wasser auf uns runter. Man nennt das wohl „Regen“. Fast hätte ich es vergessen…

Es ist fast Mitternacht, und wir sitzen auf unserer Turmterrasse, hören grad noch ein bisschen Musik und bereiten uns vor, unter das Moskitonetz zu kriechen. Da trifft mich doch ein fetter Tropfen, dann noch einer. „Es regnet!“ sage ich erstaunt. Aber ich denke, gleich ist es wieder vorbei.

Nun, es dauert wirklich nicht sehr lange, aber es reicht, dass ich tropfnass werde, während ich Bettzeug, Sitzkissen und Tischlampe zusammenraffe und ins Zimmer befördere, dann auch nach unten eile, um dort die Fenster zu schließen. In den Vertiefungen der Plane, mit der wir die Betten zudecken, sammeln sich Teiche. Wir sitzen an der offenen Tür und freuen uns. Endlich Regen!

Die Leute, die den August-Vollmond feiern wollten, haben Pech gehabt.

Heute ist es wieder sehr heiß und schwül. Am Nachmittag fahre ich zum Schwimmen.

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