Als ich heute beim Umgraben meines Gartens Feldsteine aus der Erde klaubte, dachte ich: warum nicht ein paar Steinzeitmenschen legen? Das wäre doch eine nette Ergänzung zu meinem vorigen Beitrag zur Impulswerkstatt (hier).
Gedacht, getan. Ich trug einige der Steine zum Gartentisch und legte sie als steinzeitliche Menschen aus.
Ich duschte sie auch und umgab sie mit einem verwilderten Garten, um ihrer steinernen Seele ein wenig Feuchte und Pflanzenkraft mitzugeben.
Wie immer ich die Steine lege, es werden Menschlein draus. Und wenn es Menschlein sind, haben sie einen Charakter, drücken eine seelische Befindlichkeit aus. Sofort lassen sich Geschichten erfinden, etwa von dem mürrischen harten Alten im Strickpulli, an den sich eine verführerisch bittende nackte Frau schmiegt und ihm ins Ohr säuselt, dass ein Rubin ihr glänzend stünde. Wird er sie erhören? Ich fürchte, seine eckige Schulter zeigt unüberwindbare Abwehr.
Die einzelnen Steine verlieren, wenn sie zu Bildern zusammengestellt werden, viel von ihrer Eigentümlichkeit. Sie werden dem Ganzen ein- und untergeordnet. Da geht es ihnen wie den Menschen, deren interessante Eigenheiten in der organisierten Masse verloren gehen. Und doch lebt das Gesamtbild von diesen kaum bemerkten Eigentümlichkeiten.
Jeder Stein kann alles sein: Kopf, Bein, Arm, Bauch… Und ja, auch jeder Mensch kann – und ist meistens auch – alles, je nachdem: Mag er auch nicht der Kopf des Staates sein, so doch vielleicht der am Stammtisch oder in der Familie, und ist er nicht Kopf, so ist er vielleicht Arm und greift zu und unterstützt, oder er ist Bauch und verzehrt mehr als er schafft, oder er ist Bein und marschiert im gleichen Schritt und Tritt…. Es gibt unzählige Möglichkeiten sogar für den Steinzeitmenschen. Für sich allein genommen aber dünkt er sich meistens das Ein und Alles.
Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt.





























