Heute aßen wir, eine Lücke zwischen zwei Schauern nutzend, im „Arampas“**, einem Lokal am Segelhafen. Während Wasser und Wein aufgetragen werden, denke ich an ein populäres Liedchen, das den Arampas – den Karren, der vorbeizieht – besingt.
Es ist ein altes Rembetiko aus Kleinasien, als Türken und Griechen noch gemeinsam im damaligen Smyrna, heutigen Izmir lebten. Das war vor der Vertreibung der Griechen 1923. Die Musik ist von Tsitsanis, dem Meister dieser Musikart. Hier eine Interpretation aus Konstantinopel/Istanbul, der Text abwechselnd griechisch und türkisch gesungen.
Der Text auf Griechisch:
Aραμπάς περνά, σκόνη γίνεται,
σήκω το φουστανάκι σου να μη σκονίζεται.
Aραμπάς περνά, αραμπατζής κουτσός,
στη μπάντα κοριτσάκια να μη σας πάρ’ ομπρός.
Aραμπάς περνά με τα φρόκαλα,
εβγάτε Φασουλιώτισσες με τα τσόκαρα.
Δε σου το ’πα μια μες στο Kασαμπά
δε σου το ’πα δυο μες στο Kορδελιό
δε σου το ’πα τρεις να μη παντρευτείς.
[Και σαν παντρευτείς τι καλό θα δεις,
θα δουλεύεις και θα πλένεις και θα βαρεθείς]
auf deutsch:
Der Karren zieht vorbei, wirbelt Staub auf
Heb dein Röckchen, dass es nicht staubig wird.
Der Karren zieht vorbei, hinkend der Karrenführer,
Zur Seite, Mädchen, damit er euch nicht mitnimmt!
Der Karren zieht vorbei mit dem Müll
Kommt raus, Frauen von Fassoula*, mit den Holzpantinen.
Sagte ich es dir nicht einmal in Kasamba*
Sagte ich es dir nicht zweimal in Kordelio*
Sagte ich es dir nicht dreimal, dass du nicht heiraten sollst?
[Und wenn du heiratest, was Gutes wirst du da schon sehen,
du wirst arbeiten und waschen und dich langweilen.]
—
*Es handelt sich um drei Vororte von Smyrna/Izmir)
**Im Nachhinein wurde mir klar, dass das Lokal nicht Arampas, sondern Aragma (Anlegestelle für Schiffe) heißt. Aber das Liedchen war halt die ganze Zeit bei mir. Und sollte ich irgendwann ein Lokal aufmachen, dann würde es halt „Arampas“ – der Karren des Müllsammlers – heißen.

































